Itai Mushekwe
Kritischer Journalist in Deutschland im Exil
Der Journalist
Itai Mushekwe aus Simbabwe wurde im Juni
2008 in das Writers in Exile Programm des P.E.N.-Zentrums Deutschland
aufgenommen. Zuvor hatten sich die Heinrich-Böll-Stiftung und
"Reporter ohne Grenzen" für ihn eingesetzt und einen Aufenthalt in
Deutschland ermöglicht.
Itai Mushekwe berichtete in sorgfältig recherchierten Artikeln über
Misswirtschaft und die menschenverachtende Politik in seinem Land und
nahm damit unabsehbare Konsequenzen für sich und seine junge Familie
in Kauf. Ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung ermöglichte
ihm 2007 einen Aufenthalt zur Fortbildung in der Bundesrepublik.
In dieser Zeit erfuhr er, dass sein Name im Vorfeld der
Präsidentschaftswahlen in Simbabwe auf einer Liste missliebiger
Journalisten des Regimes Mugabe aufgeführt war. Trotz der damit
verbundenen Gefahren tritt er weiterhin mit seiner Arbeit als
Kritiker der repressiven Politik in seinem Heimatland auf.
Im Dezember 2008 erhielt Itai Mushekwe den Johann-Philipp-Palm-Preis für
Meinungs- und Pressefreiheit für seinen Mut und sein journalistisches Können,
aber auch für seine aufrechte Haltung und dafür, dass er herrschende
Willkür und Ungerechtigkeit in Simbabwe an die Öffentlichkeit bringt.
(zi, 30.08.2008, aktualisiert rg, 16.08.2009)
Writers-in-Exile-Pogramm: Itai Mushekwe, Journalist -
www.pen-deutschland.de
Laudatio von Johano Strasser (pdf, 12/2008) -
www.pen-deutschland.de
Itai Mushekwe: Plötzlich auf der schwarzen Liste (05/2008) -
www.dw-world.de
Interview mit Itai Mushekwe (01/2008) -
www.spreeblick.com
Itai Mushekwe: Presidential Elections in Zimbabwe (03/2009) -
www.boell.de
Mit brachialer Gewalt gegen
Meinungsfreiheit
Journalist im Gefängnis krankenhausreif geprügelt
Der frühere Chefredakteur der inzwischen verbotenen Zeitung "The Daily News"
Luke Tamborinyoka kam auf Anordnung eines Richters ins Krankenhaus. Er war bei
einer Gerichtsverhandlung in Ohnmacht gefallen, nachdem er in Haft wiederholt
zusammengeschlagen und schwer verletzt worden war. Tamborinyoka und weitere
34 Parteimitglieder der Oppositionspartei "Movement for Democratic Change" (MDC)
in Simbabwe waren bei einer Razzia der Polizei gegen ein Treffen Oppositioneller
im Gebäude der Partei am 28. März festgenommen worden. Schon dabei wurde
der Journalist verprügelt.
Ohne Angabe von Gründen festgenommen wurde am 1. April in Harare auch der
Journalist
Gift Phiri, der für die in London erscheinende Tageszeitung „The Zimbabwean“
arbeitet. Er konnte einem Freund noch per SMS von seiner Verhaftung berichten.
Offensichtlich wurde er polizeilich gesucht, nachdem er über Festnahmen von
Oppositionellen, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten berichtet und dabei auch
Namen beteiligter Polizisten angegeben hatte. Phiri war bereits im Februar von
Unbekannten angegriffen worden. Man warf ihm vor, für den Radiosender "Voice
of America" (VOA) und den zimbabwischen Sender "Voice of People" (VOP) zu
arbeiten.
Gegen die zunehmende Gewalt von Seiten der Regierung auf Grund des wachsenden
Drucks oppositioneller Kräfte fordern Reporter ohne Grenzen internationale
Maßnahmen zum Schutz von Medienmitarbeitern. "Nur internationale Bemühungen,
besonders innerhalb Afrikas, können die Willkür gegenüber oppositionellen Politikern
und unabhängigen Medien beenden", heißt es in der Erklärung von ROG.
(j.z., 03.04.2007)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 03.04.2007
Regierung des Krisenstaates Simbabwe bedroht
westliche Journalisten
Informationsministerium: Westliche Botschaften schmuggeln
ausländische Reporter ins Land
Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen im afrikanischen Krisenstaat
Simbabwe hat die Regierung westlichen Journalisten im Land gedroht. Sowohl akkreditierten Korrespondenten
wie auch ohne offizielle Akkreditierung ins Land reisenden Journalisten drohe bei Fehlverhalten
Strafverfolgung, erklärte das Informationsministerium nach Angaben der staatlich kontrollierten
Zeitung "The Herald" vom Freitag.
Namentlich wurden vor allem die Korrespondenten
Jan Raath von der britischen "The Times" und
Peta
Thorncroft vom "Daily Telegraph" gerügt. "Die Regierung könnte sich gezwungen sehen, gegen sie vorzugehen",
heißt es in der Erklärung des Ministeriums. Auch der amerikanische TV-Nachrichtensender CNN wird beschuldigt,
mit seinen Berichten auf "einen Regierungswechsel" in Simbabwe hinzuarbeiten.
Das Land hat in der
Vergangenheit nur sehr wenigen ausländischen Journalisten eine Akkreditierung gegeben und beschränkt
die Arbeit der einheimischen Berichterstatter. Sie müssen für eine staatliche Zulassung erst eine Art
Gesinnungstest erfolgreich bestehen.
Das Ministerium erklärte, westliche Botschaften schmuggelten ausländische Reporter ins Land.
Es warnte zugleich Simbabwer, dass sie im Falle einer Beherbergung dieser Journalisten ebenfalls mit
Strafverfolgung zu rechnen hätten. Wörtlich heißt es in der Erklärung: "Es ist daher wichtig, dass alle
Simbabwer, die welche Ausländer auch immer beherbergen, ihnen sagen, dass sie sich umgehend beim
Informationsministerium zu melden und eine Akkreditierung zu beantragen haben."
(dpa / AI-Medienteam, 23.03.2007)
Mediathek
Kultureller Widerstand in Simbabwe (09.12.2007) -
www.tagesschau.de
Berichte von Amnesty International
Weitere Informationen
Trevor Ncube: "Regierung ist bereit, die Bevölkerung zu töten" (04/2008) -
www.welt.de
Hartes Vorgehen gegen Journalisten und Opposition (04/2008) -
www.sueddeutsche.de
Police still torture while political solution to crisis being sought (12/2007) -
www.amnesty.org
Für Demokratie und Pressefreiheit in Simbabwe (09/2007) -
www.peter-weiss-stiftung.de
Der Journalist Jerry Jackson (04/2007) -
www.dradio.de
Oppositionsführer Morgan Tsvangirai "ringt mit dem Tod" (03/2007)-
www.zeit.de
Satellitenfotos belegen Ausradierung einer Siedlung in Simbabwe (05/2006) -
www.amnesty.de
Beatrice Mtetwa: Zimbabwe's feisty freedom fighter (10/2005) -
news.bbc.co.uk
Prominente für die Pressefreiheit: Kulturredakteur Maxwell Sibanda (10/2005) -
www.dradio.de
Die Unterdrückung der Pressefreiheit in Simbabwe (06/2004) -
www.dradio.de
Simbabwe: Heilungsprozesse (06/2001) -
www.amnesty.de
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