"Bei Einbruch der Dunkelheit" -
("När mörkret faller")
Diesjähriger Amnesty International Filmpreis ging an schwedisch-deutschen
Spielfilm zum Thema "Gewalt"
Spannender Film aus drei Episoden: zwei Frauen, ein Mann, werden Opfer von Gewaltverbrechen,
die diese aber nicht hilflos hinnehmen wollen. Es geht bei
den Frauen, einer Tochter von Immigranten und einer Fernsehjournalistin um
familiäre und um häusliche Gewalt , aber auch um einen kriminellen nächtlichen
Überfall auf ein Restaurant, bei dem mehrere Personen durch Schüsse verletzt
werden. Der Restaurantbesitzer kann die Täter identifizieren...
Der Schauplatz der ersten Episode ist eine triste Vorstadtsiedlung. Ihre Angehörigen
sind dabei, das Mädchen in den Selbstmord zu treiben... Der Mann der Journalistin
prügelt seine Frau. Der Eindruck von der vermeintlich glücklichen Ehe mit dem
Kameramann endet jäh, als die Frau ihn anzeigt. Von den Kollegen wird ihr das sehr
übel genommen. Als sie sich an die Medien wendet, stößt sie auch dort auf Ablehnung...
Die schwedisch-deutsche Produktion "När mörkret faller" ("Bei Einbruch der Dunkelheit") von Anders Nilsson
thematisiert Gewalt,
Macht und Angst. Sie zeigt aber auch, dass "durch Mut und Einsatz des Einzelnen
Hoffnung bleibt" (Amnesty-Pressemitteilung vom 17.02.2007) "Ehrenmorde oder familiäre
Gewalt sind keine Privatsache, sondern liegen in unser aller Verantwortung", heißt es in
der Erklärung weiter.
Der Film lief im Panorama der 57. Berlinale 2007. Dies war die dritte Vergabe des mit
2.500 Euro dotierten Amnesty-Filmpreises auf der Berlinale. 2005 gab es einen Preis im Forum und im Wettbewerb.
Amnesty-Preisverleihungen finden auch auf anderen internationalen Filmfestivals statt (Amsterdam, Rotterdam,
Kopenhagen und Los Angeles).
Die Menschenrechtsorganisation möchte mit dem Preis die Aufmerksamkeit von Fachleuten
und Filmpublikum auf das Thema Menschenrechte lenken und die Filmemacher dazu
anregen, sich dieses Themas verstärkt anzunehmen.
(j.z., 18.02.2007)
Amnesty International Filmpreis 2007 für "Bei Einbruch der Dunkelheit" -
www.amnesty.de
Gespräch mit Regisseurin Ayfer Ergün (03/2007) -
www.amnesty.de
Amnesty-Filmpreis: Eine Frage der Ehre (04/2007) -
www.amnesty.de
Berlinale 2007: Die Sprache der Bilder (04/2007) -
www.amnesty.de
Berlinale 2007: Bei Einbruch der Dunkelheit (pdf, 2007) -
www.berlinale.de
Amnesty USA: Filmpreis für Jennifer Lopez
Schauspielerin engagierte sich für Kampagne
"Gewalt gegen Frauen verhindern"
Die amerikanische Amnesty-Sektion ehrte Jennifer Lopez für ihren Einsatz in der weltweiten Amnesty-Kampagne
"Hinsehen & Handeln: Gewalt gegen Frauen verhindern“ mit dem "Artists for Amnesty Award".
Die Schauspielerin hat auch eine Hauptrolle in dem Film "Bordertown", der den rätselhaften
Massenmord von Frauen seit 1993 an der mexikanischen Grenze in Ciudad zum Thema hat. Es
ist dabei von mehr als 400 Opfern die Rede. Die Aufklärung wird von den Behörden hingezögert,
so dass man eine gewollte Verschleierung vermuten kann. Der Film unter der Regie von Gregory Nava
hatte am 15. Februar Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale. Zu diesem Anlass waren Mütter von
ermordeten Töchtern nach Berlin eingeladen, die eine Vereinigung "Unsere Töchter sollen nach Hause
zurückkehren" gegründet haben.
Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen in Mexiko weit verbreitet
Das Muster der Gewalt gegen Mädchen und Frauen in Ciudad sei symptomatisch für die großen
Versäumnisse im mexikanischen Strafrecht, urteilt Amnesty International. Laut der Amnesty-Presseerklärung
vom 14. Februar 2007 erhielten die mexikanischen Behörden im Zuge der Amnesty-Kampagne
"Hinsehen & Handeln" Appellbriefe aus der ganzen Welt; Tausende Menschen solidarisierten sich mit den Familien
der Opfer und forderten von den Behörden ein entschiedenes und umfassendes Vorgehen gegen
Menschenrechtsverletzungen und Morde an Frauen.
(j.z., 02.03.2007)
Amnesty USA zeichnet Jennifer Lopez für "Bordertown" aus (02/2007) -
www.amnesty.de
Mexiko: Frauenmorde in Ciudad Juárez (03/2007) -
www.amnesty.de
"Bordertown" thematisiert Frauenmorde in Mexiko (03/2007) -
www.amnesty.de
"Bordertown" - Gespräch mit Marsiela Ortiz (04/2007) -
www.amnesty.de
Weitere Informationen
Menschenrechte im Film (02/2006) -
www.amnesty.de
Amnesty International Filmpreis 2006 für "U Nergiz Biskivin" (02/2006) -
www.amnesty.de
Irans kreativer Underground (02/2006) -
www.dw-world.de
Amnesty International Filmpreis 2005 für "Paradise Now" (03/2005) -
www.amnesty.de
Zur Webseite der "Berlinale" - Internationale Filmfestspiele Berlin -
www.berlinale.de
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