Lesen, was bei Amnesty los ist
Weit über 1.000 Unterschriften für die Menschenrechte
Etwas improvisiert wirkt der Stand von Amnesty International zwischen den durchgestylten
Ausstellungs-flächen größerer Verlage – doch das tut seiner Attraktivität nach unserem Eindruck nicht
viel Abbruch: Auch in diesem Jahr trifft der Einsatz für die Menschenrechte auf Interesse und viel
Sympathie beim Messepublikum.

Gut 24 ehrenamtliche Helfer tun dabei vor Ort im Laufe der fünf Messetage
ihr Bestes, um den Besuchern einen Einblick in die Arbeit der weltweit renommier-testen
Menschenrechtsorganisation zu geben. Dahinter stehen die Amnesty-Themengruppe "Meinungsfreiheit",
mehrere lokale Gruppen aus Frankfurt und Umgebung sowie im Hintergrund die deutschen Amnesty-Hauptsitze
in Bonn und Berlin.
Mithilfe von Büchern, Journalen, Flyern und Postkarten wird am Stand ein Querschnitt durch die
vielfältige Tätigkeit von "Amnesty" präsentiert. Informationen zum "klassischen" Einsatz für die
politischen und bürgerlichen Menschenrechte kommen dabei ebenso wenig zu kurz wie die aktuelle
"Dignity"-Kampagne, bei der es um die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der
weltweit Ärmsten geht. Argentinien, dem Gastland der Messe, wird durch die Setzung eines Schwerpunktes auf
Südamerika Rechnung getragen.

Manche Fragen der Besucher können sofort beantwortet werden – anderes wird zur späteren
Bearbeitung schriftlich festgehalten. Viele kleinere und größere Spenden sammeln sich in den
bereitgestellten Dosen. Besondert berührt die Helfer das große Vertrauen, das zahlreiche Besucher
Amnesty entgegenbringen, indem sie sich spontan mit ihren Personalien in die ausgelegten
Petitionslisten eintragen.
Prominente Besucher am Messestand
Dabei geht es um so unterschiedliche Themen wie die Lage einer
bedrohten Menschenrechtlerin in Kolumbien, zweier indigener Volksgruppen in Paraguay,
denen ihre Landrechte vorenthalten werden, und einer Gruppe von pro-demokratischen
politischen Gefangenen in Syrien. Auch "prominente" Besucher wie der
ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und der Publizist und Fernsehmoderator Roger Willemsen
unterschreiben bereitwillig.

Am Samstag, dem 09. Oktober, besucht der renommierte Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck
den Amnesty-Stand: Er berichtet und diskutiert über Argentinien und den Kampf gegen "Straflosigkeit",
der sich auf die aktuelle Aufarbeitung massenhafter Menschenrechtsverbrechen der von 1976 bis 1983
dort herrschenden Militärdiktatur bezieht, speziell auch im Hinblick auf die deutschstämmigen Opfer.
Im Gespräch wird deutlich, dass dieses internationale Engagement über die Vergangenheitsbewältigung
hinaus einen wichtigen Beitrag zur Rechtsstaatlichkeit im heutigen Argentinien leistet.
AI-Kampagne: Für eine Welt ohne Todesstrafe
Eine spezielle Aktion gibt es zum Abschluss der Messewoche am Sonntag, dem 10. Oktober,
dem Internationalen Tag gegen die Todesstrafe: Wir sammeln Unterschriften für zwei zum Tode
verurteilte US-Amerikaner, deren Fälle aus Sicht von Amnesty International die Mängel der US-amerikanischen
Strafjustiz besonders deutlich machen. Auch diese Initiative fällt auf fruchtbaren Boden,
bevor die Messe gegen Abend ihre Pforten schließt.
Die Amnesty-Gruppe "Meinungsfreiheit" dankt allen Helfern und Besuchern herzlich für
ihre Unterstützung und hofft auf positive Auswirkungen im Sinne der Anliegen von
Amnesty International!
(Maren Koop, 23.10.2010,
Amnesty-Themengruppe "Meinungsfreiheit")
Argentinien: Das Fegefeuer der Überlebenden (10/2010) -
www.amnesty.de
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