Palm-Preis 2008
Seyran Ates und Itai Mushekwe
Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an Seyran Ates und den politischen
Journalisten Itai Mushekwe aus Simbabwe. Das Kuratorium der Palm-Stiftung ist davon überzeugt, dass
die beiden Preisträger mit ihrem Mut und ihrem Einsatz für andere ein herausragendes Beispiel für das
Ringen um Meinungs- und Pressefreiheit geben, wofür sie einschneidende persönliche Nachteile
auf sich nehmen.
Menschenrechtlerin Seyran Ates aus Deutschland
Die durch ihre engagierte Teilnahme an der "Multi-Kulti-Debatte" und ihre Kritik an der
Selbstisolierung vieler in der Bundesrepublik lebender Türken weithin bekannt gewordene
türkisch-stämmige Juristin, Menschenrechtlerin und Autorin Seyran Ates lässt sich in ihrem Einsatz für
bedrohte und unterdrückte Mitmenschen, insbesondere auch für Frauen und Mädchen mit
Migrationshintergrund, trotz gegen sie selbst gerichteten Drohungen und Diffamierungen nicht
davon abbringen, deutlich und auch unbequem Stellung zu beziehen.
Journalist Itai Mushekwe aus Simbabwe
Itai Mushekwe berichtet in sorgfältig recherchierten Artikeln über Misswirtschaft und die
menschenverachtende Politik in seinem Land und nimmt damit unabsehbare Konsequenzen für
sich und seine junge Familie in Kauf. Ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung ermöglichte
ihm 2007 einen Aufenthalt zur Fortbildung in der Bundesrepublik. In dieser Zeit erfuhr er,
dass sein Name im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Simbabwe auf einer Liste missliebiger
Journalisten des Regimes Mugabe aufgeführt war. Trotz der damit verbundenen Gefahren tritt er
weiterhin mit seiner Arbeit als Kritiker der repressiven Politik in seinem Heimatland auf.
(zi, 30.08.2008)
Johann-Philipp-Palm-Preis: Die Preisträger -
www.palm-stiftung.de
Seyran Ates
Seyran Ates: "Durch Schweigen werde ich zur Mittäterin" (10/2008) -
de.qantara.de
Interview mit Seyran Ates: Der Multikulti-Irrtum (10/2007) -
de.qantara.de
Itai Mushekwe
Itai Mushekwe: Laudatio von Johano Strasser (pdf, 12/2008) -
www.pen-deutschland.de
Itai Mushekwe: Plötzlich auf der schwarzen Liste (05/2008) -
www.dw-world.de
Interview mit Itai Mushekwe (01/2008) -
www.spreeblick.com
Itai Mushekwe: Presidential Elections in Zimbabwe (03/2009) -
www.boell.de
Palm-Preis 2006
Asja Tretyuk und Tageszeitung "The Point"
Die Journalistin Asja Tretyuk (Weißrussland) und die Tageszeitung The Point (Gambia)
sind die diesjährigen Träger des Johann-Philipp-Palm-Preises für Meinungs- und Pressefreiheit.
Sie teilen sich den mit 20.000 Euro dotierten Preis, der von der Palm-Stiftung e.V. Schorndorf (Baden-Württemberg)
alle zwei Jahre verliehen wird.
Journalistin Asja Tretyuk aus Weißrussland
Asja Tretyuk berichtete mutig über die fragwürdigen Strafprozesse, die Lukaschenko
gegen seine Widersacher anordnete. Stets standen Fragen der Menschenrechte, der Justiz und
ihrer Verfehlungen sowie soziale Fragen im Zentrum ihrer journalistischen Arbeit. In der
Auseinandersetzung mit dem Regime wagte sie sich so weit vor, dass es für sie zur Zeit sehr
schwierig geworden ist, oppositionelle Pressearbeit zu leisten.
Die Zuerkennung des Johann-Philipp-Palm-Preises versteht sich als eine moralische, professionelle und
materielle Unterstützung für sie und gleichzeitig als eine kritische Stellungnahme dem Regime
in Weißrussland gegenüber.
Redakteure der Tageszeitung "The Point" aus Gambia
The Point ist die erste unabhängige Tageszeitung in Gambia. Sie wurde 1991 von Deyda Hydara
und Pap Saine gegründet und kann mit 3.000 Exemplaren seit Anfang dieses Jahres täglich erscheinen.
In regelmäßiger Berichterstattung will sie für unabhängige und freie Meinungsäußerung einstehen.
Im Dezember 2004 ist ihr Chefreporter Deyda Hydara ermordet worden. Mit großem Engagement setzte
sich Pap Saine, der von der ersten Stunde an mit dabei war, für die Meinungs- und Pressefreiheit
in seinem Lande ein und wird die Ehrung entgegennehmen.
Im September 2006 wird in Gambia gewählt. Dort findet auch das diesjährige Gipfeltreffen
der Afrikanischen Union statt. Die Auszeichnung ist als Unterstützung der Tageszeitung gedacht;
zugleich soll das öffentliche Interesse hierzulande auf Gambia gelenkt werden.
Ausgewählt wurden die Preisträger aus einer Reihe preiswürdiger Kandidatinnen und Kandidaten,
die Kuratoren und Kooperationspartner der Stiftung,
Reporter ohne Grenzen und
Amnesty International,
vorgeschlagen hatten.
(Mai 2006)
Asya Tretyuk (Weißrussland) - Dossier (12/2006) -
www.palm-stiftung.de
Pap Saine (Gambia) - Dossier (12/2006) -
www.palm-stiftung.de
Gambia: Journalismus unter Lebensgefahr (12/2006) -
www.dradio.de
Website der Tageszeitung "The Point" -
thepoint.gm
Palm-Preis 2004
Sergeij Duvanov und Frauenmagazin "Malalai"
Der Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit 2004 geht an den
regimekritischen kasachischen Journalisten
Sergeij Duvanov und das erste afghanische
Magazin von Frauen
für Frauen, "Malalai".
Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und honoriert Beiträge zur Wahrung der
Meinungs- und Pressefreiheit. Er wird alle zwei Jahre von der Johann-Philipp-Palm-Stiftung verliehen,
die sich für die Verwirklichung der Menschenrechte einsetzt. Palm war ein aufklärerischer Verleger, der
1806 wegen einer Flugschrift von einem französischen Militärtribunal zum Tode verurteilt wurde.
Die Kandidaten für den Preis werden von "Reporter ohne Grenzen" und Amnesty International vorgeschlagen.
Zuletzt waren die tunesische Journalistin
Sihem Bensedrine und der Leipziger Pfarrer
Christian Führer
ausgezeichnet worden.
(Nachrichten, Amnesty International 12/2004)
Jamila Mujahed (Afghanistan) - Dossier (12/2004) -
www.palm-stiftung.de
Zeitschrift "Malalai": Die Stimme der afghanischen Frauen (12/2004) -
de.qantara.de
Sergeij Duvanov (Kasachstan) - Dossier (12/2004) -
www.palm-stiftung.de
Der Fall Sergeij Duvanov (Kasachstan) (12/2004) -
www.dradio.de
Sihem Bensedrine (Tunesien) - Dossier (12/2002) -
www.palm-stiftung.de
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