China muss die Internetzensur einstellen!
Amnesty International hat die chinesischen Behörden erneut aufgefordert, die Zensur im Internet zu beenden.
Die Organisation drängt schon seit langem darauf.
Das Internetunternehmen Google hat sich kürzlich besorgt darüber geäußert, dass es Zugriffe auf die
E-Mail-Konten chinesischer MenschenrechtlerInnen gegeben hat.
Google gab bekannt, dass die E-Mail-Konten von Hackern angegriffen worden seien und drängte auf ein
Treffen mit den chinesischen Behörden, um über die chinesische Zensur aber auch über seine Absicht
zu sprechen, die Filter von der Suchmaschine Google China zu entfernen.
(Weitere Informationen siehe unten)
(Amnesty International vom 13.01.2010)
China muss die Internetzensur einstellen! (01/2010) -
www.amnesty.de
Google überdenkt nach Hacker-Angriff sein China-Geschäft (01/2010) -
www.spiegel.de
China ist nicht alles (01/2010) -
www.focus.de
Google stellt China-Geschäft auf den Prüfstand (01/2010) -
www.tagesschau.de
Google kündigt Rückzug aus China an (14.01.2010) -
www.tagesschau.de
Kommentar: Googles Rückzugspläne (13.01.2010) -
www.tagesschau.de
"Eine Reise ins Herz der Internetzensur"
Chinesischer Techniker erstellte Dossier für "Reporter ohne Grenzen"
und "Chinese Human Rights Defenders"
Es mutet beinahe abenteuerlich an, wie auch die Überschrift eher nach Fiction als
nach einer Dokumentation aussieht. Aber der anonyme Zuarbeiter für die beiden Organisationen ist tatsächlich in der
Internetbranche tätig und scheint ein mutiger Mann zu sein.
In einer Erklärung der Menschenrechtsorganisationen heißt es: "Das chinesische Zensursystem ist einmalig auf der Welt. Es zeugt von Verachtung gegenüber dem Geist der Freiheit, für den das Internet steht."
Trotz der großen Anstrengungen der
Überwachung und Zensur in dem Riesenland nehmen die User-Zahlen rapide zu,
wie auch immer. Über 160 Millionen, heißt es, nutzen in China das Internet, und es gibt mindestens 1,3 Millionen Webseiten.
Dieser Fortschritt auf dem Feld der Online-Kommunikation scheint auch hier, wie weltweit, unaufhaltsam.
Doch auch die Methoden des Kontrollsystems sind allgegenwärtig.
(zi., 19.10.2007)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 11.10.2007
Betreiber einer regierungskritischen Website
zu sechs Jahren Haft verurteilt
Zhang Jianhong war schon 1989 zu 18 Monaten Arbeitslager verurteilt worden
Der ehemalige Betreiber einer regierungskritischen Website ist in China wegen Aufwiegelung zu
sechs Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Ningbo im Osten des Landes befand
Zhang
Jianhong (auch Li Hong) am Montag für schuldig, mehr als 60 aufrührerische Artikel auf ausländischen Internetseiten
veröffentlicht zu haben, wie staatliche Medien berichteten.
Der Schriftsteller und Lyriker Zhang (48), der dem Schriftstellerverband PEN angehört,
hatte die Artikel in den vergangenen neun Monaten auf ausländischen Seiten ins Netz gestellt,
nachdem die chinesischen Behörden seine Internet-Seite geschlossen hatten.
Nach der Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung am Platz des Himmlischen Friedens in
Peking 1989 hatte Zhang wegen der Verbreitung konterrevolutionärer Schriften 18 Monate im Arbeitslager
verbracht.
China hat kürzlich ein neues Gesetz zu Internet-Veröffentlichungen vorgestellt und will nach eigenen
Angaben stärker gegen revolutionsfeindliche Schriften im Netz vorgehen.
(dpa/Amnesty-Medienteam vom 19.03.2007)
Sechs Jahre Haft für Online-Reporter (03/2007) -
www.focus.de
Li Hong: Besuch in einem Dorf im Goldenen Yangtse-Delta (02/2007) -
www.epochtimes.de
PEN alarmed at recent crackdown on writers in China (10/2006) -
www.pen.org

Yahoo Inc. headquarters, California/USA |
Der Fall Yahoo
Yahoo bereut
Aber wie steht es um die Konsequenzen?
Die US-amerikanische Internet-Firma Yahoo will einen Fonds einrichten, der politische Dissidenten
und deren Familien in China finanziell unterstützen soll. Mit diesem Vergleich endete in den USA ein
Rechtsstreit, bei dem der Yahoo-Chef Jerry Yang auf der Anklagebank saß. Yahoo wurde vorgeworfen,
mitverantwortlich zu sein für die Inhaftierung von
Shi Tao und
Wang Xiaoning, zwei chinesische
Regimekritiker, die zur Zeit in ihrem Heimatland langjährige Haftstrafen absitzen.
Die beiden Männer waren unter anderem wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen zu jeweils zehn
Jahren Haft verurteilt worden. Chinesische Behörden hatten Shi und Wang identifizieren und verhaften
können, weil Yahoo ihnen die nötigern Daten übergab. Angestrengt wurde der Prozess in den USA von den
Familien der Inhaftierten und der Menschenrechtsorganisation Human Rights USA. In offiziellen
Stellungnahmen sagten sie, sie seien mit dem Ergebnis zufrieden.
(Der Spiegel Nr. 47 vom 19.11.2007)
Unser Kommentar:
Amnesty International und andere Menschenrechtsorganisationen fordern nach wie vor
die Freilassung der Inhaftierten, die sie als politische Gefangene ansehen.
Wir fragen uns vor allem auch, ob Yahoo weiterreichende Folgerungen aus der Anklage zu ziehen bereit
ist, worüber sich der obigen Nachricht nichts entnehmen lässt.
(zi, 29.11.2007)
Themengruppe Verfolgte AutorInnen und JournalistInnen - Für Meinungsfreiheit
Der Fall Yahoo
Yahoo entschädigt Shi Tao
Der Internetkonzern willigte ein, die Familien der zwei inhaftierten chinesischen
Oppositionellen
Shi Tao und
Wang Xiaoning finanziell zu unterstützen und einen
humanitären Fonds für andere Dissidenten und deren Angehörigen einzurichten.
Die beiden Männer hatten regierungskritisches Material im Internet veröffentlicht
und waren daraufhin verhaftet und gefoltert worden, nachdem das Unternehmen
Informationen über ihre Online-Aktivitäten an chinesische Behörden weitergeleitet hatte.
(Amnesty International Deutschland, 11/2007)

Yahoo Inc. headquarters, California/USA |
Der Fall Yahoo
Chinesischer Journalist erhielt wegen einer E-Mail zehn Jahre Gefängnis
Der chinesische
Dichter und Journalist Shi Tao verbüßt eine zehnjährige Freiheitsstrafe, weil er
eine E-Mail in die USA geschickt hatte. Ihm wird zur Last gelegt, mit Nutzung des E-Mail-Dienstes von Yahoo
"Staatsgeheimnisse an ausländische Stellen" weitergeleitet zu haben.
Laut den in den Prozessakten aufgeführten Beweismitteln, die zu Shi Taos Verurteilung führten,
hat das US-Unternehmen Yahoo seine Kundeninformationen
über Shi Tao den chinesischen Behörden zur Verfügung gestellt.
(Amnesty International Deutschland, 10/2006)
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Google headquarters, California/USA |
Der Fall Google
Google: "Besser zensiertes Angebot
als kein Angebot";
Reporter ohne Grenzen hat die jüngsten Pläne von Google, eine zensierte Version der
Suchmaschine in China einzuführen, scharf verurteilt. Nutzer der neuen Seite "google.cn" werden nur
auf Material zugreifen können, das von der chinesischen Regierung freigegeben ist.
Unabhängige Informationen zu Themen wie Demokratie, Menschenrechte oder Tibet wird die größte
Suchmaschine der Welt in China nicht listen. Damit dürften auch kritische Seiten, die bislang in China
nicht gesperrt sind, kaum noch zu finden sein.
Chinas Poltik, den freien Fluss der Informationen zu behindern, sei schädlich für das Wachstum
der Demokratie. Viele Chinesen hätten im Namen der Wahrheit Gefängnisstrafen und Folter erlitten,
so der US-amerikanische Senator Chris Smith, und nun arbeite Google mit den Vollstreckern zusammen.
Internet-Unternehmen wie Google, Yahoo und Microsoft zögen einige der besten Köpfe an,
um neue Techniken zu entwickeln, die für das Gute in der Welt eingesetzt werden könnten.
Kürzlich war bekannt geworden, dass Google seine neue chinesische Suchmaschine zensiert. Bald
darauf regte sich Kritik von Menschenrechtsorganisationen und in der "Blogosphäre".
Wer ebenfalls der Meinung ist, Google solle weder in China noch sonst in der Welt Zensur ausüben,
kann seine Unterstützung als Kommentar zu dem Eintrag ausdrücken.
Google-Mitgründer Sergey Brin hat ähnlich wie zuvor Yahoo-CEO Terry Semel das stark gefilterte
Engagement seiner Firma in China verteidigt. Auf die nun praktizierte Weise würden die chinesischen
Internetnutzer an mehr Informationen gelangen, auch wenn es nicht alle seien.
Heise online (anw/c't, 27.01.2006)
Resolution für Meinungsfreiheit im Internetsektor (07/2006) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
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Google headquarters, California/USA |
Der Fall Google
US-Politiker kritisiert
Selbstzensur von Googles
chinesischer Suchmaschine
Der US-amerikanische Senator Chris Smith will am 16. Februar eine Anhörung
über das Engagement von US-Firmen in China abhalten. Der republikanische
Politiker sitzt dem Unterausschuss für weltweite Menschenrechte vor. Als
Anlass für die Sitzung dient ihm die Nachricht über die Zensur des
Suchmaschinenanbieters Google in seinem neuen chinesischen Angebot. "Es
ist erstaunlich, dass Google, dessen Firmenphilosophie 'sei nicht böse'
lautet, mit der chinesischen Zensur gemeinsame Sache macht, nur um Geld zu
verdienen", sagte er in einer Mitteilung. Chinas Politik, den freien Fluss
der Informationen zu behindern, sei schädlich für das Wachstum der
Demokratie. Viele Chinesen hätten im Namen der Wahrheit
Gefängnisstrafen und Folter erlitten, so Smith, und nun arbeite Google mit
den Vollstreckern zusammen.
Das Internet sei ein "machtvolles Werkzeug", das genutzt werden
könne, um den Ruf nach Freiheit und Demokratie in der ganzen Welt zu
unterstützen, sagte der Senator weiter. Internet-Unternehmen wie Google,
Yahoo und Microsoft zügen einige der besten Köpfe an, um neue
Techniken zu entwickeln, die für das Gute in der Welt eingesetzt werden
könnten. Der Politiker hat Vertreter dieser Unternehmen sowie von Cisco
zur Anhörung eingeladen. Außerdem sollen Politiker und
Menschenrechtler von der Organisation
Reporter ohne Grenzen vorsprechen.
Heise online (anw/c't, 27.01.2006)
China: Zensur fürs Volk
Der diesjährige nationale Volkskongress, das wichtigste politische Ereignis in China,
endete mit einer schlechten Bilanz für die Menschenrechte: Im Vorfeld der Großveranstaltung
waren hunderte von Menschen als »Andersdenkende« bei Razzien verhaftet worden.
Außerdem verteidigte Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao vor der Versammlung die Internet-Zensur.
Es sei notwendig, Chinas "nationale, soziale und kollektive Interessen zu schützen",
sagte Wen Jiabao auf einer Pressekonferenz zum Ende der Veranstaltung in Peking. Nur wenige Tage
später bekam der Lehrer
Ren Zhiyuan die Bedeutung dieser Worte zu spüren. Er wurde wegen der
Veröffentlichung eines regierungskritischen Artikels im Internet zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Ein Gericht in der Stadt Jining begründete das Urteil gegen Ren Zhiyuan mit "Subversion gegen die
Staatsmacht". Ren war bereits im vergangenen Mai festgenommen worden, nachdem er im Internet den
Artikel mit dem Titel "Der Weg zur Demokratie" veröffentlicht hatte.
Das Internet in China unterliegt einer strengen Zensur. Hunderte Internetseiten, zum Beispiel von
westlichen Nachrichtensendern oder Menschenrechtsorganisationen, sind blockiert. In China sitzen zur
Zeit 54 Menschen wegen der Verbreitung angeblich illegaler Inhalte über das Internet in Haft. In China
gibt es 111 Millionen Internetnutzer. Internationale Internetsuchmaschinen wie Google, Yahoo und MSN
von Microsoft zensieren ihre Suchdienste nach chinesischen Vorgaben.
(Nachrichten, Amnesty Journal 04/2006)
China jails teacher for net essay (03/2006) -
news.bbc.co.uk
Weitere Informationen
Zwischen Zensur und neuen Freiheiten (12/2009) -
www.amnesty.de
Journalist Sun Li zu vier Jahren Haft verurteilt (07/2008) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Chinas Cyber-Zensoren (12/2007) -
www.amnesty.de
Die Rolle von Yahoo!, Microsoft und Google (05/2007) -
Amnesty International (pdf)
Edeltraud Rattenhuber: China mauert im Internet (05/2006) -
www.igfm.de
Peking ist Weltmeister in Unterdrückung der Meinungsfreiheit (02/2006) -
www.igfm.de
Kritik an Microsoft, Google und Yahoo (11/2005) -
www.dradio.de
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