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Themengruppe 2907, Amnesty International

Hildegard-von-Bingen Preis für Publizistik


2009: Auszeichnung für Necla Kelek,
türkischstämmige Autorin und Frauenrechtlerin

Vom Wert der Menschenrechte in der pluralistischen Gesellschaft Deutschlands

Die Autorin und Soziologin Necla Kelek wurde am 12. September 2009 in Mainz mit dem "Hildegard-von-Bingen Preis für Publizistik" geehrt. In ihren Kommentaren und Analysen, Zeitungsbeiträgen und Büchern berichte sie "engagiert, einsatzfroh und eindringlich vom Wert der Menschenrechte in der pluralistischen Gesellschaft Deutschlands", so das Kuratorium des Hildegard-von-Bingen-Preises.

Ihr ginge es, so das Kuratorum weiter, um die Lebenswelt türkischstämmiger Ehefrauen, Mütter und Töchter, die nicht selten in der "geschlossenen Welt eines althergebrachten Islam" existierten. Kelek hatte 2005 mit ihrem Buch "Die fremde Braut" eine Debatte über Zwangsehen und die gescheiterte Integration der Türken in Deutschland ausgelöst.

Der Preis wird seit 1995 jedes Jahr von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz an Journalisten und Publizisten verliehen, die sich besondere Verdienste erworben haben. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

(rg, 13.09.2009)

Quelle: SWR.de vom 13.09.2009

Preisträgerin 2009: Necla Kelek (10/2009) - www.hildegard-von-bingen-preis.de

Hildegard-von-Bingen-Preis für Necla Kelek (02/2009) - www.faz.net

Buchmesse 2008: Europäischer Frauenpreis für Necla Kelek (10/2008) - www.swr.de

Necla Kelek antwortet auf eine Petition von 60 Migrationsforschern (02/2006) - www.zeit.de

Necla Kelek: "Die fremde Braut" (03/2005) - www.dradio.de

Video Deutsche Welle: Necla Kelek - Engagierte Kämpferin ... (27.12.2008) - www.youtube.com




Hildegard-von-Bingen Preis 2007 ging
an Chefredakteur von "Die Zeit"

"Schreibe, was du siehst - schreibe, was du hörst"

Das war die Botschaft einer Stimme, die Hildegard von Bingen im Kloster Dissibodenberg hörte. Der nach ihr benannte Publizistikpreis der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz, der seit zwölf Jahren an verdienstvolle Medienschaffende vergeben wird, ging 2007 an den Chefredakteur der "Zeit" Giovanni di Lorenzo. Der Laudator Helmut Ahrens charakterisierte ihn als "Journalist aus Berufung und Leidenschaft".

Sorge um die freie Presse auch hierzulande

Der Preisträger selbst hob in seiner Dankesrede hervor, die Glaubwürdigkeit der freien Presse stehe heute auf dem Spiel. Gefahrenstellen sieht er bei der allzu engen Zusammenarbeit mit den unzähligen Pressestellen, von der Regierung angefangen über die mächtigen und einflussreichen Interessengruppen bis hin zu den kleinsten Verbänden landauf, landab. Eine Distanz zwischen Politik und Medien müsse gewahrt bleiben. Ebenso erkennt er eine Gefahr darin, dass Zeitungen ihren Lesern nach dem Mund reden.

Mit der Entwicklung der elektronischen Medien und der Nachrichtenflut, die täglich über die Republik hereinbricht, habe sich freilich für die schreibende Zunft der Schwerpunkt verschoben. Weniger im Vermitteln von Neuigkeiten als im Erklären, Orientieren, Bewerten sieht di Lorenzo heute die Aufgabe der Zeitung.

Natürlich verliert er dabei den ökonomischen Aspekt nicht aus dem Auge. Ein Chefredakteur müsse eben nicht nur ein gutes Blatt machen, sondern es auch verkaufen.

Wer liest noch Zeitung? Fernsehen und Internet als Konkurrenten

Dass nach der Statistik ältere Männer die größere Mehrheit unter den Zeitungslesern bilde, sieht di Lorenzo als bedenkliches Zeichen. Man müsse lernen, beispielsweise Berichterstattung aus der Wirtschaft so zu gestalten, dass sie auch bei Frauen Interesse hervorriefe, auch jenseits von Mode und Kosmetik.

Ebenso müsse man lernen, auf die Jugend zuzugehen, ohne sich anzubiedern, deren Interesse sich ja stärker auf das Internet richtet. Hier seien andere Denkweisen und Einstellungen bei den Zeitungsmachern gefragt. Allerdings drängen Zeitungen nicht ohne Grund mit vielfältigen Formen und Produkten auch ins Internet.

Eigener Bericht (zi, 05.01.2008)

Preisträger 2007: Giovanni di Lorenzo (10/2007) - www.hildegard-von-bingen-preis.de

Zur Webseite "Hildegard-von-Bingen Preis" - www.hildegard-von-bingen-preis.de



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