Internet und Menschenrechte
Im Kampf für die Menschenrechte ist das Internet eine neue Frontlinie
Die Zeit, in der Internetbenutzer fast unbeschränkte Freiheit genossen,
während die staatlichen Behörden damit beschäftig waren, den
Fortschritt in der Informationstechnologie aufzuholen, ist vorbei.
Regierungen beobachten zunehmend Webseiten, Mailverkehr und Blogs, um Zensur
auszuüben und ihre Bürger wegen der Ausübung ihres Rechts auf
freie Meinungsäußerung zu verfolgen.
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Google und Youtube
Gewaltverherrlichung und rechte Hetze auf Portal "YouTube"
Eklatantes Beispiel für Grenzen der Meinungsfreiheit - Reaktion nach heftiger Kritik
Der Google Konzern, zu dem die Internetplattform "YouTube" gehört, hat nach Mitteilung des Google-Sprechers Kay Oberbeck
an "stern.de", dem Online-Magazin der Hamburger Zeitschrift "Stern", alle Filme mit rechtsextremen Inhalt
schnellstmöglich aus ihrem Angebot zu löschen.
"Es ist selbstverständlich, dass Youtube selbst größtes Interesse hat, illegale, volksverhetzende Videos von
der Plattform zu entfernen", sagte Oberheck.
Die Video-Plattform "YouTube", auf der jedweder User seine Video-Programme herausbringen kann, war in heftige Kritik
geraten, nachdem dort Gewalt verherrlichende und Hetztiraden enthaltende Programme rechtsextremer Machart aufgetaucht
waren.
(j.z., 30.08.2007)
Quelle: dpa Berlin vom 29.08.2007
Neonazi-Filme sollen verschwinden (08/2007) -
www.stern.de
Die Kläger sammeln sich vor Google (08/2007) -
www.stern.de
Google kauft Youtube (10/2006) -
www.stern.de
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Der Fall Yahoo
E-Mail-Dienst in China
Chinesischer Journalist wegen einer E-Mail zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt
Der chinesische Dichter und Journalist Shi Tao verbüßt eine zehnjährige Freiheitsstrafe, weil
er eine E-Mail in die USA geschickt hatte. Ihm wird zur Last gelegt, mit Nutzung des
E-Mail-Dienstes von Yahoo "Staatsgeheimnisse an ausländische Stellen" weitergeleitet zu haben.
Laut den in den Prozessakten aufgeführten Beweismitteln, die zu Shi Taos Verurteilung führten,
hat das US-Unternehmen Yahoo seine Kundeninformationen über Shi Tao den chinesischen Behörden
zur Verfügung gestellt.
Yahoo entschädigt chinesische Dissidenten (11/2007) -
www.zeit.de
Wegen einer E-Mail zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt (11/2006) -
Appellfall Shi Tao
Online-Repression: eine neue Bedrohung der Freiheit (10/2006) -
www.amnesty.de
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Der Fall Google
Internet-Suchmaschine in China
Google: "Besser zensiertes Angebot als kein Angebot"
Reporter ohne Grenzen hat die jüngsten Pläne von Google, eine zensierte Version der
Suchmaschine in China einzuführen, scharf verurteilt. Nutzer der neuen Seite "google.cn" werden
nur auf Material zugreifen können, das von der chinesischen Regierung freigegeben ist.
Unabhängige Informationen zu Themen wie Demokratie, Menschenrechte oder Tibet wird die
größte Suchmaschine der Welt in China nicht listen. Damit dürften auch kritische Seiten,
die bislang in China nicht gesperrt sind, kaum noch zu finden sein.
Chinas Politik, den freien Fluss der Informationen zu behindern, sei schädlich für das Wachstum
der Demokratie. Viele Chinesen hätten im Namen der Wahrheit Gefängnisstrafen und Folter erlitten,
so der US-amerikanische Senator Chris Smith, und nun arbeite Google mit den Vollstreckern zusammen.
Internet-Unternehmen wie Google, Yahoo und Microsoft zögen einige der besten Köpfe an, um neue
Techniken zu entwickeln, die für das Gute in der Welt eingesetzt werden könnten.
Kürzlich war bekannt geworden, dass Google seine neue chinesische Suchmaschine zensiert. Bald
darauf regte sich Kritik von Menschenrechtsorganisationen und in der "Blogosphäre". Wer ebenfalls
der Meinung ist, Google solle weder in China noch sonst in der Welt Zensur ausüben, kann seine
Unterstützung als Kommentar zu dem Eintrag ausdrücken.
Google-Mitgründer Sergey Brin hat ähnlich wie zuvor Yahoo-CEO Terry Semel das stark gefilterte
Engagement seiner Firma in China verteidigt. Auf die nun praktizierte Weise würden die chinesischen
Internetnutzer an mehr Informationen gelangen, auch wenn es nicht alle seien.
Heise online (anw/c't, 27.01.2006)
Resolution für Meinungsfreiheit im Internetsektor (07/2006) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Der Fall Google
US-Politiker kritisiert Selbstzensur von Googles chinesischer Suchmaschine
Der US-amerikanische Senator Chris Smith will am 16. Februar eine Anhörung
über das Engagement von US-Firmen in China abhalten. Der republikanische
Politiker sitzt dem Unterausschuss für weltweite Menschenrechte vor. Als
Anlass für die Sitzung dient ihm die Nachricht über die Zensur des
Suchmaschinenanbieters Google in seinem neuen chinesischen Angebot. "Es
ist erstaunlich, dass Google, dessen Firmenphilosophie 'sei nicht böse'
lautet, mit der chinesischen Zensur gemeinsame Sache macht, nur um Geld zu
verdienen", sagte er in einer Mitteilung. Chinas Politik, den freien Fluss
der Informationen zu behindern, sei schädlich für das Wachstum der
Demokratie. Viele Chinesen hätten im Namen der Wahrheit
Gefängnisstrafen und Folter erlitten, so Smith, und nun arbeite Google mit
den Vollstreckern zusammen.
Das Internet sei ein "machtvolles Werkzeug", das genutzt werden
könne, um den Ruf nach Freiheit und Demokratie in der ganzen Welt zu
unterstützen, sagte der Senator weiter. Internet-Unternehmen wie Google,
Yahoo und Microsoft zögen einige der besten Köpfe an, um neue
Techniken zu entwickeln, die für das Gute in der Welt eingesetzt werden
könnten. Der Politiker hat Vertreter dieser Unternehmen sowie von Cisco
zur Anhörung eingeladen. Außerdem sollen Politiker und
Menschenrechtler von der Organisation Reporter ohne Grenzen vorsprechen.
Heise online (anw/c't, 27.01.2006)
US-Politiker kritisieren High-Tech-Unternehmen (02/2006) -
www.zdnet.de
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ROG-Initiative
Investoren achten auf Zensur im Internet-Sektor
Kampf gegen Zensur im Internet
Auf Initiative von Reporter ohne Grenzen haben sich 25 US-amerikanische,
kanadische, australische und europäische Investmentfonds verpflichtet, bei
ihren Investitionen auf die Wahrung der Meinungsfreiheit im Internet zu achten.
Die Unternehmen, die insgesamt Anlagen im Wert von 21 Milliarden US-Dollar
verwalten, veröffentlichten gestern in New York eine entsprechende
gemeinsame Erklärung.
Darin sagen die Unternehmen zu, die Geschäfte von Internetfirmen in repressiven
Ländern im Blick zu behalten, ihre Investitionen in diesem Sektor in Zukunft zu
prüfen und bei entsprechenden Anlagen zurückhaltend zu sein. Die Aktion richtet
sich gegen Yahoo, Cisco Systems, Microsoft, Google und andere Firmen, die die chinesischen,
tunesischen oder burmesischen Behörden bei Zensur und Überwachung des Internets
unterstützen. So ist vor kurzem der chinesische Internetnutzer Shi Tao zu zehn Jahren
Haft verurteilt worden, weil Yahoo seine Daten an die Behörden gegeben hat. Microsoft
hat eine zensierte Version eines Weblog-Tools an China geliefert, und die Suchmaschine Google
ruft in China Seiten zum Thema Menschenrechte nicht auf, sondern zeigt stattdessen
Regierungsseiten an.
Die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen (ROG)" hat sich wiederholt um einen
Dialog mit den kritisierten Unternehmen bemüht. Nachdem Reaktionen ausblieben, hat ROG
sich nun an die Investoren gewandt. Die ethisch orientierten US-Firmen "Boston
Common Asset Management" und "Domini Social Investment" haben sich als erste verpflichtet,
bei Anlagen in diesem Sektor in Zukunft zurückhaltend zu sein. Inzwischen
haben 25 Firmen unterzeichnet; allerdings mit der Schweizer "Fondation Ethos" nur
ein europäisches Unternehmen.
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 08.11.2005
Investoren achten auf Zensur im Internet-Sektor (11/2005) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Wortlaut der Erklärung und die Unterzeichner (11/2005) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
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Berichte aus Ländern und Regionen
Russische Föderation
Monopol LiveJournal (12/2009) -
www.dw-world.de
Türkei
Türkei: Unabhängiger Journalismus im Aufwind (04/2007) -
de.qantara.de
Arabische Welt
Arabische Welt: Pressefreiheit in der arabischen Welt (06/2010) -
de.qantara.de
Arabische Welt: Arabische Blogs in der Krise (12/2009) -
www.dw-world.de
Arabische Welt: Studie über die arabische Blogosphäre (07/2009) -
de.qantara.de
Arabische Welt: Der Freiheitskampf arabischer Blogger (01/2009) -
www.dradio.de
Arabische Welt: Wie die arabischen Regierungen versuchen ... (10/2004) -
www.amnesty.de
Arabische Welt: Erst im Netz, dann hinter Gittern (11/2003) -
www.dw-world.de
Ägypten: Die Internetpolizei vom Nil (12/2005) -
de.qantara.de
Iran: Tausendundein Kanal der Freiheit (01/2010) -
de.qantara.de
Iran: Gefangen im Netz (12/2009) -
www.amnesty.de
Iran: Bloggen trotz Zensur (12/2009) -
www.dw-world.de
Libyen: Libyen geht online - aber wohin? (09/2004) -
de.qantara.de
Marokko: Grenzüberschreitungen im Cyberspace (02/2005) -
de.qantara.de
Saudi-Arabien: Safer surfen im Königreich (06/2004) -
de.qantara.de
Tunesien: Mohammed Abbou released (07/2007) -
www.amnesty.org
Tunesien: Schöne neue Cyberwelt? (06/2004) -
de.qantara.de
Tunesien: Vom Computer ins Gefängnis (06/2003) -
de.qantara.de
Mittel- und Südamerika
Kuba: Zensur, Schikane und Haft (06/2010) -
www.amnesty.de
Zentral- bis Südostasien
China: China muss die Internetzensur einstellen! (01/2010) -
www.amnesty.de
China: Zwischen Zensur und neuen Freiheiten (12/2009) -
www.amnesty.de
China: Dialog als Hoffnung (12/2009) -
www.dw-world.de
China: Offener Brief an asiatische Computerhersteller (07/2009) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
China: Regierung geht massiv gegen Online-Medien ... (07/2009) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
China: ROG kritisiert chinesische Pläne für neue ... (06/2009) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
China: Journey to the heart of Internet censorship (pdf, 10/2007) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Malaysia: Die Pressefreiheit hat einen schweren Stand (06/2004) -
de.qantara.de
Tadschikistan/Kirgisistan: Journalismus im Internet (04/2009) -
www.dw-world.de
Vietnam: Truong Quoc Huy (01/2008) -
www.amnesty.de
Vietnam: Nguyen Vu Binh released (06/2007) -
www.amnesty.org
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Weitere Informationen
Meinungsfreiheit schützen - auch im Internet (03/2010) -
www.amnesty.de
Intern. Tag für freie Meinungsäußerung im Internet (03/2008) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Staaten zensieren immer stärker im Internet (10/2007) -
www.tagesschau.de
Zensur im globalen Dorf - Das Web und die Meinungsfreiheit (02/2007) -
www.dradio.de
EU-Resolution für Meinungsfreiheit im Internet ... (07/2006) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Jeder interessiert sich für das Internet - besonders Diktatoren (05/2006) -
www.deutsche-welle.de
OpenNet Initiative: Global internet filtering map -
map.opennet.net
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