Gesetz soll Medien verpflichten, "ausgewogen" zu berichten
Aber was sind "positive", was "negative Nachrichten"?
Kleiner Schritt nach rückwärts gefällig?
Einstimmig gebilligt wurde vom rumänischen Senat am 25. Juni 2008 ein Gesetz,
das Rundfunk- und Fernsehstationen verpflichtet, positive und negative Nachrichten
"in gleichen Proportionen" zu senden. Der Gesetzesentwurf war von der "Größeren Rumänischen
Partei" (PRM) und den Nationalliberalen eingebracht worden. Das "Gesetz" solle dazu dienen,
"das allgemeine Klima zu verbessern und der Öffentlichkeit die Chance zu einem
austarierten Blick auf das tägliche Leben zu bieten", und zwar "psychologisch wie emotional".
Man erinnert sich an Zeiten, in denen in Osteuropa offiziell eigentlich nur "positive
Nachrichten" verbreitet wurden. Immerhin sollen es nunmehr nur 50 Prozent der
Nachrichtenpalette sein. Also nur ein kleiner Schritt rückwärts? Es werden doch nicht
weitere dahingehende Schritte folgen?
Arne König, Vorsitzender des europäischen Zweigs (European Federation of Journalists, EFJ)
der Internationalen Journalisten-Förderation (International Federation of Journalists, IFJ),
kommentierte: "Man kann sich schwerlich einen absurderen Vorschlag vorstellen als ein 'Gute-Nachrichten- und
Schlechte-Nachrichten-Gesetz'". Kriterien für die Klassifizierung von Nachrichten in positive
und negative enthält das Gesetz nicht. Seine Einführung sei einfach eine "total
anti-demokratische" und auch "anti-professionelle Maßnahme", so EFJ.
(zi, 13.07.2008)
Quellen: International Federation of Journalists (IFJ) vom 27.06.2008,
Reporters sans Frontiers vom 26.07.2008, Romania's Media Monitoring Agency (MMA)
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