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Akbar Ganji nach seiner Haftentlassung |
Akbar Ganji nach sechs Jahren
aus der Haft entlassen
Er hätte sich beinahe zu Tode gehungert
Am Abend des 17. März 2006 wurde
Akbar Ganji, 45-jähriger iranischer Journalist, nach
Verbüßung seiner sechsjährigen Haftstrafe aus der Haft entlassen. Er ist extrem geschwächt, aber
psychisch ungebrochen. Er hätte sich beinahe zu Tode gehungert: Akbar Ganji wog bei
seiner Entlassung nur noch 49 Kilogramm.
Seine Freilassung ist sicher auch der großen internationalen Aufmerksamkeit und den
vielen Appellen von Organisationen und bedeutenden Persönlichkeiten zu verdanken.
Bis zuletzt war befürchtet worden, dass die Justiz Gründe finden würde, um ihn
weiter in Haft zu halten.
UN-Generalsekretär Kofi Annan begrüßte die Freilassung von Akbar Ganji.
Anfangs wie mancher iranische Intellektuelle Befürworter und Anhänger
der "islamischen Revolution", bekehrte er sich später zu einem besonders
unerbittlichen Regimegegner. Viele iranische Intellektuelle waren über die
Unterdrückungs- und Terrorpolitik entsetzt, wandten sich von ihr ab und
gingen ins Exil. Akbar Ganji blieb.
Zusammen mit anderen Journalisten und
Oppositionspolitikern nahm er im April 2000 an einer von der
Heinrich-Böll-Stiftung einberufenen Kulturkonferenz in Berlin teil. Nach
ihrer Rückkehr wurden alle sofort festgenommen und angeklagt, Ganji wegen
"Verbreitung von Propaganda gegen das islamische System" und "Gefährdung
der nationalen Sicherheit" zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. In Berufung
wurde die Strafe auf sechs Monate verkürzt. Ein Jahr später die
nächste Anklage: Ganji hatte Artikel publiziert, in denen unter anderem den ehemaligen
Staatspräsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani, der Beteiligung an den illegalen
Hinrichtungen mehrerer prominenter Publizisten und politisch engagierter
Bürger 1998 bezichtigte. Sechs Jahre Haft waren die staatliche Quittung.

Bereits nach seiner ersten Verurteilung hatte
Amnesty International Akbar Ganji zum gewaltlosen
politischen Gefangenen erklärt und seine Freilassung verlangt. Unsere Gruppe
appellierte dringlich an die iranischen Behörden. Darin
wurde auch seine medizinische Versorgung angemahnt: Ganji leidet an chronischem
Asthma und hätte klinisch behandelt werden müssen, was man ihm verweigerte.
Zweimal trat er 2005 in den Hungerstreik. Nach 37 Tagen lieferte man ihn ins
Krankenhaus ein, wo er aber, wie auch nach der Rückkehr ins Gefängnis, weiter
hungerte. Nach 70 Tagen hatte er rund 30 Kilogramm Gewicht verloren.
Eigener Bericht (j.z., April 2006)
Akbar Ganji im Gespräch mit dem Autor Bahman Nirumand (07/2006) -
www.boell.de
Akbar Ganji: Journalistischer Freiheitskämpfer (07/2006) -
www.dradio.de
Der Fall Akbar Gandschi (08/2001) -
www.dradio.de
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