Journalist Tissainayagam auf Kaution freigelassen
Der inhaftierte Sri Lankische Journalist
J. S. Tissainayagam wurde am 11. Januar 2010 vom Gericht
in Sri Lanka auf Kaution freigelassen. Er war Ende August 2009 zu 20 Jahren Haft worden,
weil er zwei Artikel publiziert hatte, in denen er das Verhalten der Regierung im Krieg
gegen die bewaffnete Oppositionsgruppe "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) kritisiert hatte.
Das Gericht hat dem Antrag auf Freilassung auf Kaution stattgegeben, weil die Beschwerde
Tissainayagams gegen das Urteil zu 20 Jahren Haft noch verhandelt wird.
Weitere Unterstützung für J. S. Tissainayagam notwendig
Amnesty International
fordert auch nach seiner Freilassung, dass die ungerechte Verurteilung und die Vorwürfe
unverzüglich zurückgenommen werden. Bitte beteiligen Sie sich weiter an der Aktion zur unverzüglichen
bedingungslosen Freilassung von Tissainayagam durch Ihre Briefe oder Teilnahme an der Online-Aktion:
(Amnesty International vom 13.01.2010)
Journalist auf Kaution freigelassen (01/2010) -
www.amnesty.de
Nach der Wahl: Schikanen gegen oppositionelle und Journalisten (02/2010) -
www.amnesty.de
Eilaktion: Journalist Prageeth Eknaligoda verschwunden (01/2010) -
www.amnesty.de
20 Jahre Haft für bekannten Journalisten
Wegen kritischer Äußerungen gegenüber der Regierung
Ein Gericht in Sri Lanka hat den Journalisten
Jayaprakash Sittampalam Tissainayagam (Tissa) zu
20 Jahren Haft verurteilt,
weil er sich mehrfach kritisch gegenüber der Regierung geäußert hatte und
das Vorgehen des Staates gegenüber tamilischen Zivilisten im Bürgerkrieg
beanstandete.
Amnesty International erachtet Tissainayagam als gewaltlosen politischen
Gefangenen, da er einzig aufgrund der Inanspruchnahme seines Rechts auf
Meinungsfreiheit verurteilt worden ist.
(Amnesty International vom 03.09.2009)
Sri Lanka: 20 Jahre Haft für Journalisten (09/2009) -
www.amnesty.de
Sri Lanka jails journalist for 20 years for exercising his right to ... (09/2009) -
www.amnesty.org
Das Beispiel namens Tissa (07/2009) -
www.taz.de
Urgent Action: Willkürliche Verhaftung (06/2009) -
www.amnesty.de
Sri Lankas Regierung unterdrückt freie Berichterstattung (04/2009) -
www.dradio.de
Journalist Sanath Balasooriyas
Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte
Sanath Balasooriyas journalistische Laufbahn begann 1991.
Er ist Mitglied des "Free Media Movement (FMM)" und der Bewegung
"Journalists for Peace", die sich für die Rechte der tamilischen
Minderheit im Norden Sri Lankas und für Friedensverhandlung
stark gemacht hat. Er arbeitete bis zuletzt in der singalesischen
Zeitung "Dinamina".
(Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte, 2009)
Stiftung gewährt politisch Verfolgten sicheren Aufenthalt (07/2009) -
www.welt.de
Zur Webseite der Hamburger Stiftung für politische Verfolgte -
www.hamburger-stiftung.de
Bedrohliche Lage für Journalisten in Sri Lanka
Amnesty in Sorge um die Mitarbeiter der Zeitung Uthayan
In einem anonymen Drohanruf am 6. Januar 2008 bei der Redaktion der Zeitung
Uthayan auf der
Halbinsel Jaffa im Norden Sri Lankas wurde kategorisch die Einstellung der Publikation gefordert.
Amnesty International hält die Mitarbeiter des Blattes für ernsthaft gefährdet, nicht zuletzt aufgrund
vorangegangener Geschehnisse.
Am 29. April 2007 wurde der für die Zeitung arbeitende junge Journalist
Selvaraja Rajivaram
unweit des Zeitungsbüros erschossen. Er hatte zu Fällen von "Verschwindenlassen" recherchiert.
2006 war die Redaktion von einer Gruppe Bewaffneter überfallen worden. Dabei wurden
zwei Mitarbeiterinnen der Zeitung erschossen. Nähere Untersuchungen bzw. Festnahmen
gab es in diesem Fall offenbar bisher nicht. Berichten zufolge soll im August 2006 auch
ein Zeitungsbote von
Uthayan in dem deutlich mit dem Namen der Zeitung gekennzeichneten
Auslieferungsfahrzeug von tödlichen Schüssen getroffen worden sein.
Der Polizeischutz, unter dem die Redaktion seitdem stand, wurde inzwischen vermindert und
auch in der gegenwärtigen, besonders bedrohlichen Lage nicht wieder verstärkt, worum die Mitarbeiter,
bisher erfolglos, gebeten haben.
Die Lage der Meinungs- und Pressefreiheit in dem 17-Millionen-Staat
Sri Lanka, eine Insel im Indischen Ozean unterhalb der Südspitze Indiens, früher Ceylon,
offiziell eine sozialistische Republik, leidet unter dem schon lange andauernden Konflikt
zwischen der stärksten oppositionellen Gruppierung, der bewaffneten tamilischen Bewegung
der "Tiger of Liberation of Tamil Ealam" (LTTE) und der Regierung. Diese hat sich mit rigiden
Ausnahmegesetzen sehr weitgehende Machtbefugnisse eingeräumt. Daraus ergibt sich auch
eine besonders bedrückende Lage für Medien und Presse, deren Bedrohung schon seit 2006
drastisch zugenommen hat. Die Situation ist nicht besser geworden, seit die Regierung jetzt
einen seit 2002 mit Unterbrechungen eingehaltenen Waffenstillstand offiziell für beendet erklärt hat.
Nach einschlägigen Berichten wurden seit Beginn des Jahres 2006 mindestens zehn Medienmitarbeiter
Opfer ungesetzlicher Tötungen. Andere fielen dem "Verschwindenlassen" anheim. Nicht zuletzt
tamilische Journalistinnen und Journalisten sind in großer Gefahr, von Angehörigen der
Sicherheitskräfte oder auch anderen anonymen Tätern getötet zu werden.
Von Seiten der Sicherheitskräfte sind kritische und von den Übergriffen berichtende Journalisten
massiven Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Am 2. Januar 2008 soll der Armeekommandeur
Generalleutnant Sarath Fonseka Journalisten und Medieneinrichtungen des "Verrats" und "mangelnden
Patriotismus" beschuldigt haben.
Eigener Bericht (zi, 26.01.2008)
Sorge um die Sicherheit: Mitarbeiter der Zeitung Uthayan in Jaffna (01/2008) -
www.amnesty.de
Call on Sri Lanka to protect media workers (02/2008) -
www.amnesty.org
Journalists in danger in Sri Lanka (02/2008) -
www.amnesty.org
Erfolgreich juristisch gewehrt
Dennoch ist die Pressefreiheit in Sri Lanka nicht ungefährdet
Aus der Haft entlassen wurde am 22. März 2007 die Journalistin
Munusamy Parameshawary,
nachdem sie im Januar Rechtsmittel gegen ihre Festnahme und Inhaftierung eingelegt
hatte. Der Oberste Gerichtshof verfügte daraufhin am 21. März die Freilassung. –
Vier Monate lang war die Journalistin ohne Anklageerhebung von der Anti-Terroreinheit
"Terrorist Investigation" festgehalten worden.
Nach wie vor befindet sich
Dushyantha Basnayake, Direktor der
singhalesisch-sprachigen Zeitung "Mawbima", zusammen mit weiteren Kollegen im Gewahrsam der Anti-Terroreinheit TID,
und ohne Kontakt zu Familieangehörigen oder einem Anwalt. Berechtigte Sorge besteht, dass
die Gefangenen misshandelt oder gefoltert werden könnten. Amnesty International fordert ihre umgehende
Freilassung, sofern sie nicht gegen strafrechtliche Bestimmungen verstoßen haben und, wo notwendig,
ihre medizinische Versorgung.
In den vergangenen Monaten wurden aus Sri Lanka immer wieder Angriffe auf die Pressefreiheit gemeldet.
Amnesty Journal, 05/2007 (j.z., 30.04.2007)
Nachtrag: Der Zeitungsherausgeber
Dushyantha Basnayake wurde am 15. Mai 2007 auf Anordnung
des Obersten Gerichtshofes (Supreme Court) ohne Anklage aus der Haft entlassen.
Zeitungsherausgeber Dushyantha Basnayake aus Haft entlassen (06/2007) -
www.amnesty.de
Zeitungsherausgeber Dushyantha Basnayake droht Folter (03/2007) -
www.amnesty.de
Verlagsdirektor Dushantha Basnayake festgenommen (02/2007) -
www.humanrights.de
Journalistin Parameswaree Munusamy verhaftet (11/2006) -
www.humanrights.de
Verfolgte Autorinnen und Autoren
Berichte von Amnesty International
Amnesty International Länderberichte: Sri Lanka -
www.amnesty.de
Amnesty International Jahresberichte: Sri Lanka -
www.amnesty.de
Weitere Informationen
20-jährige Haftstrafe für tamilischen Journalisten (09/2009) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Land im Bürgerkrieg (04/2009) -
www.dradio.de
ROG fordern mehr internationalen Druck auf Sri Lanka (01/2009) -
www.dradio.de
Der vergessene Krieg: Besuch bei vertriebenen Tamilen ... (12/2008) -
www.dradio.de
Der vergessene Konflikt - Seit über 20 Jahren herrscht Krieg (Delta 09/2007) -
www.3sat.de
Wer von Frieden spricht, landet auf einer Todesliste (05/2007) -
www.dradio.de
Flutkatastrophe: Bomben stoppen den Wiederaufbau (12/2006) -
www.amnesty.de
Balasingham Sugumar, Dekan der Fakultät für Kunst und Kultur (10/2006) -
www.amnesty.de
Sri Lanka - A Climate of Fear in the East (02/2006) -
www.amnesty.org
Director-General condemns murder of journalist Relangi Selvarajah (08/2005) -
portal.unesco.org
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