Über 30.000 Unterschriften für den Journalisten
Ching Cheong aus Hongkong
Reporter ohne Grenzen mahnen weitere Freilassungen an
Nicht nur Familienangehörige und Freunde, Journalistenvertretungen und auch viele
seiner Hongkonger Kollegen setzten sich intensiv für die Freilassung des Journalisten
Ching Cheong ein.
Die große Unterschriftenaktion, bei der über 30.000 Unterschriften zusammenkamen, führten
Reporter ohne Grenzen gemeinsam mit der
Hongkonger Journalistenvereinigung durch.
Ching Cheong wurde am 5. Februar auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen. Mit der Umwandlung der Haft in eine
Bewährungsstrafe ist Cheong aber noch nicht vollständig freigesprochen.
Ching Cheong arbeitete als Journalist in Hongkong und war auch Korrespondent der Tageszeitung "Straits Times" in
Singapur. Staatlicherseits wurde er beschuldigt, Informationen aus Politik, Wirtschaft und Militär für Millionen
Dollar an taiwanesische Agenten verkauft zu haben. Im April 2005 wurde Cheong in Südchina festgenommen und ein Jahr
später wegen "Spionage für Taiwan" zu fünf Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von umgerechnet 60.000 Euro verurteilt.
Cheong hätte niemals festgenommen und eingesperrt werden dürfen, stellten
Reporter ohne Grenzen fest.
Journalisten und Online-Dissidenten weiter in Haft -
Neue Anklagen und Verurteilungen
Der Menschenrechtler
Hu Jia, der am 27. Dezember 2007 verhaftet worden war, wurde vergangene Woche
wegen "Aufwiegelung gegen die Staatsgewalt" angeklagt. Mit der gleichen Begründung ist jetzt der Schriftsteller
Lu Gengsong in der ostchinesischen Stadt Hangzhou zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Die chinesische Regierung wäre gut beraten, noch vor Beginn der Olympischen Spiele den umgekehrten Weg zu
beschreiten und die 32 Journalisten und 51 Online-Dissidenten, die sich derzeit hinter Gefängnismauern befinden,
freizulassen, mahnen
Reporter ohne Grenzen an.
(zi., 14.02.2008)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 05.02.2008
Ausländische Journalisten an Berichterstattung gehindert
Chinesische Behörden widerlegen mit ihrem Vorgehen die Gültigkeit
der "neuen Regelung" zur Lockerung von Restriktionen
Eine Gruppe von Reportern wurde daran gehindert,
Zeng Jinhan, die Frau des am 27. Dezember 2007 verhafteten
bekannten chinesischen Menschenrechtsaktivisten
Hu Jia, mit ihrer zwei Monate alten Tochter
zu besuchen. Damit handelten die Sicherheitskräfte entgegen der neuen Regelung, die strengen
Restriktionen für ausländische Korrespondenten zu lockern und ihnen mehr Freizügigkeit zu gewähren.
Strenge polizeiliche Überwachung Zeng Jinhans in ihrem Haus
Die Frau des Menschenrechtlers, selbst eine bekannte Bloggerin, konnte durch ein Fenster mit einem
deutschen Journalisten über die Haftbedingungen ihres Mannes und über ihre eigene Überwachung durch
die Polizei sprechen. Mehrmals seien ihr Haus durchsucht und unter anderem Computer und Telefon mitgenommen worden.
Sie mache sich große Sorgen um ihren Mann.
Die Polizei hindert Verwandte, Freunde und auch Anwälte daran, sie zu besuchen.
Einer der Rechtsanwälte wurde nach einem vergeblichen Versuch, sie aufzusuchen, ebenfalls einige Stunden
lang unter Hausarrest gestellt. Einem zweiten Anwalt wurde dringend von einem Besuch bei Frau Zeng
abgeraten.
Zuvor war den Anwälten auch ein Besuch Hus im Gefängnis mit der "Begründung" verwehrt worden,
der Fall sei als "Staatsgeheimnis" eingestuft.
Weltweite Appelle für die Freilassung Hu Jias bisher ohne Wirkung
Stattdessen wurde auch seine Familie erneut unter Aufsicht gestellt. Schon monatelang vor seiner
Verhaftung hatten er und seine Frau unter Hausarrest gestanden.
Reporter ohne Grenzen hatte Zeng Jinhan und Hu Jia erst kürzlich mit einem Preis geehrt.
Am 5. Dezember 2007 bekam das Ehepaar den ROG-Sonderpreis "China" verliehen für ihre
unermüdliche Berichterstattung über HIV- und Umweltprobleme in China und für ihren Einsatz nach
einschneidenden Verbesserungen.
(zi., 18.01.2008)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 11.01.2008
Ausländische Journalisten bei Berichterstattung ... (01/2008) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Pressefreiheit auf Chinesisch (01/2008) -
www.dradio.de
ROG-Sonderpreis China an Zeng Jinyan und Hu Jia (12/2007) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Chinesischer Mitarbeiter der "New York Times"
nach drei Jahren Haft frei
Chefredakteur würdigt Person und Arbeit des Rechercheurs
Mit deutlichem Gewichtsverlust, aber in guter körperlicher und geistiger Verfassung, laut
Mitteilung seiner Schwester, verließ
Zhao Yan am Morgen des 15. September 2007 das Gefängnis.
Er dankte allen, die ihn unterstützt haben. Er wolle sich nun zunächst Zeit für seine Familie
und seine über 100-jährigen Großmutter nehmen. Er hoffe auch bald seine Freunde und
Kollegen treffen zu können.
Reporter ohne Grenzen (ROG) begrüßte seine Freilassung, nachdem sie kurz zuvor noch
in Sorge waren, dass er nach Verbüßung seiner Strafe auch wirklich auf freien Fuß gesetzt würde
und deswegen vorsorglich an die chinesischen Behörden appelliert hatten. Die Organisation hatte
Zhao Yan 2005 ihren Menschenrechtspreis verliehen.
Im Oktober 2004 wegen "Verrat von Staatsgeheimnissen" angeklagt
Der Verrat bestand laut Anklage darin, dass Zhao Informationen über den Rücktritt des damaligen
chinesischen Präsidenten Jiang Zemin vor der offiziellen Bekanntgabe an die "New York Times"
gemeldet habe, in deren Auftrag er als Rechercheur arbeitete. Die US-amerikanische Zeitung
hatte wiederholt vergeblich bestritten, dass Zhao die Quelle gewesen sei. 2006 ließen die
chinesischen Behörden diese Anklage fallen, hielten aber eine weitere Anklage "wegen Betrug"
aufrecht und verurteilten Zhao im August 2006 zu drei Jahren Gefängnis.
Bill Keller, Chefredakteur der "New York Times", betonte seine Wertschätzung der Person und
Arbeit Zhaos und fügte hinzu, er hoffe, dass er nun wieder sein normales Leben aufnehmen
und ohne Einschränkung in seinem frei gewählten Beruf arbeiten könne.
(zi., 21.09.2007)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 17.09.2007
Acht Jahre zu Unrecht hinter Gittern
Für Kritik an der Partei musste chinesischer
Journalist teuer bezahlen
Korruption, Missmanagement bei einem Bewässerungsprojekt und Bereicherung auf
Kosten der dortigen Landbevölkerung: für seine diesbezüglichen Recherchen und
Berichte erhielt der Journalist
Gao Qinrong eine sehr harte Haftstrafe von 13 Jahren.
Am 7. Dezember 2006 wurde er fünf Jahre vor Ende der Haft "wegen guter Führung"
vorzeitig entlassen, wie uns erst jetzt bekannt wurde. Viele Kollegen und Kolleginnen
aus ganz Europa unterstützten ihn und seine Frau während der langen Haftzeit und
forderten seine Freilassung.
Reporter ohne Grenzen initiierten ein Partnerschaftsprogramm,
um Öffentlichkeit für ihn herzustellen und Petitionen durchzuführen.
Der 51-jährige Gao Qinrong bedankte sich für die intensive und wirksame internationale
Hilfe. Bemerkenswert ist dabei seine Äußerung, dass er "nach einer Erholungspause weitermachen"
will. Konkret fürchtet er allerdings für sich und seine Familie die Rache
der betroffenen Beamten. Er wurde unter Polizeischutz gestellt.
Abgesehen von der fortgesetzten Ermordung von Journalisten in zahlreichen Ländern
ist nichts schlimmer als das Verschwinden hinter Gefängnismauern, womit kritische
Journalisten mundtot gemacht werden. In chinesischen Gefängnissen befinden sich nach
Feststellung von
Reporter ohne Grenzen derzeit noch 31 Journalisten.
(j.z., 20.01.2007)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 12.12.2006
Chinesischer Journalist an den Verletzungen
eines Mordanschlags gestorben
Kohlegrube-Betreiber unter Verdacht
Der Betreiber einer illegalen Kohlengrube in China wurde unter dem Verdacht
festgenommen, den Mord an dem Journalisten
Lan Chengzhan "in Auftrag gegeben zu
haben". Der Angegriffene erlag vor einigen Tagen seinen Verletzungen.
(Spiegel Online, 20.01.2007)
Kampf gegen die Zensur
Zeitung in China wegen kritischer Berichte geschlossen
Nach einem Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" wurde die chinesische
Jugendzeitung
Freezing Point wegen kritischer Berichterstattung
geschlossen. Ihr Chefredakteur
Li Datong protestiert in einem offenen Brief
gegen die Schließung, aber sein Protestbrief verschwindet nach 20 Minuten aus dem Internet.
(Februar 2006)
The Open Letter from Li Datong (01/2006) -
www.zonaeuropa.com
Li Datong - Roter Held der Pressefreiheit (02/2006) -
www.zeit.de
Interview mit Li Datong über die Pressefreiheit in China (10/2006) -
www.dradio.de
Interview mit Li Datong "Chinas Zensur wird fallen ..." (11/2006) -
www.netzeitung.de
Appellfälle
Huang Qi, cyber-dissident and human rights activist (2008) -
www.amnesty.org.uk
Hada, editor of The Voice of the Southern Mongolia (08/2007) -
www.englishpen.org
Tashi Gyaltsen und Jampel Gyatso, Mönche in Tibet (03/2007) -
www.autoren-magazin.de
Weitere Informationen
Investigative Journalisten im Reich der Mitte (05/2008) -
www.dradio.de
Deutsche Medien werden in China zur Hauptzielscheibe (04/2008) -
www.tagesschau.de
Dossier: China und die westlichen Medien -
www.tagesschau.de
Vorauseilende Selbstzensur: Über Medien in Hongkong (06/2007) -
www.dradio.de
China (Amnesty International Jahresberichte) -
www.amnesty.de
Amnesty: Menschenrechte in China verletzt (04/2007) -
www.zdf.de
Zeitungsdirektor Li Mining vorzeitig aus Haft entlassen (02/2007) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
China: "Pressefreiheit überhaupt noch nicht vorhanden" (05/2006) -
www.dradio.de
Keine Fortschritte in der Menschenrechtspolitik mit China (02/2006) -
www.dw-world.de
Ching Cheong - China charges HK reporter as spy (08/2005) -
news.bbc.co.uk
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