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Themengruppe 2907, Amnesty International

Die BND-Affäre



Bundesregierung kritisiert BND

Bekenntnis zum "hohen Gut" der Meinungsfreiheit
Geharnischte Proteste von Presseverbänden
BND: Es wurden Fehler gemacht

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat in den vergangenen Jahren Journalisten in großem Stil bespitzelt und teilweise bis in die Privatsphäre beschattet, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.
Der BND habe die Observationen in bisher unbekanntem Umfang unternommen, um undichte Stellen in den eigenen Reihen aufzufinden. Mehrere Journalisten hätten selbst Informationen über Kollegen angeboten oder seien vom BND befragt worden. Dies war durch einen Bericht des ehemaligen Vorsitzenden Richters am Bundesgerichtshof Gerhard Schäfer vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium bekannt geworden, das am vorigen Mittwoch geheim tagte.

Die Bundesregierung verband ihre Kritik an dem Vorgehen des BND mit einem Bekenntnis zu dem "hohen Gut" der Meinungsfreiheit. Mit scharfen Protesten reagierten Journalisten- und Verlegerverbände. Sie verlangten eine "rückhaltlose Aufklärung".

Der BND äußerte sich auf die Vorwürfe zurückhaltend und mit einer vorsichtigen Entschuldigung. Die Aktionen gegen einzelne Journalisten lägen teilweise schon Jahre zurück. Ein BND-Sprecher sagte dazu: "Der ehemalige BND-Präsident August Hanning und sein Nachfolger Ernst Uhrlau haben vor einem halben Jahr das Gespräch mit dem betroffenen Journalisten geführt. Damals wurde auch öffentlich erklärt, dass Fehler gemacht worden sind."

(dpa, 13.05.2006)




Weisung aus dem Kanzleramt - aber Zweifel bleiben

Inzwischen erging Weisung aus dem Kanzleramt, Journalisten in Zukunft weder zu überwachen noch als Informanten zu führen. Diese Nachricht kann weiter bestehende Zweifel nicht völlig beseitigen.
Abgesehen von der Frage, wie es um die anderen Geheimdienste bestellt ist und wer die bisherige illegale Praxis definitiv zu verantworten hat, bleiben Zweifel an einer zukünftigen verlässlichen Kontrolle bestehen, damit sich solche skandalösen Vorgänge nicht wiederholen. Man müsse nach den bisherigen Erfahrungen fürchten, dass das parlamentarische Kontrollgremium dazu nicht in der Lage sei.

(j.z., 17.05.2006)

Quelle: dpa und Reporter ohne Grenzen




Weitere Informationen


BND-Ausschuss (08/2007) - Ermittlungen gegen Journalisten großer deutscher Tageszeitungen

Pressefreiheit in Deutschland (05/2007) - www.goethe.de

Karlsruhe stärkt Pressefreiheit (02/2007) - Der Fall Cicero

Keine Salami-Taktik im BND-Untersuchungsausschuss! (11/2006) - www.amnesty.de



Weitere Berichte unter - Nachrichten / Deutschland


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