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Josef Zimmermann
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Unsere Gruppe und das Thema "Meinungsfreiheit" im Radio
Zwei Interviews mit dem Sprecher der Gruppe
Josef Zimmermann
"Wo keine Meinungsfreiheit ist, da werden auch andere Menschenrechte verletzt ...,
das ist eine Erfahrungstatsache." Formal werden in unserem Jahrhundert immer mehr Länder zu Demokratien,
tatsächlich aber sind Meinungs- und Pressefreiheit immer stärker eingeschränkt. "Ein Argument für die Regierungen ...
ist ja ... die Sicherheitslage, der Terrorismus. Und unter dieser Flagge wird manches in Gang gebracht,
was (für die Meinungsfreiheit) gefährlich ist."
Im Südwestrundfunk SWR4 Rheinland-Pfalz
Für die Sendereihe "Menschen mit Mut zum Engagement" des Südwestrundfunks SWR4 Rheinland-Pfalz führte
die Redakteurin Dr. Daniela Engelhardt ein Interview mit Josef Zimmermann,
das am 23. Mai 2007 im "Radioladen" gesendet wurde. In dem Kurzbeitrag gab der Gruppensprecher
Auskunft zu seiner Person mit einigen biografischen Daten und persönlichen Anmerkungen zu Motivation und
Erfahrungen mit der Menschenrechtsarbeit bei Amnesty International, wie auch zu Inhalt und Form des speziellen
Einsatzes der Gruppe für verfolgte Journalisten und Journalistinnen ebenso wie für bedrohte Autorinnen und
Autoren.
Angesprochen wurde die geduldige Alltagsarbeit für die Opfer in repressiv regierten Ländern, die nicht
durchweg erfolglos bleibt. Nicht immer bedeutet das die Freilassung eines politischen Gefangenen; aber auch
Gewährung von Hafterleichterungen, eventueller Schutz vor Folter und Misshandlung, Zugang zu einem Anwalt und
Besuchserlaubnis für Angehörige oder Gewährung bisher nicht gegebener medizinischer Versorgung gehören auf die
Erfolgsliste. Serviceleistungen der Gruppe innerhalb der Organisation und auch nach außen, Kontaktpflege mit
zielverwandten anderen Organisationen kommen hinzu.
"Öffentlichkeit macht Druck - im günstigen Fall mit positiven Folgen für unschuldig Inhaftierte.
Es kann den Regierenden nicht ganz gleichgültig sein, dass viele Menschen in anderen Ländern
vom Schicksal ihrer Opfer erfahren." - Hervorzuheben war, wie wichtig und unerlässlich es ist, auch generell
immer wieder auf die Problematik eingeschränkter oder unterdrückter Meinungsfreiheit öffentlich aufmerksam zu
machen und das Recht auf Meinungs- und Medienfreiheit weltweit zu fordern, ohne das keine funktionierende
Demokratie mit einer informierten und urteilsfähigen Zivilgesellschaft bestehen kann, unermüdlich einzufordern.
Im Bürgerfunkstudio Oberhausen / Ruhrgebiet
Der Regionalsender Bürgerfunkstudio Oberhausen im Ruhrgebiet (NRW) brachte am 9. Juli 2007 einen
einstündigen Beitrag der dortigen Amnesty-Gruppe, in dem ein längeres Gespräch über aktuelle Befunde auf dem Gebiet
der Meinungs- und Informationsfreiheit weltweit und die Arbeit der Sektionskogruppe
Verfolgte AutorInnen und
JournalistInnen - Für Meinungsfreiheit ausgestrahlt wurde. Das Gespräch führte Jochen Waue von der Amnesty-Gruppe
Oberhausen mit Gruppensprecher Josef Zimmermann.
Darin wurde die Lage anhand der Verhältnisse in Mexiko, Russland, Turkmenistan und China und mit
Einzelbeispielen besonders exemplifiziert. Verwiesen wurde auf die fadenscheinigen und irreführenden
Begründungen, besonders mit "Gefährdung der staatlichen Sicherheit" oder "wegen staatsgefährdender Handlungen",
"Spionage" und dergleichen und die extremen mehrjährigen Gefängnisstrafen. So erhielt der chinesische
Internet-Journalist Shi Tao eine Haftstrafe von zehn Jahren wegen einer nach USA verschickten E-Mail mit
"Staatsgeheimnissen", die keine waren. Überhaupt waren die neuerlichen vermehrten Versuche des Zugriffs
auf das Internet und die Blockierung von Websites seitens repressiver Regierungen wie in China, Nordkorea,
Myanmar und zahlreicher anderer Länder ein weiteres Thema. Als besonders besorgniserregend ist jedoch die
steigende Zahl von Gewaltakten und Morden an Journalisten und anderen Medienmitarbeitern, nicht nur in Kriegs-
und Krisengebieten, zu vermerken als das "ultimative Mittel, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen".
Auch in diesem Interview kamen die Arbeit der Gruppe und das bewährte Instrumentarium von Amnesty International,
wozu besonders die Urgent Actions (Eilaktionen) zählen, zur Sprache und wurde die Bedeutung der
Öffentlichkeitsarbeit, nicht zuletzt mit der jährlichen Präsenz auf der Internationalen Buchmesse in Frankfurt/Main,
aber auch bei anderen weniger spektakulären Gelegenheiten, herausgestellt. Mit Bezug auf eine Rede der deutschen
Generalsekretärin von Amnesty International, Barbara Lochbihler, bei einer Journalistentagung im Juni dieses
Jahres in Hamburg, die mit einem diesbezüglichen Appell an die Medien schloss, bekannte auch Josef Zimmermann,
man wünsche sich manchmal mehr Interesse der Medien hierzulande an Menschenrechtsthemen und darauf fußende
Reaktionen.
Eine Stimme sein für die Meinungs- und Pressefreiheit
Man wünscht, hiesige Journalisten würden versuchen, sich stärker hineinzudenken in die Lage und die Schicksale
ihrer Kollegen in bestimmten Ländern, die, wenn man es einmal etwas flach ausdrücken will, nicht so komfortabel
arbeiten können wie sie. Gewiss, unsere Journalisten haben auch ihre internen Sorgen und Probleme, aber die sind
ja dennoch bei Weitem nicht vergleichbar. Es gibt durchaus kritische Journalisten in Deutschland, die unsere
Arbeit unterstützen, aber es könnten mehr sein ...
Wir wünschen uns möglichst viel Öffentlichkeit für unsere
Anliegen. Wir möchten eine Stimme sein für die Meinungs- und Pressefreiheit. Ohne diese Stimme ist es schlecht
bestellt. Sie ist die einzige, wenn auch ungleich schwächere Waffe gegen Gewalt, Unterdrückung, Ungerechtigkeit
und totalitäre Machtverhältnisse in der Welt. Sie zu gebrauchen erfordert Geduld und Zuversicht, trotz aller
negativen Nachrichten Tag für Tag und aller Rückschläge, die nicht vermeidbar sind ...
Eigener Bericht (j.z., 30.07.2007)
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