Filmtipp:
"Gefesselte Worte"
Ein Film von Benedicte Banet und Sylvie Banuls.
"Mundtot" - "No Silence" - (58 Min.)
Der Pressefreiheit geht es schlecht. Weltweit wird sie ignoriert, unterdrückt,
mit Füßen getreten. Für die verfolgten Medienmacher aus aller Welt ist die
"Maison des Journalistes" in Paris eine Art Rettungsanker, ein Ort, an dem
die Flüchtlinge nach den erlittenen Verfolgungen, der Irrfahrt des Exils und
den prekären Unterkünften in der fremden Stadt wieder Fuß fassen und
sechs Monate lang ihre Koffer abstellen können. - Jeder, jede von ihnen hat
eine eigene Geschichte und seinen ganz besonderen Blick. Irak, Kuba,
Ukraine, Burundi, Kamerun, Kongo ... die Repression hat in den verschiedenen Ländern
ein unterschiedliches Gesicht. - Die Erinnerungen der Journalisten
an Gefängnis und Folter werfen ihre Schatten auf die weißen Wände der MDJ,
sind verdammte Gedanken, die sie bis in die Freiheit verfolgen.
(Filmkraft - Peter Heller Filmproduktion)
Peter Heller Filmproduktion: Gefesselte Worte -
www.filmkraft.net
Filmrezension: Gefesselte Worte (10/2007) -
mmm.verdi.de
Filmtipp:
Ein mutiger Weg
Ein Film über Daniel Pearl, erster entführter und ermordeter Journalist im Irak,
nach dem Buch seiner Witwe Mariane Pearl.
Originaltitel: A Mighty Heart.
Thriller-Drama. Großbritannien/USA 2007.
Regie: Michael Winterbottom, Drehbuch: John Orloff,
Hauptdarsteller: Angelina Jolie als Mariane Pearl, Dan Futterman als Daniel Pearl.
Kinostart in Deutschland: 13.09.2007
Pakistan, Paranoia und Pinguine (09/2007) -
www.dradio.de
Ein mutiger Weg (Pressespiegel 09/2007) -
www.film-zeit.de
Entführer von US-Journalist Daniel Pearl gefasst (06/2007) -
www.welt.de
Buchtipp:
Mariane Pearl
Ein mutiges Herz
Leben und Tod des Journalisten Daniel Pearl
Aus dem Amerikanischen von Theda Krohm-Linke.
Scherz-Verlag/Fischer Verlage, Frankfurt am Main
320 Seiten, 2004.
Um der Wahrheit willen
Mariane Pearl, die Frau eines in Pakistan entführten und hingerichteten amerikanischen
Journalisten, erinnert sich in bewegender Weise an dessen Leben und letzte Wochen.
Man hat sich an diese Nachricht fast schon gewöhnt. Irgendwo unter vermischte Weltnachrichten
wird über einen verschleppten, bedrohten, getöteten Journalisten berichtet. Man reagiert zynisch
("Berufsrisiko") oder flüchtig und teilnahmslos. Gäbe es nicht Organisationen wie vor allem die
"Reporter ohne Grenzen", dann wären diese Ereignisse schnell vergessen. Die Statistik aber ist
erschreckend. Allein im Jahre 2003 sind über 40 Journalisten im Rahmen ihrer beruflichen Arbeit
ermordet worden. Diese dramatischen Anschläge auf die Pressefreiheit und diejenigen, die sie
professionell Tag für Tag verteidigen, gehört heute scheinbar schon zur Normalität.
Gegen das Vergessen
Gegen dieses Vergessen, ganz besonders gegen das Vergessen ihres ermordeten Ehemanns Daniel Pearl,
hat seine Witwe Mariane ein bewegendes Buch der Erinnerung geschrieben. "Ich schreibe dieses Buch,
um dir Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und um die Wahrheit zu berichten." Detailliert erinnert
sich die Autorin an das Zusammenleben mit ihrem Mann, besonders an die letzten gemeinsamen Wochen
im pakistanischen Karatschi. Pearl, ein erfahrener und erfolgreicher Korrespondent des
amerikanischen "Wall Street Journals" in Südostasien, wurde im Schatten des Afghanistan-Krieges
Anfang 2002 von einer Gruppe islamischer Fanatiker entführt, fünf Wochen lang gefangen gehalten
und schließlich bestialisch hingerichtet.
Schwülstiger Titel, nüchterner Inhalt
Man sollte sich von dem süßlichen Titel, dem aufdringlich gestalteten Cover des Buches
(das die Autorin ganz groß und den Namen des ermordeten Journalisten ganz klein darstellt)
nicht irritieren lassen. Auch manche sehr persönlich gehaltene Passage ist in einem schwer
erträglichen pathetischen Ton gehalten. Aber hinter diesem amerikanischen Verkaufsglamour
verbirgt sich, stellvertretend für andere, vergleichbare Fälle, das Porträt eines Journalisten,
der seine professionelle Neugierde und sein hohes berufliches Ethos mit dem Leben bezahlt hat.
Die oft so abstrakt bleibende Berichterstattung über gewaltsame Entführungen und Ermordung von
Journalisten erhält hier einen Namen, eine Biographie, ein Gesicht. Gewünscht hätte man sich
aber etwas weniger Eigenwerbung und wenigstens in einem Nachwort den Hinweis auf die Arbeit von
Organisationen wie die "Reporter ohne Grenzen", die für ihre wichtige Arbeit über weniger Mittel
verfügen als offenbar die finanziell gut abgesicherte "Daniel-Pearl-Foundation".
Nebenbei erfährt
man auch viel über die politischen Realitäten Pakistans, über das Netzwerk des internationalen
Terrorismus und das oft undurchsichtige Agieren von staatlichen Geheimdiensten in ihrem angeblich so
ehrenwerten Kampf gegen die verschiedenen "Achsen des Bösen". Im Anhang sind Mitleidsbekundungen
einiger "very important persons" vornehmlich aus den USA (von Georges W. Bush abwärts) an die Witwe
und das nach der Ermordung von Pearl geborene Kind Adam zu lesen, deren Verlogenheit schwer
erträglich ist.
Ein Tipp: der Umschlag des Buches ist eine Zumutung. Deshalb entferne man ihn vor der Lektüre.
Rezension von Carl Wilhelm Macke, Journalist (JhJ)
Rezension: Um der Wahrheit willen (2004) -
www.titel-forum.de
Mediathek
Filmtitel in alphabetischer Reihenfolge
Weitere Informationen
Filmtitel in alphabetischer Reihenfolge
Bei Einbruch der Dunkelheit: AI-Filmpreis 2007 (02/2007) -
www.amnesty.de
Blood Diamond: Gespräch mit der Regisseurin (03/2007) -
www.amnesty.de
Blood Diamond: Blut am Ringfinger (02/2007) -
www.amnesty.de
Bordertown: Gespräch mit Marsiela Ortiz (04/2007) -
www.amnesty.de
Bordertown: Thematisiert Frauenmorde in Mexiko (03/2007) -
www.amnesty.de
Ein Augenblick Freiheit: Zwischen Hoffen und Bangen (09/2009) -
de.qantara.de
Hotel Ruanda: Eine Schande für die Menschheit (04/2005) -
www.amnesty.de
In This World: Auf der Flucht in Afghanistan (09/2003) -
www.amnesty.de
Im Schatten des Bösen: Mein Bauch brennt (10/2008) -
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Im Schatten des Bösen: Der Film hat viel bewegt (10/2008) -
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Osama: Von afghanischer Filmkultur und den Rechten ... (2004) -
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Persepolis: Großes Kopfkino (11/2007) -
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Shooting Dogs: "Die UNO ist verantwortlich" (06/2007) -
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Sleep Dealer: Ausbeutung als Zukunftsszenario (03/2008) -
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Sleep Dealer: Arbeit ohne Arbeiter (02/2008) -
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Sturm: Gewinner des 5. Amnesty Filmpreises (09/2009) -
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Sturm: Wahrheit ist Verhandlungssache (10/2009) -
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Trade: Über Menschenhandel und Zwangsprostitution (10/2007) -
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Wüstenblume: Modernes Aschenputtel auf der ... (09/2009) -
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Wüstenblume: Waris Dirie - vom Model zur ... (09/2009) -
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