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Länderberichte, © Amnesty International Länderberichte
Russ. Föderation


Amnesty Journal, Amnesty International Journal 05/2007:
Putins Gegner


Anna Politkowskaja, © Katja Tähjä/Amnesty International Unsere Gruppe:
Im Gedenken
an Anna
Politkowskaja


Mordfall Natalia
Estemirowa



 
Koordinationsgruppe 2907, Amnesty International
 


Russland - Mordfall Anna Politkowskaja

Nationalflagge der Russischen Föderation


Foto: © Katja Tähjä/Amnesty International
Anna Politkowskaja in Helsinki 2002



Freispruch aus Mangel an Beweisen

Urteil im ersten Strafprozess vor dem
Moskauer Militärgericht

Mehr als zwei Jahre nach der Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja wurden am 19.02.2009 die drei mutmaßlichen Täter, die der Beihilfe zum Mord angeklagt waren, im ersten Strafprozess vor dem Moskauer Militärgericht freigesprochen.

Wie die Agenturen Interfax und RIA Nowosti berichteten, sah die Geschworenen-Jury die Vorwürfe wegen Beihilfe zum Mord als nicht erwiesen an. Angeklagt waren ein russischer Polizist und die beiden tschetschenischen Brüder Ibrahim und Dschabrail Machmudow, deren dritter Bruder Rustam der Todesschütze gewesen sein soll. Dieser sei jedoch flüchtig.

Der Fall wurde inzwischen zurück an die Ermittlungsbehörde verwiesen. Die Staatsanwaltschaft solle erneut versuchen aufzuklären, wer das Verbrechen begangen habe, so der Richter Jewgeni Subow nach Angaben der Agentur Interfax.

(rg, 22.02.2009)

Quellen: Reporter ohne Grenzen vom 19.02.2009,
ARD Tagesschau vom 19.02. und 20.02.2009

Prozess im Mordfall Anna Politkowskaja ... (02/2009) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Freisprüche im Politkowskaja-Prozess (02/2009) - www.dw-world.de

Schreiben unter Lebensgefahr (02/2009) - www.3sat.de

Drei Freisprüche im Mordfall Politkowskaja (02/2009) - www.welt.de

Wer ermordete Anna Politkowskaja? (02/2009) - www.handelsblatt.com

Nach dem Urteil: Russische Justiz ordnet neue Ermittlungen an (02/2009) - www.rp-online.de




Zwei Jahre nach Ermordung: Erinnern an Anna Politkowskaja

Am 7. Oktober 2008 jährt sich der Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja zum zweiten Mal.

Reporter ohne Grenzen (ROG) und das Center for Journalism in Extreme Situations (CJES) erinnern in einer gemeinsamen Initiative an die mutige Journalistin und fordern die russische Justiz auf, die Täter und Auftraggeber endlich zu bestrafen.

Reporter ohne Grenzen (Newsletter 2/2008)

Geschworener im Politkowskaja-Prozess ... (11/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Der Fall Politkowskaja - Ein Prozess ohne Mörder und Auftraggeber (11/2007) - www.dw-world.de

Mord nach zwei Jahren noch nicht aufgeklärt (10/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Mord an Journalistin Anna Politkowskaja vor Militärgericht (10/2008) - www.igfm.de

Politkowskaja-Mörder soll in Westeuropa leben (07/2008) - www.welt.de




Geschwister-Scholl-Preis für Anna Politkowskaja

Posthume Ehrung für Mut und Zivilcourage

Etwa ein Jahr nach ihrem Tod wurde der in Moskau ermordeten, international bekannt gewordenen Journalistin Anna Politkowskaja die Auszeichnung zuerkannt.

Damit würdigte die Jury "den Mut und die Zivilcourage" der regierungskritischen Reporterin, die besonders mit ihren Berichten aus Tschetschenien, aber auch wegen ihres generellen Eintretens füe Demokratie und Menschenrechte in Russland weltweit Aufmerksamkeit gefunden hatte.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung nahm ihr Sohn Ilja Politkowski in München entgegen.

(zi, 01.12.2007)

Quelle: dpa vom 27.11.2007

Russlands schlechtes Gewissen (11/2007) - www.zeit.de

Geschwister-Scholl-Preis für Politkowskaja (11/2007) - www.tagesspiegel.de




Lückenlose Aufklärung gefordert

Ein Jahr nach der Ermordung von Anna Politkowskaja

Rund ein Jahr ist es her, dass die Journalistin Anna Politkowskaja erschossen im Aufzug ihres Moskauer Wohnhauses gefunden wurde. Der Jahrestag am 7. Oktober war Anlass für zahlreiche Mahnwachen - zumal über die Drahtzieher des Mordes bis heute nichts bekannt ist. "Lückenlose Aufklärung" war deshalb die wesentliche Forderung, die "Reporter ohne Grenzen" und AI-Unterstützer vor der russischen Botschaft in Berlin kundtaten. Groß ist die Sorge davor, dass am Ende statt der wahren Hintermänner ein Sündenbock als Täter präsentiert wird.

Dieser Gedanke treibt auch Dimitri Muratow um. Gegenüber dem Moskauer AI-Büro sagte der Chefredakteur der "Nowaja Gaseta", für die Anna Politkowskaja arbeitete: "Ich bezweifle, dass die Ermittlungsergebnisse zufriedenstellend sein werden. Werden die Ermittler genug Mut haben und den Auftraggeber finden? Das ist für uns im Moment die wichtigste Frage."

Umso bedeutsamer sind ihm Aktionen wie die in Berlin. "Ohne den konstanten und direkten Druck der internationalen Öffentlichkeit wäre der Fall längst zu den Akten gelegt worden", so Muratow. "Es mag sein, dass Putin nichts auf die Meinungen hierzulande gibt, aber ich kann versichern, dass Putin Mitglied der internationalen Gemeinschaft sein will, und deshalb hört er auf die internationale Gemeinschaft."

(Amnesty-Journal, November 2007)

AI fordert lückenlose Aufklärung der Ermordung ... (10/2007) - www.amnesty.de




Verwirrung und Widersprüchlichkeiten

Wie glaubwürdig sind die Ergebnisse der Ermittlungen
im Mordfall Politkowskaja?

Von den zehn festgenommenen Verdächtigen wurden zwei "aus Mangel an Beweisen" wieder auf freien Fuß gesetzt. Zwei weitere sollen nicht wegen der Mordsache, sondern wegen anderer Straftatbestände in Haft genommen worden sein. Die Frage bleibt, ob die restlichen Inhaftierten den Tätern bei der Vorbereitung des Mordes geholfen haben, wie es in der offiziellen Bekanntgabe der Ermittlungsbehörden hieß.

Die Staatsanwaltschaft hat sich zu den in der Tageszeitung "Twoi Djen" am 28. August 2007 veröffentlichten Namen nicht geäußert. Es wird jetzt allerdings untersucht, wie die Namen an die Zeitung gelangen konnten. Die Begleitumstände, – in der diesbezüglichen dpa-Nachricht ist von "einer Reihe von Pannen" die Rede – die Widersprüche und die jetzt erfolgte Auswechslung des leitenden Ermittlers durch die Staatsanwaltschaft lassen "Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Ermittlungsergebnisse der russischen Behörden aufkommen", kommentieren Reporter ohne Grenzen (ROG) in ihrer Pressemitteilung vom 5. September 2007.

Eventuelle Machtkämpfe innerhalb der Staatsanwaltschaft

Eventuelle Machtkämpfe innerhalb der Staatsanwaltschaft sind "der Aufklärung des Mordes nicht zuträglich". Die Drahtzieher der Tat dürfen nicht im Dunkeln bleiben. "Sich auf Feinde außerhalb Russlands zu beschränken, wie es Generalstaatsanwalt Tschaika in seiner Erklärung nahe legt, ist absurd“, heißt es in der Presseerklärung von ROG weiter. Die Journalistenorganisation betrachtet es kritisch, dass eine zweite Ermittlungskommission eingerichtet wurde, die durch den Abteilungsleiter Iwanow die Staatsanwaltschaft direkt kontrolliert werden soll. Nach Feststellungen von ROG hätten alle Betroffenen, von der "Nowaja Gaseta" bis zu den Angehörigen, dem bisher mit dem Fall betrauten Chefermittler Petros Garibjan "große Professionalität und Integrität" bescheinigt.

(j.z., 06.09.2007)

Quelle: dpa Moskau vom 06.09.2007

Widersprüchliche Aussagen im Mordfall Politkowskaja (09/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de




Zehn Verhaftungen im Mordfall Politkowskaja

Ist der Fall damit "erledigt"?
Erklärungen des Generalstaatsanwalts, das "Echo Putins"?

Russische Zeitungen folgen in ihrer Einschätzung über die Ermittlungen wohl zum größeren Teil den Angaben von Generalstaatsanwalt Jurij Tschaika, der auf einer Pressekonferenz am 27. August 2007 außer der Festnahme von zehn Verdächtigen seine Einschätzung des gesamten, den Mord betreffenden Sachverhalts bekannt gab. Unter den Verhafteten sind zwar Mitarbeiter des Inlandgeheimdienstes FSB und des Innenministeriums, sie hätten die Auftragskiller mit Informationen über das Opfer versorgt. Die wahren Schuldigen will die Justiz aber im Ausland ausgemacht haben. Es gäbe noch viel zu tun, gegebenenfalls müsse man Auslieferungsanträge stellen. Organisiert habe die Tat der Anführer einer tschetschenischen Gruppe, die auf Auftragsmorde und kriminelle Geschäfte spezialisiert sei, und der sich im Ausland aufhalte.

"Kugeln aus dem Ausland"

So titelte das Regierungsblatt "Rossiskaja Gaseta". Die regierungsnahe "Iswestija" setzte voll auf diese angebliche Spur. Und wieder, wie nach der radioaktiven Vergiftung Litwinenkos, werden Andeutungen gemacht, die auf Boris Beresowski zielen, den Putin-Widersacher und Milliardär im Londoner Exil. Mit dem Verdacht auf Kräfte im westlichen Ausland, die durch ihre Aktionen Russland destabilisieren, die russische Führung vor dem In- und Ausland demütigen und vom Kurs abbringen wollten, um das alte marode System wiederherzustellen, verbindet die "Iswestija" auch Spekulationen über die Hintergründe der Ermordung von Paul Chlebnikow, Chefredakteur des "Forbes", von Andrej Koslow, stellvertretender Vorsitzender der russischen Zentralbank, wie auch des fehlgeschlagenen Bombenattentats auf die ehemalige, ins Ausland geflohene "Kommersant"-Mitarbeiterin Elena Tregubowa. - Nach einer Online-Umfrage teilen 57 Prozent der "Iswestija"-Leser die These der Angriffe von außen.

Wie glaubhaft ist die offizielle Informationspolitik?

Hingegen soll eine kürzliche landesweite Umfrage des Lewada-Zentrums ergeben haben, dass 80 Prozent der Befragten der Informationspolitik der Putin-Administration keinen Glauben schenkten. Die regierungskritische Online-Zeitung "Gaseta.Ru" hat diese Politik als regelrechte "Informations-Verstopfung" charakterisiert. Bei welchen Anschlägen der zurückliegenden Jahre auch immer: Die Machthaber machten die Schuldigen jeweils unter jenen aus, die der Führung nicht genehm seien. Die Erklärungen des Generalstaatsanwalts Tschaikas kommentierte diese Zeitung mit der Bemerkung, sie seien "das Echo Putins", der schon kurz nach dem Mord im Oktober 2006 Andeutungen über eine Täterspur ins Ausland gemacht hatte.

Hingegen äußerte der liberale Duma-Abgeordnete Wladimir Rischkow damals in einem Interview, Anna Politkowskaja habe exakt die Themen recherchiert, die der Führung aus FSB und Armee "unangenehm seien". Jede dieser Strukturen könne als Auftraggeber des Verbrechens in Betracht kommen. Daran erinnerte jetzt die zum Bereswski-Medienimperium gehörende "Kommersant".

Die Sicht der Kollegen Anna Politkowskajas

Die Mitarbeiter der "Nowaja Gaseta", für die auch Anna Politkowskaja arbeitete, haben zwar die Untersuchungen der staatlichen Behörden unterstützt und halten es "für sehr wahrscheinlich", dass die gefassten Verdächtigen in den Mord verwickelt waren. Was sie jedoch nicht teilen, ist der Regierungskurs, die wahren Täter und Hintermänner im Ausland zu suchen. Chefredakteur Dimitrij Muratow klagte gegenüber der "New York Times", dass die Justiz die Drahtzieher im Ausland suche, sei "ein Alptraum".

Ilja Politkowskaja, der 28-jährige Sohn der Ermordeten, schrieb in einer E-Mail an die "Moscow Times", es sei für ihn keine Überraschung, dass die offizielle Bekanntgabe der Festnahmen gerade zu diesem Zeitpunkt erfolgt sei. Zum einen stehe der Geburtstag seiner Mutter (30. September) bevor, zum anderen jähre sich der Mord am 7. Oktober. – Dies angesichts der noch lebhaften Erinnerung an das Geschehen, zu dessen Jahrgedächtnis zumindest in europäischen Ländern allenthalben Gedenkfeiern zu erwarten sind, die wiederum die russische Führung nicht erfreuen werden.

(j.z., 29.08.2007)

Quelle: dpa / Spiegel-Online vom 28.08.2007

ROG fordert weitere Informationen und raschen ... (08/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de




Foto: © ROG


Untersuchung des Mordes an
Anna Politkowskaja gefordert

12.000 Unterschriften für eine Internet-Petition
von Reporter ohne Grenzen

Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen, wie auch Amnesty International, verlangt dringend eine unabhängige Untersuchung der Ermordung der international hoch angesehenen russischen Journalistin, womöglich durch eine Komission der EU oder der UNO.

Mit einer im Internet veröffentlichten Petition, die europaweit beachtliche Resonanz fand, wollte sie jetzt noch einmal diese Forderung unterstreichen. Unter der großen Zahl von Unterzeichnern befinden sich auch hochrangige Personen aus europäischen Institutionen.

Die Liste wurde am 15. Dezember von Robert Ménard, dem Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, in Paris dem Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) René van der Linden überreicht.

(j.z., 15.12.2006)

Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 15.12.2006


Petition für unabhängige Untersuchung überreicht (12/2006) - www.reporter-ohne-grenzen.de

ROG fordert Veröffentlichung der ... (04/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Hunderte protestieren sechs Monate nach Mord an ... (04/2007) - www.reporter-ohne-grenzen.de




AI-Demonstration vor der Russischen Botschaft in Paris, 09.10.2006, Foto: © Amnesty International

Der Mord an
Anna Politkowskaja,
ein Menetekel

Europa sollte sein Verhältnis zu Russland überdenken

Gedenk- und Protestveranstaltungen allenthalben; hierzulande gedenken Die Akademie der Künste gemeinsam mit Pen in Berlin der Ermordeten, in Hamburg die Deutsche Journalisten-Union und anderen Organisationen zusammen mit der evangelischen Hauptkirche St. Katharinen; in Paris demonstrieren Reporter ohne Grenzen vor der russischen Botschaft.

Die Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja ist zum weltweit beachteten Menetekel der unterdrückten Meinungsfreiheit in Putins Russland geworden. Sie hat viele erschrockene Reaktionen, Stellungnahmen, Proteste, Forderungen nach sich gezogen. Das Verhalten auf der Ebene der maßgeblichen Politik blieb allerdings auffällig verhalten und vage. Mehr als eine allgemeine, unscharfe Anmahnung zur Beachtung der Menschenrechte in Russland war auch von Frau Merkel bei dem Treffen mit Putin zur Fortsetzung des sogenannten "Petersburger Dialogs" nicht zu vernehmen.

Amnesty International erwartet offene Untersuchung

Amnesty International veröffentlichte am 10. Oktober 2006 zwei Presseverlautbarungen zur Lage der Pressefreiheit in Russland mit einzelnen Fällen von wegen ihrer Stellungnahme gegen Menschenrechtsverletzungen bedrohten Publizisten und zur Ermordung Anna Politkowskaja, worin festgestellt wird, dass Präsident Putin eine alsbaldige offene Untersuchung des Gewaltverbrechens angekündigt habe; man erwarte aber nun, dass diese wirklich unverzüglich, umfassend und unparteiisch durchgeführt werde.

Die Internationale Sekretärin von Amnesty International, Irene Khan, wandte sich in einem Brief direkt an Putin mit der Erwartung, dass ein Machtwort von höchster Stelle zum Schutz bedrohter Journalisten seine Wirkung nicht verfehlen sollte, wenn darin klargemacht würde, dass Angriffe gegen unabhängige Journalisten und Menschenrechtsverteidiger nicht zu dulden seien und Schuldige unnachgiebige Ahndung und Bestrafung erwarte.

Reporter ohne Grenzen gingen noch weiter mit ihrer Forderung einer Untersuchung der Ermordung Anna Politkovskayas durch eine neutrale Kommission von UN oder EU.

Europäische Union und ihr Verhältnis zu Russland

Wirtschaftliche Rücksichten, vor allem die neuerliche Abhängigkeit von Russland auf dem Energiesektor, veranlassen die verantwortlichen europäischen Politiker in dieser Hinsicht zu "diplomatischer Vorsicht und Rücksichtnahme". Dabei wären deutliche Worte mehr als angebracht.

Im Svenska Dagbladed schrieb die Russlandexpertin Anna Jonsson am 10. Oktober 2006, nach dem Mord an Anna Politkowskaja solle der Westen und besonders die EU ihr Verhältnis zu Russland überdenken. "Werte wie Menschenrechte, Demokratie und Meinungsfreiheit haben viel zu lange hinter real-politischen Zielen zurückgestanden. Wenn wir das heutige Russland akzeptieren, dann werfen wir all die Werte über Bord, auf denen unsere freien Gesellschaften basieren – und dann haben wir uns selbst verloren. Darüber hinaus würden wir die Menschen verraten, die nach wie vor für Rechtsstaatlichkeit und Toleranz in Russland kämpfen – Frauen und Männer, die sich nicht der Selbstzensur unterwerfen und damit ihr Leben riskieren. Anna Politkowskaja war nicht naiv. Sie glaubte nicht, dass ihre Artikel das Verhältnis der Welt zu Russland revolutionieren würden. Doch genau dies sollten sie tun."

(j.z., 15.10.2006)




Mahnwache für Anna Politkowskaja, Foto: © Katja Tähjä/Amnesty International

Mahnwache vor russischen Behörden
in vier deutschen Städten

Gemeinsame Aktion von Amnesty International
und Reporter ohne Grenzen

Am 16. November 2006 haben Amnesty International und Reporter ohne Grenzen zu einer gemeinsamen Mahnwache zum Gedenken an die in Russland ermordete Journalistin Anna Politkowskaja und zur Anmahnung der Meinungsfreiheit in Russland aufgerufen. Die Mahnwachen fanden vor russischen Behörden in Berlin, München, Leipzig und Bonn statt. Nach Auskunft der Geschäftsführerin von ROG in Berlin waren dort etwa 100 Teilnehmer mit Transparenten und einem großen Bild der Ermordeten vor der russischen Botschaft zusammengekommen. Über die Beteiligung an den anderen Orten lagen noch keine Angaben vor.

In der Vergangenheit haben Reporter ohne Grenzen und Amnesty International in Berlin bereits mehrfach erfolgreich gemeinsame öffentlicher Veranstaltungen durchgeführt.

Eigener Bericht (j.z., 17.11.2006)




Mediathek


Video Gericht entscheidet über neue polizeiliche Untersuchung (06.08.2009) - www.tagesschau.de

Audio Urteil im Politkowskaja-Prozess (19.02.2009) - www.tagesschau.de




Weitere Informationen


Dritter Todestag von Anna Politkowskaja (10/2009) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Amnesty International: Aufklärung der politischen Morde (10/2009) - www.amnesty.de

Richter zieht Politkowskaja-Prozess durch (08/2009) - www.dw-world.de

Zweiter Prozess gegen die Falschen? (08/2009) - www.dw-world.de

Mordfall Politkowskaja: Neuer Prozess - Alte Beweise (08/2009) - www.dw-world.de

Verhaltene Erwartungen an neuen Prozess ... (08/2009) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Chronik: Morde an Menschenrechtlern (08/2009) - www.dw-world.de

Gespräch mit Russland-Experte Peter Franck: "Lautes Schweigen" (04/2009) - www.amnesty.de

Der skandalöse Politkowskaja-Prozess (12/2008) - www.zeit.de

Mord an Anna Politkowskaja angeblich aufgeklärt (03/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Tschetschene soll Politkowskaja ermordet haben (03/2008) - www.welt.de

Kein Artikel zuviel über Anna Politkowskaja (02/2008) - www.swissinfo.org

Porträt: Anna Politkovskaja - eine couragierte Journalistin - www.anstageslicht.de

Nannte und kannte Schuldige auf beiden Seiten (02/2007) - www.dradio.de

Nach dem Mord an Anna Politkowskaja (01/2007) - www.dradio.de

Alles für die Wahrheit: Russland und Tschetschenien nach dem Mord ... (12/2006) - www.3sat.de

Russland: Tödliche Berufung (12/2006) - www.amnesty.de

Erinnerung an Anna Politkowskaja (11/2006) - www.bdzv.de

Website im Gedenken an Anna Politkovskaya - www.annapolitkovskaya.com

Mörderische Pressefreiheit: Russland nach dem Mord an ... (10/2006) - www.dradio.de

Termin mit dem Tod (10/2006) - www.zeit.de

Zum Gedenken an Anna Politkowskaja (10/2006) - www.pen-deutschland.de




Besondere Ehrungen


Geschwister-Scholl-Preis für Politkowskaja (11/2007) - www.tagesspiegel.de

UNESCO-Preis für Pressefreiheit 2007 an Anna Politkovskaya (04/2007) - www.unesco.de





Artikel von Anna Politkovskaya






Bücher von Anna Politkovskaya in deutscher Übersetzung, Foto: © R. Grünmeier


  • Russisches Tagebuch

    Das Vermächtnis der Anna Politkovskaya

    Das Buch entstand zwischen Dezember 2003 und September 2005. Die Aufzeichnungen der Autorin beginnen mit Putins Kampagne zu seiner Wiederwahl und enden mit der eindringlichen Frage: Habe ich Angst? Ein Bericht aus erster Hand, der wagt, was in Putins Russland lebensgefährlich ist: die Wahrheit.

    Mit einem Vorwort von Sonia Mikich.
    Aus dem Russischen von Hannelore Umbreit und Alfed Frank.
    Dumont Buchverlag, Köln,
    458 Seiten, Frühjahr 2007.




  • In Putins Russland

    Ein dokumentarischer Politthriller

    In zahlreichen Porträts und Einzelreportagen berichtet die Autorin über den mächtigen Apparat des Geheimdienstes, dem Präsident Putin entstammt, über die brutalen und korrupten Verhältnisse in Armee und Justiz, über die Oligarchen-Mafia in der Industrie, das Geflecht aus Nomenklatura und Verwaltung, die zunehmende Rechtlosigkeit ganzer Bevölkerungsgruppen und über den neuen russischen Rassismus.

    Aus dem Russischen von Hannelore Umbreit und Ulrike Zemme,
    Dumont Buchverlag, Köln,
    314 Seiten, Frühjahr 2005.


    Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung (Bd. 602),
    Bonn, Dezember 2006.




  • Tschetschenien - Die Wahrheit über den Krieg

    Dieses Buch berichtet vom Schicksal der Menschen in Tschetschenien, von den Opfern des Krieges.
    Es ist ein einziges "J'accuse". Die Autorin klärt auf über das kaum beschreibbare Leid der tschetschenischen Bevölkerung.

    Aus dem Russischen von Hannelore Umbreit und Ulrike Zemme,
    mit einem Vorwort von Dirk Sager,
    mit Fotos, Porträts, einem Glossar und Dossiers,
    Dumont Buchverlag, Köln,
    336 Seiten, Frühjahr 2003.



Weitere Informationen zu den Büchern - Unsere Buchtipps / Russische Föderation

Politkowskaja-Buch erscheint im russischen Internet (10/2007) - www.dw-world.de

Ein Buch erinnert an Anna Politkowskaja (03/2007) - www.dradio.de

Weltweite Lesung im Gedenken an Anna Politkovskaya (03/2007) - www.peter-weiss-stiftung.de



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