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ROG-Menschenrechtspreis





Reporter-Menschenrechtspreis 2009

Diesjähriger Preis geht nach Israel und Tschetschenien

Reporter ohne Grenzen (ROG) hat die Israelin Amira Hass am 2. Dezember 2009 in Paris als "Journalistin des Jahres 2009“ ausgezeichnet. Der Menschenrechtspreis in der zweiten Kategorie "Medium des Jahres 2009" ging an die tschetschenische Zeitschrift "Dosh" (übersetzt "Das Wort").

Amira Hass ist Mitarbeiterin der israelischen Tageszeitung "Ha’aretz" und die einzige israelische Journalistin, die in den Palästinensischen Gebieten lebt und arbeitet. Sie schreibt über das Alltagsleben der Palästinenser, die Auswirkungen der israelischen Politik auf die Autonomiegebiete sowie die palästinensische Verwaltung. Hass erhält den ROG-Preis vor allem für ihre Berichte während der israelischen Militäroperation "Gegossenes Blei" im Gazastreifen im Dezember 2008 / Januar 2009.

Das Magazin "Dosh" gehört zu den wenigen unabhängigen Medien, die über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in Tschetschenien und den anderen Kaukasusrepubliken berichten. Die Redaktion der 2003 gegründeten Zeitschrift musste nach Drohungen und Repressalien ihren Hauptsitz von Grosny nach Moskau verlegen und setzt von dort aus seine Arbeit dank eines großen Korrespondentennetzes in der Kaukasusregion fort.

In diesem Jahr vergibt ROG die Auszeichnung zusammen mit dem Medienhandelsunternehmen "fnac". Mit der Auszeichnung werden Journalisten und Medien für ihren besonderen Einsatz für Pressefreiheit und Menschenrechte gewürdigt.

Reporter ohne Grenzen vom 02.12.2009

ROG Menschenrechtspreis 2009 (12/2009) - www.reporter-ohne-grenzen.de

2009 Price, Reporters Without Borders (pdf, 12/2009) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Bücher von Amira Hass in deutscher Übersetzung - Buchtipps






Reporter-Menschenrechtspreis 2008

Preis geht nach Kuba, Myanmar und Nordkorea

In diesem Jahr wurde der Kubaner Ricardo Gonzáles Alfonso von Reporter ohne Grenzen (ROG) als "Journalist des Jahres 2008" ausgezeichnet. Demnach hatte der seit März 2003 inhaftierte Journalist den ROG-Menschenrechtspreis am 4. Dezember 2008 erhalten. Ricardo Gonzáles Alfonso hat eine der ersten unabhängigen Zeitungen Kubas, De Cuba, gegründet und sich für demokratische Veränderungen eingesetzt.

Desweiteren wurden in der Kategorie "Internetdissident/in" die beiden Blogger, Zarganar und Nay Phone Latt aus Myanmar mit dem Preis ausgezeichnet. Zarganar war wenige Tage zuvor zu ingesamt 59 Jahren, der 28-jährige Betreiber eines Internetcafes Nay Phone Latt zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Beide hatten sich in Blogs kritisch zur birmanischen Regierung bzw. Militärjunta geäußert.

In der Kategorie "Medium" ging der Preis an das nordkoreanische Radio Free NK. Die unabhängige Radiostation gilt als "Staatsfeind" des Regimes unter Kim Jong-il in der Demokratischen Volksrepublik Korea.

(rg, 06.12.2008)

Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 04.12.2007

ROG Menschenrechtspreis 2008 (12/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de






Reporter-Menschenrechtspreis 2007

Preis geht nach Eritrea, Birma, Irak, Ägypten und China

In diesem Jahr verliehen Reporter ohne Grenzen den Medienpreis "Journalist des Jahres an den eriträischen Journalisten Seyoun Tsehaye. Der seit dem Spätsommer 2001 inhaftierte Tsehaye hatte gegen den autoritär regierenden Machthaber Issias Afeworki Stellung bezogen. Er ist einer von etwa 15 Journalisten, die seit der Schließung aller nichtstaatlichen Medien vor sechs Jahren an einem geheimen Ort in Eritrea gefangen gehalten werden. Ihm ist nach Angaben von ROG weder der Besuch seiner Familie oder eines Anwalts gestattet. Seyoum Tsehaye hatte nach der Unabhängigkeit des Landes 1993 zunächst die Leitung des nationalen Fernsehens und später des Radios übernommen und nach seinem Protest gegen die autoritären Vorschriften des Präsidenten schließlich für ein privates Presseunternehmen gearbeitet.

Desweiteren wurde der Sender "Democratic Voice of Burma" geehrt für seine Arbeit im September 2007. Von Norwegen aus konnte er die Welt mit unzensierten Informationen und Bildmaterial über den Aufstand in Birma versorgen.

Als Organisation erhielt die irakische Journalistic Freedom Observatory (JFO) den Preis. JFO beobachtet seit 2004 die überaus schwierige Lage der Medien im Irak und unterstützt dort inhaftierte Journalisten.

Als "Internetdissident" wurde der ägyptische Blogger Kareem Amer (23) ausgezeichnet. Er wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, weil er öffentliche Kritik an Präsident Hosni Mubarak sowie an der streng islamischen Führung an Universitäten geäußert hatte.

Den Sonderpreis "China" vergab die Jury an die Menschenrechtsaktivisten Zeng Jinyan (24) und Hu Jia (34). Obwohl das Paar unter Hausarrest steht, informiert es die Welt unermüdlich weiter über HIV- und Umweltprobleme in China und verlangt von der Regierung einschneidende Veränderungen vor Beginn der Olympischen Spiele.

(rg, 08.12.2007)

Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 5.12.2007

ROG Menschenrechtspreis 2007 (12/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Dreieinhalb Jahre Gefängnis für Hu Jia (04/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de





Preisträger 2007: Der Exilsender
"Democratic Voice of Burma"

Die Organisation Reporter ohne Grenzen und die Stiftung "Fondation de France" würdigten in diesem Jahr Journalisten und Organisationen aus Eritrea, Irak, Ägypten und China mit dem "Preis für Menschenrechte".

In der Kategorie Medien wurde der Sender "Democratic Voice of Burma (DVB)" ausgezeichnet, der von Norwegen aus unzensierte Nachrichten über die Lage in Birma verbreitet.

Die Preisverleihung geht symbolisch auch an die Vielzahl von Nachrichtenquellen, Organisationen, Bürgerreporter, die ihrerseits die Welt mit Informationen über den Aufstand im September 2007 versorgten.
Trotz ständiger Nachrichtensperre erhielt die Weltöffentlichkeit Informationen über die gewaltsam zerschlagenen Demonstrationen und die tausendfachen Verhaftungen in Birma.

Über Mobiltelefone und dem Internet verbreiteten sich die Nachrichten über die wirkliche Lage im Land. Oppositionelle Birmanen, findige Bürger, Internetfreaks nutzen die Wege der modernen digitalen Kommunikation um die Weltöffentlichkeit zu alarmieren.

Der Junta, die laut einer Harvardstudie, 85 Prozent der E-Mail-Kommunikation im Lande kontrolliert und nahezu alle systemkritischen Internetseiten für die Bürger sperrt, gelang es nicht, die Nachrichtenverbreitung über die modernen Bürgerreporter zu unterbrechen.

Sowohl Einheimische wie auch Exilbirmanesen veröffentlichten über das Netz und die Mobiltelefone anonym Fotos und Videos von den blutig endenden Demonstrationen sowie kritische Berichte über das Regierungssystem.

All diesen systemkritischen Stimmen gebührt der Preis für Pressefreiheit und Menschenrechte.

(h.m., 09.12.2007

Die Stimme Birmas: Ein Exilsender versorgt das Land mit Informationen (09/2007)- www.dradio.de

Zur Webseite von "Democratic Voice of Burma" - www.dvb.no

Aufstand in Myanmar (09/2007) - Repressionen von 1988 könnten sich wiederholen




Journalist U Win Tin

Reporter-Menschenrechtspreis 2006

Win Tin aus Myanmar zum
"Journalisten des Jahres" gewählt

Am 12. Dezember 2006 verliehen Reporter ohne Grenzen ihren jährlichen Menschenrechtspreis an den Journalisten Win Tin aus Myanmar, für den auch Amnesty International sich eingesetzt hat, an die russische Zeitung Nowaja Gaseta, die kongolesische Journalistenorganisation Journaliste en danger und den Cyberdissidenten Guillermo Farinas Hernández aus Kuba. Die Organisation erklärte den 76-jährigen, 1998 zu 20 Jahren Haft verurteilten Win Tin zum "Journalisten des Jahres".

Besonders hervorzuheben ist auch die Auszeichnung für die zweimal wöchentlich erscheinende russische Zeitung Nowaja Gaseta, praktisch noch das einzige verbliebene unabhängig und regierungskritisch arbeitende Presseorgan, das sich noch an Tabuthemen wie behördliche Korruption oder Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien wagt und für das auch die kürzlich ermordete Anna Politowskaya schrieb. Wieweit diese internationale öffentliche Anerkennung dem Blatt hilfreich sein kann, bleibt abzuwarten.

Die Jury dieses renommierten Preises setzte sich aus einer stattlichen Zahl von Pressevertretern aus aller Herren Länder zusammen.             

(j.z., 15.12.2006)

ROG verleiht Menschenrechtspreis 2006 (12/2006) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Journalist U Win Tin (07/2006) - Myanmar: Die Inhumanität der Herrschenden

Nowaja Gaseta: Das Risiko der Pressefreiheit (10/2006) - www.dw-world.de

Website von "Journaliste en danger" (JED) - www.jed-afrique.org

Guillermo Farinas Hernandez: Der verbotene Reporter (12/2006) - www.zeit.de

Guillermo Farinas Hernandez (07/2007) - Geht für Meinungsfreiheit aufs Äußerste




Weitere Informationen


ROG Menschenrechtspreis 2007: Seyoun Tsehaye (12/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de

ROG Menschenrechtspreis 2006: U Win Tin (12/2006) - www.reporter-ohne-grenzen.de

ROG Menschenrechtspreis 2005: Zhao Yan (12/2005) - www.reporter-ohne-grenzen.de

ROG Menschenrechtspreis 2004: Hafnaoui Ghoul (12/2004) - www.reporter-ohne-grenzen.de

ROG Menschenrechtspreis 2003: Ali Lmrabet (12/2003) - www.reporter-ohne-grenzen.de



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