Irland
Streubomben: Teuflische Waffe - nicht wirklich gebannt
Vereinbarung des Verbots von Streubomben - aber die Hauptproduzenten und Länder mit den größten Lagerbeständen machen nicht mit
Sie bleiben ungerührt und verweigerten sich, als sich jetzt in Dublin 100 Staaten auf ein
Verbotsabkommen einigten: die USA, Russland, China, Indien, Pakistan und auch Israel
bleiben außen vor.
Die so "einfache", oder soll man zynisch sagen, "einleuchtende", wie effektive Erfindung
menschlicher Intelligenz im Dienste von Macht-"Spielen" und gnadenloser militärischer
Taktik - sie erspart womöglich eigene Opfer und "räumt" großflächig im Feindgebiet "auf" -
hatte schon für Zehntausend in Kriegsgebieten nach Ende der Kriegshandlungen
verheerende Wirkung, weil die von der Explosion weit gestreuten "Bomblets", wenn sie
nicht zur Wirkung kommen, sich auch nicht selbst zerstören und eine bleibende Bedrohung
darstellen. Gerade herumstreifende Kinder werden oft zerfetzt, verstümmelt, verkrüppelt,
entstellt, wenn sie die Streumunition für "Spielzeug" nehmen. In 30 Ländern sollen Zivilisten
noch immer durch diese schrecklichen Überbleibsel moderner Kriegführung bedroht sein.
Automatische Räumung "verseuchter" Gebiete ist nicht möglich, sie müssen mühsam,
sozusagen von Hand, "gereinigt" werden.
Verfrühter und übertriebener "Jubel" über das Ergebnis von Dublin
Angesichts der sich verweigernden Hauptakteure, die die größten Mengen an Streubomben
gelagert haben und auch nach wie vor einzusetzen gewillt sind, lässt sich offizieller "Jubel"
über den "Erfolg" von Dublin oder die Verlautbarung von einem „entscheidenden Schritt,
die Welt sicherer zu machen“ nicht so ohne Weiteres nachvollziehen. Zumal auch hier wieder,
wie so oft bei internationalen Vereinbarungen, "Ausnahmen" eingeräumt wurden. 95 Prozent
der deutschen Bestände, zum Beispiel, sind zwar von dem Dubliner Bann betroffen. Unter
die Ausnahmeregelung fällt die auch hierzulande produzierte "Smart 155-Munition" - wieso
und warum?
Eigener Bericht (zi, 30.05.2008)
Quellen: Verschiedene Nachrichtendienste Mai 2008
Guantanamo/Uiguren
Kein Land will sie aufnehmen
Unschuldige uigurische Gefangene bleiben deshalb in Guantanamo
Die USA will die sechzehn Uiguren, die schon lange für unschuldig befunden wurden,
freilassen. Sie soll sie 90 Staaten zur Aufnahme angeboten haben; sie selbst
genehmigen ehemaligen Guantanamo-Häftlingen die Einreise nicht.
Auch die deutsche
Regierung sprach sich gegen die Aufnahme aus. Zwar gibt es in München die größte
Uiguren-Gemeinde Europas mit 500 Mitgliedern, die sämtlich gut integriert sein
sollen, und einer aktiven und agilen Exilorganisation, die sich bereit erklärt
hat, die Unterbringung und Versorgung voll zu übernehmen, so dass dem deutschen
Steuerzahler keine Belastung entstünde. Nach dem Prinzip der deutschen
Außenpolitik will aber Steinmeier die Chinesen, für die alle Uiguren "Terroristen"
sind, auch damit nicht verärgern.
Die Motive der übrigen Regierungen werden
entsprechend sein. Würden diese hilflosen Menschen an die Chinesen ausgeliefert,
kämen sie aus einer Hölle in die andere.
(zi, 29.05.2008)
Quelle: 3sat "Kulturzeit" vom 28.05.2008
Das Schicksal von Uiguren, die in Guantanamo inhaftiert sind (05/2008) -
www.3sat.de
Deutschland
Frankfurter Buchmesse 2008
Türkische Literatur und Kultur bringen Farbe nach Frankfurt
Vorstellung des Programms des Ehrengastes Türkei
Unter dem Motto "Türkei - Faszinierend farbig" wird die Türkei in diesem Jahr als Ehrengast der
Frankfurter Buchmesse im Mittelpunkt stehen. Die gesamte Bandbreite türkischer Literatur, das
historische Kulturerbe sowie die modernen Facetten des Landes sollen dabei einem internationalen
Publikum präsentiert werden. In Frankfurt stellte heute das Organisationskomitee "Ehrengast Türkei der
Frankfurter Buchmesse 2008" das Messe- und Kulturprogramm vor.
Wie die FAZ berichtete, wird der Nobelpreisträger Orhan Pamuk am 14. Oktober die Frankfurter Buchmesse eröffnen,
zusammen mit Außenminister Steinmeier und dem türkischen Staatsoberhaupt Abdullah Gül.
(Quellen: Pressemeldung der Frankfurter Buchmesse und FAZ.net vom 12.06.2008)
Pressekonferenz Ehrengast 2008 Türkei (06/2008) -
www.buchmesse.de
Türkische Literatur und Kultur bringen Farbe nach Frankfurt (pdf, 06/2008) -
www.buchmesse.de
Buchmesse: Gastland Türkei will farbig faszinieren (06/2008) -
www.faz.net
Gastland Türkei - Auftritt im Zeichen des Kulturkampfs (10/2008) -
de.qantara.de
Deutschland
Internationale Buchmesse Frankfurt am Main 2008
Gastland Türkei präsentiert sich faszinierend farbig
Nach den Worten des türkischen Kulturministers Ertugral Günay auf der ersten Pressekonferenz
des Gastlandes Türkei während der Frankfurter Buchmesse 2007 bedeute der Pluralismus, den "manche
zerstören" wollten, "kultureller Reichtum". Auf der Buchmesse als "Tor zur Welt" wolle die Türkei
damit den Anfang machen, diesen Reichtum "künftig in alle Welt zu tragen".
Besondere Verbindung zwischen Deutschland und der Türkei
Im dicht gefüllten Pressezentrum wies Buchmessendirektor Jürgen Boos auf die "besonderen
Beziehungen" zwischen Deutschland, mit gut 2,5 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln, und
der Türkei hin. Obwohl es längst eine deutsch-türkische Literatur gebe, sei aber sowohl
in Deutschland wie in der Türkei die beiderseitige moderne Literatur nur "punktuell" bekannt.
Vielfarbiges Logo als symbolisches "Netz" der kulturellen Vielfalt
Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein "Irrgarten“ anmute, kann bei näherem Hinschauen als Zeichen
einer "vielfarbigen", nach allen Seiten offenen Kultur wahrgenommen werden; wie sie das Gastland
auf der diesjährigen Buchmesse vermitteln will.
(zi, 19.01.2008)
Quelle: Pressemeldung der Frankfurter Buchmesse vom 11.10.2007
Frankfurter Buchmesse 2008 - Ehrengast Türkei -
www.buchmesse.de
Pressekonferenz Vorschau Gastland 2008 Türkei (10/2007) -
Rede von Juergen Boos (pdf)
Deutschland
Leipziger Buchmesse 2008 stark nachgefragt
Weiterer Aussteller- und Flächenzuwachs
Das Interesse an der Leipziger Buchmesse ist stärker als je zuvor. "Der Anmeldestand sowohl bei den
Ausstellern als auch bei der Fläche liegt deutlich über dem des vergleichbaren Vorjahreszeitpunktes",
verkündete Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, im November 2007.
Demnach werden zum kommenden Frühjahrsereignis der Buch- und Medienbranche mehr als 2.300 Aussteller
in Leipzig erwartet. Die Zuwächse würden sich vorrangig durch vermehrte Anmeldungen kleiner und
unabhängiger Verlage begründen, besonders aus den Bereichen Belletristik und Sachbuch, aber auch aus dem Gebiet
der Kinder- und Jugendliteratur.
Schwerpunktthema der diesjährigen Buchmesse wird Kroatien sein. Die Leipziger Buchmesse
legt bereits seit vielen Jahren auf die Förderung der Literaturen aus Mittel- und Osteuropa großen Wert.
"Unser wichtigstes Ziel ist es, eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit auf die kroatische Literaturlandschaft
zu lenken", erklärte Zille. "In dem insgesamt auf drei Jahre angelegten Projekt wird daran gearbeitet,
die kroatische Literatur und ihre interessantesten Autoren auf dem deutschen Buchmarkt stärker
bekannt zu machen und nachhaltig zu verbreiten."
Die Leipziger Buchmesse 2008 findet vom 13. - 16. März auf dem neuen Messegelände Leipzig statt. Die Öffnungszeiten sind
täglich von 10.00-18.00 Uhr.
(rg, 10.01.2008)
Quelle: Pressemeldung der Leipziger Messe vom 12.11.2007
Schwerpunktpräsentation Kroatien der Leipziger Buchmesse 2008 -
www.crobuch.de
"Leipzig liest 2008" - Rückblick zum Lesefest der Leipziger Buchmesse -
www.leipzig-liest.de
Leipziger Buchmesse 2007 erneut zugelegt
Wieder Steigerung der Zahl der Aussteller und Besucher
In Jahr 2007 hat sich die Zahl der Aussteller auf dem modernen Leipziger
Messegelände bei dem längst gut etablierten zweiten Branchentreffen internationaler Buchverlage
in Deutschland erneut erhöht.
127.000 Besucher kamen an den vier Tagen auf das Messegelände (2006: 126.000). Auf 63.000 Quadratmetern
verschafften sie sich einen Überblick zu den Neuerscheinungen von 2.348 Ausstellern aus 36 Ländern.
Rund 2.600 Journalisten aus 28 Ländern berichteten über den internationalen Branchentreff von Autoren,
Verlagen, Fachbesuchern und dem lesefreudigen Publikum im Leipziger Frühjahr.
Slowenen fühlten sich gut aufgehoben
Überaus zufrieden zeigten sich die Slowenen, die in diesem Jahr mit einer Schwerpunktpräsentation nach
Leipzig kamen: "Wir fühlten uns hier sehr gut aufgehoben. Gefreut haben wir uns über die tolle Resonanz.
Mehrere Hundert Besucher kamen zu unseren Leipzig-liest-Veranstaltungen. Wir sind uns sicher, dass wir
den Menschen Slowenien ein Stück näher bringen konnten", sagte Urška Cerne, Programmleiterin des slowenischen
Gemeinschaftsstandes.
"Leipzig liest" mit zehntausenden Besuchern
Die 1.900 Veranstaltungen mit mehr als 1.500 Autoren innerhalb von "Leipzig liest" waren mit zehntausenden
Zuhörern wieder ein Literaturfestival der Superlative. Zu den Höhepunkten von "Leipzig liest" zählte die
Lange Leipziger Lesenacht am Messedonnerstag. Mehr als 1.000 Interessierte kamen in die Moritzbastei,
um den insgesamt 46 Autorinnen und Autoren zuzuhören.
"Wir sind sehr zufrieden. Alle Lesungen waren exzellent besucht, das Publikum war noch konzentrierter
als in den Jahren zuvor. Nach nur zwei Jahren hat sich die Lesenacht als feste Größe innerhalb von 'Leipzig
liest' etabliert", sagte Claudius Nießen, Hauptorganisator der langen Leipziger Lesenacht.
(rg, 10.01.2008)
Quelle: Pressemeldung der Leipziger Messe vom 25.03.2007
Leipziger Buchmesse endet mit großartiger Bilanz (03/2007) -
www.leipziger-messe.de
Internet
Gewaltverherrlichung und rechte Hetze auf der Internetplattform "YouTube"
Eklatantes Beispiel für Grenzen der Meinungsfreiheit
Reaktion des Google-Konzern nach heftiger Kritik
Der Google Konzern, zu dem "YouTube" gehört, hat nach Mitteilung des Google-Sprechers Kay Oberbeck
an "Stern.de", dem Online-Magazin der Hamburger Zeitschrift "Stern", alle Filme mit rechtsextremem Inhalt
schnellstmöglich aus ihrem Angebot löschen.
"Es ist selbstverständlich, dass Youtube selbst größtes Interesse hat, illegale, volksverhetzende Videos von
der Plattform zu entfernen", sagte Oberheck.
Die Video-Plattform "YouTube", auf der jedweder User seine Video-Programme herausbringen kann, war in heftige Kritik
geraten, nachdem dort Gewalt verherrlichende und Hetztiraden enthaltende Programme rechtsextremer Machart aufgetaucht
waren.
Eigener Bericht (j.z., 30.08.2007)
Quelle: dpa Berlin vom 29.08.2007
Die Kläger sammeln sich vor Google (08/2007) -
www.stern.de
Google kauft Youtube (10/2006) -
www.stern.de
Preisverleihung
Hilde-Domin-Preis für Exilliteratur an Sherko Fatah
Der mit 15.000 Euro dotierte Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil der Stadt Heidelberg geht in diesem
Jahr an den irakischen Kurden Sherko Fatah. Der Schriftsteller wird insbesondere für seine Romane "Im Grenzland"
und "Onkelchen" (Verlag Jung und Jung) geehrt. - Die Jury würdigte ihn für "seine eindrucksvollen Schilderungen
von Gewalt, Krieg und das Grenzgängertum zwischen den Welten. Aufgewachsen zwischen zwei verschiedenen Kulturen
hat er das Exil zum literarischen Thema gemacht."
Der 1964 im damaligen Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geborene Fatah wuchs in der
DDR auf. 1975 kam er nach Westdeutschland. Heute lebt er als freier Autor im wiedervereinigten Berlin.
(dpa, 06.07.2007)
Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2007 (07/2007) -
www.heidelberg.de
Deutschland
"Journalistische Grundversorgung" durch den Staat?
Jürgen Habermas macht sich Sorgen um die Rolle der Presse
"Wenn es um Gas, Elektrizität oder Wasser geht, ist der Staat verpflichtet, die Energieversorgung
der Bevölkerung sicherzustellen. Sollte er dazu nicht ebenso verpflichtet sein, wenn es um jene andere
Art von "Energie" geht, ohne deren Zufluss Störungen auftreten, die den demokratischen Staat selbst
beschädigen?" schreibt Jürgen Habermas in einem Essay, der in der Süddeutschen Zeitung und in der
französischen Le Monde erschien.
Habermas plädiert dafür, die qualitätsvolle meinungsbildende Presse,
die zuverlässig informiert und sorgfältig kommentiert, notfalls mit staatlichen Subventionen zu unterstützen,
deren Arbeit auf aufwändiger Recherche und "nicht gerade kostenloser Expertise" beruhe.
Wenn sie ihre "diskursive Vitalität" verliere, würde die Öffentlichkeit den populistischen Tendenzen
keinen Widerstand mehr entgegensetzen und könnte nicht mehr die Funktion wahrnehmen, die sie im Rahmen
eines demokratischen Rechtsstaates erfüllen müsse.
Es ist natürlich bedenkenswert, warum der Philosoph und Soziologe gerade jetzt mit diesem
Appell hervortritt. Aber einmal abgesehen davon, dass der Staat mehr und mehr dahin tendiert, seine
Zuständigkeit und Verantwortung für die anfangs genannten Bereiche der Grundversorgung an
privatwirtschaftliche Unternehmungen abzutreten, ist umgekehrt die Idee staatlicher Unterstützung
für Journalismus und Presse doch wohl in hohem Maße bedenklich, so sehr man die Sorge von Habermas
teilen kann.
(j.z., 25.05.2007)
Habermas: "Keine Demokratie kann sich das leisten" (05/2007) -
www.sueddeutsche.de