Kontakt Impressum
  Home

  Nachrichten

  Kurzmeldungen

  Termine


  Appellfälle

  Eilaktionen

  Erfolge


  Bücher
  und Autoren


  Buchtipps

  Filmtipps

  Neu-
  erscheinungen


  Wir über uns

  Unsere Arbeit

  Mitmachen

  Spenden


  Amnesty
  International


  Berichte
  und Aktionen


  Weitere Links


Länderberichte, © Amnesty International Länderberichte
Kolumbien



 
Themengruppe 2907, Amnesty International
 


Kolumbien

Nationalflagge Republik Kolumbien


"Einen Sarg gewonnen"

Weiterer Fall von Todesdrohung durch Paramilitärs gegen Journalisten

Er habe "bei einer Verlosung einen Sarg gewonnen". Diese E-Mail-Botschaft erhielt der in Kolumbien sehr bekannte Fernsehjournalist Hollman Morris am 21. September 2007. Eine offenbar bisher unbekannte paramilitärische Gruppierung warf ihm vor, ein Vaterlandsverräter und feindlicher Informant zu sein und der Guerilla anzugehören. Solche Anschuldigungen verbunden mit dementsprechenden Drohungen, werden von Paramilitärs, die die kolumbianische Armee unterstützen, oft an ihre Gegner gerichtet. Eine weitere Mordrohung an Hollman Morris folgte einen Tag später.

Hollman arbeitet als Leiter und Moderator der investigativen Fernsehsendung "Contravia", die sich mit brisanten politischen und menschenrechtlichen Themen beschäftigt. So sind Berichte über Massengräber für die Opfer der Paramilitärs und über Fälle von "Verschwindenlassen", für die die Paramilitärs verantwortlich sind, in Vorbereitung.

Amnesty International fordert von den Behörden wirksame Maßnahmen zur Sicherheit und dem Schutz des Lebens von Hollman Morris in Absprache mit ihm.

Anhaltende Gefährdung von Journalisten durch bewaffnete Gruppierungen

Journalisten und Menschenrechtsverteidiger, die sich gegen von Sicherheitskräften und deren paramilitärischen Verbündeten begangenen Menschenrechtsverletzungen einsetzen und deren Aufklärung fordern, werden häufig selbst Fälle von Menschenrechtsverletzungen bis hin zur Ermordung. So sind zahlreiche Journalisten im Zuge der internen bewaffneten Konflikte in Kolumbien unter dem Vorwand, sie kollaborierten mit deren Feinden, selbst zu Opfern massiver Bedrohungen und Tötungen geworden.

Amnesty International erhebt deshalb die generelle Forderung - entsprechend verschiedener UN-Empfehlungen -, die Verbindungen zwischen den Sicherheitskräften und paramilitärischen Gruppen zum Gegenstand umfassender und unparteiischer Untersuchungen zu machen, um die Unterstützer und Angehörigen solcher Gruppierungen aufzuspüren und gerichtlich zur Verantwortung zu ziehen. Die Ergebnisse solcher Untersuchungen und Verfahren sollten öffentlich gemacht werden.

Eigener Bericht (zi, 05.01.2008)

Preisgekrönter Journalist muss Kolumbien verlassen (pdf, Seite 7) (10/2007) - www.kolko.net




Journalist erhielt Morddrohungen

In Kolumbien laufen kritische Journalisten Gefahr, ihre Recherchen mit dem Leben zu bezahlen. So erhielt der Journalist Vany Johan Sierra mehrfach telefonische Todesdrohungen. Wenn er weiter über Verbrechen paramilitärischer Gruppen berichten würde, sei sein Leben nicht mehr sicher.

Kolumbien gehört zu den Ländern mit der höchsten Mordrate an Journalisten.

Amnesty International Deutschland (Amnesty Journal 09/2007)




Das Recht auf freie Meinungsäußerung

Übergriffe auf Journalisten in Kolumbien

Auszüge aus den Jahresberichten von Amnesty International


Berichtsjahr 2005

Fortgesetzte Angriffe gegen Journalisten, die bedroht, verschleppt oder getötet wurden, führten zu einer tief greifenden Aushöhlung des Rechts auf freie Meinungsäußerung.

Am 11. Januar 2005 töteten Unbekannte in Cúcuta im Departement Norte de Santander den Journalisten Julio Palacios Sánchez.

Am 20. Februar zündete die FARC vor der Zentrale des Rundfunk- und Fernsehsenders RCN in Cali eine Autobombe, durch die zwei Menschen verletzt wurden.

Am 16. Mai drohte man den Journalisten Hollman Morris, Carlos Lozano und Daniel Coronell mit dem Tod, indem ihnen Trauerkränze zugestellt wurden. Die Journalisten hatten wiederholt Menschenrechtsverletzungen paramilitärischer Gruppierungen angeprangert.

(Amnesty International Jahresbericht 2006)


Berichtsjahr 2004

Während die Regierung unter Präsident Uribe sinkende Zahl von Tötungsdelikten an Zivilisten hervorhebt, warnen Menschenrechtsorganisationen, darunter auch Amnesty International, vor einer weiteren Zunahme selektiver Gewaltakte, besonders gegen Menschenrechtsverteidiger, Gewerkschafter und kritische Journalisten.

(Amnesty International Jahresbericht 2005)


Berichtsjahr 2003

Aufgrund offiziell angeordneter ebenso wie indirekter Einschränkungen der Bewegungsfreiheit war Menschenrechtlern oftmals der Zugang zu Gebieten versperrt, in denen Menschenrechtsverletzungen stattgefunden haben sollen. Einige Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wurden bei dem Versuch, zu Menschen in von der Außenwelt abgeschnittenen Konfliktgebieten vorzudringen, verhört oder willkürlich festgenommen.

Nach vorliegenden Informationen waren im Berichtsjahr in Kolumbien mehr als 170 Gewerkschafter ermordet worden, die meisten von Paramilitärs. Mehrere Sprecher indigener Gemeinschaften sowie Journalisten wurden ebenfalls getötet.

Der Rundfunkjournalist Efraín Varela Noriega, der alle Konfliktparteien des langjährigen Bürgerkrieges kritisiert hatte, wurde am 28. Juni 2003 im Departement Arauca dem Vernehmen nach von Paramilitärs aus seinem Auto gezerrt und erschossen.

(Amnesty International Jahresbericht 2004)


Berichtsjahr 2002

Bewaffnete Oppositionsgruppen waren im Berichtsjahr für zahlreiche Menschenrechtsverstöße verantwortlich, darunter willkürliche und vorsätzliche Tötungen von Zivilisten. Zu den Opfern gehörten auch Journalisten, Sprecher indigener Gemeinschaften und Politiker, die das Vorgehen der Guerillakräfte kritisiert oder deren Verstöße aufgedeckt hatten. Zahlreiche Zivilisten wurden bei wahllosen und unverhältnismäßigen Angriffen auf militärische Ziele verwundet beziehungsweise getötet.

Pablo Emilio Castañeda, der Chef eines Radiosenders im Departement Tolima, wurde am 27. Juni 2002 Berichten zufolge von Angehörigen der FARC ermordet, die ihm vorwarfen, ein Informant zu sein. Während des Jahres 2002 wurden mindestens zehn Journalisten getötet; viele weitere waren Drohungen von Guerillaeinheiten oder paramilitärischen Kräften ausgesetzt.

(Amnesty International Jahresbericht 2003)

Länderkurzbericht: Kolumbien (06/2007) - www.amnesty.de

Amnesty International Jahresberichte: Kolumbien - www.amnesty.de




Weitere Informationen


Hollman Morris: Intern. Nürnberger Menschenrechtspreis 2011 (09/2010) - www.latinotopia.de

Héctor Abad: Vision eines friedlichen Kolumbien (06/2009) - www.dradio.de

Kolumbianische Lokaljournalisten leben gefährlich (08/2008) - www.deutsche-welle.de

Farc bestätigt Tod ihres Anführers Marulanda (05/2008) - www.welt.de

Farc-Rebellen bieten Betancourts Freilassung an (05/2008) - www.welt.de

FARC-Chef Marulanda angeblich tot ... Hoffnung für I. Betancourt? (05/2008) - www.dw-world.de

Ingrid Betancourt: Das Leiden der berühmtesten Geisel der Welt (04/2008) - www.welt.de

Interview mit Journalistin Constanza Vieira: Die Gedanken sind frei (09/2007) - www.ila-bonn.de

Journalist Milton Fabián Sánchez (08/2006) - portal.unesco.org

Pressefreiheit: Alltägliche Gefahr in Kolumbien (05/2006) - www.deutsche-welle.de

Journalisten Hollman Morris, Carlos Lozano Guillen, Daniel Coronell (04/2006) - www.amnesty.de

Zwischen den Fronten - Die Situation von Journalisten in Kolumbien (04/2006) - www.dradio.de

The rights of journalists, election candidates and elected officials (02/2006) - www.amnesty.org

Permanenter Druck und Selbstzensur (04/2005) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Cúcuta: The Colombian press at the crossroad of dangers (04/2005) - Bericht RSF (pdf)

Radio journalist Julio Palacios (01/2005) - portal.unesco.org

Anmerkungen zur Menschenrechtspolitik in Kolumbien - Jahrbuch Menschenrechte 2004 (pdf)

Krieg in den Redaktionen (03/2004) - www.amnesty.de

Journalist Oscar Alberto Polanco Herrera (02/2004) - portal.unesco.org



Weitere Nachrichten und Berichte unter - Nachrichten / Amerika


Zum Seitenanfang



© www.amnesty-meinungsfreiheit.de