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Shi Tao, Foto: Chinese Pen Center/Amnesty International Appellfall
Shi Tao


Akbar Ganji, Foto: Amnesty International Mehr über
Akbar Ganji



 
Koordinationsgruppe 2907, Amnesty International

Welt-Presse-Kongress



Mit Zuversicht in die Zukunft

Welt-Presse-Kongress in Kapstadt zur Situation der Printmedien

Mit mehr als 1.600 Mitarbeitern und Managern der Zeitungsbranche aus 109 teilnehmenden Ländern tagte der 60. Welt-Presse-Kongress (World Press Congress) in der ersten Juniwoche 2007 in Kapstadt.

Die dreitägige Tagung schloss das 14. Verleger-Forum ein. Grundton gegen Ende war ein optimistisch gefärbter Blick in eine Zukunft, in der die Konkurrenz der digitalen Medien zunimmt. Dem zu begegnen, komme es auf das persönliche Engagement und die Passion an, dem Leser das zu geben, was er wünsche und erwarte. Zuversicht lasse sich auch aus dem historischen Befund schöpfen, dass weder das Radio, wie zu Zeiten geargwöhnt, die Zeitung verdrängt habe, noch das Fernsehen beide, wie Film und Fernsehen auch nicht das Buch. Nach wie vor würden die Printmedien von einer Mehrheit bevorzugt, die gut und gründlich informiert sein wolle. Der Prozentsatz derjenigen, die ihre Information sowohl aus dem Fernsehen, dem Internet wie aus ihrer Zeitung bezögen, nehme eher zu als ab. Eines allerdings spiele im Wettbewerb der Medien eine immer größere Rolle: der Faktor Zeit.

Die "Goldene Feder der Freiheit 2007" verlieh George Brock, Präsident des Internationalen Forums der Chefredakteure, an den chinesischen Dichter und Journalisten Shi Tao, der wegen einer E-Mail zu zehn Jahren gefängnis verurteilt wurde. Seine Mutter Gao Qinsheng nahm den Preis für ihn in Kapstadt entgegen.

Der Welt-Presse-Kongress 2008 soll vom 1. bis 4. Juni in Göteborg stattfinden. Gastgeber ist die Schwedische Zeitungsherausgeber-Vereinigung, die Schwedens Tageszeitungen und andere Medien-Gesellschaften vertritt.

Nach World Association of Newspapers (j.z., 27.06.2007)




Kongress des Weltzeitungsverbandes in Moskau

Kritische Worte zur Lage der Presse und der Medien in Russland
in Anwesenheit Putins

In Moskau beriet der Weltverband der Zeitungen (World Association of Newspapers, WAN) in der zweiten Juniwoche auf einem mehrtägigen Kongress unter anderem über die Zukunft der Zeitungsbranche und des Internets. Schon im Vorfeld hatte es Kritik unter den WAN- Mitgliedern wegen der Wahl Russlands als Gastgeberland gegeben.

Dazu erklärte der Verbandsvorsitzende O'Reilly, gerade dies biete die Gelegenheit, den Dialog mit der russischen Führung zu suchen. Von "Dialog" konnte jedoch im Verlauf der Tagung keine Rede sein. Zwar übte O'Reilly eine diplomatisch und höflich gefasste, dennoch auch deutliche Kritik an der russischen Presse- und Medienpolitik, insbesondere an der zunehmenden Kontrolle des Staates über die Medien. Im In- und Ausland gebe es erhebliche Zweifel, ob der russische Staat tatsächlich bereit sei, die Medien als finanziell starke, einflussreiche und unabhängige Partner in der Gesellschaft zu akzeptieren. Konkrete Vorkommnisse wie die zahlreichen, unaufgeklärt gebliebenen Journalistenmorde der letzten Jahre sprach O'Reilly nicht an.

Präsident Putin gab sich von der Kritik unbeeindruckt, die ihm vor einem internationalen Publikum von rund 1.700 Journalisten, Verlegern und Medienmanagern vorgehalten wurde. Vorwürfe gegen den staatlich kontrollierten Monopolisten Gazprom und dessen Medienimperium wies er zurück. Staatliche Beteiligungen an russischen Medien gingen im Gegenteil immer mehr zurück. Es gäbe in Russland so viele Publikationen, dass man sie, selbst wenn man es wolle, nicht kontrollieren könne.

Bei der Eröffnungsfeier wurde der iranische Journalist Akbar Ganji mit dem "Golden Pen of Freedom" Award geehrt. Ganji hatte seine Kritik an den iranischen Behörden und der iranischen Politik mit sechs Jahren Gefängnis und Folter büßen müssen.

(NZZ Online, Neue Zürcher Zeitung vom 06.06.2006)



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