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Assia Djebar
Das verlorene Wort
Die weibliche Stimme der algerischen Literatur hat einen Namen: Assia Djebar. Seit vielen Jahren
ist sie mit ihren Romanen auch auf dem deutschen Buchmarkt präsent. Für ihr literarisches Werk
erhielt sie 1996 den Literaturpreis der Stadt Neustadt und 2000 den Friedenspreis des deutschen
Buchhandels. In ihrem Roman "Das verlorene Wort" reflektiert sie die Situation der
Journalisten und Schriftsteller unter den Bedingungen des Bürgerkrieges nach dem Abbruch der
Wahlen 1992. Unter dem Druck der Zensur und der Bedrohung durch islamistische Gruppen bleibt
ihnen nichts anderes übrig, als entweder ins Exil zu gehen oder das Schreiben zu beenden –
was in beiden Fällen den Verlust des Wortes bedeutet.
Der Journalist Berkane, Protagonist des Romans, kehrt nach Jahren des französischen Exils nach
Algerien zurück. In Rückblenden beschäftigt er sich mit dem Kolonialkrieg, den er als junger
Mann erlebt hat. Für ihn ist klar, dass die Errungenschaften des antikolonialen Kampfes nun
gegen die islamistischen Gruppen verteidigt werden müssen. Doch ebenso offensichtlich ist,
dass auch die Sicherheitskräfte die Menschenrechte der Bevölkerung nicht achten und missliebige
Personen "verschwinden" lassen. Auf dem Land und der Bevölkerung liegt die Last bleierner Jahre,
in denen die Gewalt der einen Seite die Gegengewalt der anderen Seite bedingt. Berkane findet
nach einer langen Zeit der Sprachlosigkeit seine Worte wieder. Doch gleichzeitig gerät er ins
Visier bewaffneter Gruppen, die ihm nach dem Leben trachten.
Wie ein Leitmotiv zieht sich das Thema des Kolonialkampfes durch Assia Djebars Werk. In dem
Roman "Das verlorene Wort" verknüpft sie es geschickt mit Betrachtungen zur Situation der
algerischen Gegenwart und schlägt einen Bogen zwischen diesen beiden Kriegen. Allerdings
hätte ein Buch, dessen Thema die Sprache und der Sprachverlust ist, ein sorgfältigeres
Lektorat verdient, um eine ganze Reihe von sprachlichen Ungenauigkeiten in der Übersetzung
zu verhindern.
Roman.
Aus dem Französischen von Beate Thill.
Unionsverlag, Zürich,
256 Seiten, 2004.
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Kiran Nagarkar
Sieben mal sechs ist dreiundvierzig
Sein erster Roman (Original "Saat Sakkam Trechalis")
Dieser temporeiche und episodenhafte Roman ist voller Humor, Ironie und Lebenshunger.
Nach der stark gekürzten englischen Ausgabe liegt mit diesem Buch erstmals eine
vollständige Übersetzung des in Marathi, Hindi und Englisch geschriebenen Originals vor.
Roman.
Aus dem Marathi, Hindi und Englischen von Ditte und Giovanni Bandini.
A1 Verlag, München,
360 Seiten, September 2007.
Kiran Nagarkar
Gottes kleiner Krieger
"Kiran Nagarkars Reise ins Herz fundamentalistischer Finsternis
und in die Psyche eines Fanatikers hat eine Reichweite und Tiefe,
die einzigartig ist in der indischen Literatur." (Debashish Mukherji, The Week)
Ein fesselndes Buch, fremd und stark. Weil es, trotz aller Fremdsubstanz,
auch "unsere Sache" mitverhandelt. Ein Roman wie ein Felsmassiv, mit
vielen Gipfeln und Schründen und Abgründen; eine Hauptfigur mit
mindestens vier Leben, eine vielfach hochbegabte Super-Figur, und um sie
herum, mit ihr verbunden, eine ebenso erstaunliche Personage, geboren
aus überbordender östlicher Fantasie, aber auch verblüffend durchsetzt mit
Fakten und Motiven aus westlicher Kultur, westlichem Denken, westlichen
Verhältnissen und Lebensweisen. Auch die Dramaturgie der Romanhandlung
mutet eher westlich an.
Ein extremes Buch über einen religiös motivierten Extremisten, der sich
"im Namen Gottes" im alleinigen Besitz aller Wahrheit weiß, dessen
Schicksal aber immer wieder und auch endgültig das Scheitern ist. Kein
"Psychogramm" eines "Gotteskriegers", denn mit der gewohnten peniblen
Psychologisierung in unserem literarischen Verständnis seit den Romanen
des 18. und 19. Jahrhunderts ist bei dem indischen Autor nicht zu rechnen.
Kein exemplarischer Fall eines fanatischen Fundamentalisten, denn einen
solchen wie die von Nagarkar vorgeführte Figur hat es nicht gegeben und
wird es nicht geben. Gerade dadurch aber schafft sich der Autor die
Möglichkeit zu weitreichenden und übergreifenden Reflexionen und
visionären positiven wie erschreckend negativen Konstruktionen.
Denn diese Super-Fiktion und Super-Vision, die nicht einmal frei ist von
reißerischen oder auch kolportagehaften Zügen, ist voll von Beobachtungen,
Betrachtungen und Erkenntnissen über reale menschliche wie philosophische
Aspekte und Tendenzen unserer Zeit, die dem Buch Tiefgang verleihen.
Dieser Autor sucht nach Annäherungen an die Wahrheit. Am Ende taucht
der faszinierte Leser des fast 700 Seiten umfassenden Romans etwas
erschöpft und auch verwirrt, aber ebenso bereichert aus dem Sog dieser
Lektüre auf.
Roman.
Aus dem Englischen von Giovanni und Ditte Bandini.
A1 Verlag, München,
696 Seiten, September 2006.
Glauben und Grauen (10/2006) -
www.amnesty.de
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Khalid Al-Maaly (Hrsg.)
Rückkehr aus dem Krieg
Neue irakische Lyrik
"In den letzten 35 Jahren unterlag die irakische Literatur einer bewussten Strategie der
Zerstörung und der intellektuellen Inhaltslosigkeit, die man unter verschiedenen Schlagworten
wie arabischer Nationalismus, Kriegsverherrlichung, Rassismus und Personenkult subsumieren muss.
Die meisten Literaten sind im Strom mitgeschwommen und dienten den verschiedenen Herren.
Es gibt leider nur wenige, die in die Innere Immigration gegangen sind. Man muss aber auch
zugeben, dass die Dichter im Exil der neuen irakischen Lyrik nur wenige Impulse geben können.
In den letzten zehn Jahren der Baath-Diktatur, als diese die innere Kontrolle der Gesellschaft
nicht mehr hundertprozentig aufrechterhalten konnte, erschienen nach und nach einige junge
Dichter und Dichterinnen, die die zarte Hoffnung der heutigen irakischen Lyrik darstellen.
Hinter ihren Namen stecken verschiedene Biographien, Erwartungen und literarische Stile.
Sie haben den Todeskampf der Diktatur und ihrer Sicherheitsapparate hautnah miterlebt und
ebenso die umwälzenden gesellschaftlichen Veränderungen.
Wir beschränken uns bei der vorliegenden Auswahl auf Lyriker aus der zweiten Hälfte des
letzten Jahrhunderts, die auf Hocharabisch geschrieben haben bzw. schreiben. Es gibt natürlich
auch Dichter, die in der Umgangssprache schreiben oder auf Kurdisch oder Turkmenisch.
Bei der Auswahl sind auch solche Dichter berücksichtigt, die irgendwann einmal in ihrem Leben
ernstzunehmende Lyrik geschrieben haben, bevor sie anfingen, Lobeshymnen auf Saddam Hussein
zu verfassen, freiwillig oder unter Zwang. Die ausgewählten Gedichte können als literarischer
Ausdruck der wechselhaften und tragischen Geschichte des jüngeren Irak verstanden werden."
(Aus dem Vorwort von Khalid Al-Maaly)
Autoren: Nazik al-Mala'ika, Badr Shakir as-Sayyab, Abdul Wahhab al-Bayyati, Boland al-Haidari,
Hussain Mardan, Lamia Abbas Imara, Mahmud al-Brikan, Yussef as-Sayeg, Saadi Yussef,
Rushdi al-´Amel, Salah Niyazi, Sadik Sayeg, Sargon Boulus, Fadhil al-Azzawi, Mouayed ar-Rawi,
Hasb as-Schaich Dja´far, Yassin Taba Hafiz, Sami Mehdi, Jean Dammo, Sharif ar-Rubaiy,
Abdul Kadr al-Djanabi, Mohammed Talib Mohammed, Fauzi Karim, Salah Fa´iq, Djalil Haider,
Abdul Karim-Gassid, Hussain Abdallatif,´Abdur-Rahman Tuhmazi, Aqil ´Ali, Fadhil al-Sultani,
Shauqi Abdelamir, Hashim Shafiq, Hatif al-Djanabi, Kadhim Djihad, Khalid Al-Maaly,
Samuel Shimon, Hamid al-Iqabi, Jamal Mustafa, Bassem Muraiby, Dunya Michail,
Hussain Ali Younis, Gulala Nouri, Abbas Khider.
Arabisch-Deutsche Lyrikanthologie.
Aus dem Arabischen von Khalid Al-Maaly und Heribert Becker.
Kirsten Gutke Verlag, Köln-Frankfurt,
681 Seiten, 2006.
Spürbare Resignation (12/2007) -
www.dradio.de
Sihem Bensedrine
Besiegte Befreite
Eine arabische Journalistin erlebt den besetzten Irak
Zwei Monate nach dem - offiziellen - Ende des Kriegs reist die tunesische Journalistin und
Menschenrechtsaktivistin Sihem Bensedrine in den Irak. Sie will ihre Freundin Nacera wiederfinden,
eine irakische Ingenieurin, die ihr zwölf Jahre zuvor die Augen über das Regime Saddam Husseins geöffnet hatte.
Aber im "befreiten" Irak bleibt Nacera verschwunden.
Was westlichen Berichterstattern verschlossen bleibt,
erfährt die arabische Journalistin im Gespräch mit den Irakern selbst. Erst durch die "Befreiung" wird für sie
sichtbar, dass die irakische Gesellschaft durch eine 24-jährige Diktatur bis in ihre Tiefenschichten zerstört ist.
Doch die Eindrücke einer Reise in eine von Krieg und Diktatur versehrte Gesellschaft führen Sihem Bensedrine
auch zu einer Konfrontation mit sich selbst. Was ist aus dem Traum von einer "Renaissance der arabischen Welt"
geworden, wie stellt sich die Zukunft anderer arabischer Staaten - wie Syrien oder Tunesien - im Griff einer
brutalen Diktatur dar? (Antje Kunstmann Verlag)
Aus dem Französischen von Ursel Schäfer.
Antje Kunstmann Verlag, München,
128 Seiten, gebunden, März 2004.
Buchbesprechung (2004) -
www.zeit.de
Sherko Fatah
Im Grenzland
An der Grenze quer durch Kurdistan: Hügel in der Ferne, lehmfarben, und ein leerer Raubvogelhimmel darüber -
das ist das Land, in dem sich der Schmuggler bewegt. Der Weg zu den begehrten Waren, Whisky, Zigaretten,
vor allem aber Computer, führt durch ein Minenfeld. Langsam, behutsam legt er ihn zurück, untersucht jedes
Grasbüschel ... In diesem Roman sind viele kleine Geschichten verwoben: Erzählungen vom Krieg in der Wüste,
von den Menschen, die mit allen Mitteln versuchen, den Frieden zu überleben, von Willkür, Folter, aber auch
von der Dehnung der Zeit, die wir mit diesem Teil der Welt assoziieren. (Klappentext)
Der Autor Sherko Fatah ist als Sohn eines kurdischen Vaters und einer deutschen Mutter in der DDR geboren und
1975 in den Westen übergesiedelt. Seine Romanhandlung hat er in das nord-irakische Grenzland - in das Dreiländereck
Irak, Iran, Türkei - angesiedelt.
Für die Romane "Im Grenzland" und "Onkelchen" wurde der Autor im September mit dem Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2007
der Stadt Heidelberg ausgezeichnet.
Roman.
Jung und Jung Verlag, Salzburg/Wien,
223 Seiten, gebunden, 2001.
Sherko Fatah
Onkelchen
Eine Geschichte über Gewalt und deren Opfer, im Irak und mitten unter uns.
Am Beginn steht die Ermordung eines Schwans an
einem Heiligen Abend in einer deutschen Stadt. Aber
auch was dann erzählt wird, ist gezeichnet von den
Spuren der Gewalt: die Geschichte einer Reise in den
Norden des Irak um die Mitte der neunziger Jahre.
Der, der sich zusammen mit einem Freund dorthin
aufmacht, hat zuvor die Bekanntschaft eines älteren
Mannes gemacht, den alle »Onkelchen« nennen und
der von dort stammt und nun bei illegalen Flüchtlingen
in Deutschland Unterschlupf gefunden hat. Seine neue
Außenwelt bleibt ihm völlig fremd: er verstummt und
behält so seine Geschichte für sich. Der versucht der
Erzähler auf seiner Reise in das Land, das wiederum
ihm völlig fremd bleibt, auf die Spur zu kommen: er
erfährt davon wenig genug, dafür aber etwas über eine
bizarr brutalisierte Gesellschaft und seine eigenen
Grenzen des Verstehens. (Klappentext)
Für die Romane "Im Grenzland" und "Onkelchen" wurde der Autor im September mit dem Hilde-Domin-Preis für Literatur
im Exil 2007 der Stadt Heidelberg ausgezeichnet.
Roman.
Jung und Jung Verlag, Salzburg/Wien,
300 Seiten, gebunden, 2004.
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Azar Nafisi
Lolita lesen in Teheran
Als die iranische Literaturprofessorin Azar Nafisi den Schleier nicht länger tragen will, wird sie von der
Universität Teheran verwiesen – und erfüllt sich einen Traum. Zwei Jahre lang kommen sie und sieben ihrer besten
Studentinnen jeden Donnerstag morgen heimlich zusammen, um verbotene Klassiker der westlichen Literatur zu lesen.
Mit der Lektüre von Nabokov, Austen, James und Fitzgerald schaffen sie sich Freiräume in der ihnen aufgezwungenen
Enge der Islamischen Republik Iran. Aus verstohlen in ihr Haus huschenden schwarz verschleierten Schatten werden
junge Frauen in Jeans und bunten Kleidern. Sie öffnen sich in der Diskussion über die literarischen Werke und
beginnen die eigene Realität, der gegenüber sie sich lange sprachlos und ohnmächtig fühlten,
zu hinterfragen und zu verändern. (DVA Sachbuch)
Aus dem Amerikanischen von Maja Ueberle-Pfaff.
Deutsche Verlags-Anstalt, München,
424 Seiten, gebunden, August 2005.
Hörbuch. Gelesen von Jasmin Tabatabai.
Eichborn LIDO, Frankfurt/Main,
5 CDs, 2007.
Freiheit durch Literatur (09/2007) -
www.dradio.de
Bahman Nirumand
Iran - Die drohende Katastrophe
Sein Buch "Persien, Modell eines Entwicklungslandes" prägte die Studentenbewegung und löste die
Anti-Schah-Demonstration vom 2. Juni 1967 aus. Nun beschreibt Bahman Nirumand die Gefahren, die von dem
akuten Atomkonflikt mit dem Iran ausgehen. Und er analysiert die tiefen Widersprüche im Gottesstaat,
die genutzt werden müssen, um einen militärischen Konflikt noch zu vermeiden. (Kiepenheuer und Witsch Verlag)
Sachbuch.
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln,
224 Seiten, Juni 2006.
Im Konflikt mit Iran geht es nicht nur um die Bombe (07/2006) -
www.zeit.de
Shirin Ebadi
Mein Iran - Ein Leben zwischen Revolution und Hoffnung
Im Jahr 2000 wurde sie aufgrund ihrer Tätigkeit als Verteidigerin vor Gericht angeklagt. Doch weder Einzelhaft
noch Berufsverbot konnten Shirin Ebadi von ihrem Kampf für Freiheit und Menschenrechte abhalten. Ihr besonderes
Engagement gilt dabei den Rechten von Frauen und Kindern.
Ein dramatisches Leben zwischen Verfolgung, Demütigung und Verhaftung und das beeindruckende Zeugnis politischen
Muts und Engagements: Das Buch der ersten Richterin des Iran und der ersten muslimischen Friedensnobelpreisträgerin –
die Geschichte einer beeindruckenden Frau und Politikerin. (Pendo-Verlag)
Sachbuch. Autobiografie.
Übersetzung von Ursula Pesch.
Pendo-Verlag, Zürich und München,
320 Seiten, Mai 2006.
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Khalid Al-Maaly (Hrsg.)
Nach dem letzten Himmel
Neue palästinensische Lyrik
Die hier vorgelegte Gedichtauswahl ist der Versuch, die nach genuin poetischen Maßstäben
wichtigsten Träger/innen des geschilderten dichterischen Wandels in der palästinensischen
Lyrik und darüber hinaus, die neuen lyrischen Stimmen vorzustellen, die auf jene gefolgt sind.
Es sind dies Stimmen, die jenen Wandel fortgesetzt haben, sei es von Palästina selbst,
nachdem durch das Osloer Abkommen einigen wenigen Exilanten eine Rückkehr dorthin möglich wurde.
(Aus dem Vorwort von Khalid Al-Maaly)
Autoren: Walid Khazendar, Zakaria Mohammed, Siham Daoud, Salman Massalha, Hussain al-Barghoti,
Ghassan Zaqtan, Ibrahim Nasrallah, Yussuf ’Abdalaziz, Yussuf Abu Loz, Taher Riyadh,
Mohammed Hamza Ghanayem, Zuheir Abu Sha’ib, Walid al-Cheich, Mussa Hawamda, Nida Khoury,
Bassim an-Nabris, Ali al-Ameri, Othman Hussain, Ghazi al-Dhiba, Hassan Sari, Djihad Hudaib,
Aimen Kamil Ighbariya, Suheir Abu Aqsa, Rana Nezzal, Nidal Barqan, Nawal Naffá,
Mahmud Abu Hashhash, Samer Khair, Samer Abu Hawwash, Mohammed al-Dirawi, Gada Shafi’i,
Beshir Shalasha.
Arabisch-Deutsche Lyrikanthologie.
Aus dem Arabischen von Khalid Al-Maaly und Heribert Becker.
Kirsten Gutke Verlag, Köln/Frankfurt,
397 Seiten, 2003.
Amira Hass
Gaza
Tage und Nächte in einem besetzten Land
Amira Hass ist eine Grenzgängerin zwischen den Fronten – als bislang einzige israelische Journalistin
schreibt sie nicht nur über die Palästinenser in den besetzten Gebieten, sondern lebt auch mitten unter ihnen.
Hier nun verleiht sie dem palästinensischen Alltagsleben ein Gesicht, sie dokumentiert die Rivalitäten
palästinensischer Organisationen und legt die desaströsen Folgen der israelischen Blockadepolitik
schonungslos offen.
Man erfährt, was es bedeutet, als Taxifahrer oder als Arzt, als Bauer, Hausfrau oder Arbeitsloser im
Gazastreifen zu leben. Sie beschreibt die Wut der israelischen Besatzer ebenso wie die Selbstherrlichkeit
des autoriäten Regimes Yassir Arafats. Entstanden ist damit ein bedrückend plastisches Bild jener Mischung
aus Fatalismus und Hoffnung, aus Verzweiflung und Zorn, die dem israelisch-palästinensischen Konflikt immer
neue Nahrung gibt. (dtv).
Aus dem Englischen von Sigrid Langhaeuser.
C.H. Beck Verlag, München,
416 Seiten, 2003.
Buchtipp: Amira Hass - Gaza (12/2003) -
www.dw-world.de
Amira Hass
Morgen wird alles schlimmer
Berichte aus Palästina und Israel
In einem ergreifenden und sehr persönlichen Buch berichtet die israelische, in Ramallah lebende
Journalistin Amira Hass vom Leben der Menschen in Gaza und dem Westjordanland. Ihre Aufzeichnungen
reichen bis zur jüngsten Gegenwart nach dem Wahlsieg der Hamas und geben uns überraschende
Einblicke in einen Alltag zwischen Ausweglosigkeit und Überlebenswillen. (Beck Verlag)
Aus dem Englischen von Sigrid Langhaeuser.
C.H. Beck Verlag, München,
213 Seiten, September 2006.
Amira Hass: Tagebücher aus Palästina (06/2005) -
de.qantara.de
Amira Hass
Bericht aus Ramallah
Eine israelische Journalistin im Palästinensergebiet
"Man bezeichnet mich als Korrespondentin für palästinensische Angelegenheiten, aber es wäre
richtig zu sagen, dass ich Expertin für die israelische Besatzung bin."
Die im Palästinensergebiet lebende israelische Journalistin schreibt eigentlich "von der anderen Seite
her" für ihre Landsleute. Aber sie wird von bestimmten Kreisen auf beiden Seiten angefeindet, weil sie
die palästinensische Seite ebenfalls durchaus kritisch betrachtet. In dem schon vor einigen Jahren in
deutscher Übersetzung erschienen Buch ist dies noch die Politik und korrupte Verwaltung unter Arafat.
Aber der Blick auf alltägliche Vorkommnisse unter unvorstellbaren, immer weiter bestehenden Bedingungen,
unter denen die Menschen eines Volkes zwischen Hoffnung und Verzweiflung gezwungen sind zu leben und
sich auch, soweit es geht mit den Umständen zu arrangieren, geht uns alle an.
Aus dem Englischen von Andrea Panster.
Herausgeber: Rachel Leah Jones.
Diederichs Verlag, Kreuzlingen,
231 Seiten mit Fotos, Februar 2004.
Buchtipp: "Gegen den Strom" (04/2004) -
de.qantara.de
Etgar Keret, Samir el-Youssef
Alles Gaza
Geteilte Geschichten
Zwei der bekanntesten jüngeren Autoren aus dem Nahen Osten, ein Israeli und ein
Palästinenser, setzen ein Zeichen. Sie sind der Überzeugung, dass ihre
Geschichten hervorragend nebeneinander existieren können, und schreiben
gemeinsam ein Buch: 13 Kurzgeschichten von Etgar Keret und eine längere
Geschichte von Samir el-Youssef.
Roman.
Aus dem Englischen von Barbara Linner und Verena Kilchling.
Luchterhand Verlag (Random House), München,
144 Seiten, Mai 2006.
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Memorial/Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.)
Zu wissen, dass du noch lebst
Kinder aus Tschetschenien erzählen
Überleben im Krieg: Unter der Tragödie im Kaukasus leiden vor allem unschuldige Zivilisten. In diesem Buch
schildern Schülerinnen und Schüler bewegende Schicksale von Müttern und Vätern, Kindern und Greisen.
Sie wollen die Hintergründe des Konflikts begreifen und einander verstehen lernen. Ihre Texte bringen
uns die Gefühls- und Gedankenwelt eines kleinen Volkes am Rande Europas nahe.
Mit einem Vorwort von Klaus Bednarz.
Aus dem Russischen von Susanne Scholl, Anja Lutter und Hartmut Schröder.
Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin,
265 Seiten, 2006.
Kinder ohne Kindheit (11/2006) -
www.zeit.de
Filmprojekt "Zu wissen, dass du noch lebst"
Der Filmemacher Savaz Ceviz entwickelt auf der Basis des 2006 von der
Heinrich-Böll-Stiftung und Memorial herausgegebenen Buches
"Zu wissen, dass du noch lebst" einen Dokumentarfilm,
den der Freundeskreis der Heinrich-Böll-Stiftung mit einem kleinen
Beitrag unterstützt.
Das Buch sammelt die Erzählungen von Kindern
aus Tschetschenien über ihre Erfahrungen von Krieg, Angst, Verlust
und Gewalt. Diese ergreifenden Zeitdokumente werden in dem Film von
Kindern aus Deutschland vorgetragen, die in einer behüteten Umgebung
aufwachsen und in dieser gezeigt werden. Durch den Kontrast will der
Film für das Leid der Kinder sensibilisieren, die der Erfahrung von
Krieg und Gewalt ausgesetzt sind. (www.boell.de)
Paul Klebnikow
Der Pate des Kreml
Boris Beresowski und die Macht der Oligarchen
Der Niedergang Russlands von der Weltmacht zum korrupten Armenhaus hat viele Ursachen, aber
nur wenige Gesichter. Der Aufstieg des Boris Beresowski und einer kleinen Gruppe einflussreicher
Finanzmagnaten zeigt, wie die explosive Verbindung von Gewalt, organisiertem Verbrechen,
Kapital und Politik den Prozess der Demokratisierung gefährdet. Eine erschreckende Bilanz der
postsowjetischen Zeit von Gorbatschow bis Putin. (Econ Verlag)
Econ Verlag, München,
493 Seiten, 2001.
Grigori Pasko
Honigkuchen
Eine Anleitung zum Überleben hinter Gittern
Den im Untersuchungsgefängnis von Wladiwostok entstandenen Essay "Honigkuchen" gestaltet
der Autor als Unterweisung zum Überleben für einen potentiellen Leidensgefährten.
Essay.
Mit einem Nachwort von Thomas Roth.
Aus dem Russischen von Hannelore Umbreit.
Wallstein Verlag, Göttingen,
64 Seiten, 2006.
Grigori Pasko
Die Rote Zone
Ein Gefängnistagebuch
Als Militärjournalist filmte der Autor die Verklappung atomarer Abfälle ins Japanische Meer
durch die russische Pazifikflotte. Er machte das Material japanischen Medien zugänglich und wurde
1997 wegen Spionage und Landesverrat verhaftet. 21 Monate Untersuchungshaft, eine kurze Zeit der
Freiheit, die erneute Verhaftung und Aburteilung zu vier Jahren Haft in einem Straflager mit
verschärften Bedingungen sind Stationen einer Odyssee durch russische Gefängnisse, die Pasko in diesem Buch
dokumentiert.
Aus dem Russischen von Hannelore Umbreit.
Wallstein Verlag, Göttingen,
368 Seiten, 7 Abbildungen, 2006.
Interview mit Grigori Pasko (08/2007) -
www.berlinonline.de
Auf Messers Schneide (05/2007) -
www.amnesty.de
Tagebuch aus dem modernen Gulag (11/2006) -
www.dradio.de
Anna Politkovskaja
Russisches Tagebuch
Das Buch entstand zwischen Dezember 2003 und September 2005. Die Aufzeichnungen der Autorin beginnen
mit Putins Kampagne zu seiner Wiederwahl und enden mit der eindringlichen Frage: Habe ich Angst?
Ein Bericht aus erster Hand, der wagt, was in Putins Russland lebensgefährlich ist: die Wahrheit.
Das Vermächtnis der Anna Politkovskaja.
Mit einem Vorwort von Sonia Mikich.
Aus dem Russischen von Hannelore Umbreit und Alfed Frank.
Dumont Buchverlag, Köln,
458 Seiten, Frühjahr 2007.
"Vergifteter Boden" - Buchbesprechung (2007) -
www.titel-magazin.de
Eine Tote klagt an (05/2007) -
www.amnesty.de
Anna Politkovskaja
In Putins Russland
In zahlreichen Porträts und Einzelreportagen berichtet die Autorin über den mächtigen Apparat des
Geheimdienstes, dem Präsident Putin entstammt, über die brutalen und korrupten Verhältnisse
in Armee und Justiz, über die Oligarchen-Mafia in der Industrie, das Geflecht aus Nomenklatura und
Verwaltung, die zunehmende Rechtlosigkeit ganzer Bevölkerungsgruppen und über den neuen russischen
Rassismus.
Ein dokumentarischer Politthriller.
Aus dem Russischen von Hannelore Umbreit und Ulrike Zemme.
Dumont Buchverlag, Köln,
314 Seiten, Frühjahr 2005.
Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn,
Bd. 602, Dezember 2006.
Politkowskaja-Buch erscheint im russischen Internet (10/2007) -
www.dw-world.de
Anna Politkovskaja
Tschetschenien - Die Wahrheit über den Krieg
Dieses Buch berichtet vom Schicksal der Menschen in Tschetschenien, von den Opfern des Krieges.
Es ist ein einziges "J'accuse". Die Autorin klärt auf über das kaum
beschreibbare Leid der tschetschenischen Bevölkerung.
Aus dem Russischen von Hannelore Umbreit und Ulrike Zemme.
Mit einem Vorwort von Dirk Sager.
Mit Fotos, Porträts, einem Glossar und Dossiers,
Dumont Buchverlag, Köln,
336 Seiten, Frühjahr 2003.
Tschetschenische Tragödie (01/2003) -
www.3sat.de
Michail Ryklin
Mit dem Recht des Stärkeren
Die russische Kultur in Zeiten der "gelenkten Demokratie"
Essay.
Ausgezeichnet mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2007.
Aus dem Russischen von Gabriele Leupold.
Edition Suhrkamp, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main,
238 Seiten mit Abbildungen, August 2006.
Chauvinismus und Nationalismus in Russland (12/2006) -
www.dradio.de
Mit dem Recht des Stärkeren - Kultur, Kritik und ... (03/2007) -
www.dradio.de
Ein Land im politischen Ausnahmezustand (05/2007 -
www.dradio.de
Gespräch mit Schriftsteller Michial Ryklin (28.02.2008) -
www.3sat.de
Elena Tregubova
Die Mutanten des Kreml
Mein Leben in Putins Reich
Die schonungslose Betrachtung und Beschreibung des
russischen Machtsystems und der kruden Psychologie
des "Zaren" Putin erregte weltweites Aufsehen.
In den Aufzeichnungen der kritischen und mutigen
russischen Journalistin erscheint Russland weit fremder,
als wir es sehen. Sehr deutlich, auch mit Witz und
Selbstironie, beschreibt sie die politischen Verhältnisse
und stellt die Schwächen und Eitelkeiten der Mächtigen
ihres Landes bloß. Es ist zugleich die Geschichte einer unerschrockenen
Journalistin und ein leidenschaftliches Pamphlet für
die Pressefreiheit.
Erlebnisbericht.
Aus dem Russischen von Olga Radetzkaja und Franziska Zwerg.
Mundpropaganda 4, Tropen Verlag, Berlin,
384 Seiten, 4. Auflage 2006.
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Hwang Sok-Yong
Der ferne Garten
Der Roman "Der ferne Garten" von Hwang Sok-yong erzählt von einer bewegenden Liebesgeschichte und dem
demokratischen Aufbruch in Südkorea.
Nach siebzehn Jahren politischer Gefangenschaft wird ein südkoreanischer Oppositioneller in die Freiheit
entlassen. Nur mit Mühe kann er sich in der früher vertrauten, jetzt fremden Umgebung orientieren.
Auf einer Reise in die Vergangenheit, zu früheren Aufenthaltsorten, mit Besuchen bei ehemaligen Mitstreitern
aus der Zeit von Unruhen und Aufständen gegen die Militärdiktatur versucht Oh Hyunuh an sein Leben vor der
Gefangenschaft wieder anzuknüpfen.
Das wäre vielleicht vergeblich, wenn er nicht auf Zeugnisse einer durch seine Verhaftung zerstörten Liebe
stieße. In dem verlassenen Gartenhaus, wo die Liebenden nur für eine Weile ihr idyllisches Glück erleben
durften, findet er das zurückgelassene Tagebuch seiner toten Geliebten, der Malerin Han Yunhi, das sie
während seiner Gefangenschaft führte. Zusammen mit ihren Briefen, die seine Schwester für ihn aufbewahrte,
wird das Tagebuch für ihn zu einer Art Brücke hin zu der so sehr veränderten Welt der Gegenwart.
"Der ferne Garten" stellt zugleich ein Sinnbild für die Sehnsucht nach Freiheit und einer besseren Zukunft dar.
Das in der Ich-Form gehaltene Buch ist ebenso ein bedeutender gesellschaftskritischer Roman der neueren
südkoreanischen Literatur wie eine bewegende Liebesgeschichte. Darin wird die neuere Geschichte Südkoreas
anhand individueller Charaktere und Schicksale lebendig erzählt. Im Mittelpunkt stehen die gravierenden
Auswirkungen der seit den sechziger Jahren andauernden Demokratiebewegung und die Veränderungen der
Gesellschaft auf das Leben des Einzelnen.
Hwang Sok-yong, 1934 geboren, national wie international einer der wichtigsten und meistgelesenen
zeitgenössischen koreanischen Schriftsteller, berichtet in seinem umfangreichen, mit mehrfachen
Auszeichnungen bedachten Gesamtwerk von der bewegten politischen Geschichte seines Landes. In den
achtziger Jahren wurde er wiederholt nach Nordkorea eingeladen. In den neunziger Jahren wegen einer
weiteren Reise zu sieben Jahren Haft verurteilt, wurde er 1998 im Rahmen einer Amnestie für politische
Gefangene von dem neugewählten Präsidenten Kim Dae-jung freigelassen und als offizieller südkoreanischer
Kulturrepräsentant nach Nordkorea geschickt. Als Gastschriftsteller der Berliner Akademie der Künste
erlebte er 1989 den Fall der Mauer mit. Zur Zeit lebt er in London. (Josef Zimmermann)
Roman.
Aus dem Koreanischen von Kang Seung-hee, Oh Dong-sik und Torsten Zaiak.
Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv), München,
520 Seiten, September 2005.
Eindringliche Zeugnisse der Geschichte Koreas (12/2005) -
www.dradio.de
Interview mit Schriftsteller Hwang Sok-Yong (12/2005) -
www.amnesty.de
Der Roman "Der ferne Garten" von Hwang Sok-Yong (10/2005) -
www.amnesty.de
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Hrant Dink
Türken und Armenier: zwei nahe Völker. Türkei und Armenien: zwei entfernte Nachbarn
Ein Aufsatz
In: "Wenn man die Armenierfrage diskutiert..." (Sammelband).
Heinrich Böll Stiftung (Hrsg.), Istanbul,
März 2006.
Weitere Informationen mit Vorwort -
www.boell.de
Christiane Schlötzer
Das Mädchen mit dem falschen Namen
Türkische Tabus
Kopftuch und Minirock gehören in Istanbul zum Straßenbild. Im Südosten des Landes
trägt man eine Frau zu Grabe, die gesteinigt wurde, weil sie ihr eigenes Leben führen
wollte. Die Türkei, das Land der Widersprüche.
Istanbul verwirrt und bezaubert durch Kontraste. Grelle Moderne und großartige
Zeugnisse der Vergangenheit, Anreize für Künstler aus aller Welt, Nobelviertel,
Luxusläden, teure Bars am Bosporus und schmutzige Slums, wo die Illegalität blüht.
"Europas Pforte zum Goldenen Tor" führt für Prostituierte aus Osteuropa in die Hölle.
Aber die Türkei hat in den letzten fünf Jahren große Umbrüche erlebt, Tabus wurden
gebrochen und versucht, auch dunkle Seiten der Geschichte aufzudecken.
Um zu verstehen, wohin sich das Land zwischen Europa und Asien bewegt, muss
man hören, was seine Menschen erzählen. Die Journalistin und Autorin Christiane
Schlötzer brachte von ihrer Reise durch das Land an Europas Südostgrenze
Geschichten von seinem Widerspruch und Aufbruch mit.
Picus Verlag, Wien,
176 Seiten, 2006.
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P.E.N.-Zentrum Deutschland (Hrsg.)
Die Zeit ist ein gieriger Hund - Stimmen aus dem Exil
In dieser Dokumentation werden sechs Exilautoren porträtiert und mit ihren Texten vorgestellt.
Jorge Luis Arzola aus Kuba, Sergej Solowkin aus Russland, Claudia Anthony aus Sierra Leone, Faraj Sarkohi aus dem Iran,
Hamid Skif aus Algerien und Mainat Kourbanova aus Tschetschenien schreiben auf ganz unterschiedliche Weise
über ihre Heimatländer und geben damit dem Leser einen Einblick in ihren Kulturkreis, aus dem sie vertrieben wurden.
(P.E.N.-Zentrum Deutschland)
Dokumentation.
P.E.N.-Zentrum Deutschland, Darmstadt,
136 Seiten, 2006.
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Le Monde diplomatique (Hrsg.)
Atlas der Globalisierung
Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt
Für wichtiger als je zuvor hält Carl Wilhelm Macke (in der Süddeutschen Zeitung vom 21.11.2006) das
Wissen um die großen globalen Zusammenhänge. Die Beiträge von Experten aus aller Welt verdeutlichten,
dass die Zukunft der Menschheit alles andere als rosig wird. Man könne bei dieser Lektüre schon "immer
mehr Gründe für einen veritablen Weltpessimismus" finden. Dies umso mehr, da der Band Beiträge über
bereits bestehende oder sich bildende Formen einer alternativen "Civil Globalisation" mit hoffnungsvollen
Visionen vermissen lasse.
Nach Feststellung von Oliver Eberl (Frankfurter Rundschau, 15.11.2006) präsentiere sich die neue Ausgabe
des Atlas präziser und übersichtlicher als in der ersten Auflage 2003, obwohl die Welt seitdem noch
chaotischer und unübersichtlicher geworden sei. Deshalb stellt er den deutschen und französischen Machern
ein hohes Lob aus. Dabei legten sie aber offensichtlich mehr Gewicht auf das Kartenwerk als auf die
durchweg kurzen Texte, von denen man sich nicht zu viel erwarten dürfe. Neben der Aufmachung gefällt
dem Rezensenten die inhaltliche Einteilung In fünf Themenblöcke: Umwelt, Geopolitik, Gewinner/Verlierer,
ungelöste Konflikte und Aufstieg Asiens. Der Atlas biete auf jeden Fall ein "ideales Rüstzeug für kommende
Globalisierungsdebatten".
Auch Elisabeth von Thadden (Die Zeit, 28.09.2006) attestiert diesem Band, verglichen mit dem ersten
Atlas 2003, "noch intelligenter" geworden zu sein, u.a. durch Setzung überzeugender Prioritäten und
auch durch Selbstkritik. Sie spart nicht mit Lob dafür, wie der neue "Atlas der Globalisierung" mit Karten,
Statistiken, Grafiken und Analysen eine im stetem Wandel begriffene Welt in ihren politischen, ökonomischen
und ökologischen Dimensionen vor Augen führe. (Josef Zimmermann, 15.12.2006)
Vorwort von Ignacio Ramonet (taz).
Vorwort der deutschen Ausgabe von Klaus Töpfer.
Mit Beiträgen u.a. von Mark Hertsgaard, Susan George,
Carolin Emcke, Johan Galtung und Suketu Mehta.
Taz-Verl.-und-Vertriebsges. mbH, Berlin,
198 Seiten, September 2006.
Erweiterte Luxusausgabe:
Über 300 Karten und Schaubilder, mit CD-ROM,
240 farbige Seiten, Juni 2007.
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Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte (Hrsg.)
Stimmen für die Freiheit
Zehn ausgewählte Portraits von Stiftungsgästen der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte:
u.a. Arturo Alape (Schriftsteller und Maler aus Kolumbien),
Dododjon Atovulloev (Journalist aus Tadschikistan),
Sihem Bensedrine (Journalistin und Autorin aus Tunesien),
Bariture Kpuinen (Ogoni aus Nigeria, Mitstreiter von Ken Saro Wiwa),
Hamid Skif (Schriftsteller aus Algerien).
Jubiläumsbuch, 20 Jahre Stiftung.
Hamburger Stiftung für polisch Verfolgte (Hrsg.), Hamburg,
Dezember 2006.
Walter Kälin, Lars Müller, Judith Wyttenbach (Hrsg.)
Das Bild der Menschenrechte
Texte aus dem historischen und aktuellen Menschenrechtsdiskurs, Zahlen und Fakten
werden visuell interpretiert durch über 500 Fotos und sollen Leserinnen und Leser sowie
Betrachter zur eigenen Auseinandersetzung mit der menschheitlich existentiellen Thematik
bewegen.
Ungeachtet des ernsten und feierlichen Manifests der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 und der daraus folgenden Verträge
sind in vielen Ländern, auch wenn sie sich offiziell zu ihren dementsprechenden
Verpflichtungen bekennen, schwere Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung.
Der repräsentative Band enthält Anklagen gegen Regierungen und Behörden, die
Menschenrechtsverletzungen dulden, fördern oder selbst begehen, ebenso wie
Würdigungen der Anstrengungen nichtstaatlicher und staatlicher Organisationen zur
Durchsetzung und Beachtung der Menschenrechte und der Ächtung ihrer Verletzung.
Der unbeirrbare Einsatz ungezählter Menschenrechtsverteidiger weltweit zählt wohl zu
den dringlichsten und unverzichtbarsten Aufgaben in unserer globalisierten Welt.
Ihr ideelles Ziel: Ein Leben aller Menschen in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit.
Lars Müller Publishers, Baden/Schweiz,
720 Seiten mit ca. 500 Fotografien, November 2004.
Ein Meilenstein für die Menschenrechtsbildung -
www.humanrights.ch
Deutsche Institut für Menschenrechte (Hrsg.),
Volkmar Deile, Franz-Josef Hutter, Sabine Kurtenbach, Carsten Tessmer
Jahrbuch Menschenrechte 2006
Freiheit in Gefahr - Strategien für die Menschenrechte
Im Mittelpunkt der achten Ausgabe des Jahrbuch Menschenrechte steht die Frage, wie sich
angesichts der aktuellen Bedrohungen von Freiheitsrechten positive Antworten formulieren und
Strategien für die Menschenrechte entwickeln lassen.
Namhafte Wissenschaftler, Journalisten und
Menschenrechtsverteidiger diskutieren insbesondere Konzeptionen eines Präventions- bzw.
Sicherheitsstaates, die Debatten um das Folterverbot, die Rolle der Medien sowie Stärken und
Schwächen von Menschenrechtsschutzinstrumenten.
Herausgegeben vom Deutschen Institut für Menschenrechte und von
Volkmar Deile, Franz-Josef Hutter, Sabine Kurtenbach und Carsten Tessmer.
Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main,
380 Seiten, Taschenbuch, November 2005.
Buchrezension: Jahrbuch Menschenrechte 2006 (04/2006)-
www.amnesty.de
Roger Willemsen
Hier spricht Guantánamo
Roger Willemsen interviewt Ex-Häftlinge
Roger Willemsen hat sich auf die Suche nach ehemaligen Häftlingen gemacht und fünf von ihnen ausführlich befragt:
zwei Russen, einen Palästinenser, einen Jordanier und einen Afghanen. Ihre Lebensgeschichten reichen vom Arbeiter,
den die Taliban gefangen nahmen und an die amerikanischen Behörden verkauften, bis zum
Sprecher der Gefangenen, dem ehemaligen Botschafter Afghanistans in Pakistan.
Sie sprechen über ihren Lebensweg bis zur Gefangennahme, über Folter, Vergewaltigungen, Koranschändungen,
Verhörtechniken, Strafsysteme, Isolierhaft, über mangelhafte Dolmetscher, undurchsichtige Medikamentenverabreichung,
kollabierende Wachen, Traumatisierungen und psychische Defekte.
Sie berichten, wie die Bilder des 11.9. im Lager eingesetzt werden, unter welchen Bedingungen sich die Freilassungen
vollzogen und in welchen Formen ihnen die Eingliederung in ein "normales" Leben unmöglich gemacht wird.
Sie berichten über andere Lager mit teilweise härteren Bedingungen, über die Zerstörung ihrer Familien, über
sinnlose Besuche von Journalisten, denen ausgewählte Musterräume gezeigt wurden und die mit keinem Häftling
sprechen durften, und sie sprechen über die Aussichtslosigkeit, gehört, geschweige denn rehabilitiert zu
werden. (Zweitausendeins Verlag)
Sachbuch.
Mitarbeit Nina Tesenfitz.
Zweitausendeins Verlag, Frankfurt am Main,
238 Seiten, 2006.
Die Vogelfreien (02/2006) -
www.zeit.de
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Umeswaran Arunagirinathan
Allein auf der Flucht
Wie ein tamilischer Junge nach Deutschland kam
Als Zwölfjähriger kommt Umeswaran Arunagirinathan als unbegleiteter Kinderflüchtling mit
Schleppern aus dem Kriegsgebiet Sri Lanka nach Deutschland. Er darf zunächst als minderjähriger
Flüchtling bei seinem Onkel in Hamburg bleiben, erhält aber kein Asyl, sondern nur eine befristete
Aufenthaltsbewilligung.
In seinem bewegenden Bericht schildert Umes nicht nur die gefährlichen
Umstände seiner Flucht, sondern auch die Hintergründe des Bürgerkriegs in Sri Lanka und reflektiert
über die schwierige Situation von Kinderflüchtlingen und jungen Ausländern in Deutschland...
Konkret Literatur Verlag, Hamburg,
140 Seiten, Herbst 2006.
Flucht aus dem Paradies (03/2007) -
www.amnesty.de
Sihem Bensedrine/Omar Mestiri
Despoten vor Europas Haustür
Warum der Sicherheitswahn den Extremismus schürt
Freiheit und Demokratie in den arabischen Ländern zu fördern, die
Menschenrechte und die Wirtschaft dazu das ist seit der Erklärung
von Barcelona 1995 deklarierte Politik der EU.
Doch inzwischen ist mehr von
Auffanglagern für Asylsuchende in Nordafrika die Rede als von Demokratie
und wirtschaftlicher Entwicklung. Aus Angst vor Einwanderung und islamistischem
Terror unterstützt die EU südlich des Mittelmeers autoritäre
Regimes: Stabilität um jeden Preis ist die neue Politik. Europa hält
sich Despoten vor der Haustür und damit die Probleme vom Hals ist
das nicht eine bewährte Politik? In Wahrheit fördert sie Hass,
Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und führt
immer tiefer in den Teufelskreis extremistischer Gewalt. Es ist an der Zeit und in unserem ureigensten
Interesse, die politische Heuchelei und eine hochgefährliche
"Sicherheitspolitik" zu beenden. (Antje Kunstmann Verlag)
Aus dem Französischen von Ursel Schäfer.
Verlag Antje Kunstmann, München,
224 Seiten, gebunden, 2005.
Wider die Despoten vor Europas Haustür (10/2005) -
de.qantara.de
Tahar Ben Jelloun
Verlassen
Die Geschichte einer gescheiterten Migration aus Marokko:
Die Obsession Jugendlicher in Tanger, die sich hinüberträumen zur 14 Kilometer entfernten
spanischen Küste.
Roman.
Aus dem Französischen von Christiane Kayser.
Berlin Verlag, Berlin,
256 Seiten, 2006.
Interview mit Tahar Ben Jelloun (01/2007) -
www.amnesty.de
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Religion: Judentum - Christentum - Islam |
Johann Baptist Metz
Memoria Passionis
Ein provozierendes Gedächtnis in pluralistischer Gesellschaft.
Katholischer Theologe auf der Höhe der Zeit - Satz für Satz gegen den Zeitgeist geschrieben.
In Zusammenarbeit mit Johann Reikerstorfer.
Verlag Herder, Freiburg,
274 Seiten, 2006,
3. Auflage 2007.
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