Kontakt Impressum
  Home

  Nachrichten

  Kurzmeldungen

  Termine


  Appellfälle

  Eilaktionen

  Erfolge


  Bücher
  und Autoren


  Buchtipps

  Filmtipps

  Neu-
  erscheinungen


  Wir über uns

  Unsere Arbeit

  Mitmachen

  Spenden


  Amnesty
  International


  Berichte
  und Aktionen


  Weitere Links


Kampagne für Gleichberechtigung, Foto: © privat/AI Online-Petition
iranischer
Frauenrechtle-
rinnen


Foto: © Free Kareem Online-Petition
für Blogger
Kareem Amer
(Ägypten)


Make Some Noise für Darfur, Amnesty International Ein globales
Musikprojekt
zum Mitmachen


 

Koordinationsgruppe 2907, Amnesty International Briefmarathon, Foto: © AI

Erfolgreiche Appelle und Eilaktionen


Eilaktionen


Die Eilaktionen (Urgent Actions) und langfristigen Briefaktionen (Briefe gegen das Vergessen) von Amnesty International helfen vielen Menschen, denen grundlegende Menschenrechte vorenthalten werden.

Selbst aus Ländern, bei denen sich eine schlechte Nachricht an die andere reiht, was die Menschenrechte angeht, erreichen uns bisweilen Meldungen, die einen Hoffnungsschim-
mer am Horizont erkennen lassen.

Mehr als jede dritte Eilaktion ist erfolgreich und führt zu einer
Verbesserung der Situation verfolgter Menschenrechtler.

Das heißt nicht immer Erfolg ist gleich Freilassung. Erfolg kann manchmal auch "nur" Schutz vor Folter, vorher verweigerter medizinischer Versorgung, Erlaubnis von Angehörigenbesuchen oder Zugang eines Anwalts bedeuten. Hier finden Sie einige Beispiele von Eilaktionen und Appellen, die geholfen haben.


Unser Überblick

Aktionen, die inhaftierten und verfolgten AutorInnen
und JournalistInnen geholfen haben
(1996 bis 2010)




CHINA

Zhao Shiying (Pseudonym Zhao Dagong), Schriftsteller

Der Schriftsteller Zhao Shiying (besser bekannt unter dem Pseudonym Zhao Dagong) wurde am 25. Januar 2010 freigelassen. Er war am 11. Januar 2010 in seiner Wohnung in der Stadt Shenzhen unweit von Hongkong von der Polizei festgenommen worden. Der Schriftsteller hatte die Charta 08 unterzeichnet, ein Programm, das grundlegende rechtliche und politische Reformen in China fordert und zum Ziel hat, ein demokratisches System zu errichten, das die Menschenrechte achtet. (UA-011/2010)

Zhao Shiying freigelassen (01/2010) - www.amnesty.de



IRAN

Payam Jahangiry, Student der Politwissenschaften

Der iranische Student Payam Jahangiry wurde am 17. Januar 2010 nach sechs Wochen Haft ohne Anklageerhebung in der Stadt Shiraz gegen Kaution freigelassen. Man hatte ihn im Vorfeld der am 7. Dezember 2009 landesweit durchgeführten Proteste der Studierenden gegen die Regierung festgenommen. Payam Jahangiry hatte während der Haft keinen Zugang zu einem Rechtsanwalt.

Der 28-Jährige studiert an der Universität von Shiraz Politikwissenschaften. Er ist Anhänger der oppositionellen "Grünen Bewegung", die nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom Juni 2009 ins Leben gerufen wurde. Außerdem ist er an der Kultur-Website Rooznamak beteiligt. (UA-017/2010)

Payam Jahangiry ist frei (01/2010) - www.amnesty.de



IRAN

Reza al-Basha, Journalist
Atieh Yousefi, Frauenrechtlerin

Der syrische Journalist Reza al-Basha wurde am 10. Januar 2010 in Teheran freigelassen. Der 27-jährige Student wurde am 27. November 2009 festgenommen, während er als Reporter für den staatlichen Fernsehsender der Vereinigten Arabischen Emirate, Dubai TV, von den regierungsgegnerischen Protesten in Teheran berichtete. Es ist nicht bekannt, wo er festgehalten wurde. Er wurde ohne Anklage freigelassen.

Die Frauenrechtlerin Atieh Yousefi wurde am 11. Januar 2010 gegen eine Kaution aus der Haft entlassen. Yousefi, die sich seit dem 28. Dezember 2009 in der nördlich gelegenen Stadt Rasht in Haft befand, wurde gegen eine Kaution von ca. 14.000 Euro (200 Millionen Rials) freigelassen. Über die Anklage, die sie zu erwarten hat, liegen keine Informationen vor.

Die Fotografin Leily Afshar gehört zu den Hunderten, die bei den Massenfestnahmen vom 27. und 28. Dezember 2009, während des schiitischen Aschura-Festes, festgenommen wurden und seither vermutlich in Haft ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten werden. Allen Festgenommenen drohen Folter und andere Misshandlungen. (UA-006/2010)

Zwei Freilassungen (01/2010) - www.amnesty.de



KUWAIT

Muhammad 'Abd al-Qader al-Jasem, Journalist

Der kuwaitische Journalist Muhammad 'Abd al-Qader al-Jasem wurde am 4. Dezember 2009, zwölf Tage nach seiner Festnahme, gegen Kaution freigelassen. Man hatte ihn bei der Kriminalpolizei in der Hauptstadt Kuwait festgehalten. Er hatte sich im Oktober 2009 in einem privaten Gespräch kritisch über Premierminister Sheikh Nasser Al Sabah geäußert. (UA-316/2009)

Journalist freigelassen (02/2010) - www.amnesty.de



IRAN

Hengameh Shahidi, Journalistin

Am 1. November 2009 wurde die Journalistin Hengameh Shahidi gegen Kaution freigelassen. Zuvor hatte sie vier Monate lang ohne Gerichtsverfahren in einem Gefängnis in Teheran eingesessen. Aus Protest gegen ihre Inhaftierung war die Journalistin rund sechs Tage im Hungerstreik gewesen.

Shahidi ist Mitglied der "National Trust Party", einer Oppositionspartei unter dem Vorsitz des reformorientierten Geistlichen Mehdi Karroubi. Dieser kandidierte bei den Wahlen im Juni 2009 für das Amt des Staatspräsidenten.

Die Journalistin promoviert an einer britischen Universität und war in den Iran zurückgekehrt, um Mehdi Karroubi während des Wahlkampfes in frauenspezifischen Fragen zu beraten. Nach ihrer Festnahme am 30. Juni war sie 50 Tage lang im Evin-Gefängis in Teheran in Einzelhaft gehalten und anschließend in eine Gemeinschaftszelle verlegt worden, die sie mit einer anderen Frau teilte. (UA-231/2009)

Journalistin gegen Kauton frei (11/2009) - www.amnesty.de



SRI LANKA

Vettivel Jasikaran, Autor und Verleger
Valarmathi Jasikaran, seine Ehefrau

Der Journalist Vettivel und seine Frau Valarmathi Jasikaran wurden am 26. Oktober 2009 freigelassen. Sie waren auf Grundlage der Antiterrorgesetze seit März 2008 inhaftiert.

Die für Terrorismusfahndung zuständige Einheit der Polizei in Sri Lanka (Terrorist Investigation Division - TID) hatte Vettivel Jasikaran am 6. März 2008 wegen Verdachts auf "terroristische Aktivitäten" festgenommen und seine Frau Valarmathi Jasikaran als Mittäterin auf Grundlage der Notstandsbestimmungen ebenfalls in Gewahrsam genommen. Vettivel Jasikaran ist Schriftsteller, Publizist und Geschäftsführer der Nachrichten-Website Outreach Sri Lanka. (UA-110/2008)

Journalisten endlich frei (11/2009) - www.amnesty.de



IRAN

Maziyar (Maziar) Bahari, Journalist
Mohammad Ghouchani, Zeitungsherausgeber
Rouhollah Shahsavar, Journalist

Maziar Bahari und Mohammad Ghouchani wurden jeweils am 17. und 29. Oktober 2009 gegen Kaution freigelassen. Mindestens drei weitere Journalisten werden nach wie vor im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten, wo ihnen Misshandlungen drohen. Sie sind gewaltlose politische Gefangene.

Der Herausgeber der Tageszeitung Etemad-e Melli, Mohammad Ghouchani, wurde in der Nacht des 29. Oktober freigelassen, zwei Monate nach der Zahlung einer Kaution von ca. 68.000 Euro. Maziar Bahari, ein für Newsweek tätiger kanadisch-iranischer Journalist, wurde gegen eine Kaution in Höhe von ca. 200.000 Euro freigelassen. Er durfte aus dem Iran ausreisen und kam drei Tage später, rechtzeitig zur Geburt seines ersten Kindes, in Großbritannien an. (UA-171/2009)

Journalisten freigelassen (10/2009) - www.amnesty.de



AFGHANISTAN

Sayed Perwiz Kambachsch, Foto: © Jean MacKenzie/Amnesty International

Sayed Perwiz Kambachsch, Journalist und Blogger

Wie "Reporter ohne Grenzen" (ROG) berichtete, wurde der Journalist und Blogger Sayed Perwiz Kambachsch am 7. September 2009 aus der Haft entlassen. Vorausgegangen war einige Wochen zuvor, dass Präsident Hamid Karsai die Begnadigung des jungen Journalisten unterzeichnet hatte.

Der Student und Journalist war am 27. Oktober 2007 verhaftet worden, weil er angeblich blasphemische und den Islam verleumdende Äußerungen verbreitet hatte. Ein Gericht verurteilte ihn im Januar 2008 schließlich zum Tode. Dieses Urteil konnte jedoch im Oktober 2008 in eine 20-jährige Haftstrafe umgewandelt werden.

Weltweit hatten sich zahlreiche Medien, Regierungen und Menschenrechtsorganisationen für die Freilassung von Kambachsch eingesetzt, neben "Reporter ohne Grenzen", die "Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte" und auch Amnesty International. (UA-039/2008)

Sayed Perwiz Kambachsch endlich frei (09/2009) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Haft statt Todesstrafe (10/2008) - www.amnesty.de



GAMBIA

Emil Touray, Generalsekretär der "Gambia Press Union"
Sarata Jabbi-Dibba, Vizepräsidentin der "Gambia Press Union"
Pa Modou Faal, Kassenwart der "Gambia Press Union"
Pap Saine, Verleger der Zeitung "The Point"
Ebou Sawaneh, Redakteur der Zeitung "The Point"
Sam Sarr, Redakteur der oppositionellen Zeitung "Foroyaa"

Die sechs gambischen Journalisten wurden am 3. September 2009 auf Begnadigung des Präsidenten aus dem Gefängnis entlassen. Sie waren am 6. August 2009 alle zu einer zweijährigen Haftstafe und einer Geldstrafe verurteilt worden.

Am 15. Juni 2009 waren sie von Angehörigen des gambischen Geheimdienstes (National Intelligence Agency - NIA) festgenommen worden. Ihre Verhaftung folgte auf die Veröffentlichung einer von der Journalistenvereinigung "Gambia Press Union" am 11. Juni 2009 herausgegebenen Pressemitteilung in "The Point" und "Foroyaa".

Die Mitteilung kritisierte die Art, wie der gambische Präsident über den 2004 ermordeten Journalisten Deydra Hydara sprach. Hydara war Vorsitzender der "Gambia Press Union" und Redakteur bei "The Point". Die Mitteilung erinnerte die Regierung zudem daran, dass nach Deydra Hydaras Ermordung keine ernsthafte Untersuchung in die Wege geleitet worden sei, um die Verantwortlichen zu ermitteln, und dass bisher niemand zur Verantwortung gezogen wurde. (UA 151/09)

Der Verleger Pap Saine und Redakteure der Zeitung "The Point" wurden 2006 mit dem "Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit" der Palm-Stiftung in Schorndorf (Baden-Württemberg) geehrt.

Six Gambian journalists released (09/2009) - www.amnesty.org

Johann-Philipp-Palm-Preis (05/2006) - Preisträger 2006: Tageszeitung "The Point"



CHINA

Ilham Tohti, Betreiber der Webseite "Uighur Online"

Ilham Tohti, Betreiber der Webseite "Uighur Online" und Dozent für Wirtschaftswissenschaften an der Zentralen Universität für nationale Minderheiten in Peking, wurde am 23. August 2009 in der Hauptstadt Chinas freigelassen. Er steht jedoch weiterhin unter polizeilicher Überwachung.

Am 8. Juli 2009 war Ilham Tohti in seiner Wohnung festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte kurz nachdem die Behörden behauptet hatten, dass die auf der Webseite von Ilham Tohti veröffentlichten Berichte, die Unruhen in der autonomen Uiguren-Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas schürten. Ilham Tohti wies die Anschuldigungen zurück und sagte, dass er gegen die Anwendung von Gewalt sei.

Die Inhaftierung des Betreibers der Webseite war willkürlich und unrechtmäßig. Bei seiner Freilassung warnte ihn die Polizei vor Kritik an der Regierung, da ihm sonst eine Anklage und Bestrafung drohten. (UA-194/2009)

Uigure freigelassen (08/2009) - www.amnesty.de



IRAN

Sadi Sadr, Foto: © www.kosoof.com

Shadi Sadr, Rechtsanwältin und Journalistin

Die Menschenrechtlerin Shadi Sadr wurde am 28. Juli 2009 gegen Kaution freigelassen. Es ist nicht bekannt, wessen man sie beschuldigt. Amnesty International geht davon aus, dass sie aufgrund ihrer Menschenrechts-aktivitäten im Zusammenhang mit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen in Haft genommen wurde.

Die Anwältin und Journalistin wurde nach elf Tagen in Gewahrsam gegen eine Kaution in Höhe von 50 Millionen Tomans (etwa 38.000 Euro) freigelassen. Sie war am 17. Juli 2009 von iranischen Sicherheitskräften in Zivil willkürlich festgenommen worden. (UA-193/2009)

Shadi Sadr freigelassen (07/2009) - www.amnesty.de

Shadi Sadr: Das Fenster zum Iran muss offen bleiben! (10/2009) - de.qantara.de



IRAN

Kaveh Mozzafari, Journalist

Am Abend des 15. Juni 2009 wurden zwei iranische Gewerkschafter und ein Journalist auf Kaution freigelassen. Sie waren festgenommen worden, weil sie eine friedliche Veranstaltung zum Internationalen Tag der Arbeit am 1. Mai 2009 besucht hatten. Gholamreza Khani und der Journalist Kaveh Mozzaffari wurden gegen eine Kaution von jeweils 50 Millionen Toumans (etwa 35.730 EUR) freigelassen.

Die beiden anderen Gewerkschafter Jafar Azim Zadeh und Said Youzi, die verhaftet worden waren, weil sie die selbe Veranstaltung besucht hatten, befinden sich noch immer in Haft. Berichten zufolge wurden sie in den Normalvollzug des Evin-Gefängnisses verlegt. Es ist nicht bekannt, ob sie inzwischen einem Richter vorgeführt wurden. (UA-144/2009)

Zwei Gewerkschaftler weiter in Haft (06/2009) - www.amnesty.de



SYRIEN

Michel Kilo, Journalist und Menschrechtsaktivist

Einem Bericht von Reporter ohne Grenzen (ROG) zufolge ist Michel Kilo seit dem 19. Mai 2009 frei. Danach war der Journalist bereits am 14. Mai 2009 aus dem Adra-Gefängnis in der syrischen Hauptstadt Damaskus entlassen, aber anschließend umgehend in die Zentrale des syrischen Geheimdienstes gebracht worden, wo er für weitere fünf Tage festgehalten und täglich verhört worden war.

Michel Kilo war am 14. Mai 2006 zusammen mit dem Anwalt und Menschenrechtsverteidiger Anwar al-Bunni und Mahmoud 'Issa festgenommen worden, nachdem sie die "Beirut-Damaskus-Deklaration" unterzeichnet hatten. Darin wurden Syrien und Libanon aufgefordert, ihre diplomatischen Beziehungen zu normalisieren, indem sie gegenseitig Botschafter entsenden und den Verlauf ihrer gemeinsamen Staatsgrenze festlegen. Michel Kilo wurde daraufhin zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe wegen "Schwächung des Nationalgefühls" verurteilt und saß seitdem im Gefängnis.

Neben Reporter ohne Grenzen hatte sich auch Amnesty International über Jahre für die Freilassung des syrischen Journalisten und Schriftstellers eingesetzt. (UA-142/2006, Briefe gegen das Vergessen)

Michel Kilo endlich frei (05/2009) - www.reporter-ohne-grenzen.de

Briefe gegen das Vergessen: Michel Kilo (03/2007) - www.amnesty.de

Drohende Folter: Michel Kilo, Schriftsteller u.a. (10/2006) - www.amnesty.de



IRAN

Roxana Saberi, Foto: © Eustacio Humphrey/ZUMA Press

Roxana Saberi, Journalistin mit US-amerikanischer und iranischer Staatsbürgerschaft

"Wir sind erfreut, dass der Gerechtigkeit durch das Berufungsverfahren genüge getan wurde und Roxana Saberi heute aus dem Gefängnis in Teheran entlassen werden soll", sagte Hassiba Hadj Saharoui, stellvertretender Direktor für die Region Mittlerer Osten und Nordafrika bei Amnesty International am 11. Mai 2009. "Allerdings hätte sie gar nicht erst gefangen genommen werden dürfen", fügte Saharoui hinzu. "Außerdem sollte die Freilassung nicht an Bedingungen geknüpft sein."

Das iranische Revolutionsgericht hatte die 32-jährige Journalistin mit US-amerikanischer und iranischer Staatsbürgerschaft am 18. April 2009 wegen Spionage zu acht Jahren Haft verurteilt. In einem Berufungsverfahren setzte das Gericht das Strafmaß jetzt auf zwei Jahre auf Bewährung herab. Roxana Saberi darf allerdings den Auflagen zufolge in den nächsten fünf Jahren nicht als Journalistin im Iran arbeiten. (UA-077/2009)

US-iranische Journalistin Roxana Saberi freigelassen! (05/2009) - www.amnesty.de

Acht Jahre Haft für Roxana Saberi (04/2009) - www.amnesty.de



ASERBAIDSCHAN

Sakit Zahidov, Foto: © Institute for Reporter Freedom and Safety/Amnesty International

Sakit Zahidov, Journalist

The Azerbaijan authorities released an opposition journalist on 9 April 2009, after he had served almost three years in prison. Sakit Zahidov was pardoned under an amnesty act passed in March by the country’s parliament, the Milli Mejlis.

Azerbaijan journalist pardoned after almost three years ... (04/2009) - www.amnesty.org

Briefe gegen das Vergessen: Sakit Zahidov (05/2007) - www.amnesty.de



DR KONGO

Coco Tanda, Journalist

Die Menschenrechtsverteidiger Floribert Chebeya Bahizire, Dolly Inefo Mbunga und Donat Tshikaya, die für die Menschenrechtsorganisationen "La Voix des Sans Voix" (VSV) und "Réseau National des ONGs des Droits de l'Homme en RD Congo" ( RENADHOC) aktiv sind, wurden am Abend des 17. März 2009 gemeinsam mit ihrem Mitgefangenen, dem Journalisten Coco Tanda, aus der Haft entlassen.

Die Männer wurden bei ihrer Festnahme am 15. März 2009 vermutlich von Angehörigen des nationalen Geheimdienstes "Agence Nationale de Renseignements" (ANR) brutal verprügelt, mit einem Revolver bedroht und anschließend in Polizeigewahrsam überstellt. Zur Zeit werden sie von Ärzten behandelt.

Der Druck, den nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen ausgeübt haben, hat offenbar einen entscheidenden Beitrag zu ihrer Freilassung geleistet. (UA-078/2009)

Menschenrechtler freigelassen (03/2009) - www.amnesty.de



ÄGYPTEN

Ibrahim Eissa, Foto: © Amnesty International

Vier Zeitungsherausgeber:
Ibrahim Eissa, Wael al-Abrashy,
Adel Hammouda, Abdel Halim Qandil

Four Egyptian newspaper editors convicted of publishing offences under a controversial press law have had their one-year prison sentences overturned by a Cairo Appeals Court (2 February 2009).

In the ruling made on Sunday, the Agouza Appeals Court also upheld the 20,000 Egyptian Pounds (around US$3500) fine against each of the editors. Their lawyers announced that they will take the case to the Court of Cassation.

The four editors sentenced were Ibrahim Eissa of the daily Al-Dustour, Wael al-Abrashy of the weekly Sawt al-Umma, Adel Hammouda of the weekly Al-Fajr and Abdel Halim Qandil, former editor of the weekly Al-Karama. The four remained free pending their appeal.

Egyptian court overturns journalists' prison sentences (02/2009) - www.amnesty.org



BRASILIEN

Familie des ermordeten Journalisten Luiz Carlos Barbon

Die Brasilianerin Katia Camargo und ihre beiden Kinder wurden nach Drohungen am
5. Januar 2009 in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Sie sind somit nicht mehr in unmittelbarer Gefahr.

Katia Camargo war von Personen bedroht worden, die Verbindungen zu den Mördern ihres Mannes Luiz Carlos Barbon haben: Ihr Mann war ein Journalist, der über Korruption berichtete und im Mai 2007 ermordet wurde.

Der für Menschenrechte zuständige Staatsanwalt von São Paulo ordnete diese Schutzmaßnahme an. Es ist ungewöhnlich, dass ein Staatsanwalt in solch einem Fall so schnell handelt. Es ist bemerkenswert, dass das Büro des Staatsanwalts mit großer Geschwindigkeit gearbeitet hat, die zum Teil auf das Eingreifen von Amnesty International zurückzuführen ist. (UA-306/2008)

Familie in Zeugenschutzprogramm aufgenommen (01/2009) - www.amnesty.de



KROATIEN

Drago Hedl, Journalist

Aufgrund der polizeilichen Ermittlungen konnte am 4. Dezember 2008 ein Mann identifiziert werden, der offenbar für die jüngsten Morddrohungen gegen den kroatischen Journalisten Drago Hedl verantwortlich ist. Der Fall wurde daraufhin dem Bezirksstaatsanwalt in Osijek zu weiteren Untersuchungen übergeben.

Drago Hedl steht nun nicht mehr unter Polizeischutz. Er ist aller Wahrscheinlichkeit nach außer Gefahr.

Der Kolumnist der kroatischen Tageszeitung Jutarnji List hatte eine Reihe von Morddrohungen erhalten - zuletzt am 27. November 2008. Die Drohungen stehen offenbar mit seinen investigativen Berichten über einen hochrangigen kroatischen Politiker in Zusammenhang. Dieser Politiker soll während des Krieges 1991-95 an der Tötung von kroatischen Serben in der Stadt Osijek beteiligt gewesen sein. (UA-329/2008)

Drago Hedl (12/2008) - www.amnesty.de



IRAN

Negin Sheikholeslami, Journalistin und Menschenrechtsverteidigerin

Negin Sheikholeslami wurde am 23. November 2008 gegen eine Kaution in Höhe von fast 40.000 Euro aus der Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses in Teheran entlassen. Während der Haft durfte Negin Sheikholeslami zwei Mal Besuch von Familienangehörigen erhalten.

Die Menschenrechtsaktivistin der kurdischen Minderheit im Iran war am 4. Oktober 2008 nachts in ihrer Wohnung in Teheran festgenommen worden. Ein Gast, der sich in ihrer Wohnung befand, wurde ebenfalls festgenommen und nach etwa einer Stunde freigelassen. Der Aufenthaltsort von Negin Sheikholeslami war zunächst unbekannt. Am 9. Oktober 2008 wurde ihrem Mann mitgeteilt, dass sie in der Abteilung 209 im Evin-Gefängnis festgehalten wird, die dem Geheimdienstministerium untersteht.

Der Grund für ihre Verhaftung wurde ihm nicht mitgeteilt und man informierte ihn darüber, dass sie keinen Besuch empfangen dürfe, bis die Untersuchung ihres Falls abgeschlossen sei. (UA-280/2008)

Negin Sheikholeslami (12/2008) - www.amnesty.de



IRAN

Mahboubeh Karami, Foto: © Campaign for Equality/Amnesty International

Mahboubeh Karami, Journalistin und Menschenrechtlerin

Mahboubeh Karami wurde am 11. November 2008 von der Abteilung 15 des Revolutionsgerichts in Teheran freigesprochen. Das Gericht befand, dass nicht genügend Beweise gegen sie vorlägen, um die Anklagen "Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit" und "Störung der öffentlichen Ordnung" zu erhärten.

Die Journalistin und Menschenrechtlerin war am 13. Juni 2008 von Sicherheitskräften in Zivil festgenommen worden, als sie in einem Bus saß, der kurz nach dem Ende einer Demonstration im Mellat-Park dort vorbeifuhr. Nach ihrer Festnahme brachte man Mahboubeh Karami in das Evin-Gefängnis in Teheran. Während der Haft wurde sie regelmäßig zu ihren Aktivitäten für die "Kampagne für Gleichberechtigung" verhört, einem Netzwerk engagierter Frauen und Männer, die für die Abschaffung der diskriminierenden Gesetze und politischen Maßnahmen gegen Frauen im Iran eintreten. (UA-169/2008)

Mahboubeh Karami (11/2008) - www.amnesty.de



IRAN

Alireza Serrafi, Bauingenieur und Journalist,
Hassan Rashidi, Ingenieur, Schriftsteller und Dozent,
Sa'id Mohammadi Mughanli, Schriftsteller und Journalist,
Mehdi Na'imi, Schriftsteller und Universitätsdozent

Die vier Menschenrechtsaktivisten Alireza Serrafi, Hasan Rashidi, Sa'id Mohammadi Mughanli und Mehdi Naimi, die sich für die Rechte der Aseri im Iran einsetzen, wurden am 8. November 2008 gegen eine Kaution in Höhe von umgerechnet je 200.000 Euro auf freien Fuß gesetzt.

Vor der Freilassung wurden sie wegen "Handlungen gegen die nationale Sicherheit" unter Anklage gestellt. Der Gerichtstermin steht noch nicht fest. (UA-269/2008)

Freilassung gegen Kaution (11/2008) - www.amnesty.de



MALAYSIA

Raja Petra Kamarudin, Blogger

A Malaysian high court has ordered the release of blogger Raja Petra Kamarudin, on the grounds that his arrest, under the Internal Security Act (ISA), was unconstitutional.

An online social commentator and the editor of news blog Malaysia Today, Raja Petra was arrested on 12 September for threatening national security and potentially "causing tension among the country's multi-racial and multi-religious society".

Articles published online by Raja Petra were deemed insulting to Muslims and to the Prophet Muhammad and were thought defamatory of Malaysia's leaders. The articles in question were 'Malays, the Enemy of Islam', 'Let's send the Altantuya murderers to hell', 'I promise to be a good, non-hypocritical Muslim' and 'Not all Arabs are descendents of the Prophet'. (Amnesty International, 07.11.2008)

Malaysian court frees blogger (11/2008) - www.amnesty.org



AFGHANISTAN

Sayed Perwiz Kambaksh, Student und Journalist

Am 21. Oktober 2008 hat das Berufungsgericht in Kabul das Todesurteil gegen Sayed Perwiz Kambaksh aufgehoben, ihn jedoch zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Es gibt keine rechtliche Grundlage für den Schuldspruch und das Todesurteil bzw. die Gefängnisstrafe. Amnesty International wird mit anderen, längerfristigen Mitteln weiter für seine Freilassung eintreten. (UA-039/2008)

Sayed Perwiz Kambaksh (10/2008) - www.amnesty.de



CHINA

Ye Guozhu, Foto: © Boxun/Amnesty International

Ye Guozhu, Menschenrechtler

Ye Guozhu was released on 15 Oct 2008. His family were warned by police at the time to keep news of his release secret, or Ye would be returned to custody.

His brother Ye Quoqiang said that on 29 September Ye Guozhu was forced to sign an agreement accepting compensation for his eviction. He said that Ye Guozhu was threatened with new charges and continued detention if he did not sign, and had been pressured into stating that he did not require a lawyer during his time in custody.

During his four years in prison, Ye Guozhu's health has deteriorated. He was forbidden from seeing his elderly mother and father, and his mother died while he was in custody. Ye has been exhausted by his ordeal and is currently resting and receiving medical treatment. (Amnesty International, 12.12.2008)

Ye Guozhu was released (12/2008) - www.amnesty.org.uk



IRAN

Emadeddin Baghi, Journalist und Menschenrechtler

Der Journalist und Menschenrechtler Emadeddin Baghi ist am 5. Oktober 2008 aus der Haft entlassen worden - drei Tage vor Ablauf der gegen ihn verhängten einjährigen Haftstrafe. Man hatte ihm aus medizinischen Gründen erlaubt, am 15. September 2008 vorübergehend das Gefängnis zu verlassen, um ein Rückenleiden behandeln zu lassen.

Auf Antrag des behandelnden Arztes wurde die Haftverschonung bis zum 5. Oktober verlängert. An diesem Tag erfuhr Emadeddin Baghi dann auch, dass er aus der Haft entlassen worden war. (UA-139/2008)

Emadeddin Baghi (10/2008) - www.amnesty.de



JEMEN

Abdul Karim al-Khaiwani, Journalist

Al-Khaiwani has been released on 26. September 2008 after serving less than four months of his six-year sentence. He was issued a presidential pardon.

The recipient of Amnesty's 2008 Special Award for Human Rights Journalism under Threat, Yemeni journalist Abdul Karim al-Khaiwani, has been sentenced to 6 years in prison. Amnesty believes he has been imprisoned as a result of his professional activities as a journalist and peaceful criticism of government policies.(amnesty.org.uk)

Al-Khaiwani is free at last (09/2008) - www.amnesty.org.uk



MYANMAR

Win Tin, Foto: © privat/Amnesty International

U Win Tin, Journalist

One of Myanmar's longest serving political prisoners was released on
23. September 2008 along with at least six other prisoners of conscience.
U Win Tin, a 78-year-old journalist, prominent dissident and senior official in the main opposition National League for Democracy (NLD) party, led by Daw Aung San Suu Kyi, had been imprisoned for 19 years. (Briefe gegen das Vergessen)

U Win Tin: Longest serving political prisoner released (09/2008) - www.amnesty.org

Win Tin nach 19 Jahren endlich frei (09/2008) - www.reporter-ohne-grenzen.de



IRAN

Adnan Hassanpour, Foto: © www.rojhelat.info/Amnesty International

Adnan Hassanpour, kurdischer Journalist und Aktivist für kulturelle Rechte

Am 3. September 2008 wurde das Todesurteil gegen Adnan Hassanpour von der Abteilung 32 des Obersten Gerichtshofs aufgehoben. Die oberste Justizautorität verfügte ein neues Verfahren wegen Spionage, da Adnan Hassanpour wegen Vergehen angeklagt worden war, die nicht den Tatbestand der "Feindschaft mit Gott" (moharebeh) erfüllen. Der neue Prozess wird vor der Abteilung 1 des Revolutionsgerichts in der Stadt Marivan in der Provinz Kurdistan im Westen des Landes stattfinden.

Am 25. August 2008 trat Adnan Hassanpour zusammen mit mehr als 50 anderen kurdischen Gefangenen in den Hungerstreik, um gegen fortwährende Folter, Hinrichtungen und andere schwere Menschenrechtsverletzungen zu protestieren. (UA 039/2007-4)

Todesurteil gegen Adnan Hassanpour aufgehoben (10/2008) - www.amnesty.de



KUBA

Gorki Águila, Musiker und Dissident

Gorki Águila wurde am 29. August 2008 nach der Gerichtsverhandlung vor einem Gericht in Havanna freigelassen. Man sprach ihn vom Vorwurf der "Gefährlichkeit" (peligrosidad) frei, verurteilte ihn aber wegen des minderschweren Vergehens des zivilen Ungehorsams zu einer Geldstrafe von 600 kubanischen Pesos (umgerechnet etwa 18,50 Euro).

Gorki Águila, ein Musiker der Band Porno Para Ricardo, war am 25. August 2008 in Havanna festgenommen worden. In ihren Texten übt die Band scharfe Kritik an der kubanischen Regierung. Die Gruppe darf in Kuba nicht öffentlich auftreten, und ihre Stücke dürfen weder im kubanischen Fernsehen noch im Radio gespielt werden. (UA 237/2008-1)

Gorki Águila (09/2008) - www.amnesty.de



CHINA

Bu Dongwei, Mitglied der spirituellen Bewegung Falun Gong

Prisoner of conscience Bu Dongwei was released on 23 July 2008, roughly four months before the end of his term of re-education through labour. Amnesty were asked not to make this news public until Bu Dongwei and his family were happy to dislose it. (Briefe des Vergessens)

Chinese prisoner of conscience Bu Dongwei - released (11/2008) - www.amnesty.org.uk



TUNESIEN

Slim Boukhdir, Journalist

Slim Boukhdir was released on Monday, 21 July 2008, and informed that he had been granted a conditional release by the Minister of Justice. He was not given any further explanation.

Tunisian journalist freed (07/2008) - www.amnesty.org



SENEGAL/GAMBIA

Yahya Danfa, Journalist

Dem im Senegal lebenden gambischen Journalisten Yahya Danfa wird in Schweden Asyl gewährt. Er hatte sich mit seiner Familie im Senegal versteckt gehalten, war aber von gambischen Sicherheitskräften dort bedroht worden.

Yahya Danfa, der früher als Journalist für die unabhängige Zeitung "Foroyaa Newspaper" arbeitete, war schikaniert worden, seit er am 6. Oktober 2007 bei dem Besuch einer Amnesty-Delegation zusammen mit den Delegationsmitgliedern festgenommen worden war. Am 12. Oktober 2007 ließ man ihn ohne Anklage frei, aber Angehörige des gambischen Geheimdienstes NIA suchten wiederholt sein Haus auf und drangsalierten seine Familienangehörigen, so dass er kurz danach aus dem Land floh.

Im März 2008 suchten Mitarbeiter des NIA in Zivilkleidung zweimal die Wohnung von Yahya Danfa in der senegalesischen Hauptstadt Dakar auf. (UA 67/2008)

Yahya Danfa: Asyl erhalten (06/2008) - www.amnesty.de



IRAK

Rezger Raza Chouchani, Journalist

Journalist Rezgar Raza Chouchani was released without charge from the headquarters of the Zeravani intelligence agency in the region of Iraqi Kurdistan on 9 June 2008.

He was summoned to the agency's headquarters in the town of Masief Salah al-Din, just outside Erbil, on 3 June. According to other journalists, he had written about corruption in the agency, and its officials had apparently threatened him.

It is believed that Rezgar Raza Chouchani's release is on the condition that he gives up his work as a journalist for the Berzan newspaper and the Horakurd website. (UA-159/2008)

Rezger Raza Chouchani: Released (06/2008) - www.amnesty.de

Rezger Raza Chouchani: Enforced disappearance (05/2008) - www.amnesty.de



PAKISTAN

Rehmat Shah Afridi, Zeitungsherausgeber

Rehmat Shah Afridi wurde am 24. Mai 2008 auf Bewährung entlassen. Er hat neun Jahre der lebenslangen Haftstrafe, in die das Strafgericht Lahore sein Todesurteil im Juni 2004 umgewandelt hatte, in Haft verbracht.

2001 war er wegen Drogenhandels zum Tode verurteilt worden. Amnesty International glaubt, dass die Anklage gegen ihn politische Gründe hatte: Er war der Herausgeber der urdusprachigen Zeitung Maidan, in der Artikel über korrupte Regierungsminister und über mutmaßliche Verbindungen zwischen Drogenfahndern der "Anti-Narcotics Force" (ANF), dem militärischen Geheimdienst und Drogenschmugglern erschienen waren.

Während seines Gefängnisaufenthalts ist ihm offenbar die angemessene medizinische Versorgung für ein Herzleiden verwehrt worden. Am 16. April 2008 wurde er zur Behandlung in das Service Hospital eingeliefert. Dort informierte man ihn über seine bevorstehende Entlassung. (UA-271/2003)

Rehmat Shah Afridi (06/2008) - www.amnesty.de



SAUDI-ARABIEN

Foto: © Free Fouad

Fouad Ahmad al-Fahrhan, Internet-Dissident

Der 32-jährige Blogger Fouad Ahmad al-Fahrhan wurde am 26. April 2008 ohne Anklage freigelassen.

Fouad Ahmad al-Fahrhan besitzt eine kleine IT-Firma und wurde am 10. Dezember 2007 in seinem Büro festgenommen und im Dhaban-Gefängnis in der Stadt Jiddah festgehalten.

Vor seiner Festnahme soll ihn ein Mitarbeiter des Innenministeriums gewarnt haben, dass man ihn vernehmen wolle. Er ging davon aus, dass dies in Zusammenhang mit seinen Artikeln über politische Gefangene in seinem Internet-Blog stand. (UA-004/2008)



IRAN

Reza Daghestani, Student und Journalist

Reza Daghestani, Aktivist für die Rechte der aserbaidschanischen Bevölkerung im Iran, wurde am 19. März 2008 gegen Zahlung einer Kaution von etwa 40.000 US-Dollar freigelassen.

Am 21. Februar 2008 hatte man ihn im Haus seiner Familie in der Stadt Oroumiye festgenommen. Das Haus wurde durchsucht und sein Computer, seine CDs, Unterlagen und Bücher wurden zusammen mit Ausdrucken seiner Newsletter beschlagnahmt.

Reza Daghestani gibt einen studentischen Newsletter namens "Chamlibel" heraus, der sowohl auf aserbaidschanischem Türkisch als auch auf Persisch erscheint und hat bereits für einige andere Publikationen geschrieben. Zudem hat er in der Stadt Naghadeh eine Unterrichtsreihe für aserbaidschanisches Türkisch initiiert und Gruppen gegründet, um in der Provinz West Aserbaidschan im Zusammenhang mit dem Internationalen Tag der Muttersprache am
21. Februar 2008 friedliche Demonstrationen zu organisieren.

Er war Mitglied des Komitees einer Kampagnengruppe namens "Urmu Azerbaijan Sesi", die aktiv einige Kandidaten aus Oroumiye unterstützte, die alle von der Liste für die am 14. März 2008 stattfindenden Parlamentswahlen ("Majiles") gestrichen wurden. "Urmu Azerbaijan Sesi" gab eine öffentliche Erklärung ab, in der sie sich gegen das "unfaire und undemokratische Streichen ihrer Kandidaten" wehrte. Amnesty International geht davon aus, dass seine Festnahme mit einigen oder allen diesen friedlichen Aktivitäten zu tun hatte. (UA 58/08)

Reza Daghestani (03/2008) - www.amnesty.de



IRAN

Jelil Qanilu (alias Ghanilou), aserischer Aktivist für kulturelle und linguistische Rechte

Jelil Qanilu, ein aserischer Aktivist für die kulturellen und linguistischen Rechte der Aseris, wurde am 27. Februar 2008 freigelassen und befindet sich jetzt zu Hause bei seiner Familie in der Stadt Zenjan im Westen des Iran. Für seine Freilassung wurde eine Kaution in Höhe von umgerechnet etwa 56.000 Euro gezahlt.

Jelil Qanilu war im Zusammenhang mit seiner Beteiligung am Internationalen Tag der Muttersprache im Februar 2007 in Zenjan festgenommen worden. Etwa zehn Tage später entließ man ihn, aber am 28. Mai 2007 wurde er erneut festgenommen, nachdem er an einer Demonstration teilgenommen hatte, die den Jahrestag der Veröffentlichung einer Karikatur beging, die viele Iranerinnen und Iraner aserischer Herkunft als beleidigend empfunden hatten. Von Juni 2007 bis zu seiner Freilassung brachte man ihn wiederholt vom Evin-Gefängnis in Teheran in das Internierungszentrum des Geheimdienstministeriums in Zenjan. Berichten zufolge soll er zwischen Ende 2007 und Anfang 2008 sowohl verhört als auch gefoltert worden sein. Ab dem 4. Dezember 2007 bis zu seiner Freilassung hielt man ihn im Trakt 209 des Teheraner Evin-Gefängnisses fest. Dieser Trakt steht unter der Leitung des Geheimdienstministeriums.

Am 3. Februar 2008 soll Jelil Ghanilou in einem Telefongespräch, währenddessen er überwacht wurde, gesagt haben, dass er sechs Monate lang in Einzelhaft verbrachte und immer noch gefoltert würde. Er soll noch bemerkt haben, er habe keine Angst mehr, am Telefon zu sagen, dass der psychologische Druck durch die Unsicherheit, die falschen Informationen, die wiederholten Verhöre und die Drohungen der Behörden ihn fertig machten. (UA 61/07)

Jelil Ghanilou (03/2008) - www.amnesty.de



TÜRKEI

Orhan Kemal Cengiz, Foto: © privat/Amnesty

Orhan Kemal Cengiz, Rechtsanwalt, Menschenrechtsverteidiger, Zeitungskolumnist

Am 27. Februar 2008 stellte die Sicherheitsabteilung Ankara dem Rechtsanwalt, Menschenrechtsverteidiger und Zeitungskolumnist Orhan Kemal Cengiz Personenschutz zur Verfügung. Er war bedroht und eingeschüchtert worden, weil er die Angehörigen von drei Männern, die bei einem Überfall auf ein christliches Verlagshaus im April 2007 getötet worden waren, juristisch vertreten hatte. (UA 40/08)

Orhan Kemal Cengiz: Personenschutz gewährt (03/2008) - www.amnesty.de



BELARUS

Alyaksandr Zdzvizhkou, 34-jähriger Journalist

A former deputy editor of a Belarusian newspaper has been released early from prison. On
22 February 2008, the Supreme Court of Belarus commuted Alyaksandr Zdzvizhkou's three-year prison sentence to three months.

This decision resulted in his immediate release from the high security prison where he was being held. Amnesty International has welcomed his release, but called for his conviction to be overturned.

Alyaksandr Zdzvizhkou, former deputy editor of Zhoda (Today) newspaper, was sentenced by a Minsk city court on 18 January 2008. He had been found guilty of "inciting racial, national, or religious enmity or discord" according to Article 130.1 of the Belarusian Criminal Code.

He was sentenced for publishing the cartoons of the Prophet Muhammad in 2006 in an article reporting the protests following their original publication in Denmark in September 2005. Amnesty International regarded Alyaksandr Zdzvizhkou a prisoner of conscience, imprisoned for peacefully exercising his right to freedom of expression. (Amnesty International News)

Early release for Belarusian newspaper journalist (02/2008) - www.amnesty.org

Alyaksandr Zdzvizhkou: Prisoner of Conscience - update (02/2008) - www.amnesty.org

Alyaksandr Zdzvizhkou: Prisoner of Conscience (02/2008) - www.amnesty.org



IRAK

Jooni Khoshaba, 34-jähriger Journalist

Der Journalist Jooni Khoshaba wurde am 22. Februar 2008 freigelassen.

Er war von den "Asayish" (die Sicherheitskräfte, die für die Behörden der teilautonomen Region des kurdisch-kontrollierten Nordirak arbeiten) festgenommen worden. (UA 044/08)

Jooni Khoshaba (02/2008) - www.amnesty.de



KUBA

Vier Menschenrechtsaktivisten: José Gabriel Ramón Castillo, Alejandro González Raga, Omar Pernet Hernández und Pedro Pablo Alvarez Ramos

Die vier Menschenrechtsaktivisten sind am 15. Februar 2008 aus dem Gefängnis vorzeitig entlassen worden. Sie waren im März 2003 während einer Repressionswelle gegen Dissidenten mit 75 weiteren Personen verhaftet und willkürlich zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Bei den entlassenen Häftlingen handelt es sich um Omar Pernet Hernández (62), Gründer der unabhängigen Bibliothek "20 de Mayo II" und der Nationalen Menschenrechtsbewegung in Placetas, und Pedro Pablo Alvarez Ramos (59), Gewerkschafter und Präsident des Dachverbands CUTC, die beide zu 25 Jahren Haft verurteilt worden waren, sowie José "Pepín" Gabriel Ramón Castillo (50), Lehrer, Journalist und Gründer der unabhängigen Journalistenschule "Santiago de Cuba", der zu 20 Jahren Haft, und Alejandro González Raga (48), Techniker, Journalist und Mitglied der Christlichen Befreiungsbewegung in Camagüey, der zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war.

Cuba releases imprisoned activists (02/2008) - www.amnesty.org

Four dissidents, including a journalist, are freed (02/2008) - www.rsf.org

Massive crackdown on dissent (04/2003) - www.amnesty.org



NIGER

Ibrahim Manzo Diallo, Foto: © François Bergeron/AI

Ibrahim Manzo Diallo, Journalist

Der Zeitungsherausgeber Ibrahim Manzo Diallo wurde am 6. Februar 2008 vom Berufungsgericht in der Stadt Zinder im Osten des Landes vorläufig freigelassen. Er war ohne ein Gerichtsverfahren wegen angeblicher Verbindung zu Tuareg-Rebellen über vier Monate lang inhaftiert gewesen.

"Ich danke Amnesty International, die sich während meiner Inhaftierung für mich einsetzte, aus tiefstem Herzen. Danke an die internationale Mobilisierung... durch sie wurde ich schließlich freigelassen. Ein großes Dankeschön an die Mitglieder der Organisation. Auch meine Familie dankt ihnen." ("Je dois surtout remercier Amnistie internationale sincèrement du fond du cœur qui s’est mobilisé pendant ma détention. C’est la pression internationale… ils ont fini par me libérer. Un grand merci aux membres d’AI. Toute ma famille leur dit aussi merci.") (UA 259/07)

Ibrahim Manzo Diallo (02/2008) - www.amnesty.de



ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK

Faustin Bambou, Journalist

Amnesty International hat erfahren, dass der Journalist Faustin Bambou am 23. Januar 2008 freigelassen wurde. Seine Freilassung erfolgte, nachdem im Regierungsradio gemeldet worden war, dass Präsident François Bozizé ihn begnadigt hatte.

Faustin Bambou war am 11. Januar 2008 von Gendarmen festgenommen und in der Ermittlungsabteilung der Gendarmerie (Section de recherche et d’investigation, - SRI) gebracht worden, ehe man ihn in das Ngaragba-Gefängnis in der Hauptstadt Bangui brachte. Er war angeklagt, eine Revolte, Beleidigungen und Verleumdung provoziert zu haben (incitation a la revolte, d’injures et de diffamation). Die Anklagen bezogen sich auf einen am 21. Dezember 2007 von seiner Zeitung Les Collines de l’Oubangui veröffentlichten Artikel, in dem zwei Regierungsministern vorgeworfen wurde, Gelder veruntreut zu haben, die zur Zahlung ausstehender Gehälter von Regierungsangestellten hätten verwendet werden können. (UA 030/08)

Faustin Bambou (02/2008) - www.amnesty.de



ASERBAIDSCHAN

Fünf Journalisten: Rovsan Kebirli, Yasar Agazade, Faramaz Novruzoglu,
Rafiq Tagi and editor Samir Sadaqatoglu

Amnesty International welcomes the release of five journalists in Azerbaijan, following official pardons issued by President Ilham Aliyev on 28 December 2007.

Three of the five released journalists, Rovsan Kebirli, Yasar Agazade and Faramaz Novruzoglu, were imprisoned during 2007 on charges of defamation after publishing articles about high-ranking political figures or alleging corruption in public office.

The remaining two, Rafiq Tagi and editor Samir Sadaqatoglu were sentenced in May to three and four years’ imprisonment respectively for incitement of religious hatred after writing and publishing an article critical of Islam in the Sanat (Art) newspaper. Rafiq Tagi and Samir Sadaqatoglu were considered by Amnesty International to be prisoners of conscience; the organization further calls upon the Azerbaijani authorities to ensure these journalists’ security following the issuing of a fatwa demanding their murder by Iranian ayatollah Fazel Lankarani.

Five journalists freed by presidential decree (01/2008) - www.rsf.org



IRAN

Maryam Hosseinkhah, Foto: © AI

Maryam Hosseinkhah und Jelveh Javaheri,
Journalistinnen und Frauenrechtlerinnen

Die beiden Internet-Dissidentinnen Maryam Hosseinkhah und Jelveh Javaheri wurden am 2. Januar 2008 um 19 Uhr aus dem Evin-Gefängnis von Teheran entlassen.

Maryam Hosseinkhah war dort seit dem 18. November 2007 und Jelveh Javaheri seit dem 1. Dezember 2007 inhaftiert gewesen. Beiden Journalistinnen soll man der "Antiregierungspropaganda" und der "Verbreitung von Lügen" beschuldigt haben im Zusammenhang mit im Internet veröffentlichten Artikeln. Es sind jedoch bisher keine offiziellen Anklagen gegen sie erhoben worden.

Maryam Hosseinkhah ist Journalistin und Online-Redakteurin und ein aktives Mitglied der "Kampagne für Gleichberechtigung", die darauf abzielt, eine Million Unterschriften zu sammeln, um die gesetzliche Benachteiligung von Frauen im Iran zu beenden, und ist Mitherausgeberin der Website der Kampagne (englische Fassung unter: http://www.we-change.org). Darüber hinaus ist sie im Frauenkulturzentrum aktiv, einer Frauenorganisation, die 2001 gegründet wurde, um die Menschenrechte und politischen Rechte der Frauen im Iran zu fördern.

Jelveh Javaheri studiert Soziologie und ist ebenfalls aktives Mitglied der "Kampagne für Gleichberechtigung". Sie arbeitet im Bildungskomitee der Kampagne mit und hat mehrere Artikel für die Kampagnen-Website verfasst. Außerdem hat sie auch zahlreiche Artikel zu Frauenfragen für andere Internetportale geschrieben und ist eine der Gründerinnen des "Hastia Andish-Zentrums", eine führende unabhängige Frauenorganisation, die für Frauenrechte durch Bildung eintritt, und aus der sie 2006 ausschied.

Für die Freilassung der beiden Journalistinnen wurde jeweils ein Lösegeld von umgerechnet 4.500 Euro gezahlt. Ursprünglich hatte die Behörde offenbar die stattliche Summe von je 95.000 Euro dafür verlangt. (UA 312/07, UA 321/07)

Maryam Hosseinkhah (01/2008) - www.amnesty.de

Jelveh Javaheri (01/2008) - www.amnesty.de

Weitere Informationen - Inhaftierte Frauenrechtlerin aktiv im Evin-Gefängnis



TSCHAD

Nadjikomo Benoudjita, Nachrichtenredakteur

Nadjikomo Benoudjita, Redakteur der Zeitung "Notre temps", wurde am 17. Dezember 2007 dem Generalstaatsanwalt vorgeführt. Man hatte ihm vorgeworfen, durch einen Artikeln, der am 11. Dezember 2007 in der Zeitung "Notre temps" erschienen war, Stammesunruhen zu schüren. Nadjikomo Benoudjita ist zwar jetzt wieder in Freiheit, er muss aber 2008 erneut vor Gericht erscheinen.

Nadjikomo Benoudjita gibt an, dass er in der Geheimdienstzentrale (Direction des renseignements généraux) festgehalten wurde, weil er einen Artikel mit dem Titel "Sarko keine Krokodilstränen" ("Sarko pas de larmes de croco") veröffentlicht hatte, in dem es um einige Treffen ging, die der französische Präsident, Nicolas Sarkozy, während des EU-Afrika-Gipfels vom 8. - 9. Dezember 2007 in Lissabon hatte.

Nadjikomo Benoudjita wurde zuerst vom Vorsitzenden des "Hohen Ausschuss für Medien im Präsidialamt" ("haut Conseil de la Communication") der Verleumdung bezichtigt, obwohl diese Institution dazu rechtlich nicht befugt ist. Die Anzeige wurde später in "Schüren von Stammesunruhen und religiösem Hass" umgewandelt. (UA 332/07)

Nadjikomo Benoudjita (12/2007) - www.amnesty.de



JEMEN

Muhammad Ahmed Abdullah al-Sha'wi

Muhammad Ahmed Abdullah al-Sha'wi wurde am Abend des 28. Oktober 2007 ohne Anklageerhebung oder Gerichtsverfahren freigelassen.

Er wurde nach vorliegenden Informationen am 12. Oktober 2007 am Flughafen der Hauptstadt Sana’a von Angehörigen der Sicherheitskräfte festgenommen. Er war gerade von einer medizinischen Behandlung in Ägypten zurückgekehrt, die regelmäßige Kontrolluntersuchungen im Jemen erforderlich macht. Entgegen jemenitischen Gesetzen und Bestimmungen des Völkerrechts war seine Familie nicht über seinen Haftort informiert worden. Die vorliegenden Meldungen deuteten jedoch darauf hin, dass er sich im Gewahrsam der Sicherheitskräfte in Sana’a befand.

Muhammad Ahmed Abdullah al-Sha'wi soll mehrere Artikel für die in der Stadt Aden ansässige Wochenzeitung "Attariq" geschrieben haben, in denen er Kritik an den jemenitischen Behörden geübt habe. (UA 274/07)

Muhammad Ahmed Abdullah al-Sha'wi (11/2007) - www.amnesty.de



IRAN

Ali Farahbakhsh, Foto: © privat/AI

Ali Farahbakhsh, Journalist

Der Journalist Ali Farahbakhsh kam am 9. Oktober 2007 nach elfmonatiger Haft aus dem Gefängnis Evin in Teheran frei.

Weil er Geld aus dem Ausland erhalten und spioniert haben soll, war er zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt worden. In einem Berufungsverfahren wurde die Haftstrafe auf 16 Monate reduziert.

Farahbakhsh hatte im November 2006 in Bangkok an einer Konferenz über Regierungsführung und Medienpolitik teilgenommen. Nachdem er von der Konferenz zurückgekehrt war, wurde er am 27. November 2006 verhaftet. Der Journalist hatte für verschiedene iranische Zeitungen gearbeitet, von denen die meisten inzwischen verboten sind. (UA 40/07, ai-Journal 12/2007)

Ali Farahbakhsh (10/2007) - www.amnesty.de



SUDAN

Nayef Mohammed Hamed, Journalist

Der Journalist Nayef Mohammed Hamed wurde am 13. September 2007 zusammen mit sieben weiteren Personen aus dem Gefängnis entlassen. Wie sie in der Haft behandelt wurden, ist bislang nicht bekannt.

Sie waren am 28. August 2007 festgenommen worden, offenbar weil sie sich gegen den Bau des Kajbar-Staudamms im sudanesischen Bundesstaat Nord gewandt hatten. Da die Gefangenen keinen Kontakt zur Außenwelt hatten, waren sie in Gefahr, misshandelt und gefoltert zu werden. (UA 243/07) (siehe auch Sudan: UA 156/07)

Nayef Mohammed Hamed (09/2007) - www.amnesty.de



IRAN

Kian Tajbakhsh (USA/Iran), Foto: © www.freekian.org

Dr. Kian Tajbakhsh, Wissenschaftler,
Ali Shakeri, Friedensaktivist, Parnaz Azima, Journalistin, alle mit doppelter Staatsbürgerschaft

Der US-Wissenschaftler Dr. Kian Tajbakhsh wurde am 19. September 2007 aus dem Evin-Gefängnis in Teheran entlassen und konnte zu seiner Frau zurückkehren. Er war vier Monate zuvor, am 11. Mai 2007, in seiner teheraner Wohnung verhaftet worden und saß seitdem im Gefängnis ohne Kontakt zu einem Rechtsbeistand.

Wie schon zuvor Dr. Haleh Esfandiari wurde auch ihm seine internationale wissenschaftliche Tätigkeit, darunter die Teilnahme an internationalen Konferenzen, zur Last gelegt als Beleg dafür, dass er "gegen die nationale Sicherheit agieren" und "Spionage für Ausländer" betreiben würde. Mutmaßliche "Geständnisse" wurden im Juli 2007 im iranischen Fernsehen ausgestrahlt.

Einen Tag zuvor, am 18. September 2007, wurde bekannt, dass auch Parnaz Azima, eine Radio-Journalistin ebenfalls mit doppelter Staatsangehörigkeit, den Iran verlassen habe und in die USA geflogen sei. Sie wurde seit ihrer Einreise, dem 25. Januar 2007, im Iran festgehalten, weil sie für "Radio Farda" arbeiten würde, der "Propaganda gegen die Islamische Republik" verbreite.

Laut einer Meldung von "derStandard.at" kam am 25. September 2007 auch der letzte US-Iraner, der Friedensaktivist und Geschäftsmann Ali Shakeri, nach viereinhalb Monaten aus dem Evin-Gefängnis frei. Dies habe ein Justizsprecher in der iranischen Hauptstadt mitgeteilt. (Diese Meldung ist von Amnesty International bisher nicht bestätigt.)

Ali Shakeri war im 2007 unter dem Verdacht der Spionage zusammen mit den beiden US-Wissenschaftlern iranischen Ursprungs - Dr. Haleh Esfandiari und Dr. Kian Tajbakhsh - inhaftiert worden und saß mehrere Monate in Einzelhaft. Ihm wurde der Kontakt zu einem Rechtsbeistand verwehrt. Selbst nachdem für ihn in Absprache mit Vertretern der Gefängnisbehörden eine Kaution hinterlegt wurde, kam der 59-Jährige vorerst nicht frei. (UA 110/07)

Kian Tajbakhsh (10/2007) - www.amnesty.de

Weitere Informationen (09/2007) - Nun Kian Tajbakhsh und offenbar auch Ali Shakeri frei



IRAN

Free Haleh Esfandiari, Foto: © www.freehaleh.org

Dr. Haleh Esfandiari, US-Wissenschaftlerin mit doppelter Staatsbürgerschaft

Die US-Wissenschaftlerin Dr. Haleh Esfandiari wurde am 21. August 2007 aus dem Evin-Gefängnis in Teheran gegen eine Kaution in Höhe drei Milliarden Rial (ca. 240.000 Euro) entlassen, durfte aber vorerst den Iran nicht verlassen. Am Nachmittag, den 6. September 2007, kam sie schließlich sicher in den U.S.A. an und erklärte, wie überglücklich sie sei, wieder zu Hause bei ihrer Familie zu sein.

Die 68-jährige Politologin, die die iranische und amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, war am 8. Mai 2007 von Vertretern des "Etela'at" festgenommen und noch am selben Tag inhaftiert worden. Ihr drohte eine Anklage wegen "Handlungen gegen die Staatssicherheit" und "Spionage und Propaganda für das Ausland".

Esfandiari, die seit 1980 in den USA lebt, ist Leiterin der Abteilung für Nahost-Studien am renommierten Forschungsinstitut "Woodrow Wilson International Center for Scholars" in der US-Hauptstadt Washington DC. Sie kam im Dezember 2006 in den Iran, um ihre 93-jährige kranke Mutter zu besuchen. (UA 110/07)

Haleh Esfandiari (08/2007) - www.amnesty.de

Weitere Informationen (08/2007) - Haleh Esfandiari gegen Kaution frei



TUNESIEN

Mohammed Abbou, Foto: © privat/AI

Mohammed Abbou, Internetautor, Rechtsanwalt und Menschenrechtler

Mohammed Abbou kam am 24. Juli 2007, dem 50. Jahrestag der Tunesischen Republik, zusammen mit 21 weiteren politischen Gefangenen auf Grund einer Amnestie des Präsidenten frei.

Abbou war im April 2005 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Hauptanklagen bezogen sich auf zwei im Internet veröffentlichte regierungskritische Artikel, in denen er die Praxis der Folter in Tunesien angeprangert hatte. Das Gerichtsurteil wurde im Juni 2005 bestätigt.

Seit seiner Inhaftierung im März 2005 war Abbou mehrfach in den Hungerstreik getreten, um gegen seine Haftbedingungen zu protestieren. Er war unter anderem von Mithäftlingen drangsaliert und von Strafvollzugsbeamten geschlagen worden. (UA 75/06, Briefe gegen das Vergessen 06/2006)

Mohammed Abbou: Released (07/2006) - www.amnesty.org

Mohammed Abbou (06/2006) - www.amnesty.de



SAUDI-ARABIEN

Dr. Abdullah al-Hamid, Literaturwissenschaftler

Dr. Abdullah al-Hamid, ein ehemaliger Professor für Neuere Literatur in Riad, und zehn weitere Personen sind am 22. bzw. 23. Juli 2007 ohne Anklage freigelassen worden.

Matrook al-Faleh, der Rechtsanwalt der fünf Frauen und sechs Männer, die inhaftiert worden waren, dankte amnesty international für ihre Bemühungen. Seine Mandanten waren festgenommen worden, weil sie dagegen demonstriert hatten, dass einige ihrer Familienangehörigen zum Teil seit mehreren Jahren ohne Anklageerhebung oder Gerichtsverfahren festgehalten werden. (UA 187/07)

Dr. Abdullah al-Hamid u.a. (07/2007) - www.amnesty.de



IRAK

Mohammed Siyassi Ashkani, Journalist kurdischer Abstammung

Mohammed Siyassi Ashkani wurde am 19. Juli 2007 aus der Haft entlassen.

Der kurdische Journalist, der für die Zeitung "Peka" in der Stadt Rania in der kurdisch-kontrollierten Provinz Sulaimaniya im Norden des Irak schreibt, war am 24. Januar festgenommen worden. Die kurdischen Behörden des Nordirak bezichtigten ihn der Spionagetätigkeiten für eine andere politische Partei und ein fremdes Land.

Er verbrachte 55 Tage in Einzelhaft, bevor ihn seine Familie besuchen durfte. Ab dem Zeitpunkt erhielt er einmal in der Woche Familienbesuche, hatte aber weiterhin keinen Zugang zu einem Rechtsanwalt. Der Reporter war von den im kurdischen Nordirak operierenden Sicherheitskräften ("Asayish") in Gewahrsam gehalten worden.

Er dankte Amnesty International dafür, dass sich die Menschenrechtsorganisation für ihn eingesetzt hat. Weitere Schritte seitens der Teilnehmer am Eilaktionsnetz sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. (UA 66/07)

Mohammed Siyassi Ashkani (07/2007) - www.amnesty.de



SUDAN

Alfatih Abdallah, Ghazafi Abdulmotalib, Abuobaida Awad,
Abualgasim Farahana, Raafat Hassan Abbas,
Saad Mohamed Ahmed, Mujahed Mohamed Abdallah (alle Journalisten)
sowie Dr. Mohamed Jalal Ahmed Hashim, Sprachwissenschaftler

Die Journalisten Alfatih Abdallah und Ghazafi Abdulmotalib (Zeitung "Al Ayam"), Abuobaida Awad (Zeitung "Ray Alsha'b") und Abualgasim Farahana (Zeitung "Alwan") kamen am frühen Morgen des 20. Juni 2007 aus dem Kober-Gefängnis der sudanesischen Hauptstadt Khartum frei.

Raafat Hassan Abbas wurde am 23. Juni und Saad Mohamed Ahmed am 9. Juli 2007 freigelassen. Im August 2007 kam auch der Journalist Mujahed Mohamed Abdallah frei.

Die Journalisten waren mit weiteren Personen am 13. Juni 2007 gegen 23.00 Uhr in dem Ort Dongola, der Hauptstadt des Nord-Bundesstaates, festgenommen worden. Sie waren gemeinsam aus Khartum dorthin gereist, um das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte und die Festnahmen im Anschluss an Protestkundgebungen zu untersuchen. Die Proteste richteten sich gegen die geplante Errichtung des Kajbar-Staudamms in der Region Mahas. Der Staudamm soll am dritten Katarakt des Nils im Norden des Landes errichtet werden. Dort ansässige Bewohner werfen den Behörden vor, sie nicht angemessen bezüglich des Bauvorhabens konsultiert zu haben.



Am 25. August 2007 wurde der Universitätsdozent Dr. Mohamed Jalal Ahmed Hashim aus dem Gefängnis entlassen. Er ist Experte für nubische Sprachen und sollte am 24. August 2007 auf einer Linguistenkonferenz in Paris einen Vortrag halten.

Er sprach Amnesty International seinen großen Dank für die Unterstützung aus und sagte, dass derart viele Faxappelle für ihn eintrafen, sodass die Sicherheitskräfte annahmen, es handele sich bei ihm um eine sehr wichtige Person mit vielen Kontakten in der ganzen Welt. Da in vielen der Schreiben auf seine Diabeteskrankheit Bezug genommen wurde, ent­schieden die Behörden, ihn fortan täglich vom medizinischen Personal des Gefängnisses untersuchen zu lassen. Nach seiner Freilassung sagte Dr. Mohamed Jalal Ahmed Hashim: "Jemanden widerrechtlich zu inhaftieren, ist im Sudan derart alltäglich, dass die Menschen schon froh sind, wenn sie nicht gefoltert werden". (UA 156/07)



Alan Johnston, Foto: © APGraphicsBank/AI

PALÄSTINENSISCHE AUTONOMIEGEBIETE

Alan Johnston, 44-jähriger BBC-Korrespondent in Gaza

Am 4. Juli 2007 wurde Alan Johnston auf Druck der Palästinenser­Organisation Hamas von seinen Entführern freigelassen. Der BBC-Journalist war 114 Tage im Gaza-Streifen von einer Gruppierung namens "Armee des Islam" als Geisel gehalten worden. Geiselnahme stellt einen eklatanten Verstoß gegen internationale Rechtsnormen dar und ist durch nichts zu rechtfertigen.

Amnesty International, der britische Rundfunksender BBC und viele andere Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen auf der ganzen Welt hatten beharrlich auf das Schicksal von Alan Johnston hingewiesen und seine Freilassung gefordert. (UA 81/07)

Weitere Informationen - BBC-Korrespondent nach 114 Tagen Geiselhaft frei



VIETNAM

Nguyen Vu Binh, Journalist und Autor

Der 39 Jahre alte vietnamesische Journalist Nguyen Vu Binh, ein sog. "Cyber-Dissident", ist am 9. Juni 2007 aus dem Gefängnis von Ba Sao entlassen worden. Er hatte fünf Jahre seiner siebenjährigen Haftstrafe abgesessen. Präsident Nguyen Minh Triet hatte ihm in einem Brief vom 8. Juni 2007 Amnestie gewährt.

Nguyen Vu Binh war inhaftiert worden, weil er eine politische Partei gründen wollte, Mitglied einer Anti-Korruptionsgruppe war und in einem Onlineaufsatz einen Grenzvertrag von 1999 zwischen China und Vietnam kritisiert hatte. Diese Tätigkeiten wurden als Spionage gewertet und führten zu seiner Verurteilung und langjährigen Haftstrafe. (Briefe gegen das Vergessen 06/2005)

Internet dissident Nguyen Vu Binh released (06/2007) - www.amnesty.org



SRI LANKA

Dushyantha Basnayake, 40-jähriger Zeitungsherausgeber

Wie Amnesty International inzwischen erfahren hat, wurde Dushyantha Basnayake am 15. Mai 2007 auf Anordnung des Obersten Gerichtshofes (Supreme Court) ohne Anklage aus der Haft entlassen. Der Publizist war am 26. Februar 2007 in der Hauptstadt Colombo von Angehörigen der Anti-Terroreinheit "Terrorist Investigation Division" (TID) in Gewahrsam genommen worden.

Dushyantha Basnayake ist der Direktor der singhalesischsprachigen Zeitung "Mawbima". Es wird angenommen, dass seine Festnahme mit der regierungskritischen Berichterstattung seiner Zeitung in Zusammenhang stand. In "Mawbima"-Artikeln war unter anderem kritisiert worden, dass Staatspräsident Mahinda Rajapakse eine militärische Lösung des fortdauernden Konflikts zwischen Regierungstruppen und der bewaffneten Oppositionsgruppe "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) favorisiere. (UA 47/07)



BANGLADESCH

Tasneem Khalil, Journalist und Menschenrechtsverteidiger

Tasneem Khalil war spät am Abend des 11. Mai 2007 aus der Haft entlassen worden, nachdem er am Morgen desselben Tages von der "Joint Forces" verhaftet worden war. Es wurde befürchtet, dass er wegen seiner Menschenrechtsarbeit gefoltet werden könnte. Amnesty International wird seine Situation weiterhin beobachten und wenn nötig weitere Aktionen veranlassen. (UA 109/07)



IRAN

Hamid Sa'edi, kurdischer Lehrer, Dichter und Sänger

Der 35-jährige Lehrer und Liedermacher Hamid Sa'edi, der der kurdischen Minderheit im Iran angehört, wurde um den 1. Mai 2007 herum auf freien Fuß gesetzt. Er war am 22. April 2007 von Angehörigen des Geheimdienstministeriums in der Stadt Sanandaj (Nordwest-Iran) in Haft genommen und anschließend ohne Kontakt zur Außenwelt in Gewahrsam gehalten worden, weil er am 17. und 18. März 2007 an einer friedlichen Demonstration von etwa 200 Lehrern teilgenommen hatte. (UA 101/07)



DR KONGO

Charles Félix Kianza Bata, Journalist und Pressereferent

Nach über fünf Monaten Haft als gewaltlose politische Gefangene kamen am 30. April 2007 die Rechtsanwältin und Politikerin Marie-Thérèse Nlandu Mpolo-Nene, ihr Pressereferent Charles Félix Kianza Bata und acht weitere Mitangeklagte frei, nachdem sie das Militärgericht von Kinshasa freigesprochen hat. Die Familie von Marie-Thérèse Nlandu dankte allen Mitgliedern von Amnesty International für ihre Unterstützung "während dieser dunklen Monate".

Marie-Thérèse Nlandu Mpolo-Nene und ihre neun Mitangeklagten standen unter Anklage, eine Aufstandsbewegung ("un mouvement insurrectionnel") gegründet bzw. sich daran beteiligt zu haben. Zudem wurde ihnen der Besitz beziehungsweise der Kauf von Schusswaffen oder Munition vorgeworfen. Das Verfahren vor dem Militärgericht in Kinshasa, das gegen internationale Standards für einen fairen Prozess verstieß, war am 22. Dezember 2006 eröffnet und anschließend mehrfach vertagt worden. Nach Ansicht von Amnesty International war Marie-Thérèse Nlandu allein wegen ihrer Anwaltstätigkeit und ihrer friedlichen politischen Aktivitäten in Haft genommen und angeklagt worden.

Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Amnesty International setzt sich weiter dafür ein, dass alle Verfahren gegen Zivilisten vor Militärgerichten in der DR Kongo eingestellt und alle diesbezüglichen Folter- und Misshandlungsvorwürfe untersucht werden. (UA 319/06)



Serkalem Fasil, Foto: © AI Eskinder Negga, Foto: © privat/AI

ÄTHIOPIEN

Serkalem Fasil, Journalistin
Eskinder Negga, Journalist

Die Journalistin Serkalem Fasil sowie ihr Lebensgefährte und früherer Herausgeber der Zeitung Satenaw, Eskinder Negga, kamen im April 2007 zusammen mit sechs weiteren inhaftierten Journalisten aus dem Kaliti-Gefängnis frei. Das Gericht hatte sie von allen Anklagepunkten freigesprochen.

Eskinder Negga war zusammen mit weiteren Journalistinnen und Journalisten sowie Mitgliedern der Opposition am 28. November 2005 festgenommen worden. Sie hatten gegen den vermeintlichen Wahlbetrug bei den Parlamentswahlen im Mai 2005 demonstriert. Serkalem Fasil, die auch Mitherausgeberin der Asqual, Menilik und Satenaw Zeitung ist, wurde festgenommen, weil sie zu den Wahlen regierungskritische Artikel publiziert hatte. Die Journalisten wurden wegen "Verrats, Verstößen gegen die Verfassung und Anstiftung zu bewaffneter Verschwörung" angeklagt. Auf dieses Vergehen steht die Todesstrafe.

Serkalem Fasil war bei ihrer Festnahme schwanger und brachte Ende Juni 2006 im Gefängnis einen Jungen zur Welt. Eskinder Negga, der Vater des Kindes, durfte in dieser Zeit weder seine Frau noch seinen Sohn besuchen.

Amnesty International hat sich mit verschiedenen Aktionen für die Freilassung von Serkalem Fasil und Eskinder Negga eingesetzt. (ai-Kampagne Einsatz für Menschenrechte, UA 214/06)

Einsatzerfolg für Serkalem Fasil - www.amnesty-einsatz.de

Weitere Informationen - Journalistin Serkalem Fasil ist frei



Yusuf Abdi Gabobe, Foto: © privat/AI

SOMALILAND

Yusuf Abdi Gabobe, Ali Abdi Dini und Mohamed Omar Sheikh Ibrahim, Journalisten

Am 29. März 2007 erließ der Präsident von Somaliland ein Dekret, mit dem er die drei Journalisten des Mediennetzwerks "Haatuf", Yusuf Abdi Gabobe, Ali Abdi Dini und Mohamed Omar Sheikh Ibrahim, begnadigte. Die drei Männer kamen daraufhin aus dem Mandera-Gefängnis frei, in dem sie ursprünglich Freiheitsstrafen von 24 bis 29 Monaten verbüßen sollten, nachdem man sie am 4. März 2007 für schuldig befunden hatte, Falschinformationen über die Regierung verbreitet, den Staatspräsidenten und seine Familie in Misskredit gebracht und Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen erzeugt zu haben. Ein vierter Journalist von "Haatuf", gegen den in Abwesenheit ein Schuldspruch wegen derselben Anklagen ergangen war, wurde ebenfalls begnadigt.

Der Gnadenerlass erfolgte nach dem Eintreffen einer EU-Delegation in Somaliland. Die Delegation begab sich auch zu dem Mandera-Gefängnis, um dort die drei Journalisten am Tag ihrer Freilassung zu sprechen. Eine Menschenmenge aus Familienangehörigen, Freunden, Journalistenkollegen und Menschenrechtsverteidigern wartete vor dem Gefängnis auf die drei Männer, nachdem die Nachricht von dem Gnadenerlass des Präsidenten verbreitet worden war.

Amnesty International begrüßt die Freilassung der drei gewaltlosen politischen Gefangenen, die allein deshalb inhaftiert worden waren, weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hatten. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. (UA 26/07)



SRI LANKA

Munusamy Parameshawary, Direktor der Zeitung "Mawbima"

Die Journalistin Munusamy Parameshawary wurde am 22. März 2007 aus der Haft entlassen, nachdem der Oberste Gerichtshof Sri Lankas entschieden hatte, dass die vorgelegten Beweise für eine Anklageerhebung nicht ausreichten und sie deshalb freizulassen sei. Dushyantha Basnayake, der Direktor der singhalesisch-sprachigen Zeitung "Mawbima", und mehrere weitere Journalisten befinden sich jedoch nach wie vor in Haft. Da Dushyantha Basnayake seit seiner Festnahme am 26. Februar 2007 keinen Kontakt zur Außenwelt hat, ist er in Gefahr, misshandelt oder gefoltert zu werden. Die Regierung hat die Bankkonten der Zeitung "Mawbima" gesperrt.

Munusamy Parameshawary war vier Monate lang ohne Anklageerhebung von Angehörigen der Anti-Terroreinheit "Terrorist Investigation Division" (TID) in Gewahrsam gehalten worden. Am 26. Januar 2007 legte sie Rechtsmittel gegen ihre Festnahme und Inhaftierung auf Grundlage des Anti-Terrorgesetzes "Prevention of Terrorism Act" (PTA) ein und machte geltend, dass ihre Inhaftierung rechtswidrig sei und eine Verletzung ihrer grundlegenden Rechte darstelle. Daraufhin verfügte der Oberste Gerichtshof am 21. März 2007 die Freilassung der Journalistin. (UA 47/07)



Mahboubeh Abbasgholizadeh, Foto: © kosoof.com/AI

IRAN

Mahboubeh Abbasgholizadeh, Zeitungsherausgeberin

Die beiden gewaltlosen politischen Gefangenen Mahboubeh Abbasgholizadeh (Zeitungsherausgeberin) und Shadi Sadr (Rechtsanwältin) wurden am 19. März 2007 gegen eine Kaution in Höhe von umgerechnet 160.000 Euro freigelassen. Es wird erwartet, dass die beiden Frauen später vor Gericht gestellt werden - möglicherweise wegen "Störung der öffentlichen Ordnung" und "Handlungen gegen die nationale Sicherheit". Allerdings liegen Amnesty International derzeit keine Informationen darüber vor, ob die Frauen unter Anklage gestellt worden sind. Mahboubeh Abbasgholizadeh und Shadi Sadr waren zwischen dem 6. und 15. März 2007 in Einzelhaft gehalten worden.

Am 15. März 2007 schlossen Vertreter des Revolutionsgericht das von Shadi Sadr gegründete Rechtsberatungszentrum für Frauen "Raahi" und das von Mahboubeh Abbasgholizadeh gegründete regierungsunabhängige Schulungszentrum für die Stärkung der Zivilgesellschaft. Die Behördenvertreter sollen die Einrichtungen besichtigt und Fotos gemacht haben. Dann verschlossen und versiegelten sie die Büros. Eine weitere nichtstaatliche Organisation namens "Koneshgaran-e Davtalab" wurde ebenfalls am 15. März 2007 auf behördliche Anordnung geschlossen. Der Direktor dieser Organisation, Dr. Sohrab Razzaghi, wurde mehrere Stunden von Sicherheitsbeamten verhört. Zudem konfiszierten die Behörden persönliche Gegenstände aus seiner Wohnung.

Die beiden Frauen gehörten zu einer Gruppe von insgesamt 33 Frauen, die am 4. März 2007 bei einer Protestkundgebung in Teheran festgenommen worden waren. Zwischen dem 6. und 8. März 2007 wurden 31 der Frauen ohne Anklageerhebung freigelassen, allerdings könnten später noch Anklagen gegen sie erhoben werden. Nach Angaben einiger der freigelassenen Frauen waren sie in feuchten kalten Zellen ohne Toiletten untergebracht. Die Gefangenen mussten offenbar auf dem Boden schlafen und sich die wenigen vorhandenen Decken teilen. Zudem verband man ihnen Berichten zufolge die Augen, und sie wurden nachts von Sicherheitskräften durch Dauerverhöre am Schlafen gehindert.

Munusamy Parameshawary war vier Monate lang ohne Anklageerhebung von Angehörigen der Anti-Terroreinheit "Terrorist Investigation Division" (TID) in Gewahrsam gehalten worden. Am 26. Januar 2007 legte sie Rechtsmittel gegen ihre Festnahme und Inhaftierung auf Grundlage des Anti-Terrorgesetzes "Prevention of Terrorism Act" (PTA) ein und machte geltend, dass ihre Inhaftierung rechtswidrig sei und eine Verletzung ihrer grundlegenden Rechte darstelle. Daraufhin verfügte der Oberste Gerichtshof am 21. März 2007 die Freilassung der Journalistin.

Die friedliche Demonstration, die zur Festnahme der 33 Frauen führte, richtete sich gegen ein Gerichtsverfahren gegen fünf Frauenrechtlerinnen (Fariba Davoodi Mohajer, Shahla Entesari, Noushin Ahmadi Khorassani, Parvin Ardalan und Sussan Tahmasebi) vor der 6. Abteilung des Revolutionsgerichts von Teheran. Die fünf Frauen stehen im Zusammenhang mit einer ebenfalls friedlichen Protestkundgebung vom Juni 2006 vor Gericht. Shadi Sadr ist die Rechtsanwältin einer der fünf Frauen. (UA 52/07)



Sherko Jihani, Foto: © AI

IRAN

Sherko Jihani, Journalist und Menschenrechtsverteidiger

Der kurdische Journalist und Menschenrechtsverteidiger Sherko Jihani wurde am 3. Februar 2007 gegen Zahlung einer Kaution aus dem Zentralgefängnis von Mahabad entlassen.

Der Korrespondent der türkischen Nachrichtenagentur "Euphrat" und Mitglied der "Menschenrechtsorganisation von Kurdistan" (HROK) war am 27. November 2006 festgenommen worden. Er wurde während seines Verhörs bezichtigt, Proteste gegen die Entführung der Menschenrechtlerin Sarveh Komkar im Januar 2006 durch eine Sondereinheit der Revolutionären Garden organisiert sowie ausländischen Journalisten Interviews bezüglich des kurdischen Menschenrechtlers Showan Qaderi gegeben zu haben, der im Juli 2005 von iranischen Sicherheitskräften erschossen worden war. (UA 331/06)



KUBA

Ahmed Rodríguez Albacia, 22-jähriger Journalist

Der Journalist Ahmed Rodríguez Albacia wurde nach vorliegenden Informationen am
12. Dezember 2006 nach neuntägiger Haft freigelassen. Wie es heißt, droht ihm nun ein Gerichtsverfahren auf der Grundlage von Anklagen, die in dem Land häufig dazu missbraucht werden, kritische Journalisten zum Schweigen zu bringen. amnesty international befürchtet, dass dieser Prozess nicht den internationalen Standards für ein faires Gerichtsverfahren entsprechen wird.

Der Prozess gegen den Journalisten könnte jederzeit beginnen. Sollte er allein deshalb inhaftiert werden, weil er im Zuge seiner journalistischen Tätigkeit seine Rechte auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit wahrgenommen hat, würde Amnesty International ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachten.

Ahmed Rodríguez Albacia arbeitet für die kubanische regierungsunabhängige Nachrichtenagentur "Jóvenes sin Censura" (Jugend ohne Zensur). Berichten zufolge ist er wegen "Verbreitung von Falschmeldungen, die den internationalen Frieden gefährden" unter Anklage gestellt worden. Dieser Straftatbestand kann mit einer Haftstrafe von bis zu vier Jahren geahndet werden. Diese Anklage wird dem Vernehmen nach gegen Personen erhoben, denen zur Last gelegt wird, Falschinformationen mit dem Ziel zu verbreiten, "das Ansehen des kubanischen Staates oder die guten Beziehungen zu einem anderen Land zu gefährden". (UA 325/06)



ANGOLA

Raul Danda, Journalist und Menschenrechtsverteidiger

Der Journalist Raul Danda wurde am Nachmittag des 27. Oktober 2006 unter Auflagen aus der Haft entlassen. Er war am 29. September 2006 bei seiner Ankunft am Flughafen Cabinda von Angehörigen der Kriminalpolizei der Provinz willkürlich festgenommen worden. Bis zum 3. Oktober 2006 hat man ihn ohne Anklageerhebung in der Zentrale der Kriminalpolizei festgehalten. Damit wurde die nach angolanischem Recht erlaubte Frist von 48 Stunden für die Inhaftierung ohne Anklageerhebung überschritten. Die gegen ihn später erhobene Anklage lautete auf Anstiftung und Verschleierung von Straftaten zur Gefährdung der Staatssicherheit.

Raul Danda durfte nach seiner Haftentlassung nach Luanda zurückkehren, kann die Stadt allerdings nur mit Erlaubnis der Staatsanwaltschaft verlassen. Nach Einschätzung von Amnesty International hat die Eilaktion entscheidend zu seiner Freilassung beigetragen. (UA 267/06)



SUDAN

Abu Obeida Abdallah, Journalist der Zeitung "Al-Ra'y Al-Amm"

Am 14. Oktober 2006 wurde Abu Obeida Abdallah nach über zwei Wochen Haft ohne Kontakt zur Außenwelt in einer Einrichtung des Staatssicherheitsdienstes in Khartoum freigelassen. Es wurde keine Anklage gegen den Journalisten erhoben.

Nach seinen Angaben wurde er in der Haft nicht misshandelt. Man habe ihn über den Konflikt in Darfur und über den Mord an einem Journalisten verhört, dessen enthaupteter Leichnam am 6. September 2006 in Khartoum aufgefunden worden war. Abu Obeida Abdallah dankt allen, die sich für ihn eingesetzt haben. (UA 269/06)



SRI LANKA

Balasingham Sugumar, Dekan der Fakultät für Kunst und Kultur

Balasingham Sugumar ist am Abend des 10. Oktober 2006 in der Stadt Batticaloa im gleichnamigen Bezirk freigelassen worden und konnte unversehrt nach Hause zurückkehren. Der Fachbereichsleiter für Kunst und Kultur an der "Eastern University" in Batticaloa war am 30. September 2006 in seinem Haus von bewaffneten Unbekannten verschleppt worden. (UA 270/06)



Dr. Pham Hong Son, Foto: © privat/AI

VIETNAM

Pham Hong Son, Internet-Dissident

Dr. Pham Hong Son, ein 36-jähriger Gewissensgefangener, ist seit dem 30. August 2006 - aufgrund der Amnestie zum vietnamesischen Nationaltag am 2. September - nicht mehr in Haft. Er steht allerdings seitdem unter Hausarrest.

Der Arzt und Geschäftsmann Dr. Pham Hong Son wurde im März 2002 in Haft genommen, weil er Artikel über die Themen Demokratie und Menschenrechte verfasst und im Internet verbreitet hatte. Fünfzehn Monate später wurde er in einem halbtägigen Gerichtsverfahren wegen Spionage angeklagt und zu 13 Jahren Gefängnis sowie anschließend drei Jahren Hausarrest verurteilt. In der Berufungsinstanz wurde das Strafmaß im August 2005 auf fünf Jahre Haft verkürzt. (Briefe gegen das Vergessen 01/2006)



IRAN

Ramin Jahanbegloo, Geisteswissenschaftler, Philosoph und Schiftsteller

Der bekannte Geisteswissenschaftler und Philosoph Ramin Jahanbegloo, der sowohl die iranische als auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde am 30. August 2006 nach vier Monaten Haft gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen. Während seiner Haft in der Abteilung 209 im Teheraner Evin-Gefängnis hatte Ramin Jahanbegloo Berichten zufolge keinen Zugang zu einem Rechtsanwalt.

Amnesty International befürchtet, dass Ramin Jahanbegloo allein wegen der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit inhaftiert wurde und ihm die vage formulierte und weit gefasste Anklage der "Handlungen gegen die nationale Sicherheit" droht.

Ramin Jahanbegloo ist Leiter der Abteilung für Gegenwartsstudien der privaten Forschungsstelle für Kulturstudien in Teheran. Er hat über 20 Bücher über Philosophie und aktuelle politische Themen im Iran auf Persisch, Englisch und Französisch verfasst. Darüber hinaus hat er sich häufig in Beiträgen für internationale Zeitungen und Zeitschriften zur gegenwärtigen Lage im Iran geäußert. (UA 123/06)

Iranischer Philosophie-Professor verhaftet (05/2006) - www.dradio.de



Jennifer Latheef, Foto: © AI

MALEDIVEN

Jennifer Latheef, Fotoreporterin

Die gewaltlose politische Gefangene Jennifer Latheef wurde am 16. August 2006 aus der Haft entlassen. Sie hat zehn Monate der im Oktober vergangenen Jahres gegen sie verhängten Haftstrafe verbüßt. Die Fotoreporterin war des "Terrorismus" bezichtigt und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, da sie an Protesten gegen Todesfälle in Haft und politische Unterdrückung teilgenommen hatte. Nach Einschätzung von Amnesty International war sie allein wegen der Beteiligung an Protestkundgebungen inhaftiert worden, ohne Gewalt angewandt oder befürwortet zu haben. Nach ihrer Freilassung erklärte die Journalistin, sie werde sich weiterhin für die Freilassung von politischen Gefangenen einsetzen und dafür eintreten, dass der Schuldspruch gegen sie aufgehoben wird.

In einer Mitteilung an Amnesty International erklärte Jennifer Latheef: "Ich glaube, dass Amnesty International, Freunde auf den Malediven und überall auf der Welt enorme Anstrengungen unternommen haben, um meine Freilassung zu erwirken. Ich möchte allen danken, die an meine Unschuld geglaubt haben und mit ihren Gefühlen, mit ihrer Zeit und ihrer Energie nicht nur für meinen Fall eingetreten sind, sondern für alle Menschen auf den Malediven. Es ist mein inniger Wunsch, dass die internationale Gemeinschaft weiterhin die Menschenrechtsverletzungen und Rechtsbeugungen, die täglich auf den Malediven begangen werden, genau verfolgt. Ich bin der Auffassung, dass die umfassenden Reformen, die ich in meinem Heimatland gerne sehen würde, nur möglich sind, wenn von internationaler Seite entsprechender Druck ausgeübt wird."

Seitdem hat Jennifer Latheef in mehreren europäischen Ländern über die Menschenrechtslage auf den Malediven referiert und Ende September 2006 auch das Internationale Sekretariat von Amnesty International in London besucht. (UA 273/05)

Jennifer Latheef (PEN - Writers in Prison 04/2006) - www.autoren-magazin.de



GAMBIA

Lamin Fatty, Reporter der Zeitung "The Independent"

Der Reporter Lamin Fatty der Zeitung "The Independent" wurde am 12. Juni 2006 gegen Kaution aus der Haft entlassen. Er war über zwei Monate in der Geheimdienstzentrale festgehalten worden und hatte während dieser Zeit keinen Kontakt zu einem Rechtsanwalt. (UA 69/06)



GAMBIA

Musa Saydikhan, Chefredakteur der Zeitung "The Independent"

Neun der im Zusammenhang mit dem vermeintlichen Putschversuch vom 21. März 2006 festgenommenen Personen sind ohne Anklageerhebung freigelassen worden. Einige von ihnen hat man misshandelt oder gefoltert. Unter den Freigelassenen befinden sich auch Musa Saydikhan, Chefredakteur der Zeitung "The Independent" sowie Madi Ceesay, der Geschäftführer dieser Zeitung.

Mindestens 19 Personen befinden sich nach wie vor in Haft. Da sie ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten werden, sind sie in Gefahr, ebenfalls gefoltert zu werden. Am 20. April 2006 kamen sechs weitere Personen auf freien Fuß, unter ihnen Chefredakteur Musa Saydikhan (UA-069/2006)

Musa Saydikhan (04/2006) - www.amnesty.de



Mitwalli Ibrahim Mitwalli Saleh 2005, Foto: © AI

ÄGYPTEN

Mitwalli Ibrahim Mitwalli Saleh, Autor

Mitwalli Ibrahim Mitwalli Saleh wurde im April 2006 aus dem Gefängnis entlassen, nachdem er drei Jahre gesessen hatte. Nach Ansicht von Amnesty International war er allein aufgrund seiner friedlichen religiösen Ansichten inhaftiert worden.

Saleh war am 18. Mai 2003 in Giza festgenommen worden, nachdem die Behörden Kenntnis von einer unveröffentlichten religiösen Studie des Mannes erhalten hatten. Darin wendet er sich gegen die gängige Meinung islamischer Gelehrter, wonach es eine religiöse Pflicht sei, vom islamischen Glauben abgefallene "Apostaten" zu töten, und wonach eine Muslimin einen Mann, der kein Muslim ist, nicht heiraten dürfe.

Zwei Monate nach seiner Festnahme wurde Saleh wegen "Geringschätzung der islamischen Religion" angeklagt, was mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann. Am 29. Oktober 2003 entschied die Staatsanwaltschaft, die Anklage fallenzulassen und Saleh aus der Haft zu entlassen. Seitdem hatte das Oberste Staatssicherheitsgericht sieben Mal seine Freilassung angeordnet, ohne dass die Behörden dieser Entscheidung nachgekommen waren. (Briefe gegen das Vergessen 12/2005)

Mitwalli Ibrahim Mitwalli Saleh (01/2006) - www.amnesty.de



Kamal Sayid Qadir, Foto: © AI

IRAK

Kamal Sayid Qadir (Österreicher), Publizist

Kamal Sayid Qadir wurde am 3. April 2006 aus der Haft entlassen, nachdem ihn der Ministerpräsident der kurdischen Regionalregierung im Irak begnadigt hatte. Der Österreicher kurdischer Abstammung war am 19. Dezember 2005 in einem unfairen Prozess wegen "Verleumdung" zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die Anklage bezog sich auf von ihm verfasste und im Internet veröffentlichte Artikel, in denen er die Führung der "Demokratischen Partei Kurdistans" (KDP) - einer der beiden Parteien, die im kurdisch-kontrollierten Nordirak die Macht ausüben - kritisiert hatte.

Aufgrund weltweiter Proteste verwies ein Berufungsgericht den Fall zurück an ein Strafgericht, und in der Neuverhandlung in der kurdisch-kontrollierten Stadt Arbil wurde der Publizist am 26. März 2006 wegen derselben Anklage zu 18 Monaten Haft verurteilt. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AP gab der Ministerpräsident der kurdischen Regionalregierung, Nichirvan Barzani, internationalen Druck als Grund für die Entscheidung an, den Publizisten zu begnadigen. (UA 299/05)

Kamal Sayid Qadir (04/2006) - www.amnesty.de



Akbar Ganji, Foto: © AI

IRAN

Akbar Ganji, Journalist

Der gewaltlose politische Gefangene Akbar Ganji ist am 17. März 2006 aus dem Evin-Gefängnis in Teheran entlassen worden. Am darauffolgenden Tag sagte seine Ehefrau: "Ich bin so glücklich. Ich habe ihn gebeten, sich nicht mehr öffentlich zu äußern, weil ich mir so große Sorgen mache und nicht möchte, dass noch mal so etwas passiert." Sie erklärte außerdem, dass ihr Mann extrem geschwächt sei und nur noch 49 Kilogramm wiege.

Der Journalist war im April 2000 zusammen mit 17 weiteren iranischen Intellektuellen festgenommen worden. Sie hatten alle an einer Kulturkonferenz der "Heinrich-Böll-Stiftung" in Berlin teilgenommen. Im Juli 2001 wurde er wegen der "Sammlung geheimer staatlicher Dokumente zwecks Gefährdung der Staatssicherheit" und der ?Verbreitung von Propaganda" zu sechs Jahren Haft verurteilt. Akbar Ganji hatte im Jahr zuvor eine Reihe von Artikeln verfasst. Darin bezichtigte er mehrere ranghohe Behördenvertreter der Beteiligung an den als "Serienmorde" bekannt gewordenen Tötungen prominenter Publizisten und politisch engagierter Bürger aus dem Jahr 1998. Zu den Beschuldigten gehört der ehemalige iranische Staatspräsident Akbar Hashemi Rafsanjani. (EXTRA 43/00 und UA 164/05)

Akbar Ganji (03/2006) - www.amnesty.de

Weitere Informationen - Akbar Ganji nach sechs Jahren aus der Haft entlassen



Abdurrazig al-Mansouri, Foto: © privat/AI

LIBYEN

Abdurrazig al-Mansouri, Schriftsteller und Journalist

Der Schriftsteller und Journalist Abdurrazig al-Mansouri kam am 2. März 2006 frei. Er war im Januar 2005 festgenommen worden. Der Kontakt zu einem Rechtsanwalt war ihm offenbar verwehrt, und er hatte auch keine Kenntnis über die gegen ihn erhobene Anklage.

Im Oktober 2005 wurde er wegen unerlaubten Besitzes einer Pistole zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt. Die Waffe soll einen Tag nach seiner Festnahme in seinem Haus in Tobruk gefunden worden sein. Der wahre Grund für seine Inhaftierung dürften seine kritischen Artikel über Politik und Menschenrechte in Libyen gewesen sein, die er kurz vor seiner Festnahme im Internet veröffentlicht hatte. (Briefe gegen das Vergessen 12/2005)

Abdurrazig al-Mansouri (12/2005) - www.amnesty.de



Marielos Monzón, Foto: © AI

GUATEMALA

Marielos Monzón, Rundfunkmoderatorin

"Wenn man all diese Briefe von Tausenden von Menschen aus der ganzen Welt erhält, die sich um einen sorgen und sich die Zeit nehmen, einen Brief zu schreiben, so ist das ein sehr schönes Gefühl, diese Solidarität und Unterstützung zu spüren, denn man durchlebt eine sehr schlimme Zeit, wenn man Morddrohungen erhalten hat." Dies sind die Worte der Journalistin Marielos Monzón, die 2005 in London den Preis der britischen Sektion von Amnesty International für bedrohte Journalisten entgegengenommen hat.

In ihrer Rede beschrieb sie die Zustände in ihrem Heimatland, wo diejenigen, die für massive Menschenrechtsverletzungen während des 36 Jahre dauernden Bürgerkriegs verantwortlich sind, bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden und sich in vielen Fällen noch an den Schalthebeln der Macht befinden. Seit vielen Jahren berichtet die Rundfunk- und Zeitungsreporterin über brisante Themen und Missstände in Guatemala, darunter die erschreckend hohe Zahl an Morden und Sexualverbrechen an Frauen. Sie wurde deshalb immer wieder Zielscheibe von Morddrohungen, sodass Amnesty International wiederholt Eilaktionen zu ihrem Schutz starten musste. (UA 70/05 und UA 173/02)

Marielos Monzón: Morddrohungen (03/2005) - www.amnesty.de



IRAN

Yousuf Azizi Bani Toruf, Schriftsteller und Journalist

Der Schriftsteller und Journalist Yousuf Azizi Bani Toruf wurde nach vorliegenden Informationen am 28. Juni 2005 gegen eine Kaution von 25.000 US-Dollar (ca. 21.000 Euro) aus der Haft entlassen. Es ist nicht bekannt, ob ein Gerichtsverfahren gegen ihn eingeleitet wird, da er bislang nicht unter Anklage gestellt worden ist.

Yousuf Azizi Bani Toruf war am 25. April 2005 festgenommen worden, nachdem er auf einer Pressekonferenz die gewaltsame Unterdrückung von regierungskritischen Demonstrationen in der Provinz Khuzestan durch die Sicherheitskräfte kritisiert hatte. Jüngsten Berichten zufolge hat sich sein Gesundheitszustand in der Haft verschlechtert, weil er offenbar bei den Verhören misshandelt worden ist.

Der Autor ist Mitglied der Schriftstellervereinigung "Kanoun-e Nevisandigan". Er hat sowohl Bücher auf Persisch als auch auf Arabisch verfasst und zahlreiche Presseartikel veröffentlicht. Seit zwölf Jahren ist er als Journalist für die iranische Tageszeitung Hamshahri tätig.

Vielen Dank allen, die sich an dieser Eilaktion beteiligt haben. Weitere Appelle der Teilnehmer am Eilaktionsnetz sind derzeit nicht erforderlich. Amnesty International wird den Fall weiter aufmerksam verfolgen und gegebenenfalls weitere Aktionen einleiten. (UA 109/05)

Yousuf Azizi Bani Toruf (07/2005) - www.amnesty.de



MYANMAR

Ohn Kyaing, Journalist, und Thein Tan, Inhaber einer Druckerei

Nach mehr als 14 Jahren Gefängnishaft wurden der Journalist Ohn Kyaing und der ehemalige Druckereiinhaber Thein Tan am 3. Januar 2005 im Rahmen einer von der Militärjunta gewährten Generalamnestie freigelassen.

Sie waren am 19. Oktober 1990 von einem Militärgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, nachdem sie über einen Vorfall in Mandalay berichtet hatten, bei dem vier demokratiefreundliche Demonstranten vom Militär erschossen wurden.

Dem Vernehmen nach erhielt Ohn Kyaing Mitte 1991 unter Berufung auf das Notstandsgesetz von 1950 eine weitere Gefängnisstrafe von 10 Jahren auferlegt, weil er an einem Flugblatt des NLD mit der Überschrift "Die drei Wege zur Macht" mitgearbeitet hatte. Auch Thein Tan wurde zu weiteren 10 Jahren Haft verurteilt.

Ohn Kyaing, der auch unter dem Pseudonym Aung Wint schreibt, war Herausgeber der Zeitung Botahtaung und gehört zu den bekanntesten Journalisten Burmas. Thein Tan (auch Thein Dan) engagierte sich ebenfalls für die Nationale Liga für Demokratie. (UA 361/90)



Oscar Espinosa Chepe, Foto: © AI

KUBA

Oscar Espinosa Chepe, Journalist

Oscar Espinosa Chepe wurde am 29. November 2004, seinem 64. Geburtstag, aus gesundheitlichen Gründen unter Auflagen aus der Haft entlassen.

Der Journalist war am 18. März 2003 während einer Großrazzia der kubanischen Regierung, bei der mindestens 75 Dissidenten inhaftiert wurden, festgenommen worden. Man legte ihm "Handlungen gegen die Integrität und die Souveränität des Staates" zur Last, weil er unter anderem Geld aus dem Ausland angenommen und Presseartikel über Treffen zwischen Dissidenten und US-Vertretern gesammelt haben soll. Er wurde deswegen zu einer 20-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt, von der er ein Jahr und acht Monate verbüßen musste.

Der Journalist teilte Amnesty International mit, dass ihm seine Frau bei Besuchen im Gefängnis zuflüstern konnte, dass sich amnesty international für ihn einsetzt. Er dankte allen ai-Mitgliedern für ihr Engagement und appellierte an sie, ihre Unterstützung für andere gewaltlose politische Gefangene in Kuba fortzusetzen. (UA 112/03)

Oscar Espinosa Chepe (01/2005) - www.amnesty.de



Aung San Suu Kyi, Foto: © AI

MYANMAR

Aung San Suu Kyi, Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin

Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist Ende September 2003 nach vier Monaten Haft aus dem Gefängnis entlassen worden und nach Rangun zurückgekehrt. Dort steht sie wieder unter Hausarrest. Besucher der schwer kranken Oppositionsführerin wurden bislang am Tor abgewiesen.

Seit Beginn ihrer politischen Karriere im Jahr 1988 steht Aung San Suu Kyi damit zum dritten Mal unter Hausarrest. Die Vorsitzende der Oppositionspartei "Nationale Liga für Demokratie" (NLD) war Ende Mai 2003 verhaftet und in eines der berüchtigsten Gefängnisse in der Nähe von Rangun gebracht worden. Der Gesundheitszustand der 58-Jährigen hatte sich verschlechtert, so dass sie sich einer Notoperation unterziehen musste. (UA 159/2003)

Aung San Suu Kyi: Drohendes "Verschwindenlassen" (06/2003) - www.amnesty.de

Die Lady mit dem eisernen Willen (10/2003) - www.stern.de

Gewaltlos für Demokratie - Ein Interview (12/1997) - www.amnesty.de



Edward Terso Lado (re) mit Ost-Afrika-Research-Mitglied 
Bashair Ahmed, London 2005, Foto: © AI

SUDAN

Edward Terso Lado, Journalist

Der gewaltlose politische Gefangene Edward Terso Lado wurde am 29. März 2003 freigelassen. Er war am 11. März 2003 in der Redaktion der Zeitung "Khartoum Monitor" von Sicherheitskräften festgenommen worden. Die Sicherheitskräfte hatten ihn zunächst im Gebäude des Staatssicherheitsdienstes festgehalten, bis er dann in einen geheimen Trakt des Kober-Gefängnisses verlegt wurde.

Im Gefängnis wurde er ausführlich über Aufbau und Struktur der Zeitung "Khartoum Monitor" befragt. Man drohte ihm zudem mit "ernsthaften Konsequenzen", sollte er weiterhin Artikel schreiben, die von den Sicherheitskräften als "Aufhetzung zu öffentlichem Aufruhr oder Anstiftung zu Rassenhass" betrachtet werden könnten. Nach einem Appell des Herausgebers des "Khartoum Monitor" an den Leiter der Sicherheitskräfte, wurde Edward Terso Lado unter der Bedingung freigelassen, dass er von der Zeitung "Khartoum Monitor" eine Abmahnung erhält, die ihn für 15 Tage von der Arbeit suspendiert, und in deren Zeitspanne er kein Gehalt erhält. (UA 76/03)

Edward Terso Lado (04/2003) - www.amnesty.de



Hassan Bility, Foto: © AI

LIBERIA

Hassan Bility, Zeitungsredakteur

Im Juni 2002 nahmen die liberianischen Behörden Hassan Bility, einen Journalisten der Zeitung "The Analyst", zusammen mit zwei Kollegen in Haft, nachdem in dem Blatt kritische Artikel über Menschenrechtsverletzungen erschienen waren. Der Journalist blieb ohne Anklageerhebung inhaftiert und, obwohl er an Malaria litt, verweigerten die Behörden ihm in der Haft die erforderliche medizinische Betreuung.

Nach monatelangen weltweiten Appellen durch Amnesty International ließ die liberianische Regierung Hassan Bility schließlich frei und überstellte ihn am 7. Dezember 2002 in die Obhut von Vertretern der US-Botschaft. Der Journalist wurde mit unbekanntem Ziel außer Landes geflogen. (UA 194/02)

Hassan Bility (12/2002) - www.amnesty.de



TUNESIEN

Abdallah Zouari, Journalist

Der Journalist Abdallah Zouari wurde im Juni 2002 nach elf Jahren Haft freigelassen. Als Journalist der inzwischen eingestellten islamistischen Publikation "al-Fajr" war Abdallah Zouari 1992 in einem unfairen Prozess von einem Militärgericht zu elf Jahren Haft und weiteren fünf Jahren sogenannter "administrativer Kontrolle" verurteilt worden.

Das Innenministerium wies ihn an, seine Heimatstadt Tunis zu verlassen und nach Khariba-Hassii, einer Stadt im Süden Tunesiens, umzuziehen. Als er dagegen Einspruch erhob, wurde er am 19. August 2002 erneut festgenommen. Am 23. August wurde Abdallah Zouari in einem unfairen Gerichtsverfahren wegen der Zuwiderhandlung gegen administrative Kontrollmaßnahmen zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Im November 2002 hat man ihn nach einer groß angelegten landesweiten Kampagne für seine Freilassung unter Auflagen aus der Haft entlassen, er blieb jedoch unter ständiger Polizeibeobachtung. (Amnesty International Jahresbericht 2003)

Abdallah Zouari (11/2003) - www.amnesty.de



Sihem Bensedrine, Foto: © AI

TUNESIEN

Sihem Bensedrine, Journalistin und Menschenrechtlerin

Die gewaltlose politische Gefangene Sihem Bensedrine wurde Anfang August 2001 vorläufig freigelassen. Sie stand jedoch nach wie vor wegen "Verbreitung falscher Informationen", "Störung der öffentlichen Ordnung" und "Diffamierung eines tunesischen Richters" unter Anklage.
Amnesty International hatte sich mit einer Eilaktion für die Journalistin und Menschenrechtlerin eingesetzt, die verhaftet worden war, als sie von einer Europareise nach Tunis zurück kam. Auf ihrer Reise hatte sie offen über die sich verschlechternde Menschenrechtslage in Tunesien und die zunehmenden Einschränkungen der politischen Freiheiten und des Rechts auf freie Meinungsäußerung gesprochen.

Die britische Sektion von Amnesty International verlieh der inhaftierten Sihem Bensedrine am 10. Juli 2001 in Abwesenheit den Menschenrechtspreis für bedrohte Journalisten. In einem Gespräch nach der Freilassung dankte sie Amnesty International für das Engagement.(UA 6/00)

Weitere Informationen - Unbeirrbar mutig und von tiefer Überzeugung geleitet



IRAN

Hossein Kashani, Direktor der Zeitung "Hoveyat-e-Khish", und
Heshmatollah Tabarzadi, Journalist

Die beiden Journalisten Hossein Kashani und Heshmatollah Tabarzadi waren im Juni 1999 wegen "falscher und anstößiger" Artikel gegen die "öffentliche Ordnung und das öffentliche Interesse" festgenommen worden. Tabarzadi wurde gefoltert und hatte während seiner Inhaftierung weder Kontakt zu seiner Familie noch zu einem Rechtsbeistand.

Amnesty International setzte sich mit Eilaktionen für die beiden Journalisten ein. Hossein Kashani kam im Juli 1999 aus der Haft frei, und Heshmatollah Tabarzadi wurde Anfang November 1999 gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Tabarzadi bedankte sich nach seiner Freilassung in einem Interview für die Unterstützung während seiner Haft: "Ich möchte allen internationalen Organisationen meinen tief empfundenen Dank übermitteln, da der für mich zuständige Staatsanwalt mir alle Faxe und Verlautbarungen dieser Organisationen gezeigt hatte und mich fragte, wieso gerade ich soviel Unterstützung aus aller Welt erfahre." (UA 141/99)

Hossein Kashani u.a. (06/1999) - www.amnesty.de



KAMERUN

Pius Njawé, Journalist und Direktor der Zeitung "Le Messager"

Der Journalist Pius Njawé ist nach zehnmonatiger Haft im Oktober 1998 vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden.

Er bedankte sich bei Amnesty International mit folgenden Worten: "Endlich bin ich frei! Frei, nachdem ich zehn Monate lang willkürlich inhaftiert wurde, nur weil ich meiner Arbeit als Journalist nachgegangen bin. Frei nach zehn Monaten unter fürchterlichen Haftbedingungen, die ich nur dank Ihrer ständigen moralischen Unterstützung ertragen konnte. Wirklich, dass ich diese Hölle überlebt habe und meinen starken Willen zur Überraschung meiner Unterdrücker bewahren konnte, habe ich der ununterbrochenen Unterstützung und den Zeichen der Solidarität von Mitgliedern Ihrer Organisation zu verdanken. Jede Ihrer Aktionen hat nicht nur maßgeblich zu meiner Freilassung, sondern auch zur Förderung der Pressefreiheit beigetragen. Ich möchte Ihnen allen meine tiefe Dankbarkeit für Ihre Unterstützung und Solidarität zum Ausdruck bringen. Sie waren großartig, und ich werde es nie vergessen." (UA 7/98)

Pius Njawé (12/1998) - www.amnesty.de

Interview mit Pius Njawé (05/1999) - www.amnesty.de



Kim Nak-Jung, Foto: © AI

SÜDKOREA

Kim Nak-Jung, Schriftsteller

Der südkoreanische Schriftsteller Kim Nak-Jung, der sich für eine friedliche Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten eingesetzt hatte, war mehrfach inhaftiert worden. Zuletzt wurde er am 25. August 1992 festgenommen. Seine Frau und seine zwei Töchter wurden ebenfalls verhaftet und mehrere Tage in Isolationshaft gehalten.

Kim Nak-jung war während der Verhöre gefoltert worden. Im Februar 1993 wurde er wegen angeblicher Spionage zu lebenslanger Haft verurteilt. Seither hatten ai-Mitglieder immer wieder Protestbriefe an die Verantwortlichen gesandt. Im August 1998 wurde er entlassen.

In seinem Brief bedankte er sich für den Einsatz der ai-Mitglieder. Er sei davon überzeugt, dass er nur deshalb wieder in Freiheit leben könne. (UA 310/92)



Edip Polat, Foto: © AI

TÜRKEI

Edip Polat, Schriftsteller und Biologe

Der kurdische Schriftsteller Edip Polat war im Juli 1993 gemäß Artikel 159 des türkischen Strafgesetzbuches wegen der "Beleidigung der Staatsorgane" in einem Kommentar für die inzwischen verbotene Zeitung "Özgür Gündem" angeklagt und verurteilt worden. Er befand sich im Zentralgefängnis von Ankara.

Nach dem Erlass eines Teils seiner Strafe kam er im August 1998 vorzeitig aus der Haft frei. Telefonisch bedankte er sich bei Amnesty International für den Einsatz: "Ich habe im Gefängnis viele Briefe und Postkarten erhalten. Das hat mir Mut gemacht." (Briefe gegen das Vergessen 07-08/1998)

Edip Polat (07/1998) - www.amnesty.de



Christine Anyanwu, Foto: © AI

NIGERIA

Christine Anyanwu, Journalistin

Christine Anyanwu war 1995 mit anderen regimekritischen Journalisten in Nigeria festgenommen und anschließend wegen Landesverrats zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Schreiber aus aller Welt hatten nicht nur bei den Behörden ihre Freilassung gefordert sondern auch Briefe und Postkarten an sie ins Gefängnis geschickt.

Nach ihrer Freilassung im Sommer 1998 schrieb die Journalistin an Amnesty International: "Ich kann Ihnen gar nicht beschreiben, wie wunderbar es ist, frei zu sein und diesen Brief schreiben zu können. ... Es ist kaum in Worte zu fassen, was ich empfand, als ich in der winzigen Zelle in einem Berg von Karten und Briefen saß. Es hat mich zutiefst bewegt, mir unendlich viel Kraft und Mut gegeben ... danach wusste ich, dass ich nicht allein war." (UA 151/95)

UNESCO World Press Freedom Prize 1998 - Christina Anyanwu - portal.unesco.org



YEMEN

Mansur Rajih, Schriftsteller

Nach 15 Jahren im Gefängnis ist der jemenitische Schriftsteller Mansur Rajih endlich freigelassen worden. Bei seiner Gerichtsverhandlung im März 1984 war er wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Das Verfahren war unfair: Zeugen der Anklage hatten Rajih nicht wiedererkannt, und Zeugen der Verteidigung, darunter Angehörige des Ermordeten, die aussagten, der Angeklagte sei zum betreffenden Zeitpunkt gar nicht am Tatort gewesen, wurden für psychisch krank erklärt. Rajih war jahrelang als Oppositioneller im damaligen Nordjemen politisch aktiv.

Amnesty International betrachtete ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen, dessen Inhaftierung mit seiner politischen Arbeit zusammenhing. 1992 hatte ai "Briefe gegen das Vergessen" zu seinen Gunsten gestartet, und auch danach immer wieder an die jemenitische Regierung appelliert, Mansur Rajih freizulassen.

Freiheit für zum Tode verurteilten politischen Gefangenen (04/1998) - www.amnesty.de



Ehepaar Sarkouhi, Foto: © AI

IRAN

Faraj Sarkouhi, Schriftsteller und Publizist

Der Schriftsteller Faraj Sarkouhi war im Februar 1997 verhaftet und unter anderem angeklagt worden, "für ein fremdes Land zu spionieren und versucht zu haben, das Land illegal zu verlassen". Sein Prozess fand vor dem Revolutionsgericht in Teheran statt, und am 17. September 1997 verurteilte man ihn wegen "Propaganda gegen die Islamische Republik Iran" zu einem Jahr Gefängnis.

Im Januar 1998 wurde er freigelassen und durfte zu seiner Familie nach Deutschland ausreisen. In Interviews sagte er später: "In meinem Fall dauerte der Druck der Öffentlichkeit von meiner Verhaftung bis zu meiner Freilassung unablässig an. Wenn diese Unterstützung nachgelassen hätte, hätte ich mit meinem Tod rechnen müssen (...). Ich verdanke mein Leben und meine Freiheit der weltweiten Unterstützung. Ich möchte allen Menschen danken, die mich mit Briefen und Faxen an die iranischen Behörden unterstützt haben." (UA 292/97)

Faraj Sarkouhi (05/1998) - www.amnesty.de



TÜRKEI

Sanar Yurdatapan, Musiker und Menschenrechtler

Sanar Yurdatapan, türkischer Musiker, Komponist und Menschenrechtler, wurde 1996 nach einer Eilaktion von Amnesty International vorzeitig aus der Haft entlassen.

Er sagte: "Die Arbeit von Amnesty International halte ich für sehr wichtig. Als ich im Gefängnis war, bekam ich nach der Veröffentlichung einer "Urgent Action" sehr viel Post aus aller Welt. Das machte nicht nur mir, sondern auch allen anderen Gefangenen Hoffnung. Wir merkten, dass wir nicht vergessen waren."

Raus aus der Sackgasse (07/2007) - www.amnesty.de

Interview mit Sanar Yurdatapan (05/1998) - www.amnesty.de

Der Fall Yurdatapan (06/1997) - www.amnesty.de




Aktuelle Eilaktionen - www.amnesty.de

Ein weltweites Netz rettet Menschenleben (11/1997) - www.amnesty.de



Zum Seitenanfang



© www.amnesty-meinungsfreiheit.de