Journalist Michel Kilo ist frei
Gefängnisstrafe wegen "Schwächung des Nationalgefühls"
Einem Bericht von
Reporter ohne Grenzen (ROG) zufolge ist der bekannte Journalist
und Schriftsteller
Michel Kilo seit dem 19. Mai 2009 frei.
Er hatte eine dreijährige Haftstrafe abgesessen.
Der Journalist war demnach bereits am 14. Mai 2009 aus dem Adra-Gefängnis
in der syrischen Hauptstadt Damaskus entlassen worden und anschließend jedoch umgehend in die
Zentrale des syrischen Geheimdienstes gebracht worden, wo er für weitere fünf Tage festgehalten
und täglich verhört wurde.
Michel Kilo war am 14. Mai 2006 zusammen mit dem Anwalt und Menschenrechtsverteidiger
Anwar al-Bunni und Mahmoud 'Issa festgenommen worden, nachdem sie die
"Beirut-Damaskus-Deklaration" unterzeichnet hatten. Darin wurden Syrien und Libanon
aufgefordert, ihre diplomatischen Beziehungen zu normalisieren, indem sie gegenseitig
Botschafter entsenden und den Verlauf ihrer gemeinsamen Staatsgrenze festlegen.
Michel Kilo wurde daraufhin zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe wegen
"Schwächung des Nationalgefühls" verurteilt und saß seitdem im Adra-Gefängnis ein.
Neben
Reporter ohne Grenzen hatte sich auch
Amnesty International über Jahre für die
Freilassung des Journalisten eingesetzt.
(rg, 24.05.2009)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 20.05.09
Journalist und Regimekritiker Michel Kilo (11/2006) -
www.dradio.de
Michel Kilo bleibt weiterhin in Haft
Keine vorzeitige Entlassung für den syrischen Regimekritiker in Sicht
Wie
Reporter ohne Grenzen berichtete, könnte der bekannte Schriftsteller und
Journalist
Michel Kilo nach syrischem Gesetz vorzeitig aus der Haft entlassen, wenn er
drei Viertel seiner Gefängnisstrafe abgesessen hat. Auf Einspruch der Generalstaatsanwaltschaft
wurde jedoch diese Entscheidung des Berufungsgerichtes von Damaskus vom August 2008 angefochten und schließlich
am 2. November 2008 aufgehoben.
Michel Kilo ist bereits das zweite Mal wegen seines Eintretens für demokratische Reformen in Syrien in Haft gekommen.
So war er am 14. Mai 2006 verhaftet worden, weil er gemeinsam mit ca. 100 anderen syrischen und libanesischen Intellektuellen die
"Beirut-Damaskus-Deklaration" unterzeichnet hatte, in der Syrien und Libanon aufgefordert
werden, ihre diplomatischen Beziehungen zu normalisieren. Kilo wurde daraufhin zu drei Jahren
Gefängnis verurteilt.
In den Jahren 1980 bis 1982 hatte der Schriftsteller und Journalist eine
zweieinhalbjährige Haftstrafe verbüßen müssen und war von den syrischen Behörden dransaliert worden
und Repressionen ausgesetzt gewesen. Er hatte sich in in verschiedenen arabischen Zeitungen in Artikeln politisch
geäußert und sich für eine Demokratisierung Syriens eingesetzt.
Amnesty International und
Reporter ohne Grenzen setzen sich seit Jahren für
Michel Kilo und andere gewaltlose syrische Verteidiger der Meinungsfreiheit ein und fordern
ihre Freilassung.
(rg, 07.11.2008)
Quellen: Reporter ohne Grenzen vom 25.08. und 05.11.2008
Briefe gegen das Vergessen: Michel Kilo (03/2007) -
www.amnesty.de
Urgent Action: Drohende Folter - Michel Kilo u.a. (10/2006) -
www.amnesty.de
Weitere Informationen
ROG beklagt massive Verstöße gegen Pressefreiheit (07/2010) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Schriftstellerin Abeer Esber: Respekt statt Frauenbonus (01/2010) -
de.qantara.de
Schriftsteller in Syrien (09/2009) -
de.qantara.de
Zensur von Online-Medien in Syrien: Zwischentöne unerwünscht (12/2008) -
de.qantara.de
Reformen in Syrien: Auf Schleichwegen zum Wandel (12/2008) -
de.qantara.de
Erklärung der Präsidentschaft der EU: Michel Kilo und Mahmoud Issa (05/2007) -
eu2007.de
Verurteilung von syrischen Oppositionellen: Zuhören, nicht wegsperren (05/2007) -
de.qantara.de
Journalist Michel Kilo zu drei Jahren Haft verurteilt (05/2007) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Michel Kilo: Symbolfigur der syrischen Demokratiebewegung (11/2006) -
www.dradio.de
Gespräch mit Michel Kilo: Eigentlich waren wir an der Reihe (01/2005) -
www.heise.de
Amnesty International Jahresberichte: Syrien -
www.amnesty.de
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