Iran plant Schaffung einer "Internetpolizei"
Meinungsvielfalt weiter unterdrückt
Der geplante Aufbau einer "Internetpolizei" zur Bekämpfung von "Verbrechen" im
Internet zeigt: Die iranische Regierung verstärkt erneut ihre Angriffe gegen die
Meinungsfreiheit. Die neue Spezialeinheit soll dem Oberstaatsanwalt unterstellt
werden und im Internet gezielt nach Personen suchen, die "Lügen verbreiten" und
"das System beleidigen", wie iranische Medien berichten.
Amnesty International sieht die Pläne der iranischen Regierung als weiteren Versuch,
die Meinungsvielfalt zu unterdrücken, die Opposition einzuschüchtern und
Repressionen im Internet auszuweiten.
Die iranische Regierung geht schon lange mit Repressalien gegen Oppositionelle vor.
Journalisten und Blogger, die Kritik an der Regierung üben, werden verhaftet.
Die Internetzensur verhindert den freien Zugang zu Informationen.
Amnesty International fordert die iranische Regierung auf,
die Angriffe auf Blogger und Internetjournalisten zu beenden.
Amnesty International vom 16.11.2009
Iran plant Schaffung einer "Internetpolizei" (11/2009) -
www.amnesty.de
Zensierte Zwitschermaschinen (06/2009) -
www.faz.net
Polizei schließt Internet-Cafés
Webseiten müssen beim Kultusministerium registriert werden
Iran ist eines der Länder mit der schärfsten Internetzensur. Am Sonntag, den 16. Dezember 2007, schloss die
Teheraner Polizei schlagartig 24 Internet-Cafés. Am Tag zuvor hatten 170 Internet-Cafés der Hauptstadt
bereits eine Warnung wegen möglicher Schließung erhalten.
Seit gut einem Jahr müssen, laut
Reporter ohne Grenzen, Webseiten mit Informationen über den Iran beim
Iranischen Kultusministerium registriert werden.
Der Ministerrat gibt als Gründe für das Verbot von Webseiten unter anderem an:
- Beleidigung des Islam oder anderer monotheistischer Religionen,
- Verbreitung separatistischer Ideologien,
- Veröffentlichung falscher Informationen
- sowie von in das Privatleben einer Person eingreifenden Nachrichten.
Auf der Rangliste von
Reporter ohne Grenzen zur weltweiten Lage der Pressefreiheit nimmt Iran
den viertletzten Platz ein.
(zi, 22.12.2007)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 18.12.2007
Weitere Informationen
Irans "Weblogestan": Tausendundein Kanal der Freiheit (01/2010) -
de.qantara.de
Virtuelle Netzwerke: Gefangen im Netz (12/2009) -
www.amnesty.de
Omidreza Mirsayafi: Blogger stirbt in Gefängnis (03/2009) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Die iranische Regierung setzt Cyber-Aktivistinnen ... (10/2008) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Irans unabhängige Journalisten unter Druck: Schere im Kopf (11/2007) -
de.qantara.de
Medien im Iran: Zwischen Selbstzensur und Unterdrückung (06/2007) -
de.qantara.de
Neues Internet-Angebot für den Iran (04/2007) -
www.dw-world.de
Eine Gesellschaft im Weblog: Internet-Tagebücher geben Auskunft ... (03/2007) -
www.dradio.de
Irans junge Weblog-Szene im Aufbruch (03/2006) -
de.qantara.de
"Wir sind der Iran": Die persische Weblog-Szene (03/2006) -
www.faz.net
Internet in Iran - die stille Revolution (01/2006) -
www.nzz.ch
Weblogger im Iran: Hoders virtueller Freiheitskampf (01/2006) -
de.qantara.de
Zeitungen sterben - Internet boomt (06/2003) -
www.dw-world.de
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