ROG: Nur Frieden schützt die Pressefreiheit
7. "Rangliste der Pressefreiheit" -
Deutschland auch 2008 erneut auf Platz 20
Frieden, nicht wirtschaftlicher Wohlstand, garantiere Pressefreiheit, stellte
Reporter ohne Grenzen
(ROG) in seiner neuesten Rangliste zur Lage der Medienfreiheit in 173 Ländern fest.
Danach seien demokratische Staaten wie die USA oder Israel, die bewaffnete Konflikte austragen,
weiter abgestiegen. Einige wirtschaftlich schwache Länder in Afrika und in der Karibik seien dagegen
aufgestiegen. Deutschland stehe auch in diesem Jahr wieder auf Rang 20.
Unter den letzen zehn in der Rangliste stehen die Länder:
Laos (164.), Sri Lanka (165.), Iran (166.),
China (167.), Vietnam (168.),
Kuba (169.), Myanmar (170.), Turkmenistan (171.), Nordkorea (172) und
Eritrea (173.).
(rg, 25.10.2008)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 22.10.2008
Rangliste der Pressefreiheit 2007
6. "Rangliste der Pressefreiheit" - Deutschland auf Platz 20
Insgesamt 167 Länder wurden von Reporter ohne Grenzen gründlicher Recherche unterzogen, die USA und
Israel aber doppelt gelistet, für das eigene Land und ihr Vorgehen im Irak bzw. in den Palästinensischen
Gebieten. Die Daten stammen aus dem Zeitraum zwischen September 2006 und Ende August 2007.
Kritische Lage in Asien, Afrika und im Nahen Osten
In den untersten Positionen befinden sich sieben asiatische und fünf afrikanische Staaten, vier aus dem
Nahen Osten und drei GUS-Staaten: Pakistan; Sri Lanka, Laos, Vietnam, China, Birma/Myanmar,
Nordkorea, Äthiopien, Äquatorial Guinea, Libyen, Somalia, Eritrea, Syrien, Irak, Palästinensische
Gebiete und Iran. Die Lage in Eritrea bezeichnen
Reporter ohne Grenzen als "desaströs".
Birma/ Myanmar und China belegen den 164. und 163. Platz.
Veränderungen vor allem im Mittelfeld - Europäische Länder auf den
vorderen Plätzen
Auf- und Abstiege gab es vor allem im Mittelfeld. Das Internet wird zunehmend stärker zensiert. Auch
dadurch sind einige Länder zurückgefallen.
Alle Staaten der Europäischen Union sind unter den ersten fünfzig Positionen, mit Ausnahme von
Bulgarien (51) und Polen (56). Spitzenplätze belegen, wie früher schon, nordeuropäische Länder wie
Dänemark und Norwegen. Frankreich hat sich um sechs Plätze auf Rang 31 verbessert, Italien bleibt
auf Rang 40, Spanien hält Platz 33.
Unter den G8-Staaten ist Kanada auf Platz 18, Deutschland auf Platz 20, Japan auf Platz 37. Die USA
rangieren auf Platz 48, Russland belegt Platz 144.
Zusammenfassung (zi, 20.10.2007)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 16.10.2007
Rangliste der Pressefreiheit 2006
Alarmierende Situation: ROG sieht "Aushöhlung der Pressefreiheit"
Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) sieht eine alarmierende
"Aushöhlung der Pressefreiheit" in den USA, Frankreich und Japan. Deutschland
fiel nach der "Cicero-" und der BND-Affäre in der weltweiten Rangliste zur Pressefreiheit
vom 18. auf den 23. Platz zurück.
Am schwierigsten ist die Situation der Liste
zufolge in Nordkorea, Turkmenistan und Schlusslicht Eritrea. Russland belegt den
147. Platz unter den 166 untersuchten Ländern.
(Nach dpa Berlin vom 24.10.2006)
In Nordkorea, Turkmenistan und Eritrea ist Presse ... (10/2006) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Rangliste der Pressefreiheit 2005
Nordkorea ist Schlusslicht, westliche Demokratien rutschen ab
Nordkorea ist auch in diesem Jahr Schlusslicht der heute veröffentlichten
vierten Rangliste zur weltweiten Situation der Pressefreiheit von Reporter ohne
Grenzen (167. und letzter Rang). Es folgen Eritrea (166.) und Turkmenistan
(165.). In diesen Ländern gibt es weder unabhängige Medien noch ist
freie Meinungsäußerung möglich. Journalisten können
lediglich die Staatspropaganda wiedergeben. Jegliches Abweichen wird hart
geahndet. Ein Wort zu viel, ein Tippfehler, ein Kommentar, der etwas neben der
offiziellen Linie liegt, können ständige Überwachung, Schikane,
oder gar Gefängnis bedeuten.
In Ost- und Zentralasien sowie im Nahen Osten ist es am schwierigsten,
unabhängig zu berichten. In Myanmar (163. Rang), China (159.), Vietnam
(158.), Usbekistan (155.), Afghanistan (125.), dem Irak (157.), Syrien (145.)
und dem Iran (164.) etwa verhindern repressive Regierungen oder
gewalttätige Übergriffe bewaffneter Gruppen oftmals eine freie
Berichterstattung.
Der Irak ist wegen der zunehmend unsicheren Situation für Journalisten
weiter in der Rangliste abgerutscht (157. Rang /2004: 148.). Seit
Kriegsbeginn im März 2003 sind dort insgesamt 72 Journalisten und
Medienmitarbeiter getötet worden. Allein in diesem Jahr waren es 24.
Verbessert hat sich die Situation der Medien in einigen afrikanischen und
lateinamerikanischen Staaten: Unter den ersten 50 sind Benin (25./2004: 27.)
und Namibia (25./44.), El Salvador (28.), Kap Verden (29.), Mali (37.), Costa
Rica (41.) und Bolivien (45.).
Die westlichen Demokratien sind abgerutscht. So sind die USA
um über 20 Ränge zurückgefallen (44./23.); vor allem weil der
Quellenschutz zunehmend untergraben wird. So trug auch die verhängte
Beugehaft gegen New York Times-Reporterin Judith Miller zur negativen Bewertung
bei. Kanada hat sich ebenfalls um einige Plätze verschlechtert (21./18.).
Auch hier wurden der Schutz von Informanten geschwächt und Journalisten
mitunter zu Handlangern der Justiz gemacht. Frankreich ist von Rang 19 auf
Platz 30 zurückgefallen. Hier wurden Redaktionsräume durchsucht,
Journalisten verhaftet und sowie die Liste von Pressedelikten erweitert.
Die Spitze der Rangliste
An der Spitze der Rangliste stehen wie schon im vergangenen Jahr die
nordeuropäischen Länder (Dänemark, Finnland, Irland, Island,
Norwegen, Niederlande). Dort ist die Pressefreiheit fest verankert. Die zehn
Erstplatzierten sind europäische Länder. An der Spitze der anderen
Kontinente stehen Neuseeland (12.), Trinidad und
Tobago (12.) für Amerika, Benin (25.) für Afrika und Südkorea
(34.) für Asien.
Auch zahlreiche Länder, die erst in den vergangenen Jahren unabhängig
oder wieder unabhängig wurden, respektieren die Pressefreiheit. Damit
widerlegen sie die häufig aufgestellte Behauptung, der Aufbau einer
Demokratie dauere Jahrzehnte. Neun Staaten aus dieser Gruppe sind unter den
ersten 60: Slowenien (9.), Estland (11.), Lettland (16.), Litauen (21.),
Namibia (25.), Bosnien-Herzogowina (33)., Mazedonien (43.), Kroatien (56.) und
Ost-Timor (58.).
Ebenso die von Politikern ärmerer und repressiver Länder gerne
vertretene These, nach der die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes
unabdingbar sei für Demokratie und Achtung von Menschenrechten, lässt
sich nicht belegen. Es führen zwar überwiegend reiche Länder die
Rangliste an, doch sind auch Länder mit einem Bruttoinlandsprodukt unter
1.000 US-Dollar (in 2003) unter den ersten 60 zu finden: Benin (25.), Mali
(37.), Bolivien (45.), Mosambik (49.), Niger (57.) und Ost-Timor (58.).
Reporter ohne Grenzen hat für die Rangliste 166 Länder ausgewertet
(die USA wurden zweimal gelistet: für das Land selber und das Vorgehen im
Irak). Die Menschenrechtsorganisation hat sich mit 50 Fragen zur Situation in
den jeweiligen Ländern an ihre Partner (14 Organisationen, die sich
weltweit für Pressefreiheit einsetzen) ihr Korrespondenten-Netzwerk und an
Journalisten, Rechercheure, Juristen und Menschenrechtler gewandt.
(Oktober 2005)
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