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Sayed Perwiz Kambachsch
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Sayed Perwiz Kambachsch ist frei
Nach fast zwei Jahren Haft begnadigt
Einem Bericht von
Reporter ohne Grenzen (ROG) zufolge wurde der Journalist und Blogger
Sayed Perwiz Kambachsch
am 7. September 2009 aus der Haft entlassen. Vorausgegangen war einige Wochen zuvor die Begnadigung
des jungen Journalisten durch Präsident Hamid Karsai.
Der Student und Journalist war am 27. Oktober 2007 verhaftet worden, weil er angeblich
blasphemische und den Islam verleumdende Äußerungen verbreitet hatte. Ein Gericht verurteilte
ihn im Januar 2008 schließlich zum Tode. Dieses Urteil konnte jedoch im Oktober 2008 in eine 20-jährige
Haftstrafe umgewandelt werden.
Weltweit hatten sich zahlreiche Medien, Regierungen und Menschenrechtsorganisationen für die
Freilassung von Kambachsch eingesetzt, neben
Reporter ohne Grenzen zum Beispiel auch
die
Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte und
Amnesty International.
Inzwischen hält sich Kambachsch im Ausland auf - zum Schutz vor weiteren Repressionen und
Drohungen, so ROG.
(rg, 09.09.2009)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 07.09.2009
Urteil in letzter Instanz bestätigt
Sayed Perwiz Kambachsch für 20 Jahre in Haft
Wie die
Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte berichtete, hatte
der Oberste Gerichtshof in Kabul das Urteil gegen den Studenten und Blogger
Sayed Perwiz Kambachsch im Februar 2009 offenbar bestätigt. Somit bleibt Perwiz Kambachsch
für die nächsten 20 Jahre in Haft.
Todesurteil in 20-jährige Haftstrafe umgewandelt
Am 21. Oktober 2008 hatte das Berufungsgericht in Kabul das Todesurteil
gegen Sayed Perwiz Kambaksh aufgehoben, ihn jedoch zu 20 Jahren Gefängnis
verurteilt.
Es gebe keine rechtliche Grundlage für den Schuldspruch und das
Todesurteil bzw. die Gefängnisstrafe, so
Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation
wie auch
Reporter ohne Grenzen werden weiter für seine Freilassung eintreten.
(rg, 31.10.2008, aktualisiert 17.03.2009)
Quellen: Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte vom 10.03.2009,
Reporter ohne Grenzen, Amnesty International vom 31.10.2008
Haft statt Todesstrafe (10/2008) -
www.amnesty.de
Berufung gegen Todesurteil im Fall
Sayed Perwiz Kambachsch erneut verschoben
Laut einem Bericht von
Reporter ohne Grenzen hat ein Kabuler Gericht das Berufungsurteil
im Fall
Sayed Perwiz Kambachsch am 25. Mai 2008 zum zweiten Mal verschoben. Demnach soll nun am 1. Juni über
das Todesurteil gegen den 23-jährigen Studenten und Journalisten entschieden werden.
Das Gericht habe die Terminverschiebung mit dem schlechten Gesundheitszustand von Kambachsch begründet.
Kambachsch, der neben seinem Studium als Reporter für die Tageszeitung
Jahan-e-Naw ("Neue Welt") arbeitete, war am 27. Oktober 2007
festgenommen und der Blasphemie beschuldigt und am 22. Januar 2008 im nordafghanischen Mazar-i-Sharif
zum Tode verurteilt worden, weil er in einem Artikel den Koran "beleidigt" und
Koranverse "falsch ausgelegt" haben soll.
(rg, 27.05.2008)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 26.05.2008
Berufung gegen Todesurteil erneut verschoben (05/2008) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Todesstrafe: Sayed Perwiz Kambakhsh (02/2008) -
www.amnesty.de
Todesurteil gegen den Journalisten
Sayed Perwis Kambachsch
Vorwurf der Götteslästerung
Die Arbeit einheimischer Journalisten in Afghanistan wird zunehmend behindert und endet oft vor
einer unkritischen und unqualifizierten Justiz. So auch im Fall
Sayed Perwis Kambachsch, der als
Reporter für das Blatt
Jahan-i-Naw ("Neue Welt") arbeitet. Kambachsch wurde für schuldig befunden
und zum Tode verurteilt, weil er in einem Artikel den Koran "beleidigt" und Koranverse
"falsch ausgelegt" haben soll. Außerdem habe er einen blasphemischen Text an einer Universität
verteilt. Nach Angaben seiner Familie hat er diesen Text aber nicht selbst verfasst, sondern von
einer iranischen Internetseite heruntergeladen. Das Todesurteil ist das dritte gegen Journalisten
in Afghanistan wegen Blasphemie seit dem Sturz der Taliban.
Für den Vorsitzenden des unabhängigen afghanischen Journalistenverbandes, Rahimullah Samander, ist
das Todesurteil nicht gerechtfertigt und verstößt gegen die Verfassung und das islamische Recht.
Die britische Organisation
Institute for War and Peace Reporting (IWPR) vermutet außerdem, dass
Kambachschs Bruder
Sayed Yaqub Ibrahimi durch den drastischen Richterspruch eingeschüchtert werden
solle. IWPR bildet in Afghanistan Journalisten aus und veröffentlicht deren Texte. Ibrahimi schreibt
für IWPR und sei lokalen Warlords wegen kritischer Artikel ein Dorn im Auge.
Inzwischen erklärte das Informationsministerium in Kabul, das Urteil im Fall Kambachsch stehe nicht
im Zusammenhang mit dessen journalistischer Aktivität. Damit will man aber wohl eher einem Konflikt
mit den Warlords vermeiden.
Andreas Schlegel, Varel (31.01.2008)
Quellen: Institute for War and Peace Reporting (IWPR),
Die Tageszeitung (taz) vom 25.01.2008
Afghanischer Journalist soll sterben: Proteste gegen Todesurteil (01/2008) -
www.taz.de
Kritik an Todesurteil für jungen Journalisten (01/2008) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Afghanischem Journalisten droht Hinrichtung (01/2008) -
www.dw-world.de
Gericht verurteilt Journalisten zum Tode (01/2008) -
www.faz.net
Mediathek
Afghanische Journalisten unter Druck (09.08.2008) -
www.tagesschau.de
Weitere Informationen
ROG appelliert in Kabul für mehr Pressefreiheit ... (01/2009) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
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