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Länderberichte, © Amnesty International Länderberichte
Palästinensische
Autonomie-
gebiete


Foto: © APGraphicsBank/Amnesty International BBC-
Korrespondent
Alan Johnston



 
Themengruppe 2907, Amnesty International
 


Palästinensische Autonomiegebiete

Palästinensische Autonomiegebiete


Hamas verschärft Arbeitsbedingungen für Journalisten

Die radikalislamische Hamas, die seit fünf Monaten den Gazastreifen kontrolliert, hat die Arbeitsbedingungen für Journalisten verschärft. Danach sollen Journalisten nur noch Interviews mit hochrangigen Behördenvertretern erhalten, wenn sie einen Ausweis des von der Hamas kontrollierten Presseamtes vorweisen können. Das teilte das Büro des früheren palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Hanija am Mittwoch, den 14. November 2007, in Gaza mit.

Aus Hamas-Kreisen hieß es zuvor, dass alle Journalisten und Fotografen, die im Gazastreifen arbeiten wollen, einen von der Hamas ausgestellten Presseausweis beantragen müssten. Die Entscheidung sei nach den blutigen Zwischenfällen vom Montag gefallen.

Bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich des dritten Todestages von Ex-Palästinenserpräsident Jassir Arafat waren mindestens sieben Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden. Die Hamas warf danach unter anderem dem palästinensischen Fernsehen in Ramallah vor, Menschen provoziert und Lügen verbreitet zu haben. Ein Hamas-Sprecher kündigte außerdem an, wegen "Missbrauchs" Freiheiten in der Berichterstattung einschränken zu wollen.

(zi., 25.11.2007)

Quelle: dpa vom 14.11.2007




Journalisten im Gazastreifen zwischen den Fronten

Jede Seite erwartet positive Darstellung ihrer Politik

Die Arbeitsbedingungen der Journalisten in Palästina haben sich seit der jüngsten Zweiteilung der innerpalästinensischen Politik sehr verschlechtert. Zum einen ist die Hamas im Gaza-Streifen bereit, gegen politische Gegner mit Gewalt vorzugehen und zum anderen sieht die in Ramallah herrschende Fatah der Gewaltanwendung im Gaza-Streifen tatenlos zu, weil es ihr nutzt.

Der palästinensische Journalist Adel al Zaanoun ist Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP und schreibt als Vertrauensmann der Organisation "Reporter ohne Grenzen" regelmäßig Berichte über die Arbeitsbedingungen der Journalisten im Gaza-Streifen. Die waren stets äußerst schwierig, sowohl während der israelischen Besatzung, als auch in der Zeit, als die Fatah die palästinensische Autonomiebehörde dominierte. Doch gegenwärtig hat die Lage bedrohliche Formen angenommen.

Zunehmende Gewalt der Hamas gegen Journalisten und Kameramännern

So sind Sicherheitskräfte der Hamas Ende August und Anfang September mit großer Gewalt gegen ihn und seine Kollegen vorgegangen. Die Übergriffe geschahen stets zu den Freitagsgebeten, die Fatah-Anhänger zu politischen Protesten gegen die herrschende Hamas umfunktionieren wollten. Kameramänner wurden von der bewaffneten Hamas massiv bedroht, mit Schlagstöcken geprügelt und das Bildmaterial beschlagnahmt. Nüchtern beschreibt der Journalist die gegenwärtige Lage und sein persönliches Empfinden.

Unter der Kontrolle der Hamas herrschen Unsicherheit und Willkür

"Nachdem Hamas die Kontrolle im Gaza-Streifen übernommen hat, ist die Berichterstattung der Willkür ausgesetzt, wir werden auch unterdrückt, wir wissen manchmal nicht, wem unsere Berichterstattung gefällt und wem nicht, weil Hamas von der Zivilgesellschaft keine Ahnung hat. Das findet seinen Ausdruck in dem Benehmen der Hamas-Ordnungshüter uns gegenüber, sie sind sehr skeptisch und ungehalten. Ich fühle als palästinensischer Journalist, dass ich alleine bin. Das ist das Gefühl jedes palästinensischen Journalisten, dass er sich allein gelassen fühlt, einsam und verlassen, ausgesetzt der Gewalt von beiden Polen, von der Ramallah-Regierung und der Hamas-Brutalität."

In der Auseinandersetzung und Polarisierung zwischen verschiedenen palästinensischen Parteien und Gruppen erwartet jede Seite von einem palästinensischen Journalisten eine einseitig positive Berichterstattung und keine Beiträge über die schlechten Seiten. Und es gibt keine einheitliche Vereinigung, die sich für die Wahrung der Interessen von Journalisten einsetzt.

(Schl./zi., 03.10.2007)

Quelle: Clemens Verenkotte, Deutschlandfunk vom 01.10.2007

Journalisten zwischen den Fronten (10/2007) - www.dradio.de

Die Zivilbevölkerung zwischen allen Fronten (10/2007) - www.amnesty.de

Occupied Palestinian Territories - Torn apart by factional strife (10/2007) - www.amnesty.org




Weitere Informationen


Samir El-Youssef, Schriftsteller: Sprache der verlorenen Jugend (11/2009) - de.qantara.de

Goldstone-Bericht zum Gazakrieg: Zivilisten als Schutzschilde (09/2009) - de.qantara.de

Gaza: Journalists under fire (01/2009) - livewire.amnesty.org

Weimarer Menschenrechtspreis für Issam Younis (12/2008) - de.qantara.de

Mahmud Darwisch: Zum Tod des palästinensischen Dichters (08/2008) - www.litprom.de

Mahmoud Darwish: Nachruf - Ich bin Joseph, o Vater (08/2008) - www.faz.net

Mahmoud Darwish: Nachruf auf den Dichter (08/2008) - de.qantara.de

ROG begrüßt Freilassung von ARD-Kameramann (07/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Schikane palästinensischer Journalisten verurteilt (07/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Stimme der Palästinenser: Mahmoud Darwish las in Haifa (07/2007) - www.dradio.de

Jaime Razuri: Peruanischer AFP-Fotograf frei (01/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Mahmoud Darwisch: Die poetische Stimme Palästinas (04/2005) - de.qantara.de

UNESCO condemns assassination of journalist Khalil Al-Zaben (03/2004) - portal.unesco.org

Remarque-Friedenspreis für Darwisch und Bar-On (07/2003) - de.qantara.de

Palästinensische Autonomiegebiete (Amnesty International Jahresberichte) - www.amnesty.de



Weitere Berichte unter - Nachrichten / Vorderasien / Palästinensiche Gebiete


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