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Russ. Föderation


Anna Politkovskaya, Foto: © Katja Tähjä/AI Mordfall Anna
Politkowskaja


Mordfall Natalia
Estemirowa



 
Koordinationsgruppe 2907, Amnesty International
 


Russland

Nationalflagge der Russischen Föderation


Putin-Kritikerin erhielt in Großbritannien politisches Asyl

Elena Tregubova - mutige Frau oder schillernde Figur?

Beide Ansichten existieren über die russische Autorin und Journalistin. Nach eigenen Aussagen geriet sie nach dem Attentat auf Anna Politowskaya in Panik, zumal sie aus Kremlkreisen gewarnt worden sei, und floh für ein paar Wochen nach Israel. um dort erst einmal unterzutauchen. Nach ihrer Rückkehr nach Moskau fühlte sie sich, wie sie sagt, ständig beobachtet und bedroht. Sie verließ Russland erneut, um in London um Asyl nachzusuchen, das ihr jetzt offiziell gewährt wurde, wie sie gerade in einem Telefoninterview mitteilte.

In Israel hatte sie vom Tod Alexander Litwinenkos erfahren, wieder eine Nachricht, die sie erschreckte und erschütterte. In London traf sie sich dann mit dem Oligarchen und prominenten Widersacher Putins Boris Beresowski, um von ihm vielleicht etwas über die Hintergründe zu diesem Aufsehen erregenden Mord zu erfahren. Beresowski habe ihr gesagt, er wisse selbst nicht, warum man Sascha und nicht ihn vergiftet habe. Sie würde lügen, wenn sie sagte, dass sie sich in London nun wirklich sicher fühle, gestand sie ein. Obwohl ihr der Schutz von Scotland Yard ein gewisses Gefühl von Sicherheit gebe, habe sie doch immer noch Angst. Nach dem, was mit Alexander Litwinenko passiert ist. Zweifle man nicht mehr daran, dass man auch im Ausland ständig mit der Gefahr lebe. Sie mache sich auch große Sorgen um ihre Eltern in Moskau.

Elena Tregubova wird als mutige Frau angesehen, die sich nicht leicht unter Druck setzen lässt. Sie hat aber auch Kritiker, die sie als eine schillernde Persönlichkeit einschätzen, zu sehr bemüht um die Inszenierung ihrer Rolle als Opfer des russischen Systems. 2003 erschien ihr Aufsehen erregendes Buch über den Kreml und Präsident Wladimir Putin, in dem sie diesem unter anderem vorwarf, die Medien zu einer Propagandamaschine für den Kreml gemacht und die Meinungsfreiheit entsprechend eingeschränkt zu haben. Sie deutete auch an, dass Putin sie noch in seiner Zeit als Geheimdienstchef habe verführen wollen. Wenige Monate nach Erscheinen des Buches explodierte ein Sprengkörper vor ihrer Wohnung in Moskau, ohne sie zu verletzen. Damals arbeitete sie für die Zeitung "Kommersant", verlor dann aber ihren Job.

"Es gibt in Russland keine Demokratie mehr", sagt die Putin-Kritikerin lapidar. "Früher hatten wir ein totalitäres System, jetzt haben wir ein autoritäres Regime." Die Bilder von Putins Besuch bei George Bush hätten ihre Wut geweckt. Früher schon äußerte sie ihr Unverständnis darüber, dass der Westen den russischen Staatschef nicht in seine Schranken verwiesen habe. "Vor fünf Jahren", erinnert sie sich, "war ich noch ganz anders. Ich hatte andere Wertmaßstäbe ... Heute sind mir andere Dinge wichtig ..." Beziehungen, die ihr helfen, "das alles zu überstehen". Sie arbeite an einem neuen Buch, schreibe auch ab und an Kommentare für internationale Zeitungen. Im Moment, sagt sie, wolle sie einfach nur überleben.

(zi, 04.04.2008)

Quellen: 3sat Kulturzeit vom 02.04.2008)




Kreml-kritische russische Journalistin untergetaucht

1998 lud Geheimdienstchef Putin die attraktive junge Frau zum Essen ein -
Jahre später ließ man eine Bombe vor ihrem Haus hochgehen

Der Anschlag misslang, da sie das Haus wenig später als beabsichtigt verließ. In zahlreichen Artikeln hat Elena Trebugova unerschrocken die russische Politik kritisch kommentiert.

Seit dem Erscheinen ihres Buches "Die Mutanten des Kreml", in dem sie das politische und wirtschaftliche Zusammenspiel zwischen dem Kreml und dem "Oligarchentum" des neuen Russlands aufdeckte, und das innerhalb wie außerhalb Russlands beträchtliches Aufsehen erregte, wurden ihr Ansehen und ihre Persönlichkeit in der russischern Öffentlichkeit systematisch demontiert.

Offensichtlich sah sie sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt akut so bedroht, dass sie es vorzog, sich vorerst an einem unbekannten Ort in Sicherheit zu bringen.

(j.z., 20.12.2006)

Gespräch mit Elena Tregubova (09/2007) - www.amnesty.de

Offener Brief an Kanzlerin Merkel: Schweigen heißt Mittäterschaft (10/2006) - www.zeit.de




Bücher von Elena Tregubova, Foto: © R. Grünmeier



  • Die Mutanten des Kreml

    Mein Leben in Putins Reich

    Die schonungslose Betrachtung und Beschreibung des russischen Machtsystems und der kruden Psychologie des "Zaren" Putin erregte weltweites Aufsehen.

    Elena Tregubova.
    Erlebnisbericht.
    Aus dem Russischen von Olga Radetzkaja und Franziska Zwerg.
    Mundpropaganda 4, Tropen Verlag, Berlin,
    384 Seiten, 4. Auflage 2006.

    Weitere Informationen zum Buch - www.tropen-verlag.de

    Eine Leseprobe - www.perlentaucher.de



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