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Länderberichte, © Amnesty International Länderberichte
China


AI-Kampagne Gold für Menschenrechte, Foto: ©: Amnesty International AI-Kampagne
Peking 2008


Amnesty Journal, Amnesty International Journal 12/2007:
Gold für
Menschenrechte


Olympia 2008 China und die
Menschenrechte


China Internet-Zensur
in China


Shi Tao, Foto: ©: Chinese Pen Center/Amnesty International Appellfall
Shi Tao



 
Themengruppe 2907, Amnesty International
 


China

Nationalflagge Volksrepublik China



Über 30.000 Unterschriften für den Journalisten
Ching Cheong aus Hongkong

Reporter ohne Grenzen mahnen weitere Freilassungen an

Nicht nur Familienangehörige und Freunde, Journalistenvertretungen und auch viele seiner Hongkonger Kollegen setzten sich intensiv für die Freilassung des Journalisten Ching Cheong ein. Die große Unterschriftenaktion, bei der über 30.000 Unterschriften zusammenkamen, führten Reporter ohne Grenzen gemeinsam mit der Hongkonger Journalistenvereinigung durch.

Ching Cheong wurde am 5. Februar auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen. Mit der Umwandlung der Haft in eine Bewährungsstrafe ist Cheong aber noch nicht vollständig freigesprochen.

Ching Cheong arbeitete als Journalist in Hongkong und war auch Korrespondent der Tageszeitung "Straits Times" in Singapur. Staatlicherseits wurde er beschuldigt, Informationen aus Politik, Wirtschaft und Militär für Millionen Dollar an taiwanesische Agenten verkauft zu haben. Im April 2005 wurde Cheong in Südchina festgenommen und ein Jahr später wegen "Spionage für Taiwan" zu fünf Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von umgerechnet 60.000 Euro verurteilt. Cheong hätte niemals festgenommen und eingesperrt werden dürfen, stellten Reporter ohne Grenzen fest.

Journalisten und Online-Dissidenten weiter in Haft - Neue Anklagen und Verurteilungen

Der Menschenrechtler Hu Jia, der am 27. Dezember 2007 verhaftet worden war, wurde vergangene Woche wegen "Aufwiegelung gegen die Staatsgewalt" angeklagt. Mit der gleichen Begründung ist jetzt der Schriftsteller Lu Gengsong in der ostchinesischen Stadt Hangzhou zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die chinesische Regierung wäre gut beraten, noch vor Beginn der Olympischen Spiele den umgekehrten Weg zu beschreiten und die 32 Journalisten und 51 Online-Dissidenten, die sich derzeit hinter Gefängnismauern befinden, freizulassen, mahnen Reporter ohne Grenzen an.

(zi., 14.02.2008)

Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 05.02.2008

Ching Cheong aus Gefängnis entlassen (02/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de




Ausländische Journalisten an Berichterstattung gehindert

Chinesische Behörden widerlegen mit ihrem Vorgehen die Gültigkeit
der "neuen Regelung" zur Lockerung von Restriktionen

Eine Gruppe von Reportern wurde daran gehindert, Zeng Jinhan, die Frau des am 27. Dezember 2007 verhafteten bekannten chinesischen Menschenrechtsaktivisten Hu Jia, mit ihrer zwei Monate alten Tochter zu besuchen. Damit handelten die Sicherheitskräfte entgegen der neuen Regelung, die strengen Restriktionen für ausländische Korrespondenten zu lockern und ihnen mehr Freizügigkeit zu gewähren.

Strenge polizeiliche Überwachung Zeng Jinhans in ihrem Haus

Die Frau des Menschenrechtlers, selbst eine bekannte Bloggerin, konnte durch ein Fenster mit einem deutschen Journalisten über die Haftbedingungen ihres Mannes und über ihre eigene Überwachung durch die Polizei sprechen. Mehrmals seien ihr Haus durchsucht und unter anderem Computer und Telefon mitgenommen worden. Sie mache sich große Sorgen um ihren Mann.

Die Polizei hindert Verwandte, Freunde und auch Anwälte daran, sie zu besuchen. Einer der Rechtsanwälte wurde nach einem vergeblichen Versuch, sie aufzusuchen, ebenfalls einige Stunden lang unter Hausarrest gestellt. Einem zweiten Anwalt wurde dringend von einem Besuch bei Frau Zeng abgeraten.

Zuvor war den Anwälten auch ein Besuch Hus im Gefängnis mit der "Begründung" verwehrt worden, der Fall sei als "Staatsgeheimnis" eingestuft.

Weltweite Appelle für die Freilassung Hu Jias bisher ohne Wirkung

Stattdessen wurde auch seine Familie erneut unter Aufsicht gestellt. Schon monatelang vor seiner Verhaftung hatten er und seine Frau unter Hausarrest gestanden.

Reporter ohne Grenzen hatte Zeng Jinhan und Hu Jia erst kürzlich mit einem Preis geehrt. Am 5. Dezember 2007 bekam das Ehepaar den ROG-Sonderpreis "China" verliehen für ihre unermüdliche Berichterstattung über HIV- und Umweltprobleme in China und für ihren Einsatz nach einschneidenden Verbesserungen.

(zi., 18.01.2008)

Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 11.01.2008

Ausländische Journalisten bei Berichterstattung ... (01/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Pressefreiheit auf Chinesisch (01/2008) - www.dradio.de

ROG-Sonderpreis China an Zeng Jinyan und Hu Jia (12/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de




Chinesischer Mitarbeiter der "New York Times"
nach drei Jahren Haft frei

Chefredakteur würdigt Person und Arbeit des Rechercheurs

Mit deutlichem Gewichtsverlust, aber in guter körperlicher und geistiger Verfassung, laut Mitteilung seiner Schwester, verließ Zhao Yan am Morgen des 15. September 2007 das Gefängnis. Er dankte allen, die ihn unterstützt haben. Er wolle sich nun zunächst Zeit für seine Familie und seine über 100-jährigen Großmutter nehmen. Er hoffe auch bald seine Freunde und Kollegen treffen zu können.

Reporter ohne Grenzen (ROG) begrüßte seine Freilassung, nachdem sie kurz zuvor noch in Sorge waren, dass er nach Verbüßung seiner Strafe auch wirklich auf freien Fuß gesetzt würde und deswegen vorsorglich an die chinesischen Behörden appelliert hatten. Die Organisation hatte Zhao Yan 2005 ihren Menschenrechtspreis verliehen.

Im Oktober 2004 wegen "Verrat von Staatsgeheimnissen" angeklagt

Der Verrat bestand laut Anklage darin, dass Zhao Informationen über den Rücktritt des damaligen chinesischen Präsidenten Jiang Zemin vor der offiziellen Bekanntgabe an die "New York Times" gemeldet habe, in deren Auftrag er als Rechercheur arbeitete. Die US-amerikanische Zeitung hatte wiederholt vergeblich bestritten, dass Zhao die Quelle gewesen sei. 2006 ließen die chinesischen Behörden diese Anklage fallen, hielten aber eine weitere Anklage "wegen Betrug" aufrecht und verurteilten Zhao im August 2006 zu drei Jahren Gefängnis.

Bill Keller, Chefredakteur der "New York Times", betonte seine Wertschätzung der Person und Arbeit Zhaos und fügte hinzu, er hoffe, dass er nun wieder sein normales Leben aufnehmen und ohne Einschränkung in seinem frei gewählten Beruf arbeiten könne.

(zi., 21.09.2007)

Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 17.09.2007

ROG-Menschenrechtspreis 2005 verliehen (12/2005) - www.reporter-ohne-grenzen.de




Acht Jahre zu Unrecht hinter Gittern

Für Kritik an der Partei musste chinesischer
Journalist teuer bezahlen

Korruption, Missmanagement bei einem Bewässerungsprojekt und Bereicherung auf Kosten der dortigen Landbevölkerung: für seine diesbezüglichen Recherchen und Berichte erhielt der Journalist Gao Qinrong eine sehr harte Haftstrafe von 13 Jahren.

Am 7. Dezember 2006 wurde er fünf Jahre vor Ende der Haft "wegen guter Führung" vorzeitig entlassen, wie uns erst jetzt bekannt wurde. Viele Kollegen und Kolleginnen aus ganz Europa unterstützten ihn und seine Frau während der langen Haftzeit und forderten seine Freilassung. Reporter ohne Grenzen initiierten ein Partnerschaftsprogramm, um Öffentlichkeit für ihn herzustellen und Petitionen durchzuführen.

Der 51-jährige Gao Qinrong bedankte sich für die intensive und wirksame internationale Hilfe. Bemerkenswert ist dabei seine Äußerung, dass er "nach einer Erholungspause weitermachen" will. Konkret fürchtet er allerdings für sich und seine Familie die Rache der betroffenen Beamten. Er wurde unter Polizeischutz gestellt.

Abgesehen von der fortgesetzten Ermordung von Journalisten in zahlreichen Ländern ist nichts schlimmer als das Verschwinden hinter Gefängnismauern, womit kritische Journalisten mundtot gemacht werden. In chinesischen Gefängnissen befinden sich nach Feststellung von Reporter ohne Grenzen derzeit noch 31 Journalisten.

(j.z., 20.01.2007)

Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 12.12.2006

Gao Qinrong vorzeitig aus Haft entlassen (12/2006) - www.reporter-ohne-grenzen.de




Chinesischer Journalist an den Verletzungen
eines Mordanschlags gestorben

Kohlegrube-Betreiber unter Verdacht

Der Betreiber einer illegalen Kohlengrube in China wurde unter dem Verdacht festgenommen, den Mord an dem Journalisten Lan Chengzhan "in Auftrag gegeben zu haben". Der Angegriffene erlag vor einigen Tagen seinen Verletzungen.

(Spiegel Online, 20.01.2007)




Kampf gegen die Zensur

Zeitung in China wegen kritischer Berichte geschlossen

Nach einem Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" wurde die chinesische Jugendzeitung Freezing Point wegen kritischer Berichterstattung geschlossen. Ihr Chefredakteur Li Datong protestiert in einem offenen Brief gegen die Schließung, aber sein Protestbrief verschwindet nach 20 Minuten aus dem Internet.

(Februar 2006)

The Open Letter from Li Datong (01/2006) - www.zonaeuropa.com

Li Datong - Roter Held der Pressefreiheit (02/2006) - www.zeit.de

Interview mit Li Datong über die Pressefreiheit in China (10/2006) - www.dradio.de

Interview mit Li Datong "Chinas Zensur wird fallen ..." (11/2006) - www.netzeitung.de




Appellfälle


Huang Jinqiu, Journalist (08/2008) - www.autoren-magazin.de

Huang Qi, cyber-dissident and human rights activist (2008) - www.amnesty.org.uk

Hada, editor of The Voice of the Southern Mongolia (08/2007) - www.englishpen.org

Hu Shigen, Wissenschaftler (05/2007) - www.autoren-magazin.de

Tashi Gyaltsen und Jampel Gyatso, Mönche in Tibet (03/2007) - www.autoren-magazin.de

Jiang Weiping, Journalist (08/2005) - www.autoren-magazin.de




Weitere Informationen


Investigative Journalisten im Reich der Mitte (05/2008) - www.dradio.de

Deutsche Medien werden in China zur Hauptzielscheibe (04/2008) - www.tagesschau.de

Dossier: China und die westlichen Medien - www.tagesschau.de

Ching Cheong aus Gefängnis entlassen (02/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Vorauseilende Selbstzensur: Über Medien in Hongkong (06/2007) - www.dradio.de

China (Amnesty International Jahresberichte) - www.amnesty.de

Amnesty: Menschenrechte in China verletzt (04/2007) - www.zdf.de

Zeitungsdirektor Li Mining vorzeitig aus Haft entlassen (02/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de

China: "Pressefreiheit überhaupt noch nicht vorhanden" (05/2006) - www.dradio.de

Keine Fortschritte in der Menschenrechtspolitik mit China (02/2006) - www.dw-world.de

Ching Cheong - China charges HK reporter as spy (08/2005) - news.bbc.co.uk

Chinas Doppelstrategie in Sachen Menschenrechte - Jahrbuch Menschenrechte 2000 (pdf)

Zur Zukunft der Menschenrechte in China - Jahrbuch Menschenrechte 1999 (pdf)



Weitere Nachrichten und Berichte unter - Nachrichten / Ostasien / China


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