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Schriftsteller Orhan Pamuk



Nobelpreisträger Orhan Pamuk


Nobelpreisträger für Literatur 2006

geb. 1952 in Istanbul. Studium der Architektur und Publizistik. Mehrjähriger Aufenthalt in New York. Heute lebt er wieder in seiner Heimatstadt.

Der in über 30 Sprachen übersetzte Romanschriftsteller spürt wie kein anderer Autor der Gegenwart am Schnittpunkt zweier Kulturen die gegenseitigen historischen Spuren auf. Sein Werk gründet in einer Auffassung von Kultur als Kommunikation, auf gegenseitigem Wissen und Respekt beruhend. Er arbeitet mit den Symbolwerten orientalischer Kultur ebenso souverän wie mit Motiven der europäischen Moderne. In Europa gelobt und von den jüngeren Türken als Symbolfigur für eine aufgeklärte Türkei bewundert, wird Pamuk in seinem Heimatland in jüngster Zeit von konservativen Kreisen scharf angefeindet.

Wegen "Beleidigung des Türkentums" sollte er gerichtlich belangt werden, ein höherer Provinzbeamter forderte sogar die Verbrennung seiner Bücher.

Die Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Pamuk fand am 10. Dezember 2006 in Stockholm statt. 2005 wurde der türkische Autor bereits mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und dem Ricarda-Huch-Preis geehrt. 2006 erhielt er außerdem den französischen Literaturpreis "Prix Medicis" und den "Prix Méditerranée étranger" für sein Buch "Schnee".


Hanser: Orhan Pamuk - www.orhan-pamuk.de

"Alles, was ich heute tue, ist politisch" (05/2008) - www.deutsche-welle.de

"Ich bin ein Schriftsteller, der langsam schreibt" (05/2007) - www.dradio.de

Gespräch mit Orhan Pamuk - Ich träume auch am Tage (11/2006) - www.zeit.de

Orhan Pamuk: Der Literaturnobelpreisträger im Porträt (10/2006) - www.europolitan.de

Literatur als zentrale Waffe (12/2005) - www.dradio.de

"Ich habe mich geäußert, wenn es mir politisch wichtig erschien" (10/2005) - www.dradio.de




Türkische Reaktionen auf Literatur-Nobelpreis

Zwischen Stolz und Verdammung

Die einen äußern Stolz wegen der erstmaligen Ehrung eines türkischen Schriftstellers durch die weltweit hoch angesehene Auszeichnung. Die anderen verurteilen sie als weiteren Schachzug des "westlichen Imperialismus" gegen die Türkei.

Die einander entgegenstehenden Meinungen sind symptomatisch für die generelle mentale "Spaltung" der heutigen Türkei.

(j.z., 15.10.2006)




Weitere Informationen


Orhan Pamuk stellt mangelnde Meinungsfreiheit in der Türkei ... (10/2008) - www.europolitan.de

Interview mit Orhan Pamuk: "Alles, was ich heute tue, ist politisch" (09/2008) - de.qantara.de





  • Cevdet und seine Söhne

    Roman. Aus dem Türkischen von Gerhard Meier.
    Carl Hanser Verlag, München, März 2011.



  • Der Koffer meines Vaters

    Essays. Aus dem Türkischen von Ingrid Iren und Gerhard Meier.
    Carl Hanser Verlag, München, März 2010.
  • Weitere Informationen - www.hanser-literaturverlage.de




  • Ara Güler und Orhan Pamuk

    Istanbul

    Fotoband mit einem einleitenden Text von Orhan Pamuk.
    Dumont Buchverlag, Köln, Februar 2010.



  • Das stille Haus

    Roman. Aus dem Türkischen von Gerhard Meier.
    Hanser Verlag, München, September 2009.
  • Weitere Informationen - www.hanser-literaturverlage.de




  • Das Museum der Unschuld

    Orhan Pamuk erzählt in seinem großen Liebesroman von einer Gesellschaftsschicht der Türkei, die in vielem ganz und gar westlich scheint und doch noch traditionelle Züge trägt - ein Kontrast, der subtile Ironie erzeugt. (Hanser Verlag)

    Roman. Aus dem Türkischen von Gerhard Meier.
    Hanser Verlag, München, 2008.
  • Orhan Pamuk: Das Museum der Unschuld (09/2008) - www.dw-world.de

    Seitensprung und Sühne (09/2008) - www.taz.de

    Dilemma zwischen Herz und Kopf (10/2008) - de.qantara.de

    "Liebe schlimmer als ein Autounfall" (10/2008) - www.dradio.de

    Grandioses Scheitern einer sufistischen Liebe (10/2008) - www.dradio.de




  • Istanbul

    Erinnerungen an eine legendäre Stadt an der Schnittstelle zwischen Ost und West und zugleich ein Selbstbildnis des Schriftstellers als junger Mann.

    Der Autor ergründet in Istanbul die Geheimnisse seiner eigenen Familie und führt zu den verlorenen Paradiese der sagenhaften Stadt. Er beschreibt die verwunschenen Villen und verwilderten Gärten, die Wasserstraßen des Bosporus und des Goldenen Horns und die melancholischen Gassen der Altstadt.

    Roman. Aus dem Türkischen von Gerhard Meier.
    Hanser Verlag, München, 2006.
    Hörbuch: Hörverlag, München, 2006.
  • Orhan Pamuk: Istanbul - Erinnerungen an eine Stadt (12/2006) - de.qantara.de

    Liebeserklärung und Selbstporträt (11/2006) - www.dradio.de




  • Der Blick aus meinem Fenster

    Betrachtungen, Essays. Der Band veranschaulicht die Vielzahl von Themen, über die der Autor schreibt: Politik, Literatur und immer wieder Istanbul, die Stadt, die auch in den meisten seiner Romane präsent ist.

    Der autobiographische Bezug, der sich in seinen Romanen nur erahnen lässt, wird hier in den bewegenden Texten sichtbar, die seiner Kindheit gelten und der Erinnerung an seine Eltern.

    Betrachtungen, Essays. Aus dem Türkischen von Ingrid Iren, Gerhard Meier, Christoph K. Neumann und Wolfgang Riemann.
    Hanser Verlag, München, 2006.
    Hörbuch: Hörbuch Hamburg, Hamburg, 2008.

  • Orhan Pamuk: Eine Frage des Gewissens (07/2006) - www.amnesty.de




  • Die weiße Festung

    Historischer Roman über die Zeit der Pest im Istanbul des 17. Jahrhunderts.

    Ein junger Venezianer wird in die Türkei entführt, um dort einem Schriftgelehrten zu dienen. Die beiden ähneln sich auf nahezu unheimliche Weise und der Herr ist begierig, von seinem Diener mehr über die Kultur, die Erfindungen und die erworbenen Kenntnisse des Abendlands zu erfahren. Nach den absonderlichsten gemeinsamen Erfindungen und einem vergeblichen Feldzug des Sultans trennen sich nach vielen Jahren ihre Wege – einer kehrt nach Venedig zurück, der andere in die türkische Provinz.

    Roman. Aus dem Türkischen übertragen von Ingrid Iren.
    Hanser Verlag, München, 2005,
    Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt/Main, 1995.



  • Schnee

    In seinem Roman versucht Pamuk ethnische, religiöse und politische Konflikte in der Türkei mit einer fiktiven Handlung zu veranschaulichen.

    Dabei stellt er die zentrale Frage nach der Identität des Landes zwischen "Verwestlichung" und "Islamismus". An orientalischer wie westeuropäischer Literatur geschult, entwickelt der Autor ein fantastisches Bild der Türkei mit ebenso grausamen wie infernalisch-komischen und grotesk-farcenhaften Zügen.

    Die Hauptfigur des Romans, ein in Frankfurt am Main lebender türkischer Dichter, reist nach Kars in Ostanatolien und gerät dort in politische und persönliche Turbulenzen, einschließlich einer unglücklich endenden Liebe. Nach seiner Rückkehr nach Frankfurt ereilt ihn ein plötzlicher Tod. Ein Erzähler forscht seinen Spuren nach.

    Roman. Aus dem Türkischen von Christoph K. Neumann.
    Hanser Verlag, München, 2005,
    Bundeszentrale für Politische Bildung, Band 503, Bonn, 2005.
    Als Hörspiel: Hörverlag, München, 2006.



  • Das neue Leben

    "Road novel" und "metaphysischer Krimi", spielt auf Dantes gleichnamiges Werk an.

    Ein Architekturstudent aus Istanbul auf der Suche nach einer verschwundenen Frau und nach der Welt, die in einem Buch beschrieben ist, das er durch sie kennen gelernt hat – letztendlich eine Suche nach dem Sinn des Lebens.

    Ein "leichtes" Buch über ein schweres Thema, orientalisch-märchenhaft zwischen Traum und Wirklichkeit changierend. Der Einfluss von Borges und Calvino, die Pamuk sehr schätzt, ist erkennbar.

    Roman. Aus dem Türkischen übertragen von Ingrid Iren.
    Hanser Verlag, München, 1998,
    Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/Main, 2001.
  • Das neue Leben (03/1999) - www.dradio.de




  • Das schwarze Buch

    Eine Hommage an die Stadt Istanbul - der Heimatstadt des Autors.

    Ein Mann auf der Suche nach zwei Verschwundenen, einer geliebten Frau und ihrem Bruder, streift ruhelos durch die schillernde Ober- und Unterwelt Istanbuls und begegnet den unterschiedlichsten Gestalten dieser unvergleichlichen Metropole am Schnittpunkt zwischen Europa und dem Nahen Osten. Enthüllungen ihrer Tiefe und Verborgenheit, ihrer sich überlagernden Schichten, ihrer vielfältigen Gesichter mit opulenter orientalisch-arabesker Lust am Erzählen.

    Roman. Aus dem Türkischen übertragen von Ingrid Iren.
    Hanser Verlag, München, 1995,
    Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/Main, 1997.
    Hörbuch: Hörbuch Hamburg, Hamburg, 2007.



  • Rot ist mein Name

    Historischer Kriminalroman und farbenprächtiger orientalischer Märchen- und Fabelreigen, ein Intrigenspiel um Liebe und Tod - Dieses großartige Werk, dessen Handlung an nur neun Tagen des Jahres 1591 im schneebedeckten Istanbul spielt, ist all das zugleich.

    Als erstes spricht ein Toter aus der Tiefe eines Brunnens, der seinen Mörder kennt und auch dessen Motiv für den Mord zu kennen glaubt: ein Komplott gegen das gesamte Osmanische Reich, seine Religion, seine Kultur und seiner Traditionen, worin seine Kollegen, die Buchmaler von Istanbul, verwickelt sind. Ein Auftrag des Sultans an die Istanbuler Buchillustratoren löst einen Bilderstreit aus. Er verlangt von ihnen, zehn Blätter für ein Jubiläumsgeschenk an den Dogen von Venedig, den mächtigen Widerpart im Westen in westlicher, perspektivischer Malweise, zu gestalten. Die Einführung der Perspektive gilt jedoch als gotteslästerlich, weil sie im Widerspruch zum islamischen Verbot realistischer Abbildung der Welt steht: Nicht aus der Sicht der Menschen, sondern aus der Sicht Gottes, "jenseits von Zeit und Raum", sollen die Künstler gestalten. Stattdessen will der Sultan mit westlichen Mitteln osmanische Macht und Herrlichkeit demonstrieren.

    Die Illustratoren, ihr ermordeter Kollege, ein Liebender, der zwölf Jahre lang nach der schönen Geliebten schmachtet und deren Vater, von geheimer und gefährlicher Mission aus dem Abendland zurückgekehrt, kommen zu Wort, ebenso wie einige Bildmotive: ein Hund, ein Pferd und die Farbe Rot – und der Mörder, der den Leser bis zum Schluss zum Narren hält.

    Das Buch handelt von Tradition und Aufbruch in eine Moderne in vergangenen osmanischen Zeiten. Damit ergeben sich jedoch zugleich aktuelle Bezüge, denn hierbei geht es ja um die jahrhundertealte Frage nach der Stellung der Türkei zwischen Orient und Okzident. Die von den Traditionalisten hartnäckig verteidigte, angeblich "reine" Maltradition erweist sich im Diskurs des Buches in Wirklichkeit als komplexes Phänomen. Denn alle Kulturen unterliegen wechselseitigen Einflüssen, auch wenn sie einander offiziell ablehnen und sich damit im Widerspruch zur historischen Wahrheit befinden.

    Roman. Aus dem Türkischen übertragen von Ingrid Iren,
    S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main, 2007 (Meldung des Verlags)
    Hanser Verlag, München, 2001,
    Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/Main, 2003,
    Als Hörspiel: Hörverlag, München, 2005.
  • Rot ist mein Name (02/2002) - www.dradio.de






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