"Verschwindenlassen" – grausame Methode, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen
Zum Internationalen Tag der Verschwundenen am 30. August
Dieser Gedenktag wurde von einem Verband von Verwandten Inhaftierter und Verschwundener (FEDEFAM)
in Südamerika initiiert, von wo dieses perfide Menschenrechtsverbrechen ursprünglich
ausging. Weltweit sind heute über 41.000 offene Fälle bei der UN-Arbeitsgruppe
für erzwungenes und unfreiwilliges Verschwinden registriert. Die Mehrzahl dieser Fälle
haben einen politischen Hintergrund. "Verschwindenlassen" steht häufig im Zusammenhang
mit Korruption und organisiertem Verbrechen.
Betroffen sind natürlich auch investigative Journalisten, besonders solche,
"die über Machtmissbrauch und Drogenhandel berichten und so Lokalpolitikern wie
Drogenbossen ein Dorn im Auge sind", heißt es in einer Presseerklärung zum
30. August von
Reporter ohne Grenzen (ROG). In vielen, wenn nicht den meisten
Fällen muss man davon ausgehen, dass die Verschwundenen tot sind. Selten werden
die Opfer gefunden und die Täter ermittelt und bestraft. "Ermittlungen verlaufen
häufig im Sande oder werden schlampig geführt. Was bleibt ist die Ungewissheit
für Kollegen, Freunde und Familien. Zwischen Hoffnung und Verzweiflung warten sie
oft Jahre lang auf Nachrichten der Vermissten", erklärt die Geschäftsführerin von
ROG Deutschland, Elke Schäfter.
Reporter ohne Grenzen nennen die Zahl von mindestens 20 vermissten Journalisten
weltweit und berichten detailliert über einzelne dieser Fälle. Nach ihren Ermittlungen
ist Mexiko das Land mit der größten Zahl betroffener Journalisten. Seit 2003 werden
dort mindestens acht Reporter vermisst. Keiner dieser Fälle wurde bisher aufgeklärt.
(zi, 29.08.2008)
Quelle: Reporter ohne Grenzen vom 29.08.2008
Mindestens 20 Journalisten weltweit vermisst (08/2008) -
www.reporter-ohne-grenzen.de
Weitere Informationen
Tag der "Verschwundenen" (08/2008) -
www.amnesty.de
Verhaftet, verschleppt, verschwunden - Beispiel Algerien (08/2004) -
www.amnesty.de
OHCHR: Declaration on the Protection of all Persons from ... (12/1992) -
www.ohchr.org
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