Kontakt Impressum
  Home

  Nachrichten

  Kurzmeldungen

  Termine


  Appellfälle

  Eilaktionen

  Erfolge


  Bücher
  und Autoren


  Buchtipps

  Filmtipps

  Neu-
  erscheinungen


  Wir über uns

  Unsere Arbeit

  Mitmachen

  Spenden


  Amnesty
  International


  Berichte
  und Aktionen


  Weitere Links


Amnesty International Länderbericht
Pakistan


Amnesty Journal, Amnesty International Journal 01/2008:
Gegen alle
Regeln



 
Themengruppe 2907, Amnesty International
 


Pakistan

Nationalflagge Islamische Republik Pakistan



Foto: © Reporter ohne Grenzen

Pakistan und Georgien:

Medienfreiheit weiterhin eingeschränkt

Weltweite Unterstützung durch private Sender


Nachrichtenlage in Georgien

Nach der Aufhebung des Ausnahmezustandes in Georgien am 16.11.2007 konnten die meisten privaten Fernsehsender in Georgien ihre Arbeit wieder aufnehmen. Imedi-TV allerdings darf auf Gerichtsbeschluss für die kommenden drei Monate nicht auf Sendung gehen.

Da laut Insiderberichten bei der Schließung des Senders die Studios verwüstet und die Einrichtung beschädigt oder gestohlen wurde, befürchten Sprecher von Imedi-TV, dass sie vor dem Termin für die Neuwahlen am 5.1.2008 nicht wieder auf Sendung gehen können. Somit erscheint es unmöglich, das Wahlkampfgeschehen nachrichtlich zu begleiten.

Nachrichtenlage in Pakistan

Die Nachrichtenlage in Pakistan hat sich nach dem Rücktritt des Präsidenten Pervez Musharraf kaum verbessert. Im Gegenteil: die pakistanische Regierung hat ein neues Rundfunkmediengesetz und einen Verhaltenskodex für Fernsehsender beschlossen, wodurch die Pressefreiheit in Pakistan weiter eingeschränkt wird.

Zwar konnten die Stationen Aai-TV und Dawn News ihre Arbeit wieder aufnehmen, die meisten privaten Fernsehstationen bleiben aber weiterhin geschlossen.

Unterstützung durch private Sender weltweit

Sie erhalten jedoch auf eine Initiative von Reporter ohne Grenzen Unterstützung durch N24, Sat.1 und RTL aus Deutschland und weitere private Fernsehsender weltweit. In deren Erklärung heißt es:

"Wir, Geschäftsführer und Chefredakteure privater Fernsehsender in Europa, Afrika, Asien und Amerika, fordern Präsident Pervez Musharraf auf, die Schließung der privaten Sender augenblicklich rückgängig zu machen. Sie widerspricht den Grundprinzipien freier Berichterstattung und freier Marktwirtschaft. Wir bekunden unsere Solidarität mit den pakistanischen Fernsehsendern und ihren Angestellten."


Nachtrag: Georgien

Ein Gericht in Tiflis hob am 06.12.2007 das Verbot gegen den Fernsehsender Imedi TV auf.

(h.m., 01.12.2007, aktualisiert rg)

Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 19. und 21.11. sowie 06.12.2007

Georgien: Gericht hebt Verbot von "Imedi TV" auf (12/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Georgien: "Hoffnung" bleibt geschlossen (12/2007) - www.dradio.de




Verschärftes Mediengesetz

Medien um 20 Jahre zurückgeworfen

Kritische Korrespondenten ausgewiesen, TV-Sender abgeschaltet, Journalisten inhaftiert - mit Repression versuche das Musharraf-Regime, die Medien zu kontrollieren, so fasste "Spiegel Online" die jüngsten Repressalien gegen unabhängige Medien in Pakistan zusammmen.
Obwohl einige Medien in den vergangenen Tagen von einem Einlenken des pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf aufgrund des internationalen Drucks berichteten, er stelle doch Wahlen für Januar 2008 und seinen Rücktritt vom Amt des Militärchefs in Aussicht, bleibt die Lage im Land brandgefährlich.

Nach Spiegel Online sitzen mehrere tausend Anwälte, Politiker und Bürgerrechtler in Gefängnissen. Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt das Vorgehen der pakistanischen Sicherheitskräfte gegen die Nachrichtenmedien im Land auf das Schärfste. Ihren Berichten zufolge wurden dutzende Journalisten angegriffen, von der Arbeit abgehalten oder festgenommen. Darüber hinaus wurden technische Geräte mehrerer Rundfunksender beschlagnahmt.

Am 10. November 2007 wurden mehrere Journalisten der britischen Zeitung "Daily Telegraph" ausgewiesen. Ihnen wurde vorgeworfen, in kritischen Äußerungen den Präsidenten beleidigt zu haben.




Laut der verschärften Mediengesetze

  • dürfen Medienbetriebe weder Videos, Fotos noch Statements von Selbstmordattentätern oder Terroristen veröffentlichen,


  • ist es Journalisten untersagt, "nachteilige Kommentare zu Ideologie, Sicherheit, Souveränität oder Integrität Pakistans" zu verbreiten,


  • ist es Medien verboten, zu "Gewalt, Hass oder zu Handlungen, die Recht und Ordnung gefährden", aufzurufen,


  • sind "Äußerungen, die den Präsidenten, die Streitkräfte oder die Staatsorgane lächerlich machen" zu unterlassen,


  • ist es verboten, über laufende Verfahren zu berichten,


  • dürfen Berichte, die "jeder Grundlage entbehren oder von vornherein falsch sein könnten", nicht veröffentlicht werden.

Eine unabhängige Berichterstattung durch private Radio- und Fernsehsender, die sich erst in den letzten Jahren etablieren konnte, sei nahezu unmöglich geworden. Pervez Musharraf habe damit alle Fortschritte der vergangenen Jahre zerstört, urteilte ROG.

(rg/h.m., 25.11.2007)

Quellen: Spiegel Online vom 10. und 12.11.2007,
Reporter ohne Grenzen vom 19.11.2007

ROG verurteilt Vorgehen gegen Presse ... (11/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de




Blutiger Angriff auf eine Versammlung von
Oppositionellen in Islamabad

Die angespannte Lage verursacht zunehmende Gewalt

Unbekannte Kräfte richteten am 17. Juli 2007 eine Bombenattacke gegen eine Versammlung von Mitgliedern der Anwaltskammer Islamabad unweit des Obersten Gerichtshofes in der Hauptstadt, auf der der von Präsident Pervez Musharraf im März dieses Jahres wegen angeblichen Fehlverhaltens abgesetzte Oberste Richter Ifthikar Chaudhry sprechen sollte. Betroffen waren, Berichten zu Folge, auch Anhänger der Pakistanischen Volkspartei und der Pakistanischen Moslemiga-Nawaz. Der Angriff forderte mindestens 15 Tote und mehr als 40 Verletzte.

Amnesty International verurteilt den Terrorakt und bedauert die Opfer

Die Menschenrechtsorganisation verlangt, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden und in einem Verfahren nach internationalen Standards, die die Todesstrafe ausschließen, verurteilt werden müssen. Dies sei umso notwendiger, damit gerade in dem herrschenden Klima politischer Spannung Angehörige des ganzen Spektrums der Zivilgesellschaft ihr Recht auf Versammlungsfreiheit auf friedliche Weis wahrnehmen können, ohne Angst vor der Bedrohung durch Gewalt.

Die Suspendierung Chaudhrys hatte eine Serie von oppositionellen Protestversammlungen im ganzen Land zur Folge. Sie werden als Zeichen für die vielleicht ernsteste Bedrohung der Regierung Musharrafs seit seiner Machtübernahme mit einem Militärstreich 1999 angesehen. Dazu kommt, dass in jüngster Zeit die Gewalt in Nordwest-Pakistan stark zugenommen hat, nachdem eine Friedensvereinbarung zwischen örtlichen bewaffneten Widerstandskräften und der Regierung nach der Belagerung und Erstürmung der "Roten Moschee" in Islamabad durch Regierungstruppen von oppositioneller islamischer Seite aufgekündigt wurde.

Islamische Führer, unterstützt von bewaffneten Kräften, fordern schon seit Längerem die Einführung der Sharia in Pakistan und unterstreichen dies mit Gewaltakten wie die Entführung von Polizeibeamten und anderen Personen, denen sie "unmoralisches Verhalten" vorwerfen.

(j.z., 23.07.2007)

Quelle: Amnesty International News 136/2007 vom 18.07.2007




Weitere Informationen


Fernsehjournalist ermordet: Ashiq Ali Mangi (02/2010) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Mord an afghanischen Journalisten in Pakistan (08/2009) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Mohammed Hanif: Pakistan und der Preis des Friedens (05/2009) - de.qantara.de

ROG-Bericht zur Pressefreiheit im Swat-Tal (04/2009) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Gefährlicher Einsatz: Journalistin Meera Jamal (03/2009) - www.journalistenhelfen.org

Reporter ermordet, Anschlag auf Presseclub ... (02/2009) - www.reporter-ohne-grenzen.de

New government ... ratifying UN human rights convention (04/2008) - www.amnesty.org

Die zweite Haut (01/2008) - www.amnesty.de

Widerstand zwecklos (01/2008) - www.amnesty.de

Einige NGOs sitzen schon auf gepackten Koffern (01/2008) - www.amnesty.de

Hunderttausende geben Benazir Bhutto letztes Geleit (12/2007) - www.dw-world.de

Pakistans Oppositionsführerin Benazir Bhutto ermordet (12/2007) - www.dw-world.de

Demand rights for judges (11/2007) - www.amnesty.org

ROG verurteilt Vorgehen gegen Presse (11/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Ausnahmezustand ebnet Weg für Menschenrechtsverletzungen (11/2007) - www.amnesty.de

Iqbal Kazmi, Journalist - Morddrohungen (06/2007) - www.amnesty.de

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP und AP - Morddrohungen (06/2007) - www.amnesty.de

Schlagwort: "Pakistan" - www.zeit.de

Amnesty International Jahresberichte: Pakistan - www.amnesty.de



Weitere Berichte unter - Nachrichten / Süd-/Südostasien


Zum Seitenanfang



© www.amnesty-meinungsfreiheit.de