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Länderberichte, © Amnesty International Länderberichte
Mauretanien



 
Themengruppe 2907, Amnesty International
 


Mauretanien

Nationalflagge Islamische Republik Mauretanien



Regierung hat sich entschuldigt -
will Pressefreiheit in Zukunft besser schützen

Dankesschreiben für die Solidarität an den Journalisten
M. Mohamed Mahmoud Ould Moghdad

"Ich möchte mich im Namen der Mauretanier bedanken für das Erscheinen von 'Aufruf zu Solidarität an alle Journalisten' am 31.08.2007 auf Ihrer Webseite. Vielen Dank für diese große Hilfe.

Es ist eine bedeutende Solidarität, die von Amnesty International für diesen Fall geleistet wurde. Die direkten Täter wurden inzwischen verurteilt, und die Regierung hat sich entschuldigt und erklärt, die Pressefreiheit zu schützen und in der Zukunft zu verbessern."

Mohamed Mahmoud OULD EDAHANE vom 10.02.2008 (rg, 11.02.2008)




Radiojournalist von Leibwächtern des
Ministerpräsidenten brutal zusammengeschlagen

Aufruf zur Solidarität an alle Journalisten

Am Donnerstag, den 16. August 2007, wurde der Journalist M. Mohamed Mahmoud Ould Moghdad des staatlichen Radiosenders von Mauretanien Radio Mauritanie von der Leibgarde des Ministerpräsidenten Zein Ould Zeidane brutal zusammengeschlagen. Der Radioreporter wurde offenbar ohne ersichtlichen Grund gedemütigt, misshandelt und auf übelste Art und Weise erniedrigt, während er seiner Arbeit als Journalist nachgehen wollte, schrieb M. Mohmoud O. Edahane an Amnesty International Deutschland.

Journalisten in Afrika erleben fast täglich bei ihrer Arbeit viele Schwierigkeiten, so Edahane weiter. Gerade in Mauretanien, wo es in den letzten Jahren viele Unruhen gegeben hatte und erst vor knapp sechs Monaten eine "neue" Demokratie eingeführt wurde, bekämen Journalisten die Einschränkung der Pressefreiheit deutlich zu spüren. Edahane: "Dies ist kein gutes Zeichnen dafür, dass es die Verantwortlichen mit der Pressefreiheit ernst meinen."

M. Mahmoud O. Edahane bittet daher um die Solidarität für den Kollegen und dass dessen Fall international bekannt wird. Das könnte nicht nur dem Kollegen helfen, sondern auch für die Pressefreiheit in Mauretanien hilfreich sein.

Appell: "Wir Mauretanier appellieren an alle Journalisten der Welt, dem mauretanischen Kollegen Beistand und Unterstützung in jeglicher Form zukommen zu lassen!"

Weitere Informationen siehe auf der Internet-Seite der mauretanischen Journalisten-Gewerkschaft C.R.I.D.E.M. (Convergence Républicaine pour l?Instauration de la Democratie en Mauritanie), die gegen diese Aggression protestiert hat.

Des Weiteren hat Reporter ohne Grenzen (international) von einem zweiten Fall berichtet, der sich gegen einen Journalisten in Mauretanien richtet und sich nur wenige Tage später ereignete: gegen den Zeitungsredakteur Sidi Mohamed Ould Ebbe der unabhängigen Tageszeitung El Bedil Athalith.

(rg, 31.08.2007)

Quelle: Berichte von M. Mahmoud O. Edahane und RSF vom 20.08.2007




Das Recht auf freie Meinungsäußerung

Einschränkungen der Pressefreiheit

Aus den Jahresberichten von Amnesty International


Berichtsjahr 2005

Im März wurde der freie Journalist Mohamed Lemine Ould Mahmoudi festgenommen, nachdem er einem Fall von Sklaverei nahe Mederdra im Südwesten Mauretaniens nachgegangen war. Seine Festnahme erfolgte zusammen mit der zweier weiterer Personen, darunter der Frau eines Senators der Opposition.

Mohamed Lemine Ould Mahmoudi arbeitete an einer Geschichte über Jabhallah Mint Mohamed, die kurz zuvor von einem Anwesen in Abokak, 20 Kilometer von Mederdra entfernt, geflohen war, wo sie ihr gesamtes Leben verbracht hatte. Die Behörden legten Mohamed Lemine Ould Mahmoudi zur Last, durch die Verbreitung von "Falschinformationen" die nationale Sicherheit sowie die wirtschaftlichen und diplomatischen Interessen Mauretaniens zu gefährden. Einen Monat später kamen alle drei vorläufig wieder frei.

(Amnesty International Deutschland, Jahresbericht 2006)

Berichtsjahr 2003

Mehrere Zeitungen mussten ihr Erscheinen auf behördliche Weisung hin vorübergehend einstellen oder wurden verboten. Im Juni wurde die Wochenzeitschrift Erraya verboten, offenbar weil sie einen Artikel veröffentlicht hatte, der als regierungskritisch aufgefasst wurde.

(Amnesty International Deutschland, Jahresbericht 2004)

Berichtsjahr 2002

Das Recht auf freie Meinungsäußerung geriet im Berichtszeitraum zunehmend unter Druck.

Im Juli wurden Exemplare der unabhängigen Zeitung La Renovateur beschlagnahmt, nach vorliegenden Meldungen aufgrund eines Artikels über den Anstieg der Grundnahrungsmittelpreise.

Im August wurde die arabische Ausgabe der unabhängigen Zeitung Le Calame zensiert. Dem Vernehmen nach enthielt sie einen Bericht über Demonstrationen mauretanischer Oppositionsbewegungen und französischer Menschenrechtsorganisationen, die in Frankreich anlässlich des Besuchs von Präsident Taya stattgefunden hatten.

Im Oktober hoben die mauretanischen Behörden die im April 2001 gegen den mauretanischen RFI-Korrespondenten verhängten Einschränkungen auf. Die Behörden hatten dem Sender vorgeworfen, in seinen Sendungen ein negatives Bild Mauretaniens zu vermitteln.

(Amnesty International Deutschland, Jahresbericht 2003)

Berichtsjahr 2001

Das Recht auf freie Meinungsäußerung wurde weiterhin systematisch unterdrückt, und Pressevertreter waren schikanöser Behandlung ausgesetzt.

Im April wurde dem mauretanischen Korrespondenten des Senders Radio France Internationale, Mohammed Lemine Ould Ba, von der Regierung die Zusammenarbeit mit ausländischen Medienorganisationen untersagt. Die Gründe für das Verbot, das Ende des Jahres weiterhin Bestand hatte, waren unklar.

(Amnesty International Deutschland, Jahresbericht 2002)

Berichtsjahr 2000

Im Verlauf des Berichtsjahres wurden nach Artikel 11 des Pressegesetzes von 1991, der der Regierung die willkürliche Zensur von Presseerzeugnissen erlaubt, in denen ihre Politik oder einzelne von ihr ergriffene Maßnahmen kritisiert werden, mehrere Ausgaben von Wochenzeitungen beschlagnahmt. Allein in einer Woche im August waren vier Presseorgane von solchen Maßnahmen betroffen, darunter die Zeitung La Tribune. Im Dezember wurde die Wochenzeitung Al Alam ohne jede Begründung von den Behörden geschlossen.

(Amnesty International Deutschland, Jahresbericht 2001)

Amnesty International Jahresberichte: Mauretanien - www.amnesty.de




Weitere Informationen


Erste freie Präsidentenwahl: Es siegte der ... (03/2007) - www.www.ag-friedensforschung.de

120.000 Oppositionelle im Exil (08/2005) - www.ag-friedensforschung.de

Hamid Skif: Zwischen Zensur und Gefängnis (05/2005) - de.qantara.de



Weitere Nachrichten und Berichte unter - Nachrichten / Afrika


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