Alternativer Fackellauf veranstaltet
von Amnesty International
Aktionstag in Berlin - Deutsche Generalsekretärin verurteilt das Verhalten des IOC
Vier Wochen vor dem Start der Olympischen Wettkämpfe in Peking stiegen Hunderte Luftballons
in den Berliner Himmel. Am Aktionstag zur weltweiten China-Kampagne, dem 13. Juni 2008,
endete auch der alternative Fackellauf in Anlehnung an den diesjährigen
Lauf mit dem olympischen Feuer, der dank der weltweiten Proteste und Demonstrationen
mehr einer Farce als einer ernsthaften symbolischen Veranstaltung gleichkam. Der Lauf,
der die Forderungen von Amnesty International an die chinesische Regierung noch einmal
besonders "beleuchten" sollte, führte seit Anfang Mai quer durch die Bundesrepublik
Deutschland.
Die Forderungen unter dem Motto "Gold für Menschenrechte" waren auch auf den Ballons zu
lesen: Abschaffung der Todesstrafe, Einstellung der Repressionen gegen Oppositionelle und
Menschenrechtsverteidiger, Beendigung der Zensur und der Unterdrückung der Meinungs- und
Pressefreiheit. Annähernd 120.000 Unterschriften für diese Forderungen wurden allein von
der deutschen Amnesty-Sektion bislang gesammelt.
Gegenüber dpa kritisierte die deutsche Amnesty-Generalsekretärin Barbara Lochbihler
das Internationale Olympische-Komitee (IOC), weil es sich zu nachlässig hinsichtlich der
Menschenrechtslage in China gezeigt und auf die vagen Zusicherungen Chinas bei der Vergabe
der Spiele verlassen habe, ohne selbst präzise Vorgaben zu machen. Man hätte dann wenigstens
frühzeitig und entschieden nachhaken müssen, als erkennbar wurde, dass China nicht ernsthaft
an eine Verbesserung der Lage heranging.
(zi, 19.07.2008)
Quelle: dpa und Amnesty International vom 13.07.2008
Fackellauf für Menschenrechte endet in Berlin (07/2008) -
www.tagesspiegel.de
Humanistischer Zickzack-Kurs (07/2008) -
www.zeit.de
Bürgerrechtler Teng Biao frei
Der chinesische Bürgerrechtler und Anwalt
Teng Biao ist nach seinem mysteriösen Verschwinden im März wieder frei.
Nach eigenen Angaben hielten ihn Polizeibeamte 41 Stunden lang fest und befragten ihn zu seiner Arbeit. Zu weiteren
Details schwieg der Bürgerrechtler mit der Begründung, man habe ihn davor gewarnt, öffentlich zu sprechen.
Augenzeugen berichteten, Teng sei in ein Auto gezerrt und verschleppt worden.
Der Anwalt aus Peking setzt sich seit
Jahren gegen die Todesstrafe und für verfolgte Menschenrechtsaktivisten in China ein. Im Dezember 2007 hatte Teng
auf Einladung der deutschen Sektion von
Amnesty International in Berlin über die aktuelle Menschenrechtslage
in China berichtet. Vor Beginn der Olympischen Spiele häufen sich Fälle, in denen Menschenrechtsaktivisten in China
massiv unter Druck gesetzt werden.
(Amnesty International Deutschland, April 2008)
Peking 2008
Amnesty International fordert
"Gold für Menschenrechte"
China-Kampagne am 7. Dezember 2007 in Berlin vor dem Brandenburger Tor gestartet
Amnesty International erinnert die chinesische Regierung mit der Kampagne "Gold für Menschenrechte"
an ihr Versprechen, die Menschenrechtssituation im Land bis zu den Olympischen Spielen zu verbessern.
Schlagzeilen zur Amnesty-China-Kampagne
- "Weltmeister China: 8.000 Hinrichtungen pro Jahr"
- "Haft ohne Anklage oder Prozess"
- "Menschenrechtsaktivisten mundtot gemacht"
- "Lückenlose Internetzensur"
|
Die deutsche Amnesty-Generalsekretärin Barbara Lochbihler, der chinesische Menschenrechtsanwalt Teng Biao und
der ZDF-Moderator Michael Steinbrecher unterzeichneten als erste eine Petition an die
chinesische Regierung. Die Menschenrechtsorganisation hofft, dass viele Menschen dem Beispiel folgen werden.
|
Petition: Gold für Menschenenrechte
|
(Amnesty International Deutschland, Dezember 2007)
Resumé 2008
Mit der Kampagne "Gold für Menschenrechte" hatte Amnesty
International die chinesische Regierung im Vorfeld der Spiele
an ihr Versprechen erinnert, die Menschenrechtssituation im Land
vor den Olympischen Spielen zu verbessern. Mit Aktionen hat sich
Amnesty vor allem für die Einzelfälle von Shi Tao, Bu Dongwei,
Chen Guangcheng, Ye Guozhu, Huang Jingqiu, Yang Tongyan,
Mao Hengfeng und die Tiananamen-Mütter.
Höhepunkt der Kampagne "Gold für Menschenrechte" war eine Aktion
am 13. Juli 2008 in Berlin. Auf dem Hackeschen Markt fand der
Zieleinlauf des bundesweiten Fackellaufs der
Amnesty-Hochschulgruppen statt. Zehn Wochen lang war die Fackel
für die Menschenrechte durch 34 Hochschulstädte getragen worden.
In ihrer Ansprache sagte Amnesty-Generalsekretärin
Barbara Lochbihler, in China habe sich kurz vor den Olympischen
Spielen zwar einiges verändert, aber wenig verbessert:
"In diesem Jahr werden die Menschenrechte sicher kein Gold
gewinnen".
In der Kampagne wurden bis Mitte Juli allein in Deutschland mehr
als 118.000 Petitionsunterschriften gesammelt.
(Amnesty International Deutschland, 2008)
Kampagne "Gold für Menschenrechte" (2008) -
www.amnesty.de
Peking 2008 - "Gold für Menschenrechte" (12/2007) -
Infopaket (pdf)
"Gold für Menschenrechte"
Auch das Amnesty Journal widmet seine Dezember-Ausgabe 2007 komplett dem Thema "China".
Es geht der Frage nach, wie ernst die
chinesische Regierung ihr Versprechen nimmt, die Menschenrechtssituation im Land zu verbessern
und versucht eine "Bestandsaufnahme" neun Monate vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking.
(Amnesty International Deutschland, 12/2007)
Journal: Gold für Menschenrechte (12/2007) -
www.amnesty.de
Weitere aktuelle Einzelfälle
Chen Guangcheng - Angriff auf ARD Journalisten (01/2008) -
www.igfm.de
Chen Guangcheng - Menschenrechtslage im Olympia-Land dramatisch (07/2007) -
www.igfm.de
Gao Zhisheng - Menschenrechtsanwalt in China -
www.igfm.de
Gao Zhisheng - Peking erstickt öffentlichen Widerspruch (10/2007) -
www.igfm.de
Jie Mu - Regimekritischer Journalist seit einem Monat in Haft (06/2007) -
www.igfm.de
Yang Chunlin verurteilt (03/2008) -
www.amnesty.de
Weitere Informationen
IOC und China müssen aus Fehlern lernen (08/2008) -
www.amnesty.de
DOSB/IOC muss sich aktiv für die Menschenrechte in China ... (02/2008) -
www.amnesty.de
Köhler soll in Peking deutlich für die Menschenrechte eintreten (05/2007) -
www.igfm.de
Rituelle Appelle - Merkels China-Reise und die Menschenrechte (05/2007) -
www.dw-world.de
Dank Cisco und Google ins Laogai? (05/2007) -
www.igfm.de
Amnesty International: Menschenrechte in China verletzt (04/2007) -
www.zdf.de
Günter Nooke: Meinungs- und Pressefreiheit sind Grundpfeiler ... (03/2007) -
www.igfm.de
Zum Seitenanfang