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Irene Khan bei BBC Bangladesh
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Hochrangige Amnesty-Mission
in Bangladesch
Unter den relevanten Themen auf der Agenda
steht auch die Meinungsfreiheit
Das Spezialistenteam, angeführt von der Amnesty-Generalsekretärin Irene Khan, will die Sorgen der
Organisation über die Menschenrechtslage in Bangladesch zur Sprache bringen und Empfehlungen
zur Verbesserung der Lage übermitteln.
Neben Themen wie die Polizeireform, Unabhängigkeit der
Justiz, Verantwortung des Militärs für Menschenrechtsverletzungen, Minderheitenschutz und dem
Schutz von Menschenrechtsverteidigern wird auch die Meinungsfreiheit auf der Agenda stehen.
Amnesty International (zi, 27.01.2008)
Amnesty International visits Bangladesh (01/2008) -
www.amnesty.org
Hearing about the reality of human rights (01/2008) -
www.amnesty.org
Amnesty launches new Bangla website at freedom of expression (01/2008) -
www.amnesty.org
One year on: Human Rights in Bangladesh under the State of ... (01/2008) -
www.amnesty.org
Irene Khan: Ending the downward spiral in Bangladesh (01/2008) -
www.amnesty.org
Simone-de-Beauvoir-Preis an Taslima Nasrin
Bengalische Ärztin und Schriftstellerin in Indien untergetaucht
Anlässlich des 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir am 9. Januar 2008 verlieh eine internationale Jury
an der Pariser Sorbonne den 1. Preis "Simone de Beauvoir pour la liberté des femmes" an zwei Frauenrechtlerinnen der
islamischen Welt: an die bengalische Ärztin und Schriftstellerin
Taslima Nasrin und an die holländisch-somalische
Feministin
Ayaan Hirsi Ali.
Doch wann und wo die bengalische Autorin Nasrin, die zur Zeit im indischen Exil lebt und untergetaucht ist,
den Simone-de-Beauvoir-Preis entgegen nehmen kann, ist ungewiss.
Die Auszeichnung während des Besuchs des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozys in Indien am 25.
und 26. Januar 2008 zu erhalten, hatten indische Behörden abgelehnt, weil sie Ausschreitungen von
Extremisten befürchteten.
Seit Jahren mit dem Tode bedroht
Taslima Nasrin wird seit Jahren von muslimischen Fundamentalisten mit dem Tode bedroht. Ihr Heimatland
Bangladesch hatte sie 1994 verlassen müssen, nachdem sie nach der Veröffentlichung ihres Romans "Scham"
von einem islamischen Gericht zum Tode verurteilt wurde. Sie lebte mehrere Jahre in Europa im Exil, später ließ sie
sich in Indien in Kalkutta nieder.
Doch auch in Indien ist sie sich inzwischen ihres Lebens nicht mehr sicher. So wurde sie im letzten Jahr
mehrfach tätlich angegriffen, eine indische Muslim-Gruppe hatte eine Prämie auf ihre Ermordung ausgesprochen.
Schließlich wurde sie im Dezember 2007 nach gewaltsamen Protesten von Muslimen gegen ihre Bücher aus
Kalkutta an einen unbekannten Ort gebracht.
Soll Preis in Frankreich entgegennehmen
Wie die französische Botschaft in Neu Delhi mitteilte, habe sie inzwischen die indischen
Behörden ersucht, der Frauenverfechterin die Ausreise nach Frankreich zu ermöglichen,
damit sie den Preis dort entgegennehmen könne.
Der Simone-de-Beauvoir-Preis ist nicht die erste internationale Auszeichnung, die Taslima Nasrin erhalten hat.
1994 wurde sie von den Europäischen Parlament mit dem Sacharow-Preis, 2002 mit dem Erwin-Fischer-Preis
des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten und 2004 den Unesco-Preis für die Förderung
von Toleranz und Gewaltlosigkeit geehrt.
(rg, 27.01.2008)
Quelle: 3sat Kulturzeit News vom 25.01.2008
Autorin Taslima Nasreen fühlt sich eingesperrt (12/2007) -
www.tagesspiegel.de
Islamkritikerin Taslima Nasreen - Bengalische Feuer (12/2007) -
www.taz.de
Radikale Muslime greifen Taslima Nasreen an (08/2007) -
www.welt.de
Verleihung des Erwin-Fischer-Preises 2002 an Taslima Nasrin (12/2002) -
www.ibka.org
Unesco-Toleranzpreis an die Inderin Taslima Nasrin (11/2004) -
www.dradio.de
Interview mit Taslima Nasrin - "Runter mit dem Schleier!" (05-06/1995) -
www.emma.de
Die bengalische Löwin (07-08/1994) -
www.emma.de
Interview: Taslima Nasreen, Bangladeshi author and poet (17.11.2008) -
www.france24.com
Fotograf G.M.B. Akash in Hamburg
Neuer Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte
Der mehrfach ausgezeichnete bengalische Fotograf
G.M.B. Akash (30) traf am 4. Januar 2007
mit seiner Frau in Hamburg ein. Er folgte damit einer Einladung der Hamburger Stiftung für politisch
Verfolgte.
Anlass waren Morddrohungen, die der Fotograf wegen seiner sozialkritischen Fotos von
islamistischen Gruppen in Bangladesch erhalten hatte. Besonders ein Foto, das ein in Ketten gelegtes
bengalisches Kind in einer Koranschule zeigt und das 2005 in den USA ausgezeichnet wurde, hatte ihn
und seine Familie in große Gefahr gebracht. Unbekannte waren in seine Wohnung eingedrungen, hatten
seine Fotoarchive und elektronische Post durchsucht und ihn seither täglich mit dem Tode bedroht.
Akash ist seit 1996 als Fotograf tätig. Seine Themen sind Kinderarbeit, Drogen, Opfer von politischer
Gewalt und (Kinder)-Prostitution. Seine Fotos erschienen in mehr als 20 internationalen Magazinen,
u.a. in Geo, Time, El Mundo. Zwischen 2002 und 2006 erhielt er Auszeichnungen in den USA, in China,
Frankreich, Japan, den Niederlanden und Norwegen. Für sein Fotobuch "First Light" (2006) wurde er
jüngst mit dem "American Graphic Design Award" geehrt.
(rg, 13.01.2007)
G.M.B. Akash berichtet über soziale Missstände (09/2007) -
www.amnesty.de
Porträt G.M.B. Akash: Im Visier der Fundamentalisten (05/2007) -
de.qantara.de
Akash wurde bedroht, geschlagen und entführt (10/2005) -
www.amnesty.de
Interview with photojournalist G.M.B. Akash (17.09.2008) -
www.youtube.com
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Monira Rahman in Berlin
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Monira Rahman erhielt in Berlin
den Amnesty-Menschenrechtspreis
Die deutsche Sektion von Amnesty International hat Monira Rahman aus Bangladesch am 19. März 2006
mit dem 04. Amnesty-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Unter den fast 600 Gästen der feierlichen Verleihung
im Deutschen Theater in Berlin: Bundespräsident Horst Köhler und seine Ehefrau Eva Köhler.
Die Laudatio hielt Irene Khan, internationale Generalsekretärin von Amnesty International.
Einsatz für die Opfer von Säureattentaten
"Blieb den Frauen und Mädchen früher oft nur ein
Dahinvegetieren oder der Selbstmord, macht die ASF aus den Opfern von Säureattentaten heute
Menschenrechtsverteidigerinnen, die ihr Gesicht bewusst der Öffentlichkeit zeigen, um weitere
Verbrechen zu verhindern", heißt es in der Begründung von Amnesty International.
Der Sozialarbeiterin war es nie genug,
den Opfern von Säureattentaten medizinisch und psychologisch helfen. Stets ging es ihr auch darum,
die Öffentlichkeit in Bangladesch über diese Verbrechen aufzuklären. Langfristige Ziele von Frau Rahman
und ihrer Organisation sind die konsequente strafrechtliche Verfolgung von Säureattentätern sowie die
Kontrolle des Säureverkaufs.
In Bangladesch wurden seit 2000 weit mehr als 1.000 Frauen und Mädchen Opfer von Säureattentaten.
Die Säure – für wenig Geld überall zu kaufen – führt den Opfern schreckliche Verbrennungen zu,
entstellt ihre Gesichter und Körper. Die Täter sind immer Männer, ihre Motive unterschiedlich: von
sexueller Abweisung bis hin zu Streitigkeiten über Mitgift und Land. Nur etwa zehn Prozent der Fälle
kommen vor Gericht. Vielfach einigen sich der Täter und die Familie des Opfers außergerichtlich,
oft verhindern korrupte Polizisten und Richter einen Prozess.
Die Opfer von Säureattentaten finden in den zwei Kliniken und dem Rehabilitationszentrum der ASF
ärztliche Hilfe sowie eine intensive psychologische und soziale Betreuung. Dort helfen Frauen, die
selbst Opfer von Säureattentaten wurden, anderen Frauen und Mädchen, ihr Trauma zu überwinden und
ihr Leben neu zu organisieren. Die Stiftung bietet auch juristischen Beistand bei Gerichtsverfahren
und hilft den Säureopfern, eine Ausbildung oder eine Arbeit zu finden.
Die Organisation von Monira Rahman sammelt und veröffentlicht Daten über Anzahl, Opfer und
Hintergründe von Säureattentaten. Anlässlich des Weltfrauentags 2004 organisierte sie eine
Demonstration, bei der 5.000 Männer ihre Abscheu für Säureattentate öffentlich machten. Die
Regierung von Bangladesch hat inzwischen die Forderungen der ASF teilweise aufgegriffen, seit
2002 gilt der „Acid Crime Control Act“, der höhere Strafen für Täter von Säureattentaten vorsieht –
ein politischer Erfolg für ASF, der sich in der Gesellschaft und vor Gericht aber noch nicht
ausreichend widerspiegelt.
Monira Rahman ist sich bewusst, dass Frauen in ihrem Land neben Säureattentaten viele andere Arten
von Menschenrechtsverletzungen erleiden. Mit ihrem Kampf gegen die Säureattentate will sie Frauen
motivieren, die Öffentlichkeit gegen Verbrechen und Unrecht zu mobilisieren und sich für Veränderungen
einzusetzen.
Amnesty International (21. März 2006)
In Bangladesch geht die Zahl der Säureattentate zurück (06/2007) -
www.amnesty.de
Menschenrechtspreis: Ein Preis für eine mutige Frau (04/2006) -
www.amnesty.de
Monira Rahman erhält 04. Amnesty-Menschenrechtspreis (03/2006) -
www.amnesty.de
Interview mit Preisträgerin Monira Rahman (03/2006) -
www.amnesty.de
Monira Rahman: Ein Porträt (12/2005) -
www.amnesty.de
Einschränkungen von Meinungs- und Pressefreiheit
Aus den Jahresberichten von Amnesty International
Berichtsjahr 2005
Berichten zufolge wurden im Jahr 2005 Hunderte Journalisten schikaniert, eingeschüchtert und
körperlich angegriffen. Zum Täterkreis gehörten sowohl Vertreter staatlicher Organe als auch
nichtstaatliche Akteure wie zum Beispiel Mitglieder islamistischer Gruppen.
Am 5. Februar wurde
Sheikh Belaluddin Ahmed, der örtliche Büroleiter der Tageszeitung
Dainik Sangram
in der Stadt Khulna, bei einem Bombenanschlag vor dem Presseklub derart schwer verletzt, dass er
wenige Tage später starb.
Eine Konferenz zum Thema "Repression gegen Journalisten", die der Journalistenverband für den
11. November in Dhaka geplant hatte, wurde Berichten zufolge zwei Tage vor diesem Datum von der
Regierung verboten.
(Amnesty International, Jahrbuch 2006)
Berichtsjahr 2004
Am 27. April wurde in der Hafenstadt Chittagong die Korrespondentin der Zeitschrift
Weekly 2000,
Sumi Khan, auf dem Weg zu einem Kurierdienst ebenfalls von Unbekannten niedergestochen. Grund für
den Anschlag dürften ihre Artikel über die mutmaßliche Verwicklung von Lokalpolitikern und
islamistischen Gruppen in Überfälle auf Angehörige von Hindu-Gemeinschaften gewesen sein. Nach dem
Vorfall erhielt Sumi Khan weiterhin Todesdrohungen. Auch in diesem Fall wurde niemand vor Gericht zur
Verantwortung gezogen.
(Amnesty International, Jahrbuch 2005)
Berichtsjahr 2003
Nach seiner Entlassung aus dem Polizeigewahrsam am 5. Januar berichtete der Journalist
Enamul Haque Chowdhury, dass er geschlagen, mit Elektroschocks gefoltert und mit vorgehaltener
Schusswaffe bedroht worden sei. Er war am 13. Dezember 2002 festgenommen und beschuldigt worden,
den Innenminister in einer Agenturmeldung falsch zitiert zu haben. Bezüglich dieser Foltervorwürfe
sind von staatlicher Seite keine Ermittlungen eingeleitet worden.
Im Juni wurden Haftbefehle gegen
Mahfuz Anam, den Redakteur und Herausgeber der Zeitung
Daily Star,
Matiur Rahman, den Redakteur der Zeitung
Daily Prothom Alo, und
Abdul Jalil, den Generalsekretär der
Awami-Liga, erlassen. Ein führender Regierungsbeamter hatte Strafanzeige wegen Verleumdung gegen sie
erstattet, nachdem ein Brief veröffentlicht worden war, in dem Abdul Jalil dessen Ernennung zu einer
leitenden Position in einer internationalen Organisation kritisiert hatte. Die drei Männer wurden
zwar nicht festgenommen, aber die Haftbefehle blieben in Kraft.
(Amnesty International, Jahrbuch 2004)
Berichtsjahr 2002
Im Berichtsjahr wurde eine ganze Reihe von Politikern, Journalisten und anderen Personen aus
politischen Gründen inhaftiert.
Der Journalist
Shahriar Kabir, der im November 2001 festgenommen worden war, weil er
Informationen zu Übergriffen gegen Angehörige der Hindu-Minderheit in Bangladesch recherchiert
hatte, kam am 20. Januar gegen Kaution frei. Die aus politischen Gründen gegen ihn erhobene
Anklage wegen aufrührerischen Verhaltens war jedoch weiter vor Gericht anhängig. Am 8. Dezember
wurden er und der Universitätsdozent und Menschenrechtsverteidiger Muntasir Mamun verhaftet und
ohne Anklage festgehalten, weil sie ausländischen Journalisten Interviews gegeben hatten.
Ende November wurden fünf Mitglieder eines Fernsehteams festgenommen, die für den britischen Sender
Channel 4 einen Dokumentarfilm über die politische Lage in Bangladesch drehten. Es handelte
sich um die britische Journalistin
Zaiba Malik, den italienischen Kameramann
Bruno Sorrentino
sowie drei Bangladeschis – die Dolmetscherin Pricila Raj, den Journalisten und ortskundigen
Führer
Saleem Samad und den Fahrer Mujib. Die Behörden warfen ihnen vor, den Ruf Bangladeschs
im Ausland zu schädigen, erhoben jedoch gegen keinen von ihnen formell Anklage. Mujib wurde
nach wenigen Tagen wieder freigelassen, Zaiba Malik und Bruno Sorrentino wurden am 11. Dezember
aus der Haft entlassen und nach Großbritannien abgeschoben. Pricila Raj erklärte nach ihrer
Entlassung am 22. Dezember, sie sei während der Haft gefoltert worden. Saleem Samad befand sich am
Jahresende weiterhin in staatlichem Gewahrsam.
(Amnesty International, Jahrbuch 2003)
Berichtsjahr 2001
Am 22. November wurde der prominente Schriftsteller und Journalist
Shahriar Kabir bei seiner
Rückkehr aus Indien von der Polizei festgenommen. Im Dezember stellte man ihn wegen staatsgefährdenden
Verhaltens unter Anklage, Beweise für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wurden aber nicht
veröffentlicht. Seine Verhaftung schien allein darin begründet zu sein, dass er Recherchen zur
Lage der Hindus angestellt hatte, die vor der Verfolgung in Bangladesch geflohen waren.
Am Jahresende befand sich der Journalist auf der Grundlage der Bestimmungen des
Sonderermächtigungsgesetzes weiterhin im Zentralgefängnis von Dhaka in Haft.
(Amnesty International, Jahrbuch 2002)
Berichtsjahr 2000
Die unverändert große Zahl von Berichten über Folterungen wurden von den Behörden weiterhin
ignoriert. Zu den Opfern zählten Kinder, Frauen, alte Menschen, politische Dissidenten und
vermeintliche Straftäter. Die Polizei ging häufig gewaltsam gegen Demonstranten und gegen
Journalisten vor, die über die Proteste berichten wollten.
(Amnesty International, Jahrbuch 2001)
Appellfälle
UN-Sonderberichterstatterin Sigma Huda wurde festgenommen (07/2007) -
www.amnesty.de
Journalist Tasneem Khalil was arrested (05/2007) -
www.amnesty.de
Journalistin Sumi Khan ist mit dem Tode bedroht worden (03/2007) -
www.amnesty.de
Sumi Khan (Schriftsteller im Gefängnis, 10/2006) -
www.autoren-magazin.de
Weitere Informationen
Pardons of teachers not enough (01/2008) -
www.amnesty.org
Im Kreuzfeuer der Extremisten (01/2007) -
www.amnesty.de
Journalist Bellal Hossain Dafadar (09/2006) -
portal.unesco.org
Assassination of Bangladeshi Journalist (09/2005) -
portal.unesco.org
Journalist Shahid Anwar (10/2004) -
portal.unesco.org
Journalist Manik Shaha (01/2004) -
portal.unesco.org
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