Jahangir Alam Akash
Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte
Jahangir Alam Akash schreibt seit 20 Jahren als Journalist und Schriftsteller gegen Machtmissbrauch und Korruption in seinem
Land und in der Grenzstadt Rajshahi an. Zuletzt war er für die in Bangladesch überregional erscheinende Zeitung "Daily Sangbad",
und den Bengali-Sender der Deutschen Welle tätig.
(Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte, 2009)
Stiftung gewährt politisch Verfolgten sicheren Aufenthalt (07/2009) -
www.welt.de
Homepage der Hamburger Stiftung für politische Verfolgte -
www.hamburger-stiftung.de
Er ist sich der Gefahr bewusst,
trotzdem will er nicht schweigen
Alam Akash, Journalist und Menschenrechtsverteidiger aus Bangladesch,
geriet schon einmal in die staatliche Machtmaschinerie
Alam Akash arbeitet für die nationale Zeitung "Sangbad", die Nachrichtenagentur Reuters,
den Bengali-Sender der "Deutschen Welle", der in Bangladesh viel gehört wird, wie auch
noch für andere Medien. Als kritischer, investigativer Journalist geht er Machtmissbrauch
und Korruptionsfällen und den kriminellen Methoden, deren sich die örtlichen Parteigrößen
und Provinzmagnaten bedienen nach und macht sie publik.
Akash lebt in Rajshahi, einer Stadt in Nordwest-Bangladesch, nahe der indischen Grenze
zu Westbengalen, mit mehr als 600.000 Einwohnern. Der Journalist arbeitet auch sehr
engagiert für die lokalen Vertretungen der Menschenrechtsorganisationen "Task Force
against Torture" und "Bangladesh Institute of Human Rights".
Der mutige Mann ist sich der anhaltenden Gefahr, der er sich gegenüber sieht, sehr bewusst.
Umso mehr, da er bereits am eigenen Leib erfahren musste, wie die staatliche Macht in seinem
Land mit einem publizistisch tätigen Zeugen umgeht, der sich in unbeirrbarer moralischer
Einstellung der Wahrheit verpflichtet fühlt.
Im Frühjahr 2005 kam er mit einem Besucher aus Deutschland bei einem Rundgang auch in Slumviertel,
wo sie mit Kindern in Kontakt kamen. Dadurch angeregt, schrieb er einen Artikel, der, obwohl er sich
auch auf Informationen aus dem Innenministerium stützte, ihm als "Versuch" ausgelegt wurde,
"Bangladesch im Ausland in ein schlechtes Licht zu rücken". - Vor allem Rechtsanwälte und Journalisten
sind in Bangladesch immer wieder Ziel derartiger falscher Anklagen.
Ende Oktober 2007 griff die Staatsmacht zu und Akash lernte ihre Brutalität am eigene Leibe
kennen. In seiner Gefängniszelle mit den Händen an der Decke aufgehängt, wurde er so
schwer misshandelt, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Er konnte nach der
Folter eine Zeitlang seine Füße nicht mehr zum Gehen gebrauchen.
Wenn solcher Art gepeinigte Häftlinge nach Wochen oder Monaten wieder freikommen,
wagen sie zumeist nicht, etwas darüber verlauten zu lassen, geschweige denn, die Namen
der Folterer preiszugeben. Nicht so Alam Akash. Aber kaum hatte er seine Erfahrungen
öffentlich gemacht, tauchten Mitglieder der brutalen und gefürchteten Spezialeinheit der
Sicherheitskräfte, des "Rapid Action Batallion" (RAB) in ihrer schwarzen Uniform (!)
präsentierten ihm einen neuen Haftbefehl. Dieser ist aber bis heute nicht umgesetzt worden.
Vermutlich trug dazu bei, dass sich Anfang dieses Jahres eine hochrangige Amnesty-Mission im Land
befand, die aufgrund der neuerlichen Gefährdung Akashs sofort eine internationale Eilaktion
(Urgent Action) in Gang setzte.
Die RAB hat sich Akash besonders zum Feind gemacht, nachdem er über "Aktionen" dieser
Truppe berichtet hat. So über einen Überfall im Mai 2007 auf einen noch in seinem Bett
liegenden Mann, auf den sie im Beisein seiner Frau und seiner kleinen Tochter mehrere
Schüsse abgaben. Der einzige unabhängige Fernsehsender, über den er davon berichtete,
ist inzwischen geschlossen; die Redaktion war zuvor schon gewarnt worden, "keine
provokanten Meldungen zu verbreiten".
Die Sicherheitskräfte genießen in Bangladesch praktisch unbegrenzte Immunität, seit im
Januar 2007 eine "Übergangsregierung" mit Rückendeckung des Militärs die Macht übernahm,
nachdem die Parteien im Land so heillos zerstritten waren, dass keine Parlamentswahlen mehr
durchgeführt werden konnten.
Was diese Situation für ihn und alle oppositionellen Köpfe im Land und bedeutet, zumal Akash
deutlich gemacht hat, er wolle auch weiterhin nicht schweigen, braucht nicht weiter unterstrichen
zu werden.
Wir haben, zusammen mit
Reporter ohne Grenzen, Jahangir Alam Akash für den Preis für
Meinungs- und Pressefreiheit 2008 der Johann-Philipp-Palm-Stiftung, Schorndorf, empfohlen.
(j.z., März 2008)
Gefährliche Namen - Journalist Jahangir Akash (03/2008) -
www.amnesty.de
Akash wurde bedroht, geschlagen und entführt (10/2005) -
www.amnesty.de
Jahangir Alam Akash
Journalist and human rights defender
Jahangir Alam Akash, a journalist and human rights activist, was released on bail in November
2007 after over a month in detention. He has publicly stated that he has been tortured in
detention by Rapid Action Battalion (RAB) agents. The authorities have issued a new warrant
for his arrest. If he is arrested, he is at great risk of being tortured again.
Jahangir Alam Akash was arrested on at 2 am on 24 October 2007 by RAB agents who came to his
house in the northwestern city of Rajshahi. He had produced a television report broadcast
on 3 May 2007 alleging that RAB agents had shot a man offering no resistance in his home
in front of his family. Jahangir Alam Akash has been charged with extortion, a charge widely
believed to be false and politically motivated.
Jahangir Alam Akash has stated publicly that he was tortured by RAB agents, including with
electric shocks, beating on the sole of his foot with a stick, and being suspended from the
ceiling with his hands tied.
Following his release in late November 2007, the Home Ministry, reportedly at the instigation
of the Rajshahi RAB agents, instructed the police to apply to the case the provisions of the
Emergency Powers Rules, 2007 (EPR), usually applied to detainees whom the authorities want to
prevent from being released on bail allegedly on security grounds. Defendants to whose cases
the EPR provisions are applied are not permitted bail. This means that Jahangir Alam Akash's
bail is nullified and he has to return to detention. Despite his lawyers winning a High Court
ruling that EPR provisions should not be applied to his case, on 7 January the authorities
issued a new arrest warrant for Jahangir Alam Akash.
Jahangir Alam Akash is the local head of two NGOs, the Task Force against Torture and the
Bangladesh Institute of Human Rights. His concern with human rights has been a powerful
influence on his work as head of the Rajshahi office of the independent TV station CBS News.
(UA-285/2007)
(Amnesty International, 01/2008)
Journalist Jahangir Alam Akash (01/2008) -
www.amnesty.de
TV producer faces real risk of torture, says Amnesty (01/2008) -
www.amnesty.org.uk
Urgent appeal for journalist and human rights defender (11/2007) -
www.amnesty.org.uk
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